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Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von sunnyle 13.02.06 - 22:21 Uhr

Hallo ihr Lieben,

gestern hätte ich mein Sternchen auf die Welt gebracht. #heul
Ich habe es in der 9. SSW verloren.

Nie hätte ich gedacht, dass der Verlust so schmerzhaft für mich sein wird. Ich wollte immer stark sein, doch ich kann es einfach nicht... Ich zerbreche.. es tut mir weh!!! Ich habe mein Kind geliebt! Ich wollte immer für mein Kind da sein..

Es nimmt mich so mit.. Ich weiß nicht was ich sagen soll, es tut so höllisch weh, in meinem Herzen, in meiner Seele, in meinem Kopf..

Es tut so extrem weh.. mir laufen die Tränen über die Wange. Wieso mein Kind??? Wieso passiert das mir??? Wieso muss ich das miterleben???
Geht es anderen genauso?! Bin ich alleine???

Ich fühle mich alleine #heul

Ich weiß, dass ich nicht alleine bin, mit diesem Schmerz, täglich, geht es Frauen genauso wie mir.. doch weiso müssen wir dieses leid erleben??

War mein Kind behindert?? Wollte es nicht bei mir sein??? Habe ich etwas falsch gemacht?? Tausende von Fragen durchlöchern meinen Kopf, täglich!!

Ich bin in unendlicher Trauer.. #heul ... das kann es doch nicht gewesen sein...???

Ich weiß es geht vielenso, und doch bin ich alleine... ich wusste gerade mal eine Woche dass ich schwanger bin und musste mein Kleines hergeben!!!

Mein ein und alles! Mein Kind... mein Leben..
ich war nicht im Stande es bei mir zu behalten...


Das musste ich jetzt einfach los werden..
Danke fürs lesen..

Beitrag von lehnie 13.02.06 - 23:08 Uhr

Hallo!!
Natürlich bist Du nicht allein!!!

LAss Deine Trauer ruhig raus. Du solltest Deine Ängste jedoch mit Deinen Engsten Vertrauten teilen.
Erzähl Ihnen wie schlecht es Dir geht , friss es nur nicht in Dich hinein.
Nach meiner FG am Freitag habe ich viel mit meinem Freund über alles geredet; was ist falsch gelaufen, haben wir was verkehrt gemacht usw.

Du wirst zwar keine Antworten bekommen, aber nach und nach , von Tag zu Tag kannst Du Dich ein wenig stärken.
Irgendwann können wir auch wieder an uns glauben. #blume-DU AUCH!!!Und dann werden wir unsere neuen Chancen bekommen ( auch wenn jetzt noch alles ganz weit weg ist) Aber es geht weiter!!!#klee

So, fühl Dich fest gedrückt #liebdrueck
und versuch an Deine nächste Chance zu glauben

Liebe Grüße
Lehnie + #stern

Beitrag von sunnyle 13.02.06 - 23:15 Uhr

Hallo Lehni,

es tut mir leid, dass auch du eine FG miterleben musstest. :(

Weißt du, mein Freund war mir zu dem Zeitpunkt keine große Hilfe, er gab mir mit die Schuld am Verlust.

Leider kann ich das nciht vergessen, und es nagt noch sehr an mir.. #heul .. und unserer Beziehung.

Dasist auch mit ein Grund, weshalb ich so kaputt bin, natürlich, Männer können dass nicht so nachempfinden, aber sie könnten wenigstens versuchen es zu verstehen.. Aber er hat mich regelrecht im Stich gelassen.. :´-(

Ich Danke dir vielmals für deine Antwort und wünsche dir alles, alles Liebe und Gute!!! #liebdrueck

Sunnyle

Beitrag von marie.lu 14.02.06 - 12:07 Uhr

Nein, du bist nicht allein. Leider passiert dieses sehr sehr vielen Frauen, vor allem Erstgebärdenden.

Ich kann verstehen, dass du trauerst, das ist normal, aber wieso machst du dir solche Vorwürfe?
Du hast NICHTS falsch gemacht und es ist auch nicht so, dass das Baby nicht bei dir sein wollte.

Es war etwas nicht in Ordnung mit dem Wurm und die Natur hat es so zum Besten des Babys eingerichtet! Auch damit es nicht leiden muss.

Alles Gute dir.

Beitrag von zitronengelb 14.02.06 - 17:45 Uhr

*drück*

Beitrag von punktolino 14.02.06 - 18:10 Uhr

Es tut mir so leid für Dich. Ich weiß wie Du Dich fühlst. Auch ich habe Fehlgeburten hinter mir. Ganze drei Mal. Auch ich habe mich immer wieder gefragt was ich falsch gemacht habe, ob es an mir lag, oder woran sonst. Leider habe ich nie eine Antwort bekommen, bzw, gefunden.
Mittlerweile ist der SChmerz weniger. Aber ich glaube er geht nie ganz weg.

Ich habe letztes Jahr im März meinen kleinen Sonnenschein bekommen. Aber auch er kann mir den Schmerz nicht nehmen. Nur etwas erträglicher machen. Ich denke nun nicht ständig mehr daran was aus meinen kleinen jetzt wohl geworden wäre.

Also Kopf hoch.

Viele sagen dass eine FG normalsei und immer passieren kann. Zwei FG genauso. Aber dass ist kein Trost. Es ist immer ein großer Verlust für einen. Es kann auch nur jemand nachvollziehen der das durchmachen mußte. Wenn Du mal jemanden zum reden brauchst, kannst mir gerne über meine VK schreiben.

Liebe Grüße
Britta mit #babyLeon *25.03.05 und #kerzeSternchen1 (10/02), #kerzeSternchen2 (06/03) und #kerzeSternchen3 (02/04)

Beitrag von afortunado 15.02.06 - 22:08 Uhr

Hallo Sonja!

Fühl' dich erstmal ganz lieb von mir #liebdrueck. Es tut mir sehr leid für dich. Aber du bist ganz gewiss nicht allein mit deiner Trauer. Und du darfst die Trauer auch ruhig zulassen. Auch wenn dein Freund das nicht versteht. Die Trauer muss irgendwie raus. Ich hoffe, du hast jemanden, mit dem du auch jetzt noch darüber sprechen kannst!?

Mir hat das Reden über den Verlust immer sehr geholfen. Ich habe zwei Sternchen (7.SSW und 23.SSW). Ich hab' mich zu Anfang auch immer gefragt, warum so etwas passiert. Und ich habe mich auch die ganze Zeit gefragt, ob ich etwas falsch gemacht habe. Aber ich weiß jetzt, dass ich nichts verkehrt gemacht habe. Gott sei Dank habe ich einen Mann, der immer hinter mir steht und mich auch in meiner Trauer unterstützt. Aber ich habe trotzdem auch gemerkt, dass Männer ganz anders mit dem Thema umgehen. Damit musste ich auch erstmal klarkommen. Ich habe einfach verstanden, dass er anders trauert.

Ich habe mir in letzter Zeit auch sehr viele Gedanken über den Sinn meiner Erfahrungen gemacht. Es ist einfach unbegreiflich, dass man einen Menschen, auf den man sich schon so sehr gefreut hat wieder gehen lassen muss, bevor man ihn überhaupt richtig kennenlernen durfte. Aber versuch' doch mal, es von einer anderen Seite zu sehen. Was hat sich durch dein Sternchen in dir selber verändert und kannst du für dich in irgendeiner Weise auch etwas Gutes in seinem kurzen Leben erkennen? Es ist nicht immer von Bedeutung, wie lange ein geliebter Mensch bei uns war, sondern was er in uns selber bewegt hat. Ein Mensch wird doch erst dadurch zu einer besonderen Person, dass dieser Mensch uns in irgendeiner Weise berührt und verändert hat. Und ich jedenfalls kann für mich sagen, dass meine Sternchen sehr viel in mir bewegt haben. Nach außen bin ich zwar immer noch die Gleiche, aber innerlich hat sich bei mir durch meine Kleinen sehr viel verändert. Und es hat sich auch sehr viel zum Positiven verändert. Ich sehe viele Dinge heute anders und rege mich gewiss nicht mehr über belanglose Dinge auf. Es gibt soviel Wichtigeres im Leben. Und ich kann mich auch viel besser in die Gefühlswelt von anderen Menschen hineinversetzen. Ohne meine Sternchen hätte ich dieses Feingefühl nicht. Und ich weiß, meine Sternchen werden immer bei mir sein und mir auch in schweren Zeiten beistehen. Sie sind zwar körperlich nicht bei mir, aber ganz fest in meinem Herzen und in meinen Gedanken.

Diese Sicht der Dinge ist sicherlich meine ganz persönliche Art und Weise, mit dem Verlust meiner Kinder umzugehen. Aber ich glaube wirklich, dass sie mich verändert haben und dadurch in mir weiterleben. Trotzdem werde ich immer ein klein bisschen traurig bleiben, aber ich versuche auch mit einem Lächeln an sie zu denken. Ich hoffe, dass du für dich auch einen Weg findest, mit deiner Trauer umzugehen.

Viele liebe Grüße von Silvia mit 2 #stern im #liebe