obst erst später einführen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von muebi 17.02.06 - 09:35 Uhr

hallo,

da mein kleiner bald 6 monate alt wird, bin ich nun am informieren, wie - was - wann meinem kleinen gegeben wird.
lese hier nun oft, dass sehr bald obst gegeben wird oder zumindest in den getreidebrei untergerührt wird. mein kinderarzt meinte ich solle moritz kein obst geben, da es sehr süß ist u. er dann andere sachen nicht mehr problemlos isst. er sagte, dass gemüse besser sei und obst sinnlos. bin verunsichert.

was sagt ihr dazu, was sind eure erfahrungen.

lg birgit

Beitrag von andrea_29 17.02.06 - 09:38 Uhr

Hallo Birgit,

also bei uns war es so, dass ich Saskia sogar zu allererst Obst gegeben habe. Sie hatte immer Verstopfung und da hat der KiA geraten, ihr Birne aus dem Glas zu geben. Das hat von Anfang an wunderbar geklappt und sie hat auch alles, was danach kam, immer gegessen. Heute mit 9 Monaten kriegt sie Obst als Nachtisch zum Mittagessen (wegen dem Fleisch bzw. der Eisenverwertung) und am Nachmittag als Frucht-Getreide-Gläschen.

Liebe Grüße

Andrea

Beitrag von fiori 17.02.06 - 10:15 Uhr

Hallo,

Obst ist doch nicht sinnlos!
Klar fängt man eher mit Gemüse als Beikost an wenn sie das später einen Gemüse/Fleischbrei essen kann man am Nachmittag oder als Nachtisch Obst geben.
Vitamin C ist gut für die Eisenaufnahme vom Fleisch.
Nur sollte es eher pures Obst sein.(Birne,Apfel)

Auf Südfrüchte sollte im ersten Lbj. verzichtet werden.
Mein Sohn hatte zwar nie Probleme damit aber meine Tochter verträgt keine Karotten, keine Bananen,Mais auch nicht also zur Zeit.

Also gibts nur Kürbis,Pastinake und Birne.

Fiori#blume

Beitrag von alexa81 17.02.06 - 10:37 Uhr

Hallo Birgit,

wir haben mit Reisflocken begonnen, unter die wir nun auch Birne rühren. Noch besser sind wohl Hirseflocken, aber das habe ich erst auf einem Beikostseminar im Uni-Klinikum erfahren, als ich schon mit den Reisflocken begonnen hatte.

Im Endeffekt ist es ganz allein Deine Entscheidung, womit Du beginnst. Dass mit Gemüse begonnen wird, ist eher eine kulturelle Frage. Wenn man wegen Eisen usw. zufüttern möchte, ist Hirse sogar noch um einiges sinnvoller als Fleisch (der Eisengehalt in Hirse ist ca. 4 mal höher als in Rindfleisch!).

Viele Grüße, Alex

Beitrag von zwillinge2005 17.02.06 - 12:12 Uhr

Hallo Birgit,

Dein KIA hat absolut Recht. Zur Einführung von Beikost gibt es gewisse Richtlinien an die man sich halten kann (nicht unbedingt muss). Das haben sich kluge Köpfe mit wissenschaftlichem Hintergrund ausgedacht.

Schau mal hier

www.fke-do.de

oder hier

www.babyernaehrung.de

Demnach erst Gemüse, Gemüse-Kartoffel, Gemüse-Kartoffel-Fleisch.

Nach einem Monat abends Milch-Getreide-Brei

Nach einem weiteren Monat nachmittags milchfreier Getreide-Obst-Brei. Den also nach dem 8. , also im 9. Monat einführen.

Zur besseren Eisebaufnahme des Eisens aus dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei wird die Zugabe von 2 TL Vitamin C haltigem Saft empfohlen. Manche geben auch ein paar TL Obst als "Nachtisch" zum Mittag. Aber es kann halt passieren das Dein Kleiner dann lieber nur noch süssen Obstbrei und nichts vom gesunden Mittag haben will.

LG, Andrea

Beitrag von alexa81 17.02.06 - 15:37 Uhr

Hallo Andrea,

Du stellst es hier so dar, als wären diese Richtlinien der beste Weg, die Beikost einzuführen. Das ist aber absoluter Blödsinn. Ganz im Gegenteil - inzwischen sind immer mehr "kluge Köpfe" zu der Erkenntnis gelangt, dass der Beginn mit Gemüse eben NICHT das Non-plus-ultra ist! Allerdings wird es (wenn überhaupt...) Ewigkeiten dauern, bis das zum Großteil der Eltern/Ärzte/Autoren durchgedrungen ist. Denn die Art und Weise der Beikosteinführung ist eben auch sehr stark kulturell geprägt.

Ein Gemüsebrei hat z.B. unter 30 kcl. pro 100g, während Muttermilch auf immerhin 70 kommt. Fleischbrei wird hauptsächlich wegen des Eisens empfohlen - Hirse hat ca. den vierfachen Eisengehalt von Rindfleisch, und zusätzlich ist das Eisen aus Getreide viel besser verwertbar, um nur mal zwei Beispiele zu nennen.

Und bevor jetzt das Argument "Wenn das so wäre, wäre das bestimmt schon lange bekannt, vor allem den Ärzten" kommt: Wie viele Ammenmärchen werden selbst von Hebammen und Ärzten auch heute noch verbreitet?

Ich kann Dir wirklich nur wärmstens das Buch "Mein Kind will nicht essen" empfehlen. Oder erkundige Dich, wann in Deiner Nähe ein Vortrag zum Thema Beikost von einer Still- und Laktationsberaterin gehalten wird.

Viele Grüße, Alex

Beitrag von alexa81 17.02.06 - 16:01 Uhr

Eigentlich sollte es heißen:

Wie viele Ammenmärchen zum Thema Stiilen werden selbst von Hebammen und Ärzten auch heute noch verbreitet?

Und ich glaube, mein Satz "Das ist aber absoluter Blödsinn" könnte falsch rüberkommen. Das war absolut nicht beleidigend oder so gemeint - in Hinblick darauf, dass man das geschriebene Wort leicht falsch verstehen kann, war das sicher nicht die richtige Wortwahl. Sorry!

Beitrag von zwillinge2005 17.02.06 - 21:45 Uhr

Hallo Alex,

ich hab meine Empfehlung hoffentlich so ausgedrückt, dass es natürlich jeder so machen kann wie er es für richtig hält. Dass es leider viele "Ammenmärchen" gibt ist mir schon klar.

Es gibt gerade bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern nicht nur einen gangbaren Weg. Diese Empfehlungen helfen aber zumindest einen Weg einzuschlagen, der möglichst wenig Schaden zufügt, wenn man selber vielleicht kein grosses Fachwissen hat.

Ich selber stille meine Zwillinge jetzt seit über 6 Monaten voll und ausschliesslich und bin aber schon lange dabei mich entsprechend über die weitere Ernährung zu informieren.

Zum einen über eine Ernährungsberaterin. und zum anderen stehe ich sowohl mit einer Stillberaterin IBCLC als auch einer Stillberaterin AFS in regelmässigem Kontakt (offene Stilltreffen und telefonischer Kontakt).

Auch finde ich diesen Artikel sehr interessant

http://www.stillclub.org/essen_lernen.htm

Vieleicht stille ich auch solange bis meine Zwillinge Ihr essen einfach selber in den Mund stecken können.

Aber trotzdem ist es nicht falsch etablierte Meinungen über die Beikosteinführung zu verbreiten, oder???

LG, Andrea