Wenn beim Stillen alles anders kommt als man denkt

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von julishes23 15.02.06 - 14:15 Uhr

Hallo!
Möchte mir hier einfach mal ein bisschen Luft machen...
Mein Sohn Henri ist vor fünf Wochen zur Welt gekommen- die ss lief super problemlos und ich hatte mich richtig auf die geburt und die zeit danach gefreut. für mich war irgendwie völlig klar das die geburt problemlos laufen wird und ich danach eine glückliche still-mutter werde! was anderes als stillen kam für mich gar nicht in frage, schließlich war ich auch fast drei jahre gestillt worden und stillen ist ja schließlich sooooo toll und das beste fürs kind und überhaupt....
es kam alles anders! nach 24 std. wehen war mein mumu nur 4-5 cm geöffnet und henris kopf lag dann wohl doch nicht tief genug....notkaiserschnitt! ein schlimmes erlebnis für mich....aber das ist ein anderes thema. das erste anlegen nach dem ks klappte noch super und auch die folgenden zwei tage lief es gut. als dann die milch einschoss war es irgendwie vorbei... henri ließ sich einfach nicht mehr anlegen, auch nicht mit ständiger hilfe der schwestern. ich probierte es immer und immer wieder in allen positionen, mit stillhütchen und und und. wir vermuteten zunächst da ich eine sehr große brust habe, dass die milch einfach zu lang braucht um nach vorn zu kommen und henri dies zu lange dauert...aber irgendwann schrie er nur wenn er meine brust nur sah. außerdem kam dazu dass er schon auf der 10% Grenze zum Verlust des Körpergewichtes lag....ich war so deprimiert- ich habe so geweint, erst einen ks und dann konnte ich mein kind nicht ernähren.
ich fing dann im kh an abzupumpen und ihm die milch per finger feeder zu geben, ich sollte das mit dem anlegen einfach in ruhe zu hause weiter probieren. das pumpen und füttern klappte gut und ich war erstmal erleichtert. mein freund besorgte dann für zu hause alles nötige. aber je mehr hunger henri hatte desdo umständlicher wurde die fütter methode und wir stiegen aufs pumpen& fläschchen um. zu hause probierte ich es noch zwei tage mit dem anlegen, dann war das thema für mich durch. es wollte einfach nicht klappen, wenn er sich mal angesaugt hatte, schlief er sofort ein und wachte kurz danach hunrig und wütend wieder auf.
er bekommt jetzt weiterhin seine abgepumte milch und wenn sie nicht mehr reicht, dann muss halt die industrie milch herhalten. ich merke jetzt natürlich schon dass ich wenn das pumpen erstmal zur routine geworden ist(nachst pumpe ich nicht) ich dadurch auch ein stück mehr freiheit habe, da papa oder oma das kind genauso gut versorgen können.
trotzdem wurde ich und werde ich immer noch zwischendurch von gewissensbissen geplagt.....ich finde es teilweise sehr gemein und demütigend wie das stillen hochgehalten wird! natürlich ist es das beste für das kind, aber auch fläschchenkinder sind glückliche kinder und bekommen keinen knacks fürs leben!!! ich kann meinem kind auch beim füttern, davor und danach nähe und wärme geben!! ich finde es unmöglich dass in sämtlichen büchern etc. einem nur vermittelt wird stillen ist toll, stillen ist schön und es macht mutter und kind ja so wahnsinnig glücklich! das stillen auch scheiße und anstrengend und schmerzhaft ist, das schreibt keiner!!! ich hätte gerade wegen dieser weitläufigen meinung sehr gerne gestillt, aber es hat mich einfach nur unglücklich gemacht........und da bin ich ja nun kein einzelfall! ich gratuliere allen müttern, bei denen es klappt und werde es beim nächsten kind bestimmt auch wieder versuchen. aber ich werde mich hüten auch nur eine mutter zu verurteilen, die ihrem kind das fläschchen gibt- lasst euch nicht einreden, euren kindern würde es schlechter gehen als stillkindern- denn sowas zu verbreiten ist eine gemeinheit!!!!!

LG, Julia- die auch gern von müttern hören würde denen es ähnlich ging!!

Beitrag von siri71 15.02.06 - 14:30 Uhr

Hallo Julia,
lass Dich erst mal #liebdrueck

ja, Du hast Recht, stillen kann in den ersten 2 Wochen ganz schön anstrengend sein, und erfordert viel Durchhaltevermögen, ein Baby das mitmacht und viiiiiiiiieeeel Geduld und Ruhe.
Wenn Du unbedingt Stillen möchtest, dann würde ich wirklich immer wieder anlegen, irgendwann klappt das bestimmt, sont hätte Mutter Natur sich da was falsch überlegt. Also nur Geduld und Ausdauer, dann wird das schon!

Ich habe bei meinen beiden Kindern den Milcheinschuß als sehr schmerzhaft empfunden (war bei mir extrem heftig). Jetzt bei meiner Tochter mußte ich sogar eine halbe Abstilltablette #schock nehmen, damit die Milch ein wenig wegging, ich konnte mich kaum bewegen vor Schmerzen. Hinzu kam, daß ich auf einer Seite dann nach einer Woche wund wurde, das waren vielleicht Schmerzen beim Stillen #heul!

Ich habe dennoch beide Kinder das erste halbe Lebensjahr voll gestillt, denn nach den Anfangsschwierigkeiten (die jeder mehr oder weniger hat) ist das Stillen wirklich das Schönste was es gibt, so wie es in den Büchern beschrieben wird.
Also wenn Du noch durchhalten kannst, versuch es weiter, es wird irgendwann klappen!

Aber auch wenn es nicht klappen sollte, Du hast es versucht! Und wenn Dein Kind die ersten Lebenswochen Muttermilch erhalten hat, dann ist auch das schon viel wert! Also Kopf hoch und sein Selbstbewußt, ihr bekommt das schon hin - egal wie es jetzt ausgeht.

LG, Iris

Beitrag von krake 15.02.06 - 14:38 Uhr

Hallo Julia,

also erstmal ein großes #liebdrueck

Du hast dieses Posting echt schön geschrieben und du hast auch vollkommen Recht,das man die anstrengende Seite des Stillens nie erwähnt #schmoll
Bei mir war es ähnlich.
Nach 3,5 Monaten wurde das Stillen für mich und Hendrik auch ziemlich anstrengend,er drehte und wendete sich,bekam Bauchweh,schrie immer wieder...ich habe dann 45min gebraucht,damit er 10min Muttermilch getrunken hat !!!Ich war völlig fertig und gestreßt und habe mich immer wieder gefragt,ob ich vielleicht etwas falsches gegessen habe,oder ob garkeine Milch mehr vorhanden ist,Stress pur #schwitz !

Das hat Hendrik auch gemerkt und wurde immer unruhiger,wenn ich ihn an die Brust legen wollte #heul
Jedenfalls haben alle auch immer zu mir gesagt,still bloß nicht ab,Mumi ist doch das beste #bla#bla#bla

Nun bekommt mein Schatz seit fast 2,5 Monaten leckere Fertigmilch und er ist superentspannt und seine Mutti auch :-p und das ist für mich am Wichtigsten das wir beide gut drauf sind,das merkt übrigens auch der Papa !!!

Liebe Grüße
krake und #baby Hendrik

Beitrag von lanzaroteu 15.02.06 - 14:35 Uhr

bei uns hat es fast vier monate gedauert, bis es geklappt hat. ich hatte auch einen notkaiserschnitt, der kleine mann gelbsucht und konnte die ersten zwei wochen nicht richtig trinken weil er so muede war.
wir haben stillhuetchen gebraucht, ich hab versucht abzupumpen>er wollte keine flasche, hatte selbstzweifel(erst keine normale geburt und dann auch nicht stillen koennen...), ich hatte zuviel milch, wunde blutige brustwarzen.......

aber ich bin froh, dass ich durchgehalten hab und so war es fuer mich richtig.
jeder muss selbst entscheiden, wie es am besten ist und alle gluecklich sind!!

lg ute

Beitrag von schneutzerfrau 15.02.06 - 14:59 Uhr

Hallo

jetzt habe ich die Tränen in den Augen!

Meine Tochter ist eine Flaschenmaus! Sie ist aber trotzdem ein absolutes knuddel und Mamakind ;-)

Ich habe mich bewusst gegen das Stillen entschieden (aus vielen Gründen) und bin sehr dafür angefahren worden aber für uns drei (meine Tochter , meine Mann und mich) war es die einzige Lösung.
Glaube mi ich geniesse jede Mahlzeit meinr Tochter und wir schmusen dabei viel (witziger Weise bekommt sie auch nur von mir die Flasche, wie bei stillmamis).

Ich habe nichts gegen das Stillen und find es toll wenn es klappt, aber auch "Nichtstiller" können wansinnig tolle Mütter sein !!!!!!!!!!!!!!!!!!! (da schliesse ich uns jetzt mal ein ;-) )

Gruß und alles gute Sabrina

Beitrag von hermiene 15.02.06 - 15:55 Uhr

Hi!

Erstmal Respekt: Pumpen + Füttern ist super aufwendig im Gegensatz zu Brust oder Flasche!!! Das hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht sondern wär direkt zur Industriemilch gewechselt...

Bei uns waren die ersten Wochen auch der reinste Horror. Henrik war total panisch an der Brust, es hat weh getan wie Hölle, mir liefen dauernd die Tränen und dann noch ständig anlegen weils Kind Dauerhunger hat #heul#schwitz#heul#schwitz#heul

Zum Glück hats mit geduldiger Hebamme und kompetenter Ärztin irgendwann geklappt.

Jetzt ist Henrik 6Monate und 1 Woche alt, wir sind dabei die erste Mahlzeit zu ersetzen.

Das super Stillgefühl hatte ich nie. AUs der Flasche will er eigentlich nur bei mir trinken - was mir viel bringt wenn ich weg will #augen und ständig hunger hat er immernoch - also keine Ruhepause #gaehn

Hoffe jetzt das Henrik sich bald abstillt - zumindest tagsüber weil ich echt keine Lust mehr habe.

Er wäre vom Wesen her bestimmt genauso geworden mit Flasche und ein Kuschelbär ist er nicht - trotz Stillen und Familienbett!!!!!

Papa ist happy, dass er endlich Brei füttern darf #freu

Wenn Du mit der SItuation gut klar kommst ist es so wie Ihr es macht das Beste!!!!!#freu

Der Papa kann Dich am Wochenende mal schlafen lassen oder Du gehst mal öhne Kind weg - ist doch super #freu

Laß Dir von anderen nix einreden und genieß einfach Dein Baby #schrei

LG,
Hermiene & Henrik *08.08.05

Beitrag von kja1985 15.02.06 - 16:04 Uhr

hallo julia,

mir ging es ähnlich. ich war in der komplikationslosen schwangerschaft auch davon überzeugt, dass ich stillen werde. was soll daran auch so schwer sein :-) meine mum hat uns 6 kinder ja auch alle gestillt.

dann kam die verhältnismässig schwere geburt, die gott sei dank nicht in einem kaiserschnitt endete. dafür hatte ich eine pda, die zu weit punktiert wurde und dadurch 8 tage lang höllische kopfschmerzen, ich konnte kaum aufstehen, mein baby alleine versorgen war unmöglich.

die stillversuche im sitzen waren der horror. ich musste es mit stillhütchen versuchen, aufgrund meiner zu grossen brust und dann immer dieses kopfweh. es war so schrecklich. es kam auch überhaupt nichts.

dann haben mich diverse krankenschwestern mehr oder weniger "gezwungen", bzw. überredet abzupumpen, damit der milchfluss nicht versiegt. das ging 4 tage so, die quälerei.

allerdings hab ich schon am zweiten tag darauf bestanden, dass meine kleine ersatzweise fläschchenmilch kriegt, weil sie vor hunger gebrüllt hat und mir das herz brach.

als ich dann nach 4 tagen den wunsch äusserte, nicht zu stillen, wurde von mehreren seiten auf mich eingeredet. schwiegermama und schwägerin und einige krankenschwestern ganz massiv, meine mum meinte nur, dass ich es halt noch bisserl versuchen soll. aber ich konnte einfach nicht, es war furchtbar furchtbar furchtbar. ich fühlte mich durch die geburt noch so gedemütigt, ich konnte einfach nicht mehr.

gott sei dank hat mein frauenarzt überhaupt nich auf mich eingeredet, sondern mir sofort abstilltabletten gegeben und mich bestärkt, dass das überhaupt nicht schlimm wäre. ich fühlte mich natürlich wieder der allergrösste versager.

noch ne woche später hat meine schwägerin dauernd auf meinen mann eingeredet, dass ich doch gefälligst stillen soll.
und immer wieder wird man gefragt, warum man denn nicht stillt (mit dem entsprechenden vernichtenden blick).

ich hab dann viel mit meiner mum geredet, die mich auch unterstützt hat (obwohl sie überzeugt stillmami ist) und dadurch erfahren, dass meine beiden omas (einmal 6 und einmal 3 kinder) auch nicht gestillt haben. und auch die mutter einer sehr guten freundin (5 kinder) hat nicht gestillt. da gings mir dann schon wieder besser.

jetzt kriegt meine kleine milupamilch und ich bin überzeugt, dass das auch nicht schlechter ist.

und von wegen der stillargumente "ist praktischer", "ist gesünder"...... praktischer ist ja wohl fläschchen, denn so kann auch der papi mal geben und ich bin nicht immer angebunden. und gesünder ist stillen auch nicht. alles was in mumi ist, ist auch in den besseren fläschennahrungen.

ich bin zufrieden, dass ich mich durchsetzen konnte, denn für meine maus und mich war das die beste lösung.

Beitrag von zwillinge2005 15.02.06 - 18:27 Uhr

Hallo,

bis hierher konnte ich der Diskussion und den Argumenten noch zustimmen, aber hier kommt doch ein VETO

Zitat:"und von wegen der stillargumente "ist praktischer", "ist gesünder"...... praktischer ist ja wohl fläschchen, denn so kann auch der papi mal geben und ich bin nicht immer angebunden. und gesünder ist stillen auch nicht. alles was in mumi ist, ist auch in den besseren fläschennahrungen. "

1.) Mumi und stillen ist wirklich praktischer, weil ich mit meinen Zwillingen überall hingehen kann und kein Problem habe mal über eine, zwei oder drei Mahlzeiten ausser Haus zu sein, Mumi ist immer in richtiger Menge, Temperatur und hygienisch verpackt dabei. Will ich ohne Kinder weg gibt mein Mann abgepumpte Mumi aus der Tiefkühltruhe. Angebunden habe ich mich in den letzten sechs Monaten nicht gefühlt, die Kinder waren aber auch erwünscht und eine bewusste Entscheidung!!!!!

2.) Mumi und Flaschennahrung in der Qualität gleichzustellen zeugt von Ignoranz und Unkenntniss!!!!! Hier nochmal alle Vorteile von Mumi aufzulisten, würde zu lang werden. Literatur und Internetlinks kann ich aber gerne auf Rückfrage weitergeben.

Damit kein Missverständniss aufkommt: Jeder sollte seine Kinder so ernähren wie er es für richtig hält, für die Spätfolgen muss aber immer die Solidargemeinschaft aufkommen!!!!!

Wer aus physischen oder psychischen Gründen nicht stillen kann oder will sollte es auch besser sein lassen, da dadurch das Mutter-Kind-Verhältniss sicher eher gestört wird als durch eine liebevolle Flaschenernährung.

Trotzdem sollten die Vorteile des Stillens immer wieder in die Entscheidung miteinbezogen werden.

LG Andrea

Beitrag von kundera2009 15.02.06 - 16:17 Uhr

hallo!

mir ging es ähmlich wie dir. ich bin auch davon ausgegangen, eine normal geburt zu haben, und dann mein kind ganz normal stillen zu können.
nach 24 stunden wehen dann der kaiserschnitt. das erste anlegen war gar nicht gut, da ich brustabwärts betäubt war. rosa hatte dann solch einen hunger, dass sie schon wenige stunden nach der geburt gefüttert werden musste.
dann hatte ich keinen milcheinschuss und rosa wollte auch nicht an die brust, da die nase sehr geschwollen war, und sie nicht saugen konnte. das bemerkte aber im kh niemand, so dass sie ständig angelegt wurde (natürlich immer von einer anderen schester, die jede etwas anderes sagte, und ich sowieso alles falsch machte). nach langem drängen fand ich endlich eine liebe schwester, die mir mit dem abpumpem half und sich sehr viel zeit für uns nahm.
zum glück hat es mit dem stillen prima geklappt, als wir dann zu hause waren. nur wollte meine tochter gar nicht mehr von der brust weg, so dass ich die ersten 4 wochen an mein kind gekettet war. und da ich immer noch nicht genug milch hatte, habe ich auch nebenbei abgepumpt.
nach ca. 4 wochen habe ich aufgegeben und stille nur noch zum teil. rosa bekommt jeden abend eine flasche (weil sie da riesigen hunger hat und nur die brust anschreit.) ich pumpe jeden tag ab, und wir haben feste stillmahlzeiten, die ich jeden tag einhalte.
das klappt schon seit 4 monaten prima, und die milch ist immernoch da, obwohl es ja immernoch heißt, das zufüttern zum abstillen führt.
mir war das am anfang auch sehr unangenehm, zugeben zu müssen, dass man doch nicht einfach so stillen kann.
ich habe mich auch sehr schlecht gefühlt, weil es bei den anderen so prima klappt.
aber nun bin ich sehr froh über unseren weg, denn wir sind beide sehr glücklich damit.

also kopf hoch. finde in ruhe selbst herau, was das beste für euch ist.

kundera

Beitrag von olasil 15.02.06 - 16:39 Uhr

Mir kommt die ganze Geschichte sooo bekannt vor...

... ich habe meine Tochter im März 2005 zur Welt gebracht. Leider auch bei mir ein Not-KS, weil ihre Herztöne schon bei den Anfangswehen immer wieder in den Keller gingen. Ich bekam eine Vollnarkose. Dadurch konnte ich sie erst 14 Stunden nach der Geburt anlegen. Tja, so schwierig hatte ich mir das nicht vorgestellt. Sie wollte und wollte nicht trinken - Milch hatte ich mehr als genug. Sie war mit ihren 2400 g einfach zu schwach. Nach drei Tagen Kampf und vielen Tränen stand die U2 an, meine Kleine hatte auch noch 10% abgenommen. Der Ärztin standen schon die Sorgenfalten im Gesicht. Ich war echt am Ende. Da hat mich mein Mann darauf gebracht, meine Milch abzupumpen. Gesagt, getan - eine Pumpe wurde vom KH zur Verfügung gestellt und meine Kleine hat aus der Flasche tatsächlich getrunken. Ich war sooo glücklich. Natürlich habe ich das Anlegen immer wieder versucht, aber sie wollte meine Brust nicht.
Die Pumpe habe ich mit nach Hause bekommen und es hat wunderbar funktioniert. Meine Kleine hat stetig an Gewicht zugenommen und war zufrieden. Das war mir das wichtigste. Ich habe mir immer gesagt: Sie bekommt Muttermilch, egal ob aus Flasche oder Brust.
Ich hatte mir das Stillen auch sooo einfach vorgestellt - aber das es auch anders laufen kann, daran hatte ich in der SS nie gedacht. Wie du schon schreibst, in den Büchern wird es als so einfach beschrieben. Ich bin eines besseren belehrt worden.
Beim nächsten Kind wird es hoffentlich besser funktionieren.

Lg Silke

Beitrag von berryman 15.02.06 - 17:24 Uhr

Ich bin so froh, dass ich nicht die "Einzige" bin der es so ging.
Habe mich auch total aufs stillen gefreut, für mich kam auch nix anderes in Frage. Nach Not-KS und viel zu wenig Milch mussten wir im KH schon zufüttern. Dann habe ich noch 4 Wochen abgepumpt und Fläschchen zugefüttert, da ich viel zu wenig Milch hatte. Es kommt halt immer anders als man denkt. Trotzdem sind wir keine schlechteren Mamas und unsere "Schätzchen" bekommen genauso viel Liebe von uns wie Stillkinder!!!

#lebdrück an alle Fläschenmamas die eigentlich gerne gestillt hätten
Alex + Tyler-Brandon (*30.12.05)

Beitrag von camille04 15.02.06 - 19:42 Uhr

Hallo Julia,

vielen Dank für dein Posting! Meine SS verlief auch reibungslos und die Geburt war alles andere als schön. Danach ging es mir sehr schlecht und ich hatte sehr große Probleme mit dem Stillen. Ich hatte solche Schmerzen! Meine Tochter ist jetzt 7 Wochen alt und sie trinkt sehr schlecht und nimmt gerade mal 100 g pro Woche zu. Ich füttere seit letztem Wochenende auch mal aptamil pre. Ich leide sehr darunter, dass einem überall ein schlechtes Gewissen gemacht wird, wenn man nicht oder nicht voll stillt. Darum kann ich mich auch nicht entscheiden, ob ich meine Tochter nicht besser ganz abstille. Ich weiß einfach nicht mehr was richtig ist.

LG, Camille

Beitrag von debuggingsklavin 15.02.06 - 20:27 Uhr

Ich würd mir an Deiner Stelle ne Stillberaterin nehmen und Hilfe von ihr holen. Vielelicht kannst Du doch noch stillen. Bei mir hats fast 2 Wochen gedauert. Und ich hab auch sehr große Brüste.

Schau mal auf www.lalecheliga.de

LG,

Kai Anja

Beitrag von minalein1979 18.02.06 - 18:25 Uhr

Hallo Julia,

mir ging es wirklich ähnlich! In der 39. SSW wurde festgestellt, dass meine Plazenta verkalkt ist. Da ich eine sehr ehrfahrene und tolle Hebamme hatte, haben wir jedoch nicht sofort eine Geburtseinleitung gemacht und noch gewartet. Ich hatte viel Wassereinlagerungen, es war Hochsommer, es war schlimm. Ich habe mich aber beharrlich gegen eine Einleitung entschieden, war jeden 2. Tag im KH und hab Doppler machen lassen und hab gewartet. 2 Wochen nach Termin (!!!!) , man muss dazu sagen, dass ich schon oft mit Wehen ins KH kam und wieder heimgeschickt wurde, musste ich dann zur Einleitung. Ich war todunglücklich, ich WOLLTE eine wunderbare, normale Geburt.
Tja leider hat von den Ärzten keiner bemerkt dass ein Missverhältniss vorlag. :-[
Die Einleitung war so schrecklich wie ich es mir vorgestellt hatte, noch schlimmer fast... Und mein Mumu war aber einfach nicht offen. 24 h später Geburtsstillstand, höllenqualen, Scheiss Ärzte, zum Glück waren mein Mann und meine Hebi für mich da - Kaiserschnitt... #heul

Psychisch war das für mich ein Desaster, ich war am Ende... Ich wollte um nichts in der Welt eine KS...

Frida war da und war ausgehungert. Sie war eingesperrt in meinem Bauch, da sie nicht im sondern auf dem Becken lag und die Milch kam einfach nicht. Dann hat sie mich in der zweiten nacht blutig gebissen und hat die ganze Nacht mein Blut gespuck! Die Beratung im KH war so schlecht, keiner half uns und dann mussten wir zufüttern.
Zu dem Zeitpunkt war ich auch noch krank, hatte erhöhte Blutwerte und die Brust war wund, ich habe abgepumpt und Frida hat ihr Fläschchen geschlabbert und war zufrieden.
Ich war am Boden zerstört. Als wir aus dem KH zuhause waren, hatte ich ein Hämatom an der Gebärmutter, und Frida wollte meine Brust nicht mehr *heul*! Mein Selbstbewustsein war dahin...
Ich hatte so Schmerzen durch den KS und die Naht heilte nicht richtig weil der Arzt den Faden zu früh abgeschnitten hatte... :-%
Ich habe dann 8 Wochen abgepumpt, und Mumi gegeben und zeitweise zugefüttert. Kind schlief und ich hab mir den Wecker zum abpumpen gestellt. Nach 8 Wochen hat Frida immer mehr Essen gebraucht und dann hab ich noch einen Abszess an der KS Naht gekriegt und hätte in KH gemusst, hab mich dann aber dafür entschieden Antibiotikum zu nehmen und nicht ins KH zu gehen. (NIE MEHR KH!!!!!) Dann hab ich abgestillt.
Noch heute (Frida wird nä. Samstag ein halbes Jahr) habe ich Alpträume von der Geburt und bedauere es zu tiefst, dass ich nicht stillen konnte.

Ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin und dennoch werde ich noch lange brauchen um mit der Geburt und dem was danach war richtig umgehen zu können.
Beim nächsten Kind :-) bin ich um einiges schlauer. Von der La LecheLiga hab ich erst nach dem abstillen gehört.

Der einzige Vorteil an der Flasche war, dass mein Mann mir sehr viel abnehmen konnte, und ich mich so besser auskurieren konnte...

Und Frida ist putzmunter und glücklich, auch ohne Brust...


LG Tina