Erfahrung mit Brustschalen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von mare88 13.02.06 - 17:11 Uhr

Kennt jemand diese Brustschalen, die man bei sehr entzündeten Brustwarzen unter den BH auf die Brust legt? Die Brustwarzen sind ja damit immer an der Luft, was dann gut fürs verheilen ist. Also theoretisch klingt das ja gut, aber hat jemand praktische Erfahrung damit? Über diese Dinger wird im Bezug auf entzündete Brustwarzen nie gesprochen. Lohnt sich eine Investition?

Beitrag von bille66 13.02.06 - 18:03 Uhr

Doch, ich empfehle die im Ernstfall schon.
Hast du denn entzündete Warzen? Und was hast du alles schon gemacht?
Es gibt BW-Schoner, Milchauffangschalen und BW-Former. Alles zu anderen Zwecken...

Liebe Grüße
Sibylle
Stillberaterin der AFS

Beitrag von mare88 13.02.06 - 19:18 Uhr

Naja, bei mir ist es nun leider schon zu spät. Ich habe nach einer Woche stillen aufgehört, weil ich nicht mehr konnte. Mein Sohn trank viel und zog an, wie verrückt. In Windeseile waren meine Brustwarzen nicht mehr als solche zu erkennen - blutig und verkrustet. Jemanden, wie Dich hätte ich so dringend gebraucht; das weiß ich jetzt im nachhinein. Diese Schoner habe ich erst später einmal beim Babyausstatter gesehen.
Ich weiß bis heute nicht, was damals schief gelaufen ist bei mir und meinem Sohn. Meine Brustwarzen sind irgendwie etwas Kegelförmig, also nicht die knubbelige Warze und schön der Vorhof drumherum, sondern das ist alles eins.
Ich habe mir fest vorgenommen, wenn sich ein zweites Kind bei uns ankündigt, dass ich mir dann professionelle Hilfe suche - eben so jemanden, wie Dich. Solche argen Probleme möchte ich nicht noch mal haben.
Aber eigentlich fragte ich, weil meine Schwester das erste Mal schwanger ist mit Zwillingen und sie genau solche Brustwarzen hat, wie ich. Ich wollte ihr diese Schoner mal besorgen, wenn sich auch bei ihr diese Probleme abzeichnen.
Hast du vielleicht sonst noch Tipps, wo man gute Hilfe kriegen kann?

Beitrag von bille66 13.02.06 - 19:37 Uhr

Natürlich!
Sie sollte schon in der Schwangerschaft Kontakt aufnehmen zu einer Stillberaterin und in eine Stillgruppe gehen. Natürlich fühlt sich das für eine Schwangere ziemlich komisch an, aber diese sind in Stillgruppen sehr gern gesehen, und die beste Vorbereitung auf das Stillen ist die im Kopf. Also alles Gute zum Thema lesen.
Stillberaterinnen vor Ort findest du bei der AFS:
http://www.afs-stillen.de
und bei der LLL:
http://www.lalecheliga.de
Außerdem gibt es hier Hilfe:
http://www.stillclub.org

Was es bei dir war, lässt sich jetzt schlecht sagen. Oft sind es Anlegeprobleme. Aber es gibt viele Tipps, um wunde BW zu behandeln.
Wenn du deiner Schwester was Gutes tun willst, dann kauf ihr lieber eine kleine Tube Brustsalbe, z.B. Lansinoh, Purelan, Elasan Stillsalbe o.ä. Das darin enthaltene Lanolin ist DAS Mittel bei wunden BW schlechthin.

Liebe Grüße
Sibylle
Stillberaterin der AFS

Beitrag von mare88 13.02.06 - 21:51 Uhr

Danke für Deine Antwort, Sybille. Das mit der Salbe werde ich tun. Habe schon ein paar Beiträge aus den von Dir angegebenen Seiten überflogen und mir wurde bewusst, dass meine Hebamme zwar sehr lieb war, aber beim Thema stillen nicht ausreichend Kenntnisse hatte, um mir helfen zu können. Ich glaube, ich hatte tatsächlich ein Anlegeproblem, nach dem, was in diesen Seiten zu finden war.
Aber nun möchte ich Dich noch etwas fragen:
Ich hatte einen Kaiserschnitt und der Milcheinschuss fand erst nach 5 Tagen statt. Mein Sohn bekam damals so eine Glukoselösung aus der Flasche und ich hing regelmäßig an der Pumpe bzw. mein Sohn kam an die Brust. Es kamen immer nur ein paar Tropfen über diese 5 Tage. Mein Sohn hatte Riesenhunger und war am schreien und ich war am heulen, weil nichts funktionierte. Nun steht ja auch in diesen Internetseiten, dass es ratsam ist, dem Neugeborenen nichts zuzufüttern, sondern es immer wieder anzulegen. Gilt das denn auch für Kaiserschnittkinder, bei deren Müttern der Milcheinschuss so lange auf sich warten lässt? Und was macht man, wenn kaum was kommt und das Kind schreit und schreit (oder ist das dann wieder ein Anlegefehler)?
Auch interessiert mich, was Du von den sogenannten "Hütchen" hältst! die haben sie mir damals im Krankenhaus noch empfohlen, weil sie sahen, dass meine Brustwarzen so empfindlich sind. Sind die tatsächlich ratsam? Denn ich stellte fest, dass meine Brustwarzen durch das Ansaugen mit Hütchen sehr lang gezogen wurden und unendlich schmerzten, auch, weil die verkrusteten Wunden wieder aufrissen. Wenn das Baby die Warze richtig im Mund hat, zieht es diese dann in seinem Mund auch so lang?

Hoffe, Du kannst mir das sagen und ich danke Dir auch schon mal.

Liebe Grüße
Tina

Beitrag von bille66 13.02.06 - 22:09 Uhr

Liebe Tina,

es ist oft so, dass Hebammen zwar bestens um die Geburt wissen, aber beim Stillen nicht genügend informiert sind. Das liegt daran, dass sie sich ihr Wissen darüber größtenteils selbst aneignen müssen bzw. in der Praxis auf der Wochenstation lernen. Und wenn es dort überholte Ansichten gibt, lernen sie diese mit. Ich kenne aber auch Hebammen, die sich beim Stillen bestens auskennen. Es kommt auch auf die Frau an.

Dass der Milcheinschuss beim Kaiserschnitt erst so spät kommt, ist nicht die Regel. Und es gibt auch Mütter ohne Kaiserschnitt, bei denen der Milcheinschuss erst spät stattfindet. Bis zu 10 Tage kann es dauern!
Dein Junge hat möglicherweise auch so großen Hunger gehabt, WEIL er bereits zugefüttert worden ist. In vielen KH ist es die Regel, Neugeborenen Glukoselösung zu geben, und erst recht beim Kaiserschnitt.
Andererseits kann ich nicht so aus der Ferne pauschal sagen, dass dies richtig oder falsch war! In diesem Fall geht es um die Gesundheit des Kindes, und da KANN es möglicherweise auch richtig gewesen sein.

Diese paar Tropfen, die bei dir kamen, das war das kostbare Kolostrum, die nährstoff- und abwehrstoffreiche Neugeborenenmilch Und in fast allen Fällen ist diese ausreichend für die ersten paar Tage.

Brusthütchen bringen oft mehr Probleme als sie lösen. Sie erhöhen das Risiko für Brusterkrankungen, vermindern möglicherweise die Milchmenge, machen abhängig,... Ich würde sie nur dann empfehlen, wenn die Mutter stattdessen abstillen würde. Sozusagen als letzten Ausweg. Auch bei Frühgeborenen können sie auf dem Weg zum Stillen helfen.

Lang gezogen wird deine BW beim Stillen auch, nur siehst du das nicht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du deine BW nicht richtig behandelt hast, denn nässende Wunden (offene, blutige) sollen auch feucht heilen. Sie müssen offen bleiben, damit sie ausheilen können. Das erreicht man durch die Behandlung mit reichlich Lanolin und durch das Offenhalten der Wunden, damit sie nicht bei jedem Stillen wieder neu aufreißen. Dabei können BW-schoner oder -former sehr hilfreich sein, da durch den ausgeübten Druck diese Wunden nicht wieder schließen.
Im Übrigen weiß ich, wie schlimm diese Schmerzen sind. Ich hatte es trotz korrektem Anlegens bei beiden Kindern. Aber durch die richtige Behandlung sind die BW schnell geheilt.

Schade, dass du nicht die nötige Unterstützung hattest. Für mich hört es sich so an, als ob du mit dieser Geschichte noch nicht abgeschlossen hast.
Vielleicht wirst du beim nächsten Kind mehr Glück haben!
#liebdrueck

Liebe Grüße
Sibylle

Beitrag von mare88 14.02.06 - 10:08 Uhr

Liebe Sibylle,

Ja, ich habe noch nicht abgeschlossen damit. Es war ja nicht nur das Stillen, sondern auch der Kaiserschnitt und irgendwie hatte ich auch lange keine ausgeprägte Bindung zu meinem Kind. Er war - vielleicht auch durch die ganzen Umstände - schwierig zu haben. Wenn ich über die ganze erste Zeit nachdenke, treibt es mir manchmal noch die Tränen in die Augen. Es tut mir leid, dass alles so schief gelaufen ist und ich war auch so dumm; wusste nicht, was ich eigentlich für Hilfe kriegen kann.

Beim nächsten Kind werde ich viel anders machen - ich habe so viel gelernt aus dieser Geschichte.

Vielen Dank an Dich auch noch mal. Mir ist wieder ein bischen mehr klargeworden.

Sei ganz lieb gegrüßt

Tina

Beitrag von igraine9 13.02.06 - 18:34 Uhr

Hallo,
ich hatte die Brustwarzenschoner von NUK. Die hat mir die Stillberaterin im KH gegeben, da ich Flachwarzen habe und somit die Brustwarzen immer etwas mehr rausstanden(Michal konnte dann besser trinken). ich habe sie die ganze Stillzeit(4,5Monate voll) benutzt und hatte nie wirklich wunde Brustwarzen(nur wenn ich sie mal nicht getragen habe). Also ich kann die nur empfehlen. Ich habe die auslaufende Milch damit auch immer aufgefangen und dem Kleinen ins Badewasser gegeben.
Ich habe(glaub ich) nicht mal 10Euro dafür bezahlt(habe sie im KH gekauft).
Alles Liebe
Igraine+Michael(*16.7.2005)