Ab wann soziale Kontakte, laut ARGE?!

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von sannisu 18.02.06 - 19:37 Uhr

Hallo,

kann eine Familie (2 Erw. und 1 Kind, 2 Jahre) quasi gezwungen werden, umzuziehen auch in eine andere Stadt? Das Kind ist noch nicht im Kindergarten, aber angemeldet. Familie wohnt in der Nähe und auch der Wiedereinstieg ins Berufsleben ist günstig, nur leider ist die Miete zu hoch. Der Mann ist seid ca. einem halben Jahr arbeitslos, hatte aber zwischendurch 2 oder 3 Jobs angenommen und die auch fristgerecht gemeldet etc. Nun wurde ihnen von der zuständigen Person gesagt, das Kind hätte ja noch keine solzialen Kontakte und sie wären ja erwachsen, deswegen sollen sie sich auch mal in anderen Städten umsehen und hören. Finde das ganz schön heftig, gehts denn so einfach?

Danke für Rat
Gruß
Sannisu

Beitrag von junimond.1969 18.02.06 - 20:04 Uhr

"gehts denn so einfach"

Ja und Nein. Ja, man kann sie aufordern, auch in anderen Städten zu suchen, denn Kontakt zur Familie kann man auch halten, wenn man ein paar Kilometer weg zieht. Zudem ist das Kind noch nicht im KiGa.

Nein sage ich, weil in aller Regel die einzelnen Kommunen (als jeweilige Träger der "Kosten der Unterkunft" - Wohnkosten tragen die Kommunen, den Rest der Bund) alle ALG II-Empfänger als Wohnungssuchende (für öffentlich geförderte, also Sozialwohnungen) ablehnen. Schließlich würden sie sich damit Kosten an Land ziehen und die eigenen Bürger gehen sowieso erst mal vor, man muss normalerweise entweder in der jeweiligen Stadt arbeiten oder früher schon mal länger dort gelebt haben oder nahe Verwandte (Mutter, Vater) dort haben, damit sich auf die Liste setzen lassen kann.

Selbst erlebt - der Kreis sagte "Eure Miete ist zu hoch, sucht und meldet Euch wohnungssuchend." Wir konnten das aber nur hier tun, alle anderen Städte: "ALG II-Bezug? No way, bei uns bitte nicht." Und auf dem freien Markt als ALG II empfangede Familie eine Wohnung finden? Kannst Du auch in aller Regel einen Haken dran machen.

Gruß
Christine

Beitrag von sannisu 18.02.06 - 20:55 Uhr

Das ist es ja: Es gibt einfach wenig freie Wohnungen für die jeweilig vorgeschriebene Maximal Miete und/oder als ALGII Empfänger aufm freien Markt schon mal gar nicht....Es ging jetzt auch nicht um 5 oder 10 km sondern schon an die 100-200 km.

Heisst das wenn das Kind im KiGa ist, geht es nicht so "einfach"?

Schon mal danke für die Info und gruß
Sannisu

Beitrag von junimond.1969 19.02.06 - 23:31 Uhr

Es geht so oder so "nicht so einfach", wie ich Dir schon beschrieben habe. Klar kann man sagen "Sucht auch in einer anderen Stadt." Ich würde sogar soweit gehen und sagen KiTa ist so immens von Bedeutung nicht, mein Sohn hat seine auch mal gewechselt und einen guten Einstieg hier gehabt. Aber: Erst mal muss die Familie überhaupt eine Wohnung finden und im ALG II-Bezug ist das meines Erachtens nur auf dem "Markt" der öffentlich geförderten Wohnungen möglich und für die kann man sich meist nur in der eigenen Stadt wohnungssuchend melden bzw. die Wohnungsbaugesellschaften sind gehalten erst mal die Bürger der Stadt zu versorgen, bevor Leute von außerhalb dran kommen. Auf dem freien Markt gibt es wohl kaum Vermieter, die ALG II-Empfänger nehmen.

Gruß
Christine