Frage zwecks ERBE...

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von sanny23 16.02.06 - 11:40 Uhr

Hallo,
Ich hoffe ihr könnt mir wieder mal weiterhelfen.

Ich habe zur Zeit ein Diskussion mit meiner Mutter.
Und zwar geht es darum,ob die Tochter meines Vaters auch erbberechtigt ist.
Mein Vater und deren Mutter sind seit ihrer SS (mein Vater wußte nichts davon) vor ca.30 Jahren nicht mehr zusammen.
Es steht auch ehrlich gesagt in den Sternen,ob es wirklich seine Tochter ist.
Er hat über 18 Jahre lang Alimente bezahlt.Er hat seine Tochter nie gesehen,wollte es auch nicht.

Nun meint meine Mutter,daß sie nicht erbberechtigt sei.Ich meine aber mal gelesen zu haben,daß sie genau das gleiche Erbrecht hat wie meine Schwester und ich.

Im Inet finde ich leider nicht das Passende dazu.Da geht es nur um nichtverheiratete.
Kennt sich jemand unter euch damit aus und könnte uns eine Antwort geben????

Und wie ist das,wenn man gar nicht weiß,wo diese Mädel wohnt???Sie ist ja bestimmt auch nirgends eingetragen???

Danke schonmal für eure Antworten!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von regeane 16.02.06 - 12:22 Uhr

Hi du!

Die Tochter deines Vaters ist bei seinem Tod genauso erbberechtigt wie du!
Mein Mann hat auch eine uneheliche Tochter aus einer vorigen Beziehung. Wenn wir mal ein Haus kaufen sollten, werden wir es so regeln, dass im Todesfall Ronja und ich nicht das haus verkaufen müßten, um Tamara auszuzahlen. Ich will sie auf keinen Fall übervorteilen, aber dann plötzlich auch noch die gewohnte umgebung aufgeben zu müssen, fände ich dann sehr heftig...
Wenn ein rechtskräftiges Testament da ist, dann steht ihr zumindest der Pflichtteil zu.

Über die Unterhalts-Unterlagen sollte es für den das Erbe verteilenden Anwalt kein Problem sein, die tochter deines Vaters ausfindig zu machen ausfindig zu machen.

Liebe Grüße,
Regeane mit Ronja (*30.10.2005)

Beitrag von cephir 16.02.06 - 11:56 Uhr

Ja sie ist bis zu 1/12 erbberechtigt!
Wo sie wohnt bekommen die Ämter raus wenn es so weit ist....

Beitrag von sanny23 16.02.06 - 12:07 Uhr

Was aber wenn mein Vater nirgends steht???
Ich glaube die Mutter wollte daß er nirgends als Vater steht.
Um des Friedens willen hat mein Vater allerdings gezahlt.
Irgendwann hat er die Zahlung dann einfach eingestellt,aber es kam nie irgendein Brief von ihr.Er weiß nicht mal ob sie irgendwie umgezogen ist,und ob sie das Geld jemals erhalten hat.

Danke nochmal!!!

LG SAnny#katze

Beitrag von coppeliaa 16.02.06 - 12:01 Uhr


bei uns sind eheliche und uneheliche kinder gleichgestellt. per testament kann man einzelne kinder zwar aufs pflichteil herabsetzen, mehr geht bis auf ausnahmen aber nicht. denke, dass es in d nicht viel anders sein wird.

da noch ein paar links, der erste dürfte für euch der interessanteste sein.

lg

http://www.tripple.net/contator/aufzack/frage.asp?fraid=3949&bereichid=3

http://www.wer-weiss-was.de/theme64/article2313651.html

http://www.erbrechtstage-gera.de/FuenfterErbrechtstag/FAQ2005/body_faq2005.html

Beitrag von schnuffinchen 16.02.06 - 12:03 Uhr

Hallo Sanny,


ja sie ist ebenso erbberechtigt wie Du und Deine Schwester. Ihr gesetzlicher Erbteil beträgt 1/3, der Pflichtteil (falls Dein Vater ein Testament aufsetzt, in dem er sie enterbt) 1/6. Sollte Dein Vater zuerst sterben, reduziert sich der Erbteil auf 1/6 (ges. ET) bzw. 1/12 (PT), da Deine Mutter die Hälfte erbt bei Nichtvorhandensein eines Testamentes, das andere Regelungen vorsieht.
Ihr als Miterben müsst nicht zwangsläufig wissen, wo sie wohnt. In der Regel ermitteln die Amtsgerichte sowas, und da er eine gewisse Zeit für sie gezahlt hat, sollte es kein Problem sein, die aktuelle Adresse rauszufinden.
Sollte es aber so kommen (und in einigen Fällen kam das schon vor), dass sie aus welchen Gründen auch immer nicht ausfindig gemacht wird und Ihr das Erbe unter Euch aufteilt, kann sie später (wenn sie vom Tod d.V. erfährt) immer noch Ihren Teil einfordern und eine Auflistung aller zum Zeitpunkt des Todes vorhandenen Vermögensgegenstände verlangen.
Also fahrt Ihr besser, sie gleich mit auf den Erbschein zu setzen.
Ist vielleicht eine harte Wahrheit für Deine Mutter, ist aber so.


LG Janine

Beitrag von sanny23 16.02.06 - 12:11 Uhr

Danke für deine Antwort,genau so hab ich es ihr auch erklärt.Doch sie will es einfach nicht glauben,daß ein wildfremdes Kind genauso erbberechtigt ist wie ich oder meine Schwester.

Hab da aber mal noch ne Frage.Wenn irgendwie rauskommen sollte,daß sie doch nicht die Tochter meines Vaters ist,ist sie dann trotzdem erbberechtigt,weil mein Vater ja Unterhalt bezahlt hat????

Danke nochmal!!!

LG Sanny#katze

Beitrag von regeane 16.02.06 - 12:26 Uhr

Hi sanny...

Dein vater hat ja anscheinend die vaterschaft anerkannt, sonst hätte er ja keinen unterhalt zahlen müsse, da ist es schwer wieder raus zu kommen...
Somit gilt sie momentan zumindest als sein leibliches kind.

deiner Mutter kannst Du ja erklären, das es nicht davon abhängt, ob man das kind kennt, sondern ob es das leibliche (anerkannt und adoptiert gilt als leiblich) Kind ist.


Grüßle,
Regeane

Beitrag von jupp43 16.02.06 - 12:39 Uhr

Hallo,

ihr gesetzlicher Erbteil beträgt 1/6, das Pflichtteil 1/12, allerdings nur gegenüber Deinem Vater, natürlich nicht gegenüber Deiner Mutter. Erbberechtigt ist sie allerdings nur, wenn Dein Vater die Vaterschaft anerkannt hat bzw. wenn die Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde.

LG Josef

Beitrag von manavgat 16.02.06 - 20:18 Uhr

Sie hat den gleichen Anspruch wie eheliche Kinder.

Ohne Testament Deines Vaters sieht es im Todesfall so aus: 1/2 Deine Mutter, der Rest verteilt sich auf die Kinder.

Der Pflichtteil, auf den sie per Testament gesetzt werden kann ist die Hälfte des gesetzlichen Teils.

Alles klar?

Gruß

Manavgat