Patchwork

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von minni1900 14.02.06 - 09:47 Uhr

Hallo,

ist eine "Patchworkmami" (oder Papi) verpflichtet das "Patchworkkind" bedingungslos zu lieben und ist die "Patchworkmami" (oder Papi) dazu verpflichtet sich über jeden Besuch des Kindes zu freuen?

Danke für eure Meinungen

Beitrag von lilly7686 14.02.06 - 10:40 Uhr

Hallo!
also, ich versteh den Sinn dieser Frage nicht ganz. Im Grunde ist man dazu sicher nicht "verpflichtet".
Aber was meinst du damit genau???????
Ich meine, bist du "Patchworkmami" und hast damit ein Problem? Du solltest die Situation etwas genauer beschreiben, sonst kann dir glaub ich niemand helfen!
Liebe Grüße
Lilly und Leonie (übrigens auch mit "falschem" Papa)

Beitrag von minni1900 14.02.06 - 10:51 Uhr

hallo Lilly,

ja ich bin die "Patchworkmami" und nein ich habe kein Problem damit. Ich habe das Kind wirklich sehr lieb und freu mich (fast) immer über die Besuche von dem Kind. Es gibt halt auch Ausnahmesituationen.

Meine Frage bezieht sich auf das was mein LG sagt.

Mein LG sagt, ich bin verpflichtet mich über jeden Besuch seines Kindes zu freuen, selbst wenn es mir saudreckig geht, ob nun abgefallener Arm oder sonstwas. Desweiteren ist er der Meinung, dass ich verpflichtet bin sein Kind zu lieben.

Ich aber denke, dass man niemanden dazu zwingen kann jemanden zu lieben und sich über Besuche zu freuen.

Ich möchte gerne eure Meinungen dazu um zu sehen wie andere darüber denken.

Danke

LG

Beitrag von heike74 14.02.06 - 11:07 Uhr

Hallo,

zu Freude und Liebe verpflichtet bist du sicher nicht, zu rücksichtsvollem Verhalten generell besteht mE schon eine moralische Verpflichtung. Allerdings hat dein LG auch eine gewisse Verpflichtung zur Rücksichtnahme auf dich - wenn du krank bist beispielsweise. Klar sollte das Kind trotzdem zu euch kommen dürfen, aber dann muss er sich eben allein drum kümmern, damit du dich etwas ausruhen und wieder genesen kannst.
Erzwungene gemeinsame Aktivitäten schaden dann dem sonst guten Verhältnis sogar eher. Auch in "normalen" Familien unternimmt doch mal 1 Elternteil was mit den Kindern ohne den anderen Elternteil.
Man kann einem Kind, das sich generell geliebt und angenommen fühlt, auch erklären, warum man heute mal nicht so fröhlich ist wie sonst. Das begreifen schon Zweijährige. Bei sehr ernsthaften Erkrankungen, die auch dem Kind gefährlich werden könnten, wenn es sich ansteckt, sollte einem wohl schon der gesunde Menschenverstand gebieten, den Besuch abzusagen.
Ich glaube, dein LG verwechselt liebevollen Umgang mit dem Kind mit Liebe. Ersteren kann man erwarten, letztere muss sich von selbst einstellen. Wie du schreibst, ist das ja sogar der Fall.

LG, Heike

Beitrag von stiefmutter69 14.02.06 - 12:00 Uhr

Tja, wie in meinem Beitrag schon gesagt:
Ich habe ein Stiefkind das bei uns lebt.
Und ich kann diesem Kind keine Liebe entgegenbringen.:-(
Dummerweise ist aber in den meisten Köpfen ebendies verankert: Als Frau und erst recht als Mutter, mußt Du einfach alle Kinder lieben.#schmoll
Auch in meiner Familie wird dies einfach vorrausgesetzt.
Mich belastet das Gefühl stark, ich habe das Gefühl keine "richtige" Frau zu sein.
Meine Kinder liebe ich über alles, aber mein Stiefkind ertrage ich kaum noch. Selbstverständlich bin ich bemüht ihm Respekt und ein gewisses Maß an Wärme rüberzubringen, aber einfach ist das nicht.
Mein Mann hingegen hat meine Kinder sehr lieb gewonnen, was die Sache noch erschwert.
Und trotz allem ist er der Einzige der mich versteht.....:-D

Beitrag von minni1900 14.02.06 - 12:54 Uhr

Ich habe das Kind meines LG's liebgewonnen, aber ab und zu, gerade in Ausnahmesituationen, zweifel ich doch schon an meinen Gefühlen.

Daher kann ich dich schon gut verstehen. Und ich glaube dir auch, dass dich das belastet.

Aber ich finde es wirklich toll, dass dein Mann dich gut versteht und ihr eine gemeinsame Lösung gefunden habt.

LG Minni

Beitrag von moni1972hl 15.02.06 - 00:54 Uhr

Hallo Minni,

nein, niemand ist verpflichtet, ein "fremdes" Kind zu lieben. Du solltest es akzeptieren und respektieren, es gehört zu Deinem Mann und Deinen Mann gibts nun mal nicht alleine. Hast Du eigene Kinder? Dann wirst Du schnell merken, dass Blut dicker ist als Wasser und das Kind Deines LG immer irgendwie "fremd" bleiben wird.

Mein Ex hat meine Tochter gehasst, ich habe seinen Sohn nicht gehasst, aber ihn nicht gemocht (ellenlange Threads hier #augen).

Mein jetziger Freund hat keine Kinder und behandelt meine als wäre es die eigenen. Aber ich verlange nicht von ihm, dass er sich IMMER auf sie freut. Es gibt ja auch Situationen und man ist ausgepowert oder die Kinder machen einen wahnsinnig, dann freut man sich ja als leiblicher Teil auch nicht immer....

Und auf die Besuche musst Du Dich auch nicht freuen. Aber das musst Du dem Kind ja nicht unbedingt zeigen.

Jaja, Patchwork ist schon so 'ne Sache.....

LG Moni

Beitrag von anyca 14.02.06 - 10:43 Uhr

Zu Liebe und Freude kann man niemanden verpflichten. Rücksichtsvolles und umsichtiges Verhalten einem Kind gegenüber kann man dagegen Erwachsenen wohl abverlangen.

Beitrag von lilly7686 14.02.06 - 11:11 Uhr

Hi!
Also das ist doch dumm! Entschuldige, ich will deinem LG nicht zu nahe treten, aber so eine Aussage ist wirklich dumm! Du bist zu nichts verpflichtet! Ich meine, wie anyca schon geschrieben hat, dass du schon "rücksichtsvoll und umsichtig" sein solltest, das ist klar. Aber keiner kann von dir verlangen, dass du das Kind/die Kinder liebst oder sowas. Ich meine, wenn du sie überhaupt nicht magst ist das sicher auch ein Problem. Aber deine Gefühle sind deine Sache.
Liebe Grüße
Lilly und Leonie

Beitrag von minni1900 14.02.06 - 12:58 Uhr

Hallo Lilly,

nein nein du brauchst dich nicht entschuldigen. Ich sehe es ja genauso. Und ich muss sagen, dass ich froh bin dass diesbezüglich meine Meinung/Einstellung nicht wirklich falsch ist bzw. dass es noch andere Menschen gibt, die genauso denken

LG Minni