Nur noch Angst und Panik!

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Beitrag von sinclaer 15.02.06 - 09:52 Uhr

Hallo Zusammen

Mir geht es seit der Geburt meines Sohnes (5 Monate) leider echt schlecht: ich leide unter extremer Müdikeit, Erschöpfung und vorallem unter Angst und Panikattacken. Ich habe nur noch Angst!!! Vor dem plötzlichen Kindstod, vor all diesen Viren die angeblich grad rumgehen, davor dass meiner Familie irgendwas passieren könnte etc.

Das geht schon soweit dass ich nachts nicht mehr schlafen kann und tagsüber das Haus kaum mehr verlasse. Und wenn, dann überfällt mich immer häufiger die totale Panik, manchmal weiss ich gar nicht mehr genau wovor ich denn solche Angst habe!

Ich habe angefangen, wie verrückt meine Wohnung zu putzen, alles zu desinfizieren, meine Hände etc. bevor ich meine Kinder anfasse. Mein älterer Sohn geht einmal pro Woche in die Kita, aber auch damit habe ich Probleme weil ich fürchte er holt sich da was #heul

Das kann doch alles nicht mehr normal sein!!!! Werde ich etwas wahnsinnig??? Ich bin auch immer so traurig, sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben (ausser meine Kinder) und weine dauernd. Manchmal mag ich kaum aufstehen am Morgen und wünsche mir der Tag wäre schon vorbei. Aber in der Nacht ist es ja auch nicht besser!

Was soll ich denn tun??? So ist das doch kein Leben mehr! #heul #heul #heul

Und meine Kinder können so doch auch nicht fröhlich sein :-(

Kennt das jemand von euch auch?

Danke fürs Zuhören!

Liebe Grüsse
Karin

Beitrag von woogie 15.02.06 - 09:56 Uhr

Hallo Karin!

Oh weh... Das hört sich alles andere als gut an.

Ich leide seit vielen Jahren unter Emetophobie (Angst zu erbrechen). Mittlerweile bin ich so gut wie weg davon, aber ich habe auch heftige Zeiten mit Panikattacken, Angst, Zwangsverhalten und Vermeidungsverhalten hinter mir.

An Deiner Stelle würde ich mir einen Therapeuten suchen, mit dem Du das Problem aufarbeiten und die Ursachen finden kannst.
Du kannst ja so nicht weitermachen. Das tut weder Dir noch Deiner Familie gut.

Ich wünsche Dir alles Liebe!

Steffi

Beitrag von sinclaer 15.02.06 - 10:35 Uhr

Hallo Steffi

Danke für Deine Antwort! Meine grösste Angst bezieht sich auch auf das erbrechen... bisher dachte ich nicht, dass das irgend jemand kennt!

Würdest Du mir schreiben??? Vielleicht könnten wir uns austauschen!

karin.nogueira@gmx.ch

Ich würde mich sehr freuen!

Alles LIebe
Karin

Beitrag von kascha912 15.02.06 - 10:20 Uhr

Liebe Karin,
laß Dich erst mal aus der Ferne drücken! #liebdrueck

Ich finde es toll, daß Du so offen über die Dinge sprichst, die Du an Dir selbst feststellst. Und NEIN, Du wirst nicht wahnsinnig! Aber es kann gut sein, daß Du mit POSTNATALER DEPRESSION zu tun hast.
Nichts, was Du verursacht hast, nichts wofür man sich irgendwie schämen muß.
Aber etwas, bei dem es sich lohnt, Hilfe anzunehmen. Sonst ist es schwer, alleine rauszufinden.

(Ich hatte vor Jahren mit Depression gekämpft und hatte Sorge, daß ich vielleicht stärker gefährdet sein könnte, nach der Geburt. Aber bislang ist´s gut gegangen. Damals hat es lange gedauert, bis ich mich an einen Therapeuten gewendet habe - hätte ich mich viel eher trauen sollen!)

Ein erster Anlaufpunkt könnte für Dich Frauenarzt/-ärztin sein. Denen werden schon mehr Frauen mit ähnlicher Geschichte untergekommen sein. Oder auch Dein Hausarzt. Oder Du wendest Dich direkt an einen Therapeuten, rufst da mal an, und fragst wie das ablaufen soll. Übrigens werden mehrere Besuche zum Diagnostizieren und Beschnuppern von der Krankenkasse übernommen, bevor die richtige Therapie überhaupt anfängt - das läuft also nicht über Deinen Geldbeutel.

Ich habe eben mal gegoogelt und häng ein paar Links an:
http://www.mutterglueck.ch/
http://www.medizinfo.de/kopfundseele/depression/ppd.htm
http://www.schatten-und-licht.de/
http://www.depression.ch/formen/wochenbett.html

Alles Gute für Dich, take good care!
- Katja

Beitrag von danni64 15.02.06 - 10:24 Uhr

Hallo Karin,

schaue,dass sich jemand um deine Kinder kümmert und gehe schnellstens zu deinem Hausarzt und schildere deine Geschichte.

Dir hilft im Moment nur ein Antidepressiva.
Bitte deinen Arzt darum,aber um eines,das nicht abhängig macht.

Ich hatte das auch mal,Angst und Panikattaken und habe damals Aponal bekommen. Habe es ein halbes Jahr genommen und es hat mir super geholfen.
Es wäre gut,wenn du am Anfang jemanden hast,der sich um deine Kinder kümmert,denn Antidepressiva machen am Anfang müde,bis es sich eingependelt hat.
Ich bekam es als Tropfen,weil man das besser dosieren kann,die Tabletten haben mich umgehauen.

Also,bitte bitte schnell zum Arzt gehen,was anderes hilft in deinem Fall nicht mehr.

Wenn du mehr wissen möchtest,dann kannst du mich über meine VK anschreiben.Antworte dir gerne.

Liebe Grüsse von Danni !!!

Beitrag von espirino 15.02.06 - 10:26 Uhr

Hallo,

das mit dem Therapeuten würde ich auch empfehlen. Oder du sprichst mal mit deinem Kinderarzt darüber. Er kann dich aufklären über Gefahren der Ansteckung.
Fakt ist, daß Kinder die in einem fast sterilen Haushalt leben einer größeren Gefahr ausgesetzt sind Allergien zu entwickeln, als anderen.
Ihr Immunsystem muß ja erst mal Abwehrstoffe entwickeln und das kann es nur, wenn es mit vielen verschiedenen (vergleichsweise harmlosen) Bakterien in Kontakt kommt. Es muß ja nicht gleich eine Grippe sein.
Die meisten im Haushalt vorkommenden Bakterien sind ungefährlich. Die Menschen haben im allgemeinen im ganzen Körper Bakterien, die verschiedene Aufgaben haben.
Die Impfungen schützen ja auch sehr gut gegen die üblichen Kinderkrankheiten. Ist eine Krankheit erst einmal überstanden, gibt es selten eine Zweitansteckung.
Und Kinder brauchen Kinder um zu lernen und spielen. Das dein Sohn in eine Kita geht, heißt doch nicht gleich, daß er da krank wird.
Mach dir nicht so viele Gedanken... freu dich, daß es deinen Kindern gut geht und laß sie Kind sein. Und ein paar ruhige Nächte tun dir sicher auch sehr gut.
Die Zeit, die du mit putzen verbringst, kannst du genauso gut mit deinen Kindern spielen.

Liebe Grüße Jana + #baby + #baby

Beitrag von sunflower.1976 15.02.06 - 13:24 Uhr

Hallo Karin!

Ängstlicher bin ich auch geworden, aber nicht so schlimm.
Es gibt Therapeuten, die auf Wochenbett-Depressionen usw. spezialisiert sind. Ist wahrscheinlich sinnvoll, da es ja, so wie Du es beschreibst, seit der Geburt so extrem ist.

Ich war ein paar Wochen nach der Geburt bei einer Spezialistin (Psychiaterin) an der Uniklinik Bonn, weil es mir psychisch auch sehr schlecht ging. Die fand ich sehr fähig. Spich mal mit Deinem FA darüber,der hat wahrscheinlich eher Ahnung, wo´s in Deiner Nähe Spezialisten gibt, als viele Hausärzte. Und vor allem...es gibt leider Hausärzte, die Psychopharmaka, also auch Antidepressiva verordnen und keine Ahnung haben. Das kann schnell nach hinten losgehen.
Eine Kombination von medikamentöser Therapie UND Gesprächstherapie ist meistens am effektivsten.

DU BIST NICHT VERRÜCKT!!! Und mit fachlicher Hilfe sind die Probleme wirklich gut zu bewältigen!!!!

LG Silvia

Beitrag von danni64 15.02.06 - 14:34 Uhr

Hallo Silvia,

da muss ich dir leider widersprechen. Ich habe mich damals mit Händen und Füssen gewehrt ein Antidepressiva zu nehmen. Nur dank meines Hausarztes,der mit mir gesprochen hat und sich die Zeit nahm,um es mir zu erklären,geht es mir heute wieder gut.

Ich hatte Angst davon abhängig zu werden. Mein Arzt erklärte mir,dass ich ein Mittel bekomme, hiess Aponal,was nicht abhängig macht.
Das bekommen zum Teil auch Drogensüchtige,um von den Drogen und der Abhängigkeit abzukommen.

Bei mir hat eine Therapie nichts gebracht. War sogar in einer Selbsthilfegruppe,die aber mehr geschadet,als gut getan hat.
Ich hatte meine Depressionen nicht durch eine Geburt,muss ich dazu sagen,sie hatten bei mir andere Gründe.
Gute Hausärzte können es heute schon testen und sogar erkennen,wie schwer die Depression ist. Habe so einen Test schon mal gemacht.

Es sollte ein Arzt sein,dem man vertraut,das ist schon sehr wichtig,finde ich.

Dann noch eins, Angst und Panikattaken sind nicht heilbar,man hat sie ein Leben lang. Man muss nur lernen damit umzugehen und es zu verstehen,dann geht es einem besser.

Ein Antidepressiva macht es einem aber leichter,damit umzugehen,weil man die Welt dann mit anderen Augen sieht und auch bereit ist,was zu ändern.
Wer natürlich mehr Vertrauen zu seinem FA hat,der sollte dann lieber zu ihm,als zu seinem Hausarzt gehen.

LG Danni !!!!