Hilfe: finanzielle Probleme

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von rotihex 14.02.06 - 18:33 Uhr

Ich habe zZ ein finanzielles Problem und wollte fragen, ob sich jemand auskennt, an wen ich mich wenden kann.

Folgendes: ich, 30, habe ein Studium begonnen und mache ein sog. Kooperatives Studium (eigentlich ein normales Studium mit zusätzlicher Werksstudententätigkeit, wird auch steuerlich so behandelt). Ich habe einen Nettoverdienst von ca 520€ und bekomme sage und schreibe 40€ Bafög dazu.

Das Bafögamt sagt, ich bekomme nicht mehr, da ich eine Ausbildung mache und Ausbildungsgehälter voll aufs Bafög angerechnet werden (wohlgemerkt, ich mache keine Ausbildung; würde ich nur jobben, hätte ich einen Freibetrag).
Mietzuschuß erhalte ich nicht, da ich laut Bafög bei meinen Eltern wohne (wohne in einem Haus, was meinen Eltern gehört und bezahle für diese Wohnung seit über 5 Jahren Miete, welche vom Finanzamt anstandslos anerkannt wird).
Wohngeld bekomm ich nicht, da ich Bafög beziehe.

Nun komme ich mit meinem Geld hinten und vorne nicht mehr zurecht.
Bezahle 225€ Miete warm, 120€ Krankenversicherung, bleiben noch 200€ für Essen, Versicherung, Benzin und andere Haushaltsgegenstände usw.
Muß mir bald auch noch neue Kontaktlinsen für ca 550€ kaufen und weiß echt nicht, wie ich das finanzieren soll.
Jetzt kam auch noch der Ablehnungsbescheid auf meinen Befreiungsantrag bei der GEZ (denn ich wohn ja laut Bafög-Amt bei meinen Eltern).

Jeder Student, der noch zu Hause wohnt und auch jeder Alg 2 Empfänger hat mehr Geld zur Verfügung als ich. Das kann doch nicht sein?!

Muß ich umziehen und meinen Job schmeißen, um überleben zu können?
Ich meine, ich habe 8 Jahre in die Kassen eingezahlt, und jetzt, wo ich darauf angewiesen bin, Geld aus den Kassen zu beziehen heißt es: nö, is nicht! Hallo? Das ist ungerecht!

Gibt es denn nirgendwo Unterstützung für Leute in meiner Situation?

Beitrag von sunset.chill 14.02.06 - 19:47 Uhr

Hi,

was mir jetzt sontan einfallen würde (ohne Gewähr, dass das rechtlich auch so korrekt ist!)

- vom Bafög-Amt erstmal Informationen anfordern, anhand welcher Kriterien die zwischen Ausbildungsvergütung und Lohn fürs Jobben unterscheiden

- dann mal beim Arbeitgeber nachfragen, ob die das nicht in der Lohnabrechnung umdeklarieren können, also einfach nur den Textschlüssel ändern

- es gibt an Deiner Uni sicherlich auch eine Beratungsstelle oder einen Sozialdienst oder sowas, da würde ich vielleicht sogar als allererstes hin

- vielleicht kannst Du Dir mit Deinen Eltern irgendwie einig werden, dass Du nur noch die vom Finanzamt verlangte Mindestmiete zahlst, dann hättest Du schon mal ein bißchen Luft

LG + alles Gute!!!

Beitrag von rotihex 15.02.06 - 09:30 Uhr

Hallo,

"vom Bafög-Amt erstmal Informationen anfordern, anhand welcher Kriterien die zwischen Ausbildungsvergütung und Lohn fürs Jobben unterscheiden "

Die haben eine Verwaltungsvorschrift, da steht drin, daß ein koop. Studium so behandelt wird (anscheinend gibt es anderswo in Deutschland etwas, was genauso heißt und eine Ausbildung einschließt).

"dann mal beim Arbeitgeber nachfragen, ob die das nicht in der Lohnabrechnung umdeklarieren können, also einfach nur den Textschlüssel ändern"

Die Abrechnung ist wie bei einem normalen Werksstudent, hatte aber den Vertrag beim Bafög-Amt eingereicht mit der Überschrift "koop. Studium" (mein Fehler). Alle Erklärungsversuche meinerseits werden abgeblockt.

"- es gibt an Deiner Uni sicherlich auch eine Beratungsstelle oder einen Sozialdienst oder sowas, da würde ich vielleicht sogar als allererstes hin "

Das ist ne super Idee, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Die werde ich mal besuchen. :-D

"vielleicht kannst Du Dir mit Deinen Eltern irgendwie einig werden, dass Du nur noch die vom Finanzamt verlangte Mindestmiete zahlst, dann hättest Du schon mal ein bißchen Luft "

Das ist bereits nur die Mindestmiete plus Nebenkosten (die meines Erachtens sehr hoch sind, was widerum am Alter des Hauses liegt).


Beitrag von waltraud 14.02.06 - 21:11 Uhr

Hallo Rothihex,
ich verstehe wenn du schreibst:
welche vom Finanzamt anstandslos anerkannt wird
Wieso muß das Finanzamt die Wohnung anerkennen?

Beitrag von rotihex 14.02.06 - 23:51 Uhr

Ich wollte damit ausdrücken, daß das Mietverhältnis tatsächlich besteht, beim Finanzamt gemeldet ist und dieses das Mietverhältnis als solches akzeptiert (die Mietzahlungen also nachgewiesen werden können). Wäre dem nicht so, müßten meine Eltern irgendwelche Steuern zahlen (Mietausfall oder sowas).

Das Bafögamt akzeptiert selbiges Mietverhältnis nicht!

Beitrag von klaus_ 15.02.06 - 07:13 Uhr

Zitat
Gibt es denn nirgendwo Unterstützung für Leute in meiner Situation?


Deine Eltern: Miete stunden

Du selbst:
- statt Euro 550 für Kontaktlinsen EURO 20 für ne Brille bei Fielmann

weitere Überlegungen
- wäre ein Wohnheim billiger ?
- Du wohnst NICHT bei Deinen Eltern , sonden in einer eigenen Wohnung ! (wg. Bafög, GEZ und so !!). Hier sollte Euch Euer Steuerberater helfen , der ja Euch sicherlich bei der Mietkonstruktion auch unterstützt hat. Kann ja nicht angehen, dass Deine Eltern nur die wirtschaftlichen Vorteile (Abschreibung der WOhnung) haben, und Du nur die Nachteile (oder ist die WOhnung wesentlich billiger als der Marktpreis ?)



Gruß
Klaus

Beitrag von rotihex 15.02.06 - 09:17 Uhr

"Deine Eltern: Miete stunden"

Ok, aber von was sollen die dann die laufenden Kosten bezahlen?

"Du selbst:
- statt Euro 550 für Kontaktlinsen EURO 20 für ne Brille bei Fielmann"
Das wäre eine Möglichkeit, dummerweise sind die Linsen medizinisch notwendig. Für 20€ bekomme ich leider auch keine Brille, mit der ich vernünftig sehe. Eine entsprechende Brille bekomme ich ab 120€ aufwärts und komme damit auf max. 80% Sehkraft. Was würdest du dir zulegen wollen?

Wohnung:
Die Wohnung liegt Marktpreistechnisch am unteren Level (Mindestmiete; ist vom Finanzamt vorgegeben, wieviel mindestens verlangt werden muß). Ein Platz im Wohnheim wäre unwesentlich günstiger.

"Du wohnst NICHT bei Deinen Eltern"
Laut Bafög Amt wohnt man bei seinen Eltern, wenn der Wohnraum in Elternbesitz ist. Bleiben zwei Möglichkeiten: ausziehen oder Haus verkaufen/überschreiben (da sind allerdings meine Eltern dagegen).

Ein Umzug würde einiges an Problemen lösen nur wirft das auch wieder neue kosten auf, die ich zZ auch nicht bewältigen kann.
Aber es kann ja auch nicht sein, daß man benachteiligt wird, weil sein Vermieter die eigenen Eltern sind!

Beitrag von suesse_deern 15.02.06 - 09:52 Uhr

Schau mal hier, da gibt es ein gutes moderiertes Forum rumd ums Bafög. Vielleicht können die dir dort auch weiterhelfen,

http://www.bafoeg-rechner.de

Viele Grüße
Claudia