trotz Krankmeldung arbeiten????

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von chiara007 15.02.06 - 16:12 Uhr

Hallo,

meine Tochter befindet sich in der Ausbildung und ist wegen einem Magen-Darm-Infekt seit Dienstag bis einschließlich Freitag kankgeschrieben. Der Chef meinte am Telefon, sie solle ihre verschrieben Medizin nehmen dann ist es am Freitag sicher besser (Donnerstag ist Schule) und sie könne dann wieder zur Arbeit kommen.

Weiß jemand wie das versicherungstechnisch ausschaut - für Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer.

Danke #blume

Chiara

Beitrag von mari_g 15.02.06 - 16:31 Uhr

Mit einer AU darf sie auf keinen Fall arbeiten gehen. Wenn sie wieder fit sein sollte, muss sie erst zum Arzt und der muss sie wieder gesund schreiben. So, dass die AU quasi aufgehoben ist.

Beitrag von sonne_1975 15.02.06 - 16:32 Uhr

Wenn sie krankgeschrieben ist, darf sie auf keinen Fall arbeiten. Sie und der Arbeitgeber können gewaltige Probleme bekommen. Wenn sie unbedingt arbeiten will, muss sie am Do zum Arzt gehen und sich für Freitag "gesund" schreiben lassen.

Hatte ich auch mal und der AG hat mich wieder nach Hause geschickt. Dann gab es beim Arzt einen Attest, den man bei der KK und AG einreicht und erst dann darf man arbeiten.

Gruss. Alla

Beitrag von manavgat 15.02.06 - 19:47 Uhr

Sie darf nicht arbeiten gehen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von ostseebaer 16.02.06 - 00:23 Uhr

Hallo,

leider kein Einzelfall. Auf Grund der Arbeitsmarktlage, versuchen Chefs, ihre "Untergebenen" massiv unter Druck zu setzen.

Besonders wenn man in der Probezeit ist, kann eine Krankheit zum Schleudersitz werden.

Jetzt wo der Gesetzgeber die Probezeit auf 2 Jahre verlängern will, kommt da noch einiges auf die arbeitende Bevölkerung zu.

mfg

Ostseebär

Beitrag von thunchen 17.02.06 - 22:17 Uhr

Hallo Chiara,

mir ist selber schon ein Fehler in diesem Zusammenhang unterlaufen, von daher habe ich mich bei Krankenkasse, Berufsgenossenschaft und Anwalt erkundigt.

Meine Info lautet einstimmig so:

Man muss sich NICHT gesund schreiben lassen, wenn man wieder arbeiten gehen möchte.

Der Arzt gibt auf der AUB nur eine Prognose ab, dort steht ausdrücklich "voraussichtlich". Wenn man sich vorher wieder gesund fühlt, darf man arbeiten gehen. Und, ja, man ist versichert!

Allerdings sollte man Folgendes beachten:

Der Arzt hat in der Regel mehr Erfahrung und berücksichtigt auch Genesungszeiten, die möglichweiser nach Abklingen der Symptome eingehalten werden sollten, z.Bsp. um Rückfälle zu vermeiden.

Versicherungsrechtlich wird es nur dann problematisch, wenn man die Empfehlung des Arztes wissentlich ignoriert und auf Grund dessen eine Verschlimmerung eintritt, bzw. es auf Grund der Vorerkrankung zu einem Unfall kommt. Dann trifft Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegebenenfalls eine Mitschuld. Wenn der Arbeitnehmer vom Chef bedrängt wurde, wohl hauptsächlich diesen, aber das muss man natürlich erstmal beweisen.

Mein Fazit (für die Zukunft ;-)):
Wenn man sich wirklich fit fühlt, spricht nichts dagegen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollte man vorher Rücksprache mit seinem Hausarzt nehmen.

Sollte der Arzt deiner Tochter auf den Freitag bestehen, würde ich kein Risiko eingehen. Und grundsätzlich: Wer krank ist, sollte sich erholen!

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
Gute Besserung an deine Tochter.

Silke