Schüchternes Kind = Ergotherapie ???

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cuzco6170 16.02.06 - 09:51 Uhr

Hallo eine Frage die seit gestern bei uns auf der Tagesordnung ist:

Meine Tochter 5 Jahre ist schüchtern im Kontakt mit anderen Menschen, im Kontakt mit Familienmitgliedern und engen Freunden redet Sie gern und viel, aber mit anderen Menschen die sie nicht kennt oder wenig kennt redet Sie nicht.
So zum Beispiel im Kindergarten, Sie redet nur mit Ihren Gruppenerzieherin, wenn Sie mit einer anderen zusammen ist die Sie zwar kennt aber eben nicht viel redet Sie nicht oder extrem wenig.

Nun jedenfalls hat die Kindergartenerzieherin vorgeschlagen Sie in eine Ergotherapie zur Förderung des Selbstvertrauens zu geben, damit Sie in der Schule keine Probleme bekommt.

Ich selbst habe folgendes Problem mit der Therapie
A: Ich möchte meinem Kind nicht das Gefühl geben das Sie ein defekter Mensch ist und nun in eine Therapie gesteckt werden muss,
B:Ausserdem möchte ich Ihr keine
self-fulfilling prophecy einpflanzen
C. Würde ich als Kapitulation meiner Erziehung ansehen wenn ich meine Tochter nach 5 Jahren in die Therapie gebe.

Ich möchte das Problem nicht wegreden, es ist wirklich so mit den Kontaktschwierigkeiten , aber ich möchte es nicht auf dem Wege einer Therapie lösen aus oben genannten Gründen.

Deshalb meine Frage :

Hat jemand Erfahrungen mit Ergotherapie, wie sind die ?

Hat jemand Tips oder Efahrungen wie man schüchternen Kinder Selbstvetrauen gibt.
Soll man das Problem direkt an SIe antragen , also ansprechen " Rede doch mit den Leuten " oder eher indirekt ?


Welche Erfahrungen habt Ihr ?

Danke André

Beitrag von magda6 16.02.06 - 10:16 Uhr

Hi,

du bist da schon ein bißchen hart zu Dir und deiner Tochter, oder???

Dann habe ich total versagt#schock... Ich sehe es nicht als versagen an. Nimm die Hilfe, wenn du sie bekommen kannst. Und weißt du was, mein sohn ist kein defekter Mensch! Er hat Schwierigkeiten, richtig, aber defekt??? Sorry, bin jetzt grad ein bißchen sauer!
:-[

Lobe sie, wo du nur kannst. Das fördert Selbstvertrauen.

Ergo ist an sich sehr gut. Mein Sohn bekommt diese, und er lernt sehr viel dazu. Lernt sich selbst immer mehr zu steigern.

LG
magda

Beitrag von cuzco6170 16.02.06 - 10:36 Uhr

Ich weiss nicht ob Du das richtig verstanden hast, eben das will ich meiner Tochter nicht geben : das Gefühl das an Ihr etwas nicht stimmt, ich will das Sie sich gut fühlt wie Sie ist und Selbstbewusstsein schöpft aus dem Wissen : Ich bin prima wie ich bin.

Deshalb nochmal meine Frage wie kann man einem Kind am besten Selbstbewusstsein geben direkt, indirekt ..?

André

Beitrag von magda6 16.02.06 - 10:51 Uhr

Die Frage ist, wie DU das siehst. Und wie Du es ihr zu verstehen gibst. "Hey, wir gehen jetzt in die therapie, weil du nicht ganz richtig bist!" Wäre total falsch. Kinder sehen das oft nicht so wie Erwachsene. Es ist eine Zusatzaktivität für das Kind. Etwas anderes als sonst. Der wöchentliche "Ausflug" Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß es den Kindern SPASS macht. Sie sehen das nicht als Therapie.

Immer und ewig loben. Sag ihr oft, daß sie ein tolles Kind ist. sag ihr, was sie gut macht.

LG
magda

Beitrag von cuzco6170 16.02.06 - 12:04 Uhr

<Die Frage ist, wie DU das siehst

Eben , und ich sehe das Sie eben keinen ( ! ) Defekt , hat oder inkomplett ist und deshalb habe ich bedenken wie es mir vom Kiga vorgeschlagen.

Beitrag von benpaul6801 16.02.06 - 11:08 Uhr

hallo,
also meine kleine schwaster kam auch mit 4 jahren zur ergotherapie.ihr hat es super geholfen...
es ist ja keine psycho-therapie,sondern eine hilfestellung fürs kind,sich in seiner haut wohler zu fühlen.
also ich sehe meine schwester,trotz ergo nicht als "defekten menschen".
man kann doch froh sein,das es menschen gibt,die sich so für das wohl deines kindes einsetzen.
ich würde die hilfe ruhig annehmen.sie wird da ja nicht gedrillt,auf leute zuzugehen,sondern sie wird innerlich gestärkt.mit mal-und bastelspielen,turnübungen...sicher ist es für dein kind auch nicht schön anzusehen,das andere ohne probleme spielen können mit anderen,nur sie da sitzt,und aus der wäsche schaut.
und versagt hast du bei der erziehung doch garnicht-jedes kind ist halt anders,auch ohne einfluss der eltern.
das wort therapie ist ja auch etwas hart dafür-ist ja nicht,wie bei den erwachsenen,das sie ein schwerwiegendes problem haben,sondern den kids wird nur ein anstubser in die richtige richtung gegeben.
liebe grüsse,yvonne

Beitrag von sanny23 16.02.06 - 12:22 Uhr

Sorry,aber was du da erzählst ist doch totaler Quatsch.
Eine Therapie bedeutet doch nicht gleich,daß sie nicht alle Tassen im Schrank hat???!!!

Ich würde mal sagen,JEDES Kind macht mindestens eine Therapie durch.
Sei es bei einem HNO-Arzt,sei es Physiotherapie, Sprachtherapie,Musiktherapie etc.
Was ist daran so schlimm????
Ich mußte mit meinem Sohn schon eine Therapie machen beim HNO-Arzt wegen seinem Hörvermögen.Und????Er lebt noch und wir hatten sehr viel Spaß.
In den nächsten Monaten muß er noch zu einer Physiotherapie,da er Knick-Senkfüße hat.Na und???
Dafür hat er später mal wunderschöne Füße.
Geh mit deiner kleinen zu der Ergotherapie und du wirst sehen,daß sie richtig Spaß dort haben wird.Und sie wird dir später mal sehr dankbar sein!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von luna_28 16.02.06 - 13:03 Uhr

Mein Sohn bekam fast 2 Jahre Ergotheraphie,

das hat nichts mit Selbstbewustsein zu tun !
Ergor ist die Bewegungs Muskulatur, sprich wenn ein Kind Defiziete in der Körperlichen Entwickluing aufweist, sprich, stolpern, stifte nicht halten,gleichgewichts sinn Trainieren etc....

Bei meinem Sohn wurde leider zu spät festgestellt das er beide Ohren dicht hat, er bekam Pauken Röhrchen damit das Sekret ablaufen kann ( Ohren / gleichgewicht)
danach, gin es immer besser, das sprechen und die Motorik wurden super schnell aufgeholt...

leider ist es seid dem 1.1. 2006 so das die Kassen vieles gestrichen haben, Ergo gibt es nur noch im wirklichen Notfall, die Kassen durfen ihr Buget nicht überschreiten, so kanne s seind as man nur 3 oder 5 stunden bekommt die nicht wirklich helfen.
20 stunden müssen es schon sein damit das Kind auch wirklich an sich arbeiten kann.

das tolle an ergo ist, das vieels in spielen, Malen und Turnen beigebracht wird.
die heiss geliebte Erbsentonne, oder das Hüpfen auf dem Trapolin etc.. das matschen mit den Händen an dem spiegel mit Rasierschaum *gg*

Beitrag von michi.br. 16.02.06 - 13:12 Uhr

Hallo Andre

Also ich bin Ergotherapeutin und kann den anderen nur zustimmen. Es geht in der Ergotherapie (für Kinder) nicht zu wie in einer Therapie. Wir "arbeiten " mit den Kindern über Spiele, Bastelarbeiten, Turnen...
Ich habe so oft bittere Tränen gesehen wenn die Kinder das letzte mal bei mir waren, denn es hat ihnen immer Spaß gemacht.
Vermittel deinem Kind doch lieber wie toll es ist zur Ergo zu gehen und das sie soetwas tolles machen kann und andere nicht.
ich kann natürlich keine Ferndiagnose stellen, aber wenn du noch fragen hast, dann kannst du mir gerne schreiben.

Lg Michi

(Michaela@bruendel.com)

Beitrag von sandra7.12.75 16.02.06 - 15:21 Uhr

Hallo

Und ich bin mutter einer Entwicklungsverzögerten Tochter und finde es sehr gut was Ihr leistet#liebe.Meine Tochter hat in der Zeit wo sie jetzt Logo und Ergo hat echt viel geschafft.Klar nur mit den 45 min. die Woche kann man nicht viel reissen da muß man dann als Eltern noch viel machen.Heute war ich fast die ganze Zeit mit drin und habe mit angeschaut was Anna gemacht hat.Ich finde es schrecklich wie Menschen über Kinder mit Entwicklungsverzögerungen reagieren die keine Ahnung haben.Na Gottseidank kann man Entwicklungsverzögerungen behandelen,aber Dummheit nicht.

lg

Beitrag von michi.br. 16.02.06 - 15:28 Uhr

Hallo Sandra

Genauso ist es. Ein großer Teil unserer Arbeit ist auch die Aufklärung und Schulung der Eltern, den sie sind es die ihren Kindern am besten helfen können. Doch es ist leider viel zu oft so das man dort gegen Wände läuft.

Michi

Beitrag von sandra7.12.75 16.02.06 - 17:07 Uhr

Hallo

Ich bekomme das auch oft mit das die Kinder dann noch auf die Eltern warten weil die in den 45 Minuten nochmal wegegfahren sind.Dann sind schon andere Kinder drin und die Eltern bekommen garnichts mit.Eigentlich schade,weil eigentlich sollte doch logisch sein das man den Kindern noch mehr Hilfe gibt.Anna kommt jetzt statt 1.Klasse erstmal in die Vorschule und da wurde auch schon gelästert das viele Kinder in die Vorschule geschickt werden.Viel mehr als früher.Ich habe dann gesagt das es doch Ok ist wenn ein Kind noch ein Jahr geschenkt bekommt um zu reifen.Die Antwort von den Leuten:Ja aber früher gab es doch auch dumme Kinder#schock.Ja warum haben wir den soviele Leute mit erheblichen defiziten,weil es früher nicht erkannt wurde oder gekannt wurde.Die Logopädin agte vor 2 Wochen das jetzt ein 13 Jähriger wegen lispeln bei ihr wäre,aber nur weil er es selber wollte weil er in der Schule gehänselt wurde.Warum erkennen es Eltern nicht?Traurig:-(

lg

Beitrag von sanny23 16.02.06 - 19:06 Uhr

Oftmals sind es aber auch die Kinderärzte die zu inkompetent sind.
Bsp.: Mein Sohn hat schon immer Knick-Senkfüße.
Seit er 2 Jahre alt ist,rede ich mit den Ärzten,daß sie mir endlich mal eine Therapie verordnen.NICHTS!!!!
Ich solle mir keine Sorgen machen,das gibt sich schon!!!
Jetzt ist er fast 5 und er bekommt "nur" Einlagen.
Der eine Orthopäde sagt: viel barfuß laufen.
Der andere sagt: auf keinen Fall barfuß laufen,wenn dann nur auf unebenen Flächen.
Und????Wem glaube ich nun???

LG SAnny#katze

Beitrag von sandra7.12.75 16.02.06 - 19:30 Uhr

Hallo

Ja das Problem kenne ich zu gut.Ich habe sämtlichen Ärzten die Türen eingerannt.Dann wurde ich nach der U8 ins SPZ überwiesen und was sagten die da??Mein Kind ist völlig in Ordnung.Die wollen einfach nichts mehr verschreiben.Bei der U9 wurde dann aber Druck gemacht und ich war die Böse Mama:-[.Hatten in der Zeit noch das dritte Kind bekommen und da war ja sofort klar das wir versagt hatten#kratz.Wir konnten uns nicht aufteilen.Ich und auch mein Mann nehmen sich jeden Tag für jeden einzelen Zeit.Einer macht mal mit der großen die Ha und ich mach dann mit der mittleren Logo und Ergo.Oder halt umgekehrt.Eine Bekannte sagte mal Wow,sie würden es Beruflich nicht schaffen mal ein Spiel zu spielen.Das muß aber sein.Geschenke suchen wir mittelweile so aus das ein Lerneffekt dabei ist.Außerdem sagen einen Ärzte auch nicht alles,was man da noch machen kann.

Zu den Füssen von Deinem Sohn:Bei uns im Kiga wurde mal vom Rehazentrum so ein Angebot gemacht.Fitte Füsse hieß das.Vielleicht habt ihr ja ein Rehazentrum und man kann sowas machen.

lg

Beitrag von freaky_007 17.02.06 - 14:27 Uhr

Hallo André,

gestern habe zufällig folgenden Artikel

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,400360,00.html

im aktuellen Spiegel gelesen, der Euch vielleicht interessieren könnte. Es geht darin um "selektiven Mutismus", unter dem manche Kinder leiden...Diese Störung äußert sich so, dass die Kleinen nur noch mit engen Familienmitgliedern oder Freunden reden, nicht aber mit Fremden oder Bekannten und z.B. auch nicht mehr im KiGa...In dem Artikel steht auch, dass dieses Leiden oft nicht erkannt oder falsch bzw. gar nicht behandelt wird, da das Verhalten des Kindes fälschlicherweise als Schüchternheit interpretiert wird...

Wie gesagt, vielleicht ist der Beitrag für Euch von Nutzen. Ich wünsche Euch jedenfalls alles Gute!

Übrigens, selbst wenn Eure Tochter professionelle Hilfe, wegen was auch immer, benötigen sollte, mach Dir doch deswegen keine Selbstvorwürfe...Und versuche mal eine positivere Einstellung gegenüber psychologischen Therapien zu bekommen, denn anderenfalls wird auch Deine Tochter wahrscheinlich große Probleme damit haben, und erst dann hättest Du Dir etwas vorzuwerfen, da sie eine eventuell benötigte Hilfe nicht unbefangen annnehmen könnte...

LG,
Caro

Beitrag von sportskanone 22.02.06 - 19:24 Uhr

HALLO!
ALSO ICH BIN AUCH GELERNTE ERgotherapeutin und bin trotzdem gegen dieses ständige "in therapie" schicken.
mal ganz ehrlich: wie ward ihr denn als kind??? dein mann und du???
meine tochter ist 4,5 und auch sehr schüchtern, wie man so schön immer sagt. (bei anderen). aber was ist schüchtern??
in anderen ländern gilt zurückhaltung als was positives, aber bei uns!
ich war als kind auch sehr "schüchtern" und hätte mich am liebsten immer hinter meiner mama versteckt (die das auch mitgemacht hat). meine tochter, wie gesagt, ist genauso, obwohl ich damit ganz anders umgehe, als meine mutter. facit: ist vererbung und ihr und mein temperament.
findest du es schlimm, wenn du auf deine tochter deswegen immer angesprochen wirst? ich wette ja! denn mir ging es immer so. wenn es hieß: emma redet nicht mit uns u.s.w. seitdem (etwa seit 1 jahr) ich sie nicht zum reden anleite (nun antworte doch mal....) ist es viel besser geworden. iich verabrede sie mit freundinnen (abwechselt bei denen und bei uns). lasse sie immer mehr alleine machen (zb, eis selber bezahlen, mal beim knderturnen kurz wegfahren) und es wird besser, sogar viel besser. alles was neu ist, ist erstmal für sie schwierig und bereitet ihr angst, aber wenn bei deiner tochter, was das hören und sprechen an sich angeht, alles in ordung ist, sehe ich keinen grund zur ergotherapie, denn dann wird sie vielleicht irgendwann (nach wievielen rezepten?) mit der therapeutin reden und sich angefreundet haben, aber im alltag nützt dirs wenig. glaub mir, ob schüchtern oder kontaktfreudig ist sehr temperamentsabhängig und uns mit größtem teil in die wiege gelegt und bedarf keiner therapie, sondern geduld und geduldigen fordernder und fördernder eltern!
lg sportskanone
wenn du kontakt willst oder frageb hast, kannst du gerne mailen: stefanie.schuenke@tiscali.de

Beitrag von mari.b 25.03.06 - 09:29 Uhr

Hallo André,
es ist zwar schon eine Weile her, aber ich hoffe, du liest die Antworten trotzdem noch.
Ich möchte dir dringend raten, dir die Seite
www.mutismus.de anzusehen. Wenn die Dinge, die du dort liest, nicht auf euch zutreffen, um so besser. Falls doch, findest du dort Hilfe und Ansprechpartner. Wenn es sich bei deinem Kind um selektiven Mutismus handelt, hilft keine Ergotherapie. In diesem Fall wende dich an einen Therapeuten aus dem Therapienetzwerk der o.g. Seite. Und bitte habe kein schlechtes Gewissen. Das ist kein Erziehungsfehler. Du kannst nichts dafür. Diese Störung ist sehr gut zu therapieren, wenn man früh genug anfängt. Im Kindesalter sind Therapien von entsprechend ausgebildeteten Fachleuten fast immer erfolgreich. Eines darf man nicht machen: Nichts! Mein Sohn ist 5 Jahre und selektiv mutistisch. Wenn du, nachdem du dir o.g. Seite angeschaut hast der Meinung bist, es trifft auf dein Kind zu, darfst du dich gern bei mir melden. Wenn das alles auf dein Kind nicht zutrifft, Herzlichen Glückwunsch!
Viele Grüße
mari.b