Oma liegt vielleicht im Sterben und wohnt über 600km weit weg, soll ich hin?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von birkae 16.02.06 - 14:17 Uhr

Hallo,

wie ja schon oben steht, liegt meine Oma vielleicht im sterben. Sie wurde heute morgen mit dem Notarzt wegen akuter Herzprobleme ins Krankenhaus gebracht. Sie ist 83 Jahre alt und trägt schon einen Herzschrittmacher. Einen richtigen Lebenswillen hat sie schon lange nicht mehr, aber bisher haben wir, ihr große Familie, sie immer wieder am Leben "erhalten". (Oma hat nähmlich 4 Kinder + 4 Schwiegerkinder, 9 Enkel + 9 Schwiegerenkel, 14 Urenkel + 1 Schwiegerurenkel + 2 Babybauchurenkel, die innerhalb der nächsten drei Monate geboren werden.)

Heute abend wollen mich meine Eltern anrufen, um mir mitzuteilen, wie es ihr jetzt geht.
Am liebsten würde ich mich aber mit meinem kleinen Sohn (23 Monate alt) in den Zug setzen und die über 600km Entfernung hinter uns bringen und zu ihr fahren. Der Till würde dann wenigstens auch meine Eltern ablenken. Da mein Vater mit seiner Multiple Sklerose emotional sehr leicht aus dem gleichgewicht gebracht werden kann und sich dadurch seine Krankeit noch mehr verschlimmern kann, währe Till ein gutes Ablenkmittel. (Hat im Sommer schon mal geklappt, als ein befreundetet Nachbar verstorben ist und meine eltern sich an Till "festhalten" konnten. Aber da ich in der 27SSW (mit einem der 2 Babybauchurenkel) bin und ich außerdem unsicher bin, ob ich damit nicht ein falsches Signal in der Familie setzten will, weiss ich nicht, ob ich es machen soll.

Oh man, mein kleiner Bauchbewohner, der sich sonst nur abends bemerkbar macht, schiebt seit heute morgen schon überstunden. Er merkt auch, dass Mama emotional nicht auf dem Damm ist.

Was würdet ihr machen?

LG Birgit

Beitrag von dream22 16.02.06 - 14:29 Uhr

Hallo Birgit,

fühl Dich erstmal ganz fest#liebdrueck. Also ich würde hinfahren. Vielleicht machst Du Dir sonst hinterher Vorwürfe, wenn Du die Oma nicht nochmal gesehen hast. Ich drück Dir ganz feste die Daumen das Deine Oma sich nochmal fängt.

LG

dream + babygirl #baby (36.SSW)

Beitrag von leni111 16.02.06 - 14:33 Uhr

Hallo, das tut mir natürlich sehr leid und es ist auch ne schwierige Situation. Aber wenn es für dich irgendwie machbar ist, dann fahr hin. Später bereust du es vielleicht, dass du sie nicht noch einmal gesehen hast.

Ich kann dazu nur sagen, dass mein Vater auch schon nen Herzinfarkt hatte und die Ärzte ihn ins Lebens zurückholen mussten. Ich bin dafür so dankbar. Ich hatte vorher kein wirklich gutes Verhältnis zu meinem Vater und man hat mir ne zweite Chance gegeben. Heute verstehen wir uns total super und er freut sich tierisch auf seinen erstes Enkelkind.

LG Mo und "Bärchen" (9+3)

Beitrag von ninaitaly82 16.02.06 - 14:31 Uhr

Hallo Birgit,

also wenn das meine oma waere, waer ich schon auf dem Weg.. weiss nicht was fuer ein Verhaeltnis du zu ihr hast aber schon allein das sie im sterben liegen koennte wuerde mich sehr beunruhigen und ich wuerde sie noch einmal sehen wollen. Und wie du schon schreibst scheint es deinem Vater ja auch zu helfen wenn du mit enkel vorbei kommst. Kann nur von mir reden, ich waere wie gesagt schon auf dem weg

lg und alles gute fuer deine omi

nina & babyboy 18.ssw

Beitrag von birkae 16.02.06 - 14:45 Uhr

Ja, ihr habt recht, ich würde mir auf ewig Vorwürfe machen, wenn ich sie nicht noch einmal gesehen hätte - ABER vielleicht regt sich meine Oma ja zusätzlich auf, weil ich mit Kind und schwanger so einen weiten Weg allein gemacht habe (sie ist da noch etwas altmodisch) und die aufregung wird ihr dann wieder eher schaden, oder?

Ich habe auf alle Fälle meine Arzttermine für nächste Woche schon abgesagt und jetzt wrde ich mir mal die Bahnverbindungen ansehen.

Lg Birgit

Beitrag von nane29 16.02.06 - 15:02 Uhr

Hallo Birgit,

denk nicht an "aber vielleicht...was ist wenn...." -
Fahr hin!

Deine Oma sieht doch, dass es dir gut geht, wenn du bei ihr bist. Es sollte ihr nur VORHER niemand sagen, dass du auf dem Weg bist - wenn sie sich dann Sorgen macht.

Und überleg' mal: Wenn sie nun stirbt und du hinterher sagst: "Ich bin nicht gefahren, weil ich dachte, sie könnte sich Sorgen machen" - wie wird das dann für dich klingen?
Wenn du ihr nahe stehst, dann überleg' nicht lange.

Meine Oma ist vor 2 Jahren gestorben, sie war Mutter-Ersatz für mich. Ich habe sie vor ihrem Tod fast eine Woche lang nicht besucht - weil ich arbeiten "musste"
:-[ Ich habe auf Samstag hingefiebert und wollte den ganzen Tag bei ihr sein. Freitag Nacht ist sie dann gestorben. Das werde ich mir NIE verzeihen. Obwohl ich die Monate davor so oft bei ihr war - als sie sterben musste, war sie allein.:-(.

Das wird mir nie wieder passieren. Nichts ist wichtiger, als die Menschen, die du liebst und wenn die einen brauchen oder gar gehen müssen, dann solltest du nicht zögern.

6 Stunden Zugfahrt ist zwar anstrengend, aber nicht gefährlich. Ich glaube auch, du hast deine Entscheidung auch schon längst getroffen, dann gib' dir einen Ruck.

Alles Gute!#liebdrueck
Jana 26+6

Beitrag von ninaitaly82 16.02.06 - 14:59 Uhr

Na dann erklaerst du omi das du ganz stressfrei mit der Bahn gefahren bist und es dir gut geht... glaub im inneren freut sie sich bestimmt euch zu sehen

lg nina

Beitrag von benpaul6801 16.02.06 - 14:48 Uhr

hallo,
ich würde auch fahren...wer weiss wie lange man die oma noch hat...
meine oma wird nächsten monat 80 jahre,und wohnt knapp 1000 km weg von mir...wir werden auch hinfahren,mit meinem sohn,4 jahre,und mit baby im bauch...
deine oma wird sicher dankbar sein,und wissen,wieviel sie dir bedeutet,das du einen so langen weg auf dich nimmst.
liebe grüsse,yvonne

Beitrag von etti68 16.02.06 - 14:59 Uhr

Hallo Birgit,

fahr hin, sonst machst du dir irgendwann Vorwürfe. Und welches falsche Signal solltest du damit setzen.

Wenn du bei deiner Zugreise Unterstützung brauchst, ruf doch die Bahnhofsmission an. Die helfen dir beim Ein- Um- und Aussteigen, wenn sie ein paar Tage vorher Bescheid kriegen. Dann ist die Reise nicht so anstrengend.

Alles Gute für dich und deine Familie

Martina 31.SSW

Beitrag von birkae 16.02.06 - 15:05 Uhr

Hallo Matina,

<wenn sie ein paar Tage vorher Bescheid kriegen...>
Genau das ist es ja, ich habe vielleicht keine "paar Tage" mehr Zeit.

Ich warte jetzt erst einmal den anruf meiner Eltern heute abend abwarten. Und davon werde ich abhängig machen, ob ich morgen schon hin fahren werde.

LG Birgit

Beitrag von etti68 16.02.06 - 16:08 Uhr

Versuche es trotzdem mal und schlidere deine Situation. In der Woche ist bestimmt jemand in der Bahnhofsmission. Ansonsten kannst du immer jemanden im Zug bitten dir beim Ein- und Aussteigen zu helfen, habe ich auch schon gemacht.

Alles, alles Gute für deine Reise.

Martina

Beitrag von birkae 16.02.06 - 19:48 Uhr

Danke für die vielen Antworten!

Jetzt habe ich gerade mit meiner Mutter telefoniert und es wurde die Alarmstufe ausgeschaltet. Oma liegt zwar auf der Intensivstation, aber nur zur Kontrolle. Selbst Opa meinte, dass Omas Gesichtsfarbe richtig gesund aussah (was bei ihr sehr selten ist) und Oma schimpfte schon wieder wie ein Rohrspatz - und das ist das beste Zeichen, dass es geben kann *Steine-vom Herzen-fallen*

LG Birgit