Umzug - wenn nicht verlier ich ihn.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Katrin 19.02.06 - 09:56 Uhr

Guten morgen:

hab folgendes Problem:

bin mit meinem freund nun 8 monate zusammen. Er wohnt seit zwei monaten bei mir, aber für ihn steht fest das wir in den nächsten Monaten oder spätestens wenn ich mal Schwanger bin wieder dahinn ziehen wo er herkommt. Die beiden Wohnorte um die es sich dreht liegen gerademal 20 km auseinander, werden aber mal wirklich zum Problem werden. Er will nämlich das seinen Kinder mal auf keinen Fall hier aufwachsen. Ich wohne in Bayern und er kommt aus Thüringen. Wie gesagt zwei Bundesländer aber nur 20 km Distanz. Ich hab für mich gute Gründe hierzubleiben:

- meine Tochter (4) geht hier in den Kiga und fühlt sich sehr wohl.
- meine Mutter und meine Schwester sind beide hier und immer zur stelle wenns mal "brennt"
- ich kann mir hier leichter einen neuen Job suchen da ich ja meine Mutter da hab die im notfall einspringt.
- ich hab hier Freunde und fühl mich total wohl
-meine Familie ist hier , mein Bruder und seinen kleine Tochter...
- ich weiß jetzt schon das ich mich in der anderen Stadt niemals wohlfühlen würde!!!
- Mein Freund hat total bescheuerte Arbeitszeiten (nachts und Wochenende) und ich währe sowieso total oft allein, und dann noch in DIESER Stadt allein...

Er hat NUR folgende Gründe:
- Er will das seinen Kinder nicht hier aufwachsen (im Westen eben)
- er hätte wohl mehr zu fahren (da er aber sowieso in halb Deutschland unterwegs ist find ich fallen diese 20 km auch nicht wirklich ins Gewicht.
-Muss dazu sagen das seine Familie nicht im Ort ist und im Notfall schnell da ist.

Und nen neuen Job kann ich dann dort nur annehmen wenn er wirklich 100% mit den Kiga-Zeiten zusammenpasst.

Ich hab jetzt lange nix gesagt und mich zwischendurch echt bemüht aber je näher alles rückt (wir planen ein Kind) desto mehr belastet mich das alles. Ich muß mit ihm aber darüber reden bevor ich schwanger bin sonst wirft er mir mal vor das ich absichtlich solange gewartet habe nur um ihn unter druck zu setzen. Wenn ich aber zu ihm sage das ich auf keinen Fall dahinn ziehe dann ist die schlimmste Konsequenz das Schluß ist, darüber bin ich mir im klaren.

Abr ich kann doch nicht zu allem Ja und Amen sagen nur das er Glücklich ist. Ich Liebe ihn ja, aber manches ist eben nicht so wie ich mir es vorstelle. Ich hätte z. B gern einen "Ersatzpapa" für meine Tochter, aber er hat irgendwie keinen richtigen Draht zu ihr. Sie darf bzw. soll z.B niemals Papa sagen, selbst wenn sie weiß das er nicht der richtige Papa ist und sie aber den bezug zu ihm hätte und es eben sagen wöllte. Zumal wir ja noch ein Kind wollen, soll meine Tochter dann die sein die nicht Papa sagen darf und immer nur zusehen muß? Ich weiß das es anders geht. Mein letzter Freund hat meine Tochter geliebt wie sein eigenes Kind und hat sich auch dementsprechend bemühlt.
Mein jetztiger Feund lässt das alles mehr oberflächlich laufen (will aber in der Erziehung mitreden und meckert auch oft über meinen Tochter). Er will also quasi mitspracherecht aber wil auf der andern seite keine Mühe und Verantwortung dafür übernehmen. Meine Tochter akzeptiert ihn mitlerweile nach anfänglichen großen Problemen. Und es tut mir weh wenn ich sehe das sie sich jetzt so an ihn gewöhnt und ihn akzeptiert aber von der anderen seite keine 100% kommen.
Ich hab mir immer geschworen das meine Tochter NIEMALS unter einen Freund den ich habe leiden soll, bzw. sie steht immer an erster stelle ganz klar, aber ist das was ich mache richtig?
Das ist das einzigste Problem zwischen uns, sonst läuft es super.
Aber wenn ich daran denke das ich irgendwann alleine in einer Stadt sitze wo ich mich total verloren fühl und sowieso mehr Zeit alleine bin mit meiner Tochter als mit ihm dann merk ich das ich das langsam ansprechen muß!! Auch wenn es am ende in einen ganz andere richtung läuft!

Was soll ich denn nur machen? Mein Verstand sagt Nein machs nicht und schon lange nicht solange wie meine Tochter nicht 100% angenommen wird wie sie ist. Und eben nicht unter den Vorrausetzungen.
Mein Herz wird aber auch ganz schön drunter leiden wenn die Beziehung fertig ist. Ich mach echt viel für ihn aber ich finde da müßte er auch mal über seinen Schatten springen. Da er ja auch nicht hier wohnen will kann er sich ja vorstellen wie ich mich dann erst fühlen muß.

Bitte sagt mir eure ehrliche Meinung dazu!!!

Liebe Danke für Lesen (gan schön lang gworden)
Katrin

Beitrag von tennimaus 19.02.06 - 10:35 Uhr

Hallo,

rede einfach mit ihm! Ich kann mir nicht vorstellen, dass 20 km so ein grosses Problem sein sollen, zumal du wirklich gute Gruende aufgezaehlt hast, in deinem Wohnort zu bleiben. Diese OST/WEST masche von deinem Freund kann ich ueberhaupt nicht nachvollziehen, wo liegt da bitte der Unterschied? Dazu muss ich sagen, ich bin auch im "Ostteil" gross geworden und dann als Teenager in den "Westen", wo ich heute noch lebe und mich auch wohl fuehle. Schade dass es noch solches denken gibt.
An deiner Stelle wuerde ich auch noch etwas warten, mit den ganzen Entscheidungen. Er lebt jetzt zwei Monate bei euch? Ich finde die Zeit zu kurz, um irgendwelche Umzugsplaene ueberhaupt in Verwaegung zu ziehen, gerade wegen dem Verhalten deiner Tochter gegenueber.
Ich kann verstehen, dass er nicht Papa genannt werden moechte, er ist es nunmal nicht und nach so kurzer Zeit wuerde ich es persoenlich auch nicht wollen, dass jemand Mama zu mir sagt. Da musst du seine Einstellung schon akzeptieren. Aber manchmal kommt es von ganz alleine, besonders dann wenn ein gemeinsames Kind da ist, dass er es von ganz alleine moechte, dass die Grosse auch Papa sagt.
Ich wuerde aber sagen, gebt euch mehr Zeit, bevor ihr irgendwelche Plaene macht, auch zum Wohle deiner Tochter. So eine kleine Familie muss auch ersteinmal zusammen wachsen, dass geht leider nicht von heute auf morgen.

lg

Beitrag von ummhilal 19.02.06 - 10:13 Uhr

hallo,
du willst einen ehrlichen rat?
verlass ihn!
DU machst soviel für ihn, er akzeptiert(nach8!!! monaten)deine tochter nicht.
du weisst doch schon die antwort selber-geh und setzt bloss kein kind in die welt.
UND:ER!!! stellt sich garnichts vor mit dir. hoffe da nicht drauf, dass er einfühlsamer wird.
lg

ummhilal

Beitrag von manavgat 19.02.06 - 11:27 Uhr

Hier geht es doch gar nicht um den Wohnort, sondern um die Machtfrage!

Er ist rücksichtslos und dominant.

Brauchst Du das?

Gruß

Manavgat

Beitrag von babette35 19.02.06 - 12:17 Uhr

Hallo Katrin,

bei solchen Grundsatzproblemen ein weiteres Kind zu planen verschlägt mir fast die Sprache.
Ihr wißt noch nicht mal, wo Ihr wohnen werdet, er verläßt Dich, wenn Du nicht "spurst"....
Dir ist schon klar, daß Du vermutlich in absehbarer Zeit mit 2 Kindern von 2 Vätern allein dastehst? Und das stell ich mir dann langsam nicht mehr so prickelnd vor.
Also, die Sache mit dem gemeinsamen Kind würde ich vorerst auf alle Fälle auf Eis legen!!!

Er kommt nicht wirklich mit Deiner ersten Tochter zurecht und weigert sich, eine wahrscheinlich "normale" Bindung zu Deinem Kind aufzubauen. Und sie kommt wirklich an erster Stelle????

Geh nach Deinem Verstand. Wenn er meint, die Beziehung dann beenden zu müssen, kann es meiner Meinung nach nicht allzu weit her sein mit seinen Gefühlen. Dann ist es besser so!!
Natürlich bedeutet es für Dich Herzschmerz. Aber hatten wir den nicht alle schon mal? Geht der nicht vorbei?

Für mich wäre die Sache mit Deiner Tochter ausschlaggebend, ich würde die Beziehung nicht fortführen. Denn meine Kleine steht bei mir tatsächlich an erster Stelle und ich selbst könnte einen Mann, der so eine Einstellung zu meiner Kleinen hat, nicht lieben. Und selbst wenn, Herzschmerz vergeht und irgendwann kommt der Richtige.

Alles Gute,
Babette

Beitrag von dtrukad 19.02.06 - 13:58 Uhr

Hallo,
ganz ehrlich ich würde den Typ abschießen. Ich würde mich nicht erpressen lassen:
"Wenn ich aber zu ihm sage das ich auf keinen Fall dahin ziehe dann ist die schlimmste Konsequenz das Schluß ist, darüber bin ich mir im klaren. "
Und das Kind akzeptiert er auch nicht.
Für mich wären das zwei Dinge, die ausreichen um Schluss zu machen.
Gruss

Beitrag von bine3002 19.02.06 - 14:51 Uhr

Also wenn eine Beziehung schon an 20 km scheitert, dann kann da was ganz gehörig nicht stimmen. Was ich mich frage, warum zieht man denn da nicht einfach in die Mitte? Das ist doch nun wirklich ein Kompromiss, der machbar ist. Jeder hätte 10 km zu fahren, um zu Freunden, Bekannten und Verwandten zu kommen und das ist doch nun wirklich nicht viel.

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich muss schon mein Leben lang immer so 10 km fahren, um zu irgendeinem Kumpel zu kommen. Wir wohnen in der "Stadt" (Kleinstadt) und alles anderen auf dem Dorf. Kein Problem... ich fahr das sogar mit dem Fahrrad, wenn das Wetter gut ist.

Bei uns entscheidet sich der Wohnort danach, wie wir am Günstigsten über die Runden kommen, sprich möglichst viel Sprit sparen.

Verstehe die Problematik nicht so ganz.

Beitrag von gh1954 19.02.06 - 15:30 Uhr

>>> Also wenn eine Beziehung schon an 20 km scheitert, dann kann da was ganz gehörig nicht stimmen. <<<

Das habe ich auch beim Lesen gedacht.
Klingt für mich fast schon so, als würden beide einen Grund suchen, Schluß zu machen und der Wohnort ist der ideale Aufhänger, da würde keiner von Beiden "das Gesicht verlieren" und es wäre nicht nötig, über irgendwelche Probleme zu sprechen.

Gruß
geha

Beitrag von eifelsonne 19.02.06 - 19:28 Uhr

Ihr Zwei könnt nicht richtig ticken. Ich würde Jubelarien anstoßen, wenn ich 20km zu meiner Freundin hätte.

Wenn eine Beziehung an 20km scheitert, ist es keine Beziehung!

Ihr treibt beide Machtspiele, nicht nur er, wie Manavgat behauptet.

Deine Argumente 1 bis 3, 5 und 6 sind keine Argumente, die sind herbeigezogen bei 20km.

Das Kinder nicht im Westen aufwachsen sollen ist kein Argument, sondern Kleinkinderkacke.

Mehr zu fahren, bei 20km, wer das als Argument betrachtet, hat einen Schaden!

Das mit seiner Familie kapier ich gar nicht.

Ich würde mir eher mal durch den Kopf gehen lassen, wie er mit deiner Tochter klar kommt... Ich finde es korrekt, dass er sich nicht Papa nennen lassen will. Er ist es ja auch nicht. Aber deine restliche Umschreibung stimmt mich eher nachdenklich.

ABER! EINE GUTE BEZIEHUNG SCHEITERT NICHT AN 20 km.!!!

Beitrag von nick71 20.02.06 - 11:00 Uhr

"Das ist das einzigste Problem zwischen uns, sonst läuft es super."

Dieses eine Problem wird zum Riesenproblem werden, wenn Ihr erst mal ein gemeinsames Kind habt. Er wird die Kleene dann sicher noch mehr spüren lassen, dass sie nicht SEINE Tochter ist. Die "Gleichbehandlung" haben eh nur wenige Leute im Griff, aber wenn er sich jetzt schon so bescheuert aufführt, wird das garantiert nicht besser werden...im Gegenteil. Gefühle kann man nicht erzwingen und wenn er sie für Deine Kleine nicht hat, lässt sich da nichts dran ändern. Du weisst, dass es auch anders laufen kann (siehe Dein Ex-Freund), deshalb frage ich mich, warum Du Deine Tochter so einer Situation aussetzt. Dein Kind wird auf Dauer psychischen Schaden erleiden...die Prognose wage ich jetzt einfach mal zu machen.