Was soll ich tun? (Vorsicht - lang)

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 11:11 Uhr

Ich bin zum zweiten Mal verheiratet. Meine erste Frau hat sich nach 7 Jahren Ehe auf einem Betriebsfest in einen Kollegen verguckt (der war schon 3mal geschieden und zur Zeit eigentlich auch in einer festen Partnerschaft) und mich wegen ihm verlassen.

Mit meiner jetzigen Frau bin ich in diesem Jahr 20 Jahre zusammen und 15 Jahr verheiratet.

Vor 5 Jahren wurden bei ihr Depressionen festgestellt, wegen denen Sie in psychologischer Behandlung ist, und Psychopharmaka bekommt. Ich erwähne das deshalb, weil wir seit diesem Zeitpunkt praktisch kein Sexualleben mehr haben.

Sie begründete dies mir gegenüber damit, das die Medikamente Ihre Libido offensichtlich völlig zum Erliegen bringen würden. Sie fände mich nach wie vor ansehnlich, hätte aber auf Sex nicht mehr die geringste Lust.

Ich habe das hingenommen, auch wenn es mir schwer fiel, weil ich das als „nachrangiges Problem“ gesehen habe. Wichtig war mir zunächst, das sie aus Ihren Depressionen herauskommt und die psychologische Behandlung erfolgreich beendet. Um alles weitere kann man sich dann im Anschluss kümmern.

Seit einigen Tagen weiss ich nun leider, das meine Frau eine leidenschaftliche Cyberaffäre mit einem Mann hat, den sie im Internet kennengelernt hat. Es ist bereits zu sogenanntem Cybersex gekommen. (Erregender Schriftwechsel, anschliessend gehen beide jeweils in ihr Bett und masturbieren im Gedenken des anderen). Sie schreibt der Person glühende Liebesbriefe und es ist bereits ein persönliches Treffen geplant.

Es hat wohl lediglich deshalb noch nicht statt gefunden, weil meine Frau vorher noch abnehmen will. Sie wiegt derzeit fast 140kg bei einer Körpergrösse von 1,65m. Seit sie mit dieser Person zusammen ist, hält sie auch tatsächlich Diät.

Ich bin zutiefst verletzt, oder man kann schon eher sagen am Boden zerstört. Meine Frau, die mir immer noch immer wieder beteuert wie sehr sich mich liebt weiss noch nicht das ich ihr auf die Schliche gekommen bin, daher geht das ganze jeden Tag munter weiter.

Für mich haben die Worte Liebe und Treue noch eine Bedeutung. Ich bin keiner meiner beiden Frauen jemals Untreu gewesen. Wenn ich mit jemandem zusammen bin, bin ich absolut loyal. Das hat glaube ich auch etwas mit Achtung dem Partner gegenüber etwas zu tun.

Aus dem Grunde hatte mich schon die erste Scheidung sehr tief getroffen, und ich hatte eigentlich gehofft so etwas passiert mir nicht noch mal. Ich habe mich und meine jetzige Frau eigentlich immer als „Einheit“ gesehen. D.h. jeder ist immer für den anderen da um ihn im Zweifelsfall zu trösten, zu unterstützen und ihm Liebe und Geborgenheit zu geben. Ich bilde mir ein, meinen Teil erfüllt zu haben, vor allem da ich durch Ihre Erkrankung in den letzten Jahren überwiegend der „gebende“ Teil war. Ohne sie fühlte ich mich unvollständig.

Jetzt bin ich am Boden zerstört und weiss nicht mehr was ich tun soll. Ich denke es wird wieder auf Scheidung hinauslaufen, denn ich glaube nicht, das ich es noch mal schaffen werde wieder Vertrauen zu ihr aufzubauen. Es hat nach meiner ersten Scheidung schon lange genug gedauert, bis ich wieder jemandem bedingungslos vertrauen konnte.

Und ich habe ihr bedingungslos vertraut. Ich wäre niemals misstrauisch geworden, wenn sie nicht angefangen hätte mir unaufgefordert zu erzählen es gäbe keinen Grund zum Misstrauen und Ihre Gespräche mit der betreffenden Person wären völlig harmlos. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich davon ausgegangen und hätte niemals etwas anderes gedacht. Ich hätte sogar einem Treffen zwischen den beiden zugestimmt, weil ich Ihr eben absolut vertraut habe.

Jetzt stehe ich eigentlich ständig unter Beruhigungsmitteln, damit ich meiner Arbeit noch einigermassen nachgehen kann. Mir ist dauernd schlecht, ich habe keinen Appetit mehr und möchte mich eigentlich nur noch in eine Ecke setzen und heulen.

Was soll ich bloss tun?

Beitrag von cephir 15.02.06 - 11:58 Uhr

Es sieht durchaus so aus als würde sie einen absprung suchen.....
wenn jemand so weit ist und sucht sich auf solchen seiten schreibgefährten, stimmt was in der beziehung/ehe nicht.....
Ihr fehlt was das liegt aber auch an dir.... gehe ich von aus......sie sucht das interessante-so wie es im anfang war.... viele männer lassen mit der zeit alles schleifen
kümmern sich nicht mehr um den partner-die aufmerksamkeit fehlt......
das was Frau brauch!!!!!
Wo auch meist was scheitert.............

Männer müssen lernen einer Frau auf dauer das gefühl der wärme/geborgenheit zu geben.......

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 12:23 Uhr

Ich denke schon, das es auch an mir liegt. Generell liegt es ja immer an beiden Partnern.

Aber ich weiss eigentlich nicht was ich hätte anders machen sollen. Zumal ich ja schon Erfahrung aus meiner ersten Ehe hatte.

Klar lässt das prickelnde mit der Zeit nach. Aber ich habe mich immer bemüht ihr eben die von Dir geforderte "Wärme und Geborgenheit" und meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Es könnte eher sein, das ich sie zu sehr "betüddelt" habe.

Insbeondere in den Zeiten Ihrer schweren Depressionen habe ich sie gehegt und gepflegt und versucht alles Böse dieser Welt von Ihr fern zu halten.

Ich rufe Sie mindestens einmal am Tag von der Arbeit aus an, um ihr zur sagen das ich sie Liebe.

Ich bringe ihr von Zeit zu Zeit kleine Geschenke und/oder Blumen mit. Ich lasse hin und wieder kleine Liebesbriefchen auf dem Tisch liegen.

Ich übernehme den überwiegenden Teil der "Hausarbeit" (wir sind schliesslich beide im Beruf).

Was hätte ich noch tun sollen.

Die Initiative zu dem "Absprung" ist auch nicht von Ihr ausgegangen, sondern von Ihrem neuen "Freund", aber sie hat sich darauf eingelassen und ist inzwischen sogar die treibende Kraft.

Was mich wirklich ausser dem Vertrauensbruch mit am tiefsten getroffen hat ist, das sie mir seit 5 Jahren den Sex verweigert. Und ich habe gerne Sex (und nein ich bin auch da rücksichtsvoll und daran interessiert das auch der Partner Spass hat). Wie gesagt, ich habe es trotzdem hingenommen, weil ich sie liebe und nicht nur ihren Körper.

Ich fand das Zusammenleben mit ihr so schön, das ich bereit war dafür auf mein Geschlechtsleben zu verzichten da sie ja laut ihrer Aussage keinerlei Interesse mehr daran hatte. (Zitat: "Das bräuchte es für mich nicht zu geben").

Jetzt schreibt Sie ihrem neuen Lover täglich wie geil sie auf ihn sei. Also bin doch entweder ich 5 Jahre lang verarscht worden, oder er wird es gerade.

Da Sie aber nach seinen Mails masturbiert bin ich es wohl gewesen.

Ich weiss nicht ob sie wirklich den Absprung sucht oder nur ein Abenteuer. (Obwohl die Liebesbezeugungen in Ihren Texten eher für den Absprung sprechen).

Aber ich glaube ich werde mir langsam immer sicherer, das ich jetzt den Schlussstrich ziehen werde.

Beitrag von cephir 15.02.06 - 12:30 Uhr

So eine Frau hat dich nicht verdient!!!!!!!!
Sag ihr knallhart :Du willst IHN dann geh aber ganz!!!!

Die macht dich ja kaputt!!!!
Du kannst ohne sie!!!
Es gibt 1000de von Frauen die sowas wie dich suchen-ok ob sie sich noch trauen sei dahin gestellt...

Aber was deine mit dir macht ist seelenraub-das hat keiner nötig...

Klamotten packen hinstellen tschüss...
kann nicht so weh tun wie zusehen müssen was sie mit dem typ da macht......
5jahre-hut ab....
hatte so ein pärchen im bekanntenkreis... nun ist er ausgezogen-scheidung eingereicht.....
nur das sie wie eine heisse#katze die halbe fussballmannschaft hat drüber rutschen lassen.... man hinter seinem rücken wurde geredet#augen
der hat aber die augen davor verschlossen aber nun reichte es ihm!

Beitrag von sohvi 15.02.06 - 12:50 Uhr

Hallo Trostlos,
deine Frau leidet an Depressionen - ist denn jemals geklärt worden, was der Auslöser ihrer Depressionen ist?

So wie du das beschreibst, glaube ich, dass diese I-Net-Geschichte für deine Frau eine willkommene Abwechslung ist. Sie projeziert in den Mailpartner all das hinein, was ihr fehlt, wonach sie sich sehnt. Gerade depressive Menschen sind empfänglich für Abwechslungen, die sie - vorübergehend - aus ihren trüben Gedanken reißen. Da ist nichts echt! Das ist alles "nur" virtuell.

Ich würde sie nicht gleich vor die Türe setzen und somit alle Brücken einreißen. Vielleicht könnte das irgendwann der letzte Schritt sein, um ihr die Augen zu öffnen. Denn auch ihr "neuer Freund" wird unter Umständen das ganze Geschreibsel nicht besonders ernst nehmen und wenn sie das realisiert, sollte sie doch ernstere Absichten haben, dann wird ihr das die Füße unterm Boden wegziehen.

Ich würde das Gespräch suchen. Ich meine wirklich ein GESPRÄCH! Kein oberflächliches Geplauder. Ich würde versuchen, heraus zu finden, was ihr tatsächlich fehlt, wonach sie sich sehnt. Und ich würde die Karten auf den Tisch legen. Du weißt Bescheid, es kränkt dich, du fühlst dich verarscht und verletzt! Das muss sie wissen.

Alles, was du über dein Verhalten schreibst, hört sich nach einem guten Partner an. Sie wird wissen, was sie an dir hat und vielleicht ist das letzte, was sie will, dir weh tun. Vielleicht ist das mit dem anderen alles nur ein Spiel für sie. Kläre das und treffe dann deine Entscheidungen - aber mit Bedacht und nicht überstürzt.

Diese Krise kann auch die Chance zu einem (besseren) Neubeginn für eure Beziehung sein. Diese Krise könnte auch den Grund ihrer Depressionen aufdecken und dazu führen, dass ihr wieder ein Sexualleben habt. Vielleicht solltest du sogar den Vorschlag zu einer professionellen Hilfe (Paarberatung) machen?

Ich möchte dir noch sagen, dass ich es mehr als toll finde, dass du in den letzten 5 Jahren, trotz fehlender körperlicher Liebe, so liebevoll und treu zu deiner Frau gestanden hast! #blume Das gibt es heute leider nur noch sehr selten!

Alles Gute
Sohvi

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 13:10 Uhr

Wegen der Depressionen ist sie wie gesagt in psychiatrischer Behandlung.

Ich weiss davon natürlich nur das, was sie mir erzählt. Ich dränge sie auch nicht dazu mir von den Sitzungen zu erzählen, denn das ist ja nunmal ihr allereigenster Bereich von dem sie mir nur das preiszugeben braucht, was sie möchte.

Aber von dem WAS sie mir erzählt hat, hat es wohl mit ihrer Kindheit zu tun. (Sehr dominante Mutter die Ihren Vater in den Selbstmord getrieben hat).

Mit Ihren derzeitigen Medikamenten ist der Zustand eigentlich sehr gut "im Griff". Ihre depressiven Schübe sind seit ca. 2 Jahren praktisch nicht mehr aufgetreten.
Die Sitzungen bei Ihrer Psychologin finden eigentlich nur statt damit die Medikamente vielleicht irgendwann abgesetzt werden können.

Das mit dem Gespräch ist ja ein guter Vorschlag und das Gespräch wird es auch geben. Aber langsam frage ich mich ob es nicht Zeit ist herauszufinden was MIR fehlt.

Ich habe mich die letzten Jahre nur damit beschäftigt herauszufinden ob IHR etwas fehlt und was ich tun kann damit es ihr gut geht.

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 14:32 Uhr

Ich denke das Du mit dem "hinein projezieren" vermutlich recht hast.

Ich solchen Dingen verstehe ich die Frauen ganz einfach nicht. Um nochmal auf das Beispiel meiner ersten Frau zurückzukommen:

Sie hat damals mit einem Kollegen rumgemacht der wie gesagt schon 3mal geschieden war und zu der Zeit gerade wieder eine neue "feste" Beziehung angefangen hatte. Die er also auch schon wieder mit meiner Frau betrog. Warum gehen da bei Frauen keine Alarmglocken los?

Er hat ihr damals versprochen, wenn sie sich von mir scheiden lassen würde, würde er mit ihr zusamman ziehen.

Hat er natürlich nicht getan.

Das mit meiner jetzigen Frau scheint wieder eine ähnliche "Güteklasse" zu werden.

Aber ich weiss wirklich nicht, ob es für sie und auch für mich gut wäre einen zweiten Versuch zu wagen. Das Vertrauen das sie hatte liegt in der Mülltonne. Und damit fangen die Probleme an:

Wie soll ich ihr glauben wenn sie sagt sie hätte den Kontakt beendet? Spätestens wenn ich sie damit konfrontiere muss ich die Karten auf den Tisch legen wie ich an die Informationen gekommen bin.

Es ist nicht schwierig für sie dafür zu sorgen, das dies zukünftig nicht mehr geht. Sie braucht die Beziehung lediglich von ihrem Arbeitsplatz fortzuführen, wo sie ein eigenes Büro hat und unbeschränkten Internetzugang.

Ich wäre auf ihr Wort angewiesen, und das hat seinen Wert verloren.

Ich würde ihr vermutlich "nachschnüffeln" um rauszufinden ob sie mich nicht wieder anlügt, und sie würde sich ständig "überwacht" fühlen. Vermutlich zu Recht.

Ich glaube nicht das das für sie oder mich ein Leben wäre.

Und wenn ich mich überwinden würde ihr nicht zu misstrauen, und dann käme nochmal so ein Schlag - ich glaube das würde ich nicht überstehen.

Beitrag von sohvi 15.02.06 - 15:33 Uhr

Hi Trostlos,
bin jetzt leider im Zeitdruck. Aber ich hoffe, dass ich dir heute Abend nochmal ausführlicher antworten kann.

Übrigens...dein Vorhaben, jetzt erstmal zu schauen, was dir fehlt, finde ich einfach nur gut. Ich denke, dass ist ganz wichtig - für dich allein aber auch für deine bestehende oder für eine eventuell zukünftige Beziehung!!

Bis später
LG
Sohvi

Beitrag von sohvi 16.02.06 - 09:46 Uhr

Guten Morgen Trostlos,
hier ist jetzt aus meiner Sicht absolute Offenheit angebracht. Von deiner Seite aus und dann auch von Seiten deiner Frau.
Ihr steckt jetzt gerade ganz tief in einer Krise. Und wenn es euch gelänge, diese Krise zu überstehen, dann würde diese Tatsache eure Beziehung stärken.

Stell dir doch mal die Frage, ob du deine Frau noch liebst. Wenn ja, dann ist diese Liebe es Wert, dass du am Erhalt eurer Beziehung arbeitest. Das wird schwer, schmerzhaft und wahrscheinlich auch langwierig. Aber an dieser Krise trägst du eine Mitschuld. Und wenn es dir nicht gelingt, zu vergeben, dann wirst du Wut und Groll und Verletzung für immer behalten und dann auch in deine nächste Beziehung tragen, womit ein erneutes Scheitern schon vorprogrammiert wäre. Vermutlich hast du in diese Beziehung zu deiner Frau schon die Altlasten von Verletzung und Wut aus deiner ersten Ehe (oder sogar von noch viel früher) mitgebracht. Vielleicht ein Grund, warum du jetzt wieder genau an diesem Punkt angekommen bist? Unterbrich jetzt hier dieses Verhaltensmuster. Stell dich deiner Verletzung und deinem Schmerz. Höre auf mit Schuldzuweisungen sondern arbeite GEMEINSAM mit deiner Frau an euren Problemen (wenn sie bereit dazu ist). Und wenn BEIDE die MÄngel und Probleme in der Partnerschaft beheben wollen dann hat es auch Sinn, diese Partnerschaft weiter zu führen und die Möglichkeit besteht sogar, dass sie besser und tiefer und erfüllender wird, als je zuvor. Dazu musst du aber wie gesagt offen und ehrlich zu ihr sein und die Karten auf den Tisch legen, wie du das sagst. Verlange von ihr das gleiche und gib ihr die Chance zu erkennen, was schief gelaufen ist und zu ihrem Wort zu stehen.

Fragt euch gemeinsam(!) welche Ursachen hinter der heimlichen, virtuellen Affaire deiner Frau stehen. Welche Sehnsüchte, welche Hoffnungen blieben unerfüllt? Gab es Tabus oder Verletzungen?

Wenn einer, wie auch immer, aus einer Beziehung ausbricht, dann war diese Beziehung nicht stabil. Irgendwas fehlte, irgendwas muss passiert sein. Es liegt an euch ob ihr das Problem erkennen könnt und daran arbeiten könnt.

Die meisten Menschen machen den Fehler, dass sie glauben, eine Beziehung habe ausschließlich aus Freude, Lust, Spaß und angenehmen Zeitvertreib zu bestehen. Aber wenn das die Basis einer Partnerschaft ist, dann ist es kein Wunder, dass so viele wieder zerbrechen. Eine Partnerschaft bedeutet so viel mehr als nur Spaß. "In Guten wie in schlechten Tagen" ist für die meisten Menschen nur noch eine Phrase, die nicht mehr ernst genommen wird.

Du und deine Frau, ihr durchlebt gerade die schlechten Tage eurer Partnerschaft und es liegt auch ganz viel in deiner Hand, dass für euch BEIDE auch wieder gute Tage kommen und ihr die dann auch GEMEINSAM erleben könnt.

Dafür drück ich dir die Daumen!

LG
Sohvi

Beitrag von trostlos 16.02.06 - 10:15 Uhr

Danke für dieses hochinteressante Schreiben.

Und du hast sicherlich recht wenn Du sagst, das die Beziehung nicht stabil war, wenn einer der Partner ausbricht. Nur muss einem dann auch die Chance gegeben werden, an der Beziehung zu arbeiten.

Ich habe aus meiner ersten Ehe viel gelernt. Dort war es so, das wir hauptsächlich wert auf "Friede, Freude, Eierkuchen" gelegt haben. Wir haben uns kaum einmal gestritten und nur selten schwierige Gespräche geführt. Das meiste blieb "unter dem Teppich". Das hat sicherlich mit dazu geführt das die Ehe gescheitert ist.

Daraus hatte ich gelernt, das eine Beziehung auch "Arbeit" ist. Oder anders ausgedrückt, das man an einer Beziehung eigentlich ständig arbeiten muss um sie zu erhalten.

Zumindest nachdem das erste "verliebtsein" abgeklungen ist. Und ich dachte eigentlich, wir hätten das getan. Wir haben uns eigentlich immer ausgesprochen wenn einem etwas querlag. Wir haben uns gestritten das die Fetzen, bzw. die Tassen an die Wand flogen. Am Ende haben wir immer einen Kompromiss gefunden, und es ging uns eigentlich besser als vorher.

Meine Frau hat mir auch oft bestätigt, oder von sich aus gesagt das unsere Beziehung nur deshalb so gut wäre, weil wir eben daran "arbeiten" würden sie zu erhalten.

Ich denke persönlich, das einer der Gründe für den Ausbruch meiner Frau der ist, das sie sich "als Frau" beweisen will. Sie will das Gefühl haben "begehrt" zu werden.

Offensichtlich kann ich Ihr das nicht geben.

Das liegt aber nicht daran, das ich sie nicht begehre, oder es ihr nicht zeige. Das liegt daran, das ich in ihrem Weltbild "nicht zähle".

Wir hatten schon öfter die Diskussionen, wenn sie sich im Spiegel wieder einmal abstossend fand. Wenn ich ihr dann versuchte klar zu machen, das ich sie liebe, begehre und das sie für mich schön ist egal wieviel sie wiegt, kam von Ihr der Satz: "Du zählst nicht denn Du liebst mich ja".

Andere Beispiele wären neue Frisur oder neue Kleidung zu denen ich ihr Komplimente mache, ohne eine Reaktion zu erzielen. Aber am nächsten Tag erzählt sie mir völlig begeistert das Arbeitskollege X findet das ihr die neue Frisur gut steht.

Ich denke hier liegt der Kern des Problems. Und ich weiss nicht wie ich das ändern soll.

Beitrag von dodo0405 15.02.06 - 12:37 Uhr

Ich weiß eigentlich jetzt gar nicht, was ich dir schreiben soll. Deine Geschichte steckt voller Schmerz und voller Gefühl und man merkt, wie sehr dich das alles belastet. Ich selbst habe meinen damaligen Partner jahrelang betrogen und selbst als er es mir ins Gesicht gesagt hatte und mir versicherte, er würde mich trotzdem lieben und könne das alles ertragen, ich solle ihn nur nicht verlassen - selbst da habe ich stets beteuert, es gäbe keinen anderen. :-(
Die Frage ist, was willst du? Willst du an der Beziehung zu deiner Frau festhalten? Wenn ja, dann musst du kämpfen. Dich fragen, was deiner Frau fehlt, wenn sie nach einem anderen sucht. Es ist schwer, gerade jetzt die Kraft dafür aufzubringen. Ich weiß. Cybersex ist eine bequeme Art von Sex. Er ist geheimnisvoll, verrucht, und sexuelle Wünsche sind per Email leicht gesagt, Wünsche, die man dem Partner gegenüber oft nicht äußern kann.
Natürlich stellt sich dann oft in der Realität heraus, dass die Cybersex-Affäre nicht das Gelbe vom Ei ist. Ich könnte dir raten, einfach auf das geplante "Treffen" zu warten und bis die Ernüchterung bei deiner Frau eintritt. Doch dafür fehlt dir wohl momentan die Kraft.

Deine Frau hat vielleicht Angst, nach Jahren der sexuellen Enthaltsamkeit (durch die Medikamente) plötzlich wieder auf ihren Mann zugehen zu müssen. Sie will ihre wieder gewonnene Sexualität neu entdecken und wählt dafür den für sie bequemsten Weg. Vielleicht hat sie seit Absetzen der Medikamente Wünsche entwickelt, von denen sie glaubt, du könntest sie nicht erfüllen. Vielleicht haben die Jahre der Abstinenz in ihre eine Sehnsucht geweckt, etwas "nachholen" zu müssen....

Ich will deine Frau nicht verteidigen. Ich versuche nur, nach einer Lösung für dich zu suchen.
Was will deine Frau?
Abenteuer, Leidenschaft, wilden Sex mit einem doch noch so unbekannten Mann. Sie will begehrt werden, ihre Sexualität neu entdecken. Fast möchte man glauben, sie verhält sich wie ein Teenager der gerade dabei ist, seinen Körper neu zu erforschen und entdecken.
Was kannst du tun?
Überrasche sie.
Es fällt dir sicher schwer, leidenschaftlich zu sein, wo dein gesamter Körper nur das Wort "Betrug" schreit. Doch versuche es, wenn du deine Ehe retten willst. Zeig ihr, dass du sich noch als FRAU wahrnimmst. Sprich sie darauf an, ob sie abgenommen hat. Zeig ihr, dass du ihren KÖRPER wahr nimmst, sie als Frau siehst und nicht als Partnerin, mit der du alt werden willst. Zeig ihr, dass du sie begehrst. Kaufe ihr ein hübsches Negligé, verführe sie, lass den MANN in dir sprechen und hol sie dir verdammt noch mal zurück! #liebdrueck

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 12:58 Uhr

Ja, das ist eben der Punkt zwischen dem ich hin und hergerissen bin.

Einerseits liebe ich sie. Das hört ja auch nach sowas nicht von heute auf morgen auf.

Andererseits bin ich mir eigentlich sicher, das ich die Kraft das Treffen abzuwarten mit Sicherheit nicht aufbringen werde. Zumahl sie das ganze hinauszögert in der Hoffnung bis dahin wieder etwas schlanker geworden zu sein. Sie hat einen sehr genauen "Zeitplan" aufgestellt mit kleinen monatlichen Steigerungen. Ab März ist "verstärkter Cybersex" geplant, und das treffen soll erst im Mai stattfinden. (Sie hat halt recht viel abzunehmen).

So lange halte ich das nicht aus, ich bin so schon sehr kurz vor dem Zusammenbruch.

Früher hätte meine Frau mir das auch angemerkt, ich konnte ihr nie verbergen wenn ich traurig, oder wütend war.

Jetzt gelingt es mir erstaunlich leicht ihr etwas vorzumachen. Ihr ganzen "Sinne" sind halt jetzt auf jemand anderen gerichtet.

Ich gehe immer möglichst früh ins Bett, um das nicht länger aushalten zu müssen. Aber lange wird das nicht mehr gehen, oder ich breche zusammen.

Sie zu verführen ist eine nette Idee, aber ich glaube das würde ich nicht fertig bringen oder dabei in Tränen ausbrechen.

Sie hat übrigends die Medikamente nicht abgesetzt. Es ist gut möglich, das sie die für den Rest ihres Lebens nehmen muss.

Beitrag von dodo0405 15.02.06 - 13:05 Uhr

Pro Familia bietet eine Online-Hilfe an. Denen kannst du dein Problem unverbindlich per Email schildern, und bekommst relativ schnell eine Antwort. Vielleicht suchst du dort mal nach Ratschlägen
http://www.sextra.de/main.html?page=1009

#liebdrueck

Gib nicht auf!!!

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 14:15 Uhr

Werde ich mal versuchen.

Danke für den #liebdrueck! Da kann ich im Moment jede Menge von gebrauchen.

Ich bin zu Zeit sowas von verunsichert das ich mich sogar Frage ob ich evtl. überreagiere. Ist das so?

Oder bin ich zu Recht dermassen verletzt, entäuscht und traurig?

Beitrag von sammy0371 15.02.06 - 20:25 Uhr

hallo,
Ich denke nicht das Du überreagierst.
Ich denke auch das Du zu Recht verletzt, entäuscht und traurig bist.
Ich denke das DU jetzt mal am Zug bist,
verstehe mich nicht falsch aber es wird höchste Zeit
das Du wieder lernst an Dich zu denken!
Ich wünsche Dir Alles Gute!
LG Sammy

Beitrag von danni64 15.02.06 - 15:21 Uhr

Hallo Trostlos,

habe dein Posting gerade mit grossem Interesse gelesen und möchte auch was dazu sagen.

Es stimmt schon,dass ein Antidepressiva die Lust auf Sex nimmt,kann da mitreden,habe sowas selber mal genommen.
Da es deine Frau aber schon 5 Jahre nimmt,wird sie davon wohl auch nicht mehr weg kommen. Ich denke,sie ist davon schon abhängig. Auch eine solange Therapie finde ich persönlich ein wenig merkwürdig. 5 Jahre sind eine verdammt lange Zeit für sowas.
Kann es sein,dass es ihr in ihrem jetzigen Leben so gut gefällt,das sie es immer so weiter leben will ?

Wenn sie das Antidepressiva so sexuell lähmt,wie kann sie dann was beim Cybersex empfinden ?Das war die erste Frage,die mir beim Lesen durch den Kopf ging.

Du hast vieles getan und dich aufgeopfert und ich denke,nun ist es an der Zeit,dass du anfängst an dich zu denken. Vielleicht lässt es deine Frau ja mal aufwachen,wenn sie dich wirklich liebt.
Ich bin auch der Meinung,du betüttelst sie zu sehr und nimmst inzwischen zuviel und zulange Rücksicht.
Sie hat doch ein tolles Leben.
Das du dabei auf der Strecke bleibst,sieht sie nicht.
Wecke sie doch einfach !!!

Mache ihr klar,dass du jetzt anfängst,was für dich zu tun.
Gehe raus,kaufe dir tolle Sachen. Lege dir einen neuen Haarschnitt zu und werde wieder attraktiv für die Damenwelt. Das wird dir gut tun und deine Frau wecken,wenn sie dich wirklich liebt.

Wenn sie nicht ganz in ihrer Welt lebt,wird sie ein Konkurrenzdenken bekommen und wieder um dich kämpfen.
Wenn sie nicht kämpft,dann weiss du,es hat keinen Sinn mehr in dieser Ehe zu bleiben.

Hört sich vielleicht hart an,aber es kann ein echt wirkungsvoller Schritt sein.

Übrigens nehme ich diese Cybergeschichte auch nicht so ernst. Ich habe sowas auch mal gemacht #hicks,in meiner damaligen Ehe. Es hat einen Reiz,denn dann kann man Phantasien ausleben,die man so vielleicht nicht ausleben würde. Der Mann wollte mich auch treffen,wozu es aber nie kam,weil mir das ein Schritt zu weit war.
Es muss also nichts ernstes sein.
Trotzdem würde ich mit ihr drüber reden,denn du weisst es und es verletzt dich.

Ach ja,mein Exmann ging damals oft fremd und darum hatte ich kein schlechtes Gewissen. Ich habe es ihm auch erzählt,denn für mich ist treue auch was sehr wichtiges und alles in der Ehe.Habe meinen jetzigen Partner auch beim chatten kennen gelernt und meine Ehe beendet.
Das ist aber eine andere Geschichte.

Wie gesagt,tue was für dich und dein Wohlbefinden,denn nun bist du mal dran :-).

Liebe Grüsse von Danni !!!!

Beitrag von trostlos 15.02.06 - 16:00 Uhr

Es gibt inzwischen Antidepressiva die nicht mehr abhängig machen. Ich hatte mich darüber im Vorfeld informiert, das "kontrollierte" Absetzen wäre also kein Problem.

(Gelobt sei Jesus Christus dafür, denn im Moment hilft mir eine viertel Tablette aus ihrer Apotheke die Nacht zu überstehen).

Der lange Zeitraum erklärt sich dadurch, das sie nicht sofort in psychologische Behandlung gekommen ist. Zuerst einmal war es wichtig die "Drogen" so einzustellen, das sie aus Ihrem Loch herauskam. Dann ging es ab in Kur und danach auf die Suche nach einem Psychiater bei dem sie sich wohl fühlt und der auch "Kassenpatienten" behandelt. Das war nicht ganz so einfach, die Sitzungen laufen daher auch erst seit 1,5 Jahren.

Du bist jetzt die zweite die mir den Ratschlag gibt an "mich" zu denken. Werde ich mir glaube ich zu Herzen nehmen.

Allerdings komme ich dann wahrscheinlich zu dem Schluss das es für "mich" besser wäre ohne sie weiter zu leben.

Auf jeden Fall hilft es mir eine Menge mit jemandem darüber "zu reden".

Vielen Dank fürs "zuhören" und für Eure Meinung an alle.

Beitrag von danni64 15.02.06 - 16:50 Uhr

Hallo Trostlos,

auch ich hatte ein Antidepressiva,was nicht abhängig machte und das war vor 10 Jahren. Ich brauchte es Gott sei Dank nicht lange,mir ging es schnell wieder besser und heute brauche ich es gar nicht mehr. Es gibt immer noch Tiefpunkte in meinem Leben,aber ich weiss,wie ich da wieder raus komme,ohne Medikamente.

Es muss nicht heissen,dass du dann nicht mehr mit ihr leben willst. Das kann passieren,muss aber nicht.
Vielleicht hat deine Frau sich schon entschlossen,ohne dich zu leben und du weisst es nicht. Sowas kann eine Therapie auch bewirken.
Leider hast du nicht das Recht zu erfahren,was da in der Therapie abläuft. Ich weiss aber aus eigener Erfahrung,dass viele Therapeuten einen schnell dahin lenken,an sich zu denken und viel für sich selber zu tun.
Wenn man dann auch nicht besonders stabil ist,entfernt man sich oft schnell von der Familie und den Kindern.
Sehr schnell lebt man sein eigenes Leben und bekommt nicht mehr mit,was um einen rum passiert.

In einem Posting hast du geschrieben,früher hat deine Frau bemerkt,wenn etwas nicht mit dir stimmte,heute merkt sie es nicht mehr.

Rede mit ihr und zwar eindringlich. Frage sie,wieviel dir eure Ehe und du ihr noch wert bist.
Sage ihr,dass du nicht mehr kannst und dich einsam fühlst.Sage ihr,dass du Zeit für dich brauchst und jetzt erst einmal an dich denken muss. Erkläre ihr,dass sie ja jemanden zum Reden hat,nämlich ihren Therapeuten,dass du aber sehr einsam ohne sie bist. Mache ihr klar,dass es so nicht weiter gehen kann,weil du sonst kaputt gehst und das gehst du,so wie ich es lese.
Mache keine Vorwürfe,sondern ihr einfach mal klar,wie es in dir aussieht.
Da reden alleine aber meistens nicht alles ist,tue was für dich. Das heisst nicht,dass du dich trennen muss. Vielleicht mal ein wenig Paarmässig,aber nicht räumlich und für immer.
Das meinte ich damit ,als ich schrieb,tue was für dich.
Es wird Zeit,dass du ausruhst von dem seelischen Stress.

Und tue dir den Gefallen und lasse es mit den Tabletten sein,das betäubt nur,bringt dich aber nicht weiter.

Stelle dich mal vor den Spiegel und schaue dich an. Frage dich,wieviel du dir wert bist und wie wichtig dir deine Frau wirklich ist.Ist sie inzwischen eine Gewohnheit oder liebst du sie noch von ganzem Herzen. Das kann nur dein Herz und du entscheiden. Und dann beantworten sich viele Fragen von selbst.
Wenn du mehr an dich denkst und was für dich tust,kann es zwei Folgen haben.
1. Deine Frau entdeckt dich und du sie neu.
2. Du verliebst dich vielleicht neu und deine Frau bleibt auf der Strecke.

In beiden Fällen hast du aber was getan und bist weiter gekommen und dem wieder glücklichsein steht nichts mehr im Wege.

Und sage deiner Frau die Wahrheit über ihre Cybergeschichte,eben das du alles weiss.

Es freut mich,wenn ich dir helfen konnte oder kann.

Wie hiess es eine Zeitlang mal so schön im Fernsehen:

Tschaka ,du kannst das ;-).

Liebe Grüsse von Danni !!!!

Beitrag von ***macho*** 15.02.06 - 21:19 Uhr

hallo trostlos

eine traurige Geschichte die ich hier lese.
du opferst 5-Jahre verzichtest wahrscheinlich
nicht nur auf Sex und dann sowas *schock*

Ich würde mich auch fühlen als hätte man mir soeben
vor den Kopf getreten.

Wie bist du eigendlich darauf gekommen den mail verkehr
oder was auch immer deiner Frau zu checken?

gabs da eine Vorahnung?

du sagst das du jetzt mal an dich denken möchtest.
warum erst jetzt?

ich meine ist schon klar das du dich um deine kranke Frau kümmerst ....nur hast du wirklich in all den Jahren nicht auch mal was für dich getan?

vielleicht tat ihr diese ganze betüddelei nicht so gut wie du angenommen hast.

Ich habe hier in einer antwort gelesen das du deiner Frau
nicht die Koffer vor die Türe stellen sollst.

Ich finde das der schreiber damit recht hat.
ich meine was ist schon groß passiert?
weißt du wirklich das sie es sich selbst besorgt hat nachdem sie die email von dem Typen gelesen hat?
oder vermutest du das nur?

Wenn ich du wäre (es scheint dir ja viel an deiner Frau zu
liegen) würde ich sie auch darauf ansprechen.
Ich würde ihr sagen das du dir verarscht vorkommen würdest etc.

vielleicht erzählt sie dir ja dann woran es liegt das sie sich in eine Cyberwelt flüchtet und ihr findet einen gemeinsamen weg wieder zusammen zukommen.


Beitrag von lisamarie 16.02.06 - 09:22 Uhr

Hallo trostlos :-)

meine Güte, was für eine schreckliche Geschichte #schmoll

Es tut mir sehr leid, dass du momentan so verletzt wirst. :-(

Für mich gäbe es nur eine Möglichkeit und die würde ich sofort in Angriff nehmen. Warum willst du dich noch so lange quälen und darüber nachdenken? Je mehr gehst du kaputt, je mehr du das hinauszögerst.

Spreche sie drauf an, mache es noch heute. Und frage sie einfach ganz lapidar "Was gibt er dir, was ich dir nicht geben kann?"

Alles Andere wird sich dann ergeben.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass eure Ehe durch dieses Gespräch gerettet und auch aufleben wird.

Warten bringt in dieser Situation nichts und sich mit Grübeleien quälen auch nicht. Nach dem Gespräch wirst du dich erleichtert fühlen und du weißt woran du bist, negativ oder positiv.

Vielleicht ist das ein neuer Anfang, der schon vor 5 Jahren hätte sein müssen.

Warte nicht bis zu diesem Treffen, nein das würde ich gar nicht zulassen.

Wenn du sie liebst, kämpfe um sie und wenn sie das nicht möchte, weil sie schon viel zu sehr darin verstrickt ist, dann lass sie gehen. Dann geht es dir alleine besser.

Aber ich sehe gute Chancen, dass da noch was zu retten ist, denn das ist nicht real was sie tut und das ist dein Vorteil #liebdrueck

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und bewundere dich für deine Aufopferung deiner Frau gegenüber. Manch eine würde sich so einen Mann wünschen #blume

Deine hat es momentan vermutlich vergessen und es ist für sie Alltag, lass sie daraus wieder erwachen !!!

Alles Gute für Dich, ich drück dir die Daumen #klee#klee#klee

LG Lisamarie

Beitrag von trostlos 16.02.06 - 09:50 Uhr

Danke für deinen Rat.

Ich will es auch nicht mehr lange hinauszögern. Wahrscheinlich wird das "grosse Gespräch" morgen stattfinden.

Mein grösstes Problem ist eigentlich im Moment, das ich nicht weiss was ich will.

Oder anders gesagt, was ich tun soll wenn Sie sagt sie wollte bei mir bleiben. Wie soll ich ihr glauben?

Wie ich schon geschrieben habe, wäre es für sie kein Problem die Beziehung fortzuführen, ohne das ich etwas davon mitbekomme.

Sie macht ja auch jetzt ständig einen auf "Lieb" mir gegenüber, während sie dem anderen Sätze schreibt wie:
"Ich habe ständig nur Dein Gesicht vor Augen". (Sie haben inzwischen Photos ausgetauscht).

Dazu kommt, das sie vor unserer Ehe ein recht "wildes" Leben geführt hat, bei dem sie durchaus schonmal mehrere Männer "in der Schwebe" hielt.

Wie sie mir selbst sagte, hält sie sich gerne ein "Hintertürchen" oder anders ausgedrückt eine Rückfallposition offen. Das bin in dem Fall wohl ich.

Trotzdem habe ich ihr bedingungslos vertraut. Nur diese Vertrauen ist jetzt VÖLLIG zerstört.

Jetzt kommen natürlich dann die Fragen hoch wie:

Ist das ihre erste Affaire? Was hat Sie eigentlich gemacht wenn sie angeblich auf Seminaren oder Schulungen war?

Ich habe sie ja nie "kontrolliert" weil ich eben 100% Vertrauen zu ihr hatte.

Wie soll ich mit Ihr zusammenleben ohne Vertrauen?

Beitrag von lisamarie 16.02.06 - 10:07 Uhr

Das Dein Vertrauen momentan komplett zerstört ist, kann ich gut verstehen. Das ist völlig normal.

Aber eines verspreche ich dir aus eigener Erfahrung: Man kann es auch wieder aufbauen.

Denke jetzt noch nicht darüber nach was ist wenn sie bei dir bleiben möchte.

Das ergibt die Situation, wie sie auf das Gespräch reagiert usw.

Wenn sie wirklich alles bereut, wirst du in dem Moment selbst wissen, wie es weitergehen soll.

Ein Gespräch alleine reicht auch nicht. Das wird mehrere geben müssen um eine Basis finden zu können.

Warte auf ihre Reaktion und glaube mir, du wirst dann das Richtige tun. Das Richtige für dich #liebdrueck

Das du nicht weißt was du willst, ist auch normal. Aber morgen nach dem Gespräch wirst du es wissen.

Vielleicht ist diese Cybergeschichte einfach nur eine virtuelle Liebe für sie und sie liebt auch dich noch 100%ig.
Vielleicht fehlt ihr zu Hause die Bestätigung auch wenn du ihr sie gibst. Aber vielleicht ist es nicht die, die sie braucht.
Das mußt du in den Gesprächen rausfinden.

Was sie vor der Ehe gemacht hat, versuche zu vergessen. Sie ist mit dir die Ehe eingegangen, weil sie dich geliebt habt und nur dich.
DAs hat nichts mit ihrer Vergangenheit zu tun. Da war sie frei, ohne Ehepartner.

Geh davon aus, dass es ihre erste Affäre ist. Das alles wirst du vermutlich auch in dem Gespräch klären können. Kein Mensch kann kaltschnäuzig über Jahre hinweg mehrere Affären haben und trotzdem lieb zu dir sein.
Dazu passen die Depressionen nämlich gar nicht. Wenn sie nebenbei ein auch so ausgefülltes Sexualleben hätte, wäre sie sicher auch nicht depressiv die letzten Jahre gewesen.

Wenn sie das wirklich bereut bei dem Gespräch, dann gebe deiner Liebe und eurer Ehe eine Chance. Wenn du das mit dem Vertrauen alleine nicht schaffst, vielleicht kannst du zu einer Beratungsstelle mit ihr zusammen gehen.

Ich jedenfalls wünsche dir von ganzem Herzen ein positives Ende dieser Geschichte.

Alles Liebe Lisamarie #blume

P.S. Manchmal ist ein sehr schmerzharftes Erlebnis eine Rettung für eine vielleicht festgefahrene Ehe.
Vielleicht wirst du eines Tages über diese Geschichte lächeln und wissen, das es letztendlich was positives bewirkt hat.

ich drücke dir so die Daumen :-(