8-jähriger traut sich nichts zu

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von _elisa 14.02.06 - 17:01 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
Mein Sohn geht in die dritte Klasse. Er ist erst seit diesem Schuljahr in dieser Klasse, kannte aber die meisten Kinder schon von früher.
Leider ist er immer noch nicht in die Klassengemeinschaft integriert.
Er ist sehr schüchtern und weiß nicht, wie er mit anderen Kindern eine Freundschaft aufbauen soll.
Er traut sich recht wenig zu. Gestern z.B. sollte er sich ein Schulheft alleine nachkaufen. Er wollte lieber Stubenarrest anstatt das Heft zu besorgen. Dann hab ich wieder nachgegeben und ihn mit seiner älteren Schwester als Unterstützung zum Einkaufen losgeschickt.
Er weigert sich auch zum Turnen oder Fußball oder Budo oder Tanzen (hab ich ihm alles angeboten und war auch teilweise mit ihm ganze Stunden dort) zu gehen.
Ich finde es aber wichtig, dass er Verhalten in der Gruppe lernt und auch durch Hobbies neue Freunde kennenlernen kann.
Wie kann ich ihm helfen?
Dankeschön im voraus.
Elisa

Beitrag von sigru 14.02.06 - 22:35 Uhr

Ich würde den Kontakt zu anderen Müttern suchen und Kinder einladen (in dem Alter kann ´man das noch machen).
Evtl auch mit anderen Familien etwas unternehmen - wir hatten früher einen Nachmittag die Woche an dem wir Mütter uns mit den Kindern getroffen haben (waren 7 Mütter und 13 Kinder - da war ganz schön was los!)
Man kann sich auf dem Spielplatz oder im Schwimmbad treffen oder zus. in den Zoo gehen....

Sigru

Beitrag von patricks_mama 15.02.06 - 11:10 Uhr

Hallo,

kann es sein, dass du ihn in anderen Situationen in seiner Selbstständigkeit hemmst?
Oder ihm vielleicht - unbewusst - bei manchen Dingen sagst "das schaffst du noch nicht..." oder "dafür bist du noch zu klein..."
Beobachte das mal, das könnte der Knackpunkt sein.

Alles Gute, p. m.

Beitrag von monique_15 15.02.06 - 20:30 Uhr

Hallo Elisa,

mich erschreckt ein bisschen deine Bemerkung mit dem Stubenarrest. Damit erreichst du doch das genaue Gegenteil!
Ein Kind zu bestrafen, weil es vor irgend etwas Angst hat? Nee, das kann es doch nicht sein. :-(

Ich kenne natürlich eure genaue Situation nicht, aber meine Tochter ist auch eine Schüchterne und Vorsichtige. Es hilft absolut gar nichts, ungeduldig zu werden oder zu maulen - das macht alles nur noch schlimmer, denn dein Kind fühlt sich auch noch von dir abgelehnt und unter Druck gesetzt.
Schüchterne Kinder aber brauchen viel mehr Liebe und Rückhalt als "normale" Kinder.

Dein Sohn hat GRÜNDE dafür, dass er so schüchtern ist, und mit Gewalt wirst du ihm das niemals austreiben können. Versuch, die Gründe herauszufinden. Bohrende Fragen bringen höchstwahrscheinlich nix - aber wenn euer Problem wirklich so massiv ist, würde ich ohne Scheu mal zu einer Familienberatung gehen mit ihm.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Vielleicht geht das Problem ja auch von dir aus? Das zumindest würden die Leute bei der Familienberatung auch ansprechen und dir ganz nett und ohne jeden Vorwurf Lösungswege aufzeigen können.

Und dannn gibt es noch die Möglichkeit der positiven Verstärkung: Du solltest auf positive Momente warten (also wenn dein Sohn mal ein bisschen mutiger ist als sonst) und ihn dann überschwenglich loben! Aber wirklich ausschließlich positiv formulieren. Nicht sagen "Das war schon besser als sonst", sondern einfach nur "Das fand ich jetzt ganz klasse! Sieh mal, du hast dieses und jenes ganz alleine geschafft!"

Lieben Gruß,
Monique

Beitrag von sigru 15.02.06 - 22:30 Uhr

GAnz meine Meinung!

Beitrag von floridasunshine 15.02.06 - 21:44 Uhr

hast du mal gefragt, an was er Interesse hätte? Wie wäre es einmal, sich über die Musik zu versuchen. Ein Instrument lernen...das ist sehr förderlich!

Beitrag von _elisa 16.02.06 - 08:11 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
dankeschön für eure Ratschläge.
Ich weiß, dass das Problem eigentlich auch bei mir liegt. Ich selbst traue mir auch kaum was zu und habe Angst, dass es ihm durch Schüchternheit auch schlecht gehen könnte.
Vielleicht packen wir das Projekt "Musikinstrument" bald an. Das würde ihm wahrscheinlich gut tun.
Liebe Grüße
Elisa

Beitrag von jokie 16.02.06 - 08:27 Uhr

Hallo Elisa,

ich lese gerade das Buch "Das kompetente Kind". Vielleicht wäre das etwas für euch? Dort geht es unter anderem auch darum, sein Kind "zu sehen". Evtl. legst du soviel Aufmerksamkeit auf das Thema Schüchternheit, dass du deinen Sohn selber gar nicht mehr richtig siehst? Vielleicht versuchst du alles, damit er ja nicht unter seiner Schüchternheit leiden muss und machst damit nur alles schlimmer? Ist nur eine Vermutung - bin ja kein Psychologe. Allerdings weiß ich selber sehr gut wie es ist, wenn man sich nichts zu traut - ebenso wenn man gedrängt wird.

Liebe Grüße #blume
Britta

Beitrag von meileinstein 17.02.06 - 14:16 Uhr

Ab zur Ergotherapie!