Depressionen in der SS

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von jule0009 18.02.06 - 16:24 Uhr

Hallo ihr lieben,

jetzt hat mich dieses tief traurige Gefühl wieder gepackt. Ich sitze hier und bin nur noch am heulen, ständig kreisen mir meine Gedanken im Kopf die nicht gut sind für mich. War gestern sogar in der Notsprechstunde der Phyachatrie.

Seit einigen Tagen ignorriere ich meinen kleinen Engel, der nichts für meine Gefühle kann. Ich habe Angst keine gute Mutter zu werden. Ich habe Angst das ich Fynn nicht das geben kann was der kleine braucht.

Ich werde alleinerziend sein, und der Kleine braucht doch seine Mami dringen und das -24 h am Tag.

Als erfahren habe das ich schwanger bin ging es mir auch wesentlich besser, aber diese negativen Gefühle kehren doch immer wieder zurück.

Hat auch jemand solche Erfahrung gemacht, ich würde mich freuen wenn ihr mir antwortet.

Endschuldigt das ich Euch mit solch trüben Gedanken #bla #bla#bla habe.

Jule + baby Fynn Niklas 28 SSW

Beitrag von manon32 18.02.06 - 16:31 Uhr

Hallo Jule,

hattest Du Dich nicht vor kurzem erst von Deinem Freund getrennt?

Es braucht wohl ein wenig Zeit, Dich mit der neuen Situation anzufreunden. Gerne würde ich Dir helfen. Schreib mich doch über meine VK an, wenn Du reden willst oder Hilfe brauchst.

Ganz liebe Grüße

Manon + #babygirl 37. SSW

Beitrag von kmh2105 18.02.06 - 16:34 Uhr

liebe jule

klingt hart !aber reiß dich mal zusammen!
du wirst mutter und da muss du stark sein icht schon jetzt verzweifeln!du wirst das schon schaffen!!du hast instinkte und du wirst sicherlich immer das richtige für deinen kleinen tun!mach dir nicht so viele sorgen !!

versuche einfach dein bestes!dann wird es schon klappen!

lg kerstin

Beitrag von steffni0 18.02.06 - 16:50 Uhr

Hallo Jule!

Das ist ganz normal, dass Du Sorgen und Ängste hast! Das macht doch schon mal eine gute Mutter aus, oder?! Dass sie sich Sorgen darüber macht, ob sie eine gute Mutter sein kann. Finde ich zumindest!

Wir werden alle gute Mütter sein!!! Allein die Tatsache, dass Du hier im Forum nachfragst, Dir Sorgen um Deinen Krümel machst und in der Notsprechstunde warst, zeigt doch, dass Du Dich sehr wohl schon um Dein Baby sorgst.

Ich mache mir auch Sorgen und Gedanke und ich habe Ängste und schlechte Träume. Und im Gegensatz zu Dir habe ich meinen Partner noch. Es sind doch für Dich 2 harte neue Situationen. Die Trennung vom Freund und die Ungewissheit vor der Zukunft. Wenn man da keine Angst kriegt, dann stimmt doch was nicht, oder?!

Und eins noch: Niemand erwartet, dass Du 365 Tage im Jahr 24 Stunden eine gute Mutter bist!!!! Du wirst nicht immer eine gute Mutter sein können. Manchmal wird Dich Dein Krümel verrückt machen und manchmal wirst Du ihn einfach für ein paar Stunden weggeben wollen, um in Ruhe ein Bad nehmen oder etwas schlafen zu können. Und das ist gut so!!!! In diversen Büchern und Zeitschriften kann man lesen, dass es für die Mutter (also Dich) und das Kind sehr wichtig ist, dass die Mutter sich auch mal Zeit nur für sich gönnt. Denn Du wirst auch mal wieder Kraft tanken müssen. Dann lass eine Freundin oder die Oma mit dem oder der Kleinen spazieren gehen und Du ruhst Dich ein bißchen aus. Das ist vollkommen in Ordnung!!!!! Wenn Dir Hilfe angeboten wird, dann nimm sie auch an!!!! Und wenn sie Dir nicht angeboten wird, dann bitte an richtiger Stelle darum.

Niemand verlangt von uns, dass wir alles ganz allein und ganz perfekt schaffen werden!!!!!

Ich wünsche Dir viel Kraft, Dir auch mal ein paar Schwächen einzugestehen! Und wenn Du wieder Kummer hast, dann melde Dich sehr gerne ruhig bei mir.

Alles Liebe

Steffie

Beitrag von feofanja 18.02.06 - 20:17 Uhr

Hallo Jule!

Bei mir war es so das ich das ganze zweite Schwangerschaftsdrittel nur deprimiert war. Mein Kind ist schon ein Wunschkind und nicht einfach nur passiert, deshalb habe ich mir noch mehr Vorwürfe gemacht. Habe zeitweise das Kind sogar gehaßt! Konnte auch lange Zeit keine Muttergefühle aufbringen. Naja, das ist dann echt furchtbar, man liest ja auch überall nur von glücklichen Schwangeren und man wird ja auch ständig gefragt wies einem geht und wehe man würde die Wahrheit sagen, was wäre dann wohl los! JederI erwartet doch von einem das man glücklich sein muß. Oh wie ich das gehaßt habe!
Dann kommt auch noch dazu das, wie überall zu lesen ist, das Kind die Gefühle, also auch Ablehnung der Mutter voll mitbekommt, dann macht man sich da wieder Sorgen. Irgendwie kommt man aus dem Teufelskreis gar nicht mehr raus und verstrickt sich nur noch mehr darin.
Habe das dann meiner Hebamme erzählt und die hat gemeint das es vielen Schwangeren so geht und das auch viele von den, ach so glücklichen, gar nicht wirklich so glücklich sind. Es wird halt nur von jedem erwartet.
Gebessert hat es sich bei mir erst im letzten Drittel, da konnte ich es so langsam akzeptieren. Stehe jetzt 10 Tage vor meinem ET und leider erwische ich mich doch ab und zu noch beim Grübeln. Ich bin zwar nicht allein erziehend, aber mein Freund hat aus erster Ehe schon eine Tochter. Dadurch geht natürlich jeden Monat eine Menge Geld (Unterhalt) weg, was wir gut gebrauchen könnten.
Demnächst ziehen wir in eine größere Wohnung (wohnen jetzt zu zweit in einem Zimmer, bald zu dritt) und eigentlich, um wirklich gut leben zu können und sich keine Sorgen ums Geld machen zu müssen, dürften wir gar keine größere Wohnung beziehen, da es eigentlich zu teuer ist. Vom Amt bekommen wir leider keinerlei Unterstützung!
Für uns wäre es das beste, hat mir auch Pro Familia bestätigt, wenn ich mit meinem Freund getrennt leben würde und allein erziehend wäre.
Mach Dir also wegen finanzieller Dinge keine Sorgen, als Alleinerziehende wirst du echt gut unterstützt.
Natürlich ist das für dich bitter, wenn Du erst eine Trennung hinter Dir hast und ich denke das dies mit Sicherheit auch eine große Rolle mitspielt, das Du Dich nicht so positiv fühlst. Aber glaube mir, auch Du wirst eine gute Mutter werden, da bin ich mir hundertprozentig sicher!Gib Dir einfach ein bißchen Zeit und habe Geduld und setze Dich nicht selber unter Druck. Du kannst Dir ja, wie Du schon gemacht hast, auch professionelle Hilfe holen. Es ist wirklich nicht schlimm wenn man zu nem Psychiater geht! Aber wie gesagt, ich denke das legt sich bestimmt bei Dir auch noch.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin alles Gute und wenn Du mal wieder Kummer hast kannst Du mir auch gerne schreiben.

Liebe Grüße und Kopf hoch!
-Feo



Beitrag von hen71 19.02.06 - 15:33 Uhr

Hallo Jule,

nur ganz rasch (meine Kleinen wachen gleich aus dem Nachmittagsschlaf auf):

Mach Dich bitte nicht verrückt. Hab nicht zu hohe Ansprüche an Dich selbst (wie bereits erwähnt: Du kannst, nach menschlichem Ermessen und meiner Erfahrung, gar keine 24h/7Tage-Mutter sein, ohne einen großen Preis dafür zu zahlen- den spüren dann Du und Dein Kind).
Ich (und ich bin sicher fast alle Mütter) kenne solche Zweifel, ob man eine gute Mutter ist, das Richtige für die Kleinen tut etc.; Zweifel, die auch nach der SS immer wieder auftauchen können- letztlich kannst nur Du selbst herausfinden, zusammen mit Deinem Kind, wie's für Euch das Richtige ist.
Du musst keine "gute" Mutter werden (was immer das heißt und es heißt heutzutage etwas ganz andres als noch vor 100 Jahren!), sondern die einzige, richtige, "gutgenuge" Mutter für Dein Kind. Und das wirst Du ganz automatisch.
Du wirst das schon merken- nicht nur, indem Du schaust, wie geht's meinem Kind, hat es alles, was es braucht, sondern auch, indem Du für Dich beantwortest: Geht's mir gut?

Ein Lesetipp noch gegen Zweifel und Ängste und für eine mal etwas andere Perspektive:
Herrad Schenk: Wieviel Mutter braucht der Mensch? rororo 2002 (5. Auflage)

Alles Gute noch für die restliche SS und die Zeit danach, #blume
Caroline (mit Konrad, 2; Arthur 14 Monate und "Terzinchen", 18.SSW)