Hauskauf

Archiv des urbia-Forums Haushalt & Wohnen.

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Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei "Finanzen & Beruf" aufgehoben". Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service "Die besten Haushaltstipps".

Beitrag von sanja_ 19.02.06 - 14:02 Uhr

Ich und mein Mann würden uns gerne ein Haus kaufen. Wir würden höchstens 200.000 Euro für ein Haus zahlen. Mich würde interessieren ob sich jemand in dieser Preisklasse ein Haus gekauft hat. Wie hoch sind die monatlichen Raten für den Kredit und wie kommt ihr finanziell aus? Uns stehen zurzeit ca. 2000 netto zur Verfügung, das wird sich aber ändern, wenn ich wieder anfange zu arbeiten. Glaubt ihr wir könnten es wagen oder sollen wir lieber monatlich € 540 Miete-kalt für die Wohnung zahlen, die uns nie gehören wird.

Beitrag von gh1954 19.02.06 - 14:20 Uhr

Das kommt darauf an, wieviel Eigenkapital ihr habt.

Bei einer Vollfinanzierung der 200000 Euro, was kaum eine seriöse Bank machen würde, beliefe sich die monatliche Belastung auf ca 1000 Euro. (Bei einer Tilgung vom 1%)

Beim Kauf eines Hauses fallen zudem noch Kosten für Gericht, Notar, Grunderwerbsteuer und eventuell Makler an, was schnell über 10000 Euro kommt.

Als Nebenkosten kannst du in einem Haus mit 2 -3 Euro je qm pro Monat rechnen.

Und dann mußt du auch Rücklagen schaffen für Reparaturen.

Gruß
geha

Beitrag von gh1954 19.02.06 - 14:23 Uhr

Ich hab noch was vergessen:

Die meisten Banken wollen eine Absicherung für ihren Kredit, wir "mussten" damals eine Risikolebensversicherung abschließen.
Das sind auch noch einige Euro im Monat.

Beitrag von peterpanter 19.02.06 - 16:27 Uhr

Hi,

Bei einem Kaufpreis von 200.000 fallen zusätzlich 3,5% Grunderwerbsteuer und ca. 1.500 Euro Notar/Gerichstskosten an. Ein Malkler kann auch mit ca. 8-12 TEUR zu Buche stehen.

Damit beläuft sich euer Finanzbedarf auf ca. 220.000 Euro. Hier sind noch nicht evtl. Renovierung (bei gebrauchter Immobilie) oder sonstiger Finanzbedarf bei Neubauten (z.B. Außenanlagen, neue Küche, Tapeten, Bodenbeläge, Lampen, Vorhänge...........) mit gerechnet.

Ein Darlehen von 220.000 kostet ca. 1000 Euro Zins und 1% Tilgung. Dazu kommen noch die Nebenkosten von ca. 250 - 350 Euro im Monat.

Um dies auf Dauer zu finanzieren sehe ich ein montliches Einkommen von 3000 - 3500 bei 3 Personen als minimum. Auch sollte die Planung davon ausgehen, das man dies auch mit nur einem Verdienst finanzieren kann. 2000 Euro sind hier absolut zu gering.

Die Höchstgrenze meiner Meinung ist eine Kreditsumme von 120 - 150 Tsd. Euro.



grüßle

peter



Beitrag von sonne_1975 19.02.06 - 16:38 Uhr

Es stimmt alles, nur dass die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar und Makler) nicht mitfinanziert werden dürfen bei der Bank. Sie muss man sowieso vorstrecken, weil sie früher fällig werden.
D.h. mind. 20.000 EUR müsst ihr haben, um wenigstens diese Kosten zu bezahlen. Dann für die Renovierung (auch wenn nur Tapeten und Böden) braucht man auch einige Tausende EUR.

Gruss. Alla

Beitrag von peterpanter 20.02.06 - 08:17 Uhr

Hi,

das kann man nicht pauschalieren - nur weil es seine eigene Bank nicht macht.

Dies ist von Bank zu Bank verschieden und es gibt durchaus Banken welche die Kaufnebenkosten ganz oder teilweise mitfinanzieren. z.B. die Deutsche Bank.

Was natürlich auch wieder vom Kreditnehmer und vom Objekt abhängt - aber das ist bei allen Banken Kriterium.

grüßle

peter

Beitrag von rosaundblau 20.02.06 - 09:06 Uhr

Guten Morgen Sanja,

das wesentliche wurde bereits geschrieben. Da die Finanzierung nur mit einem Gehalt stehen sollte, sind 2000 EUR netto einfach zu wenig.

Die Kaufnebenkosten werden sehr wohl von einigen Banken mitfinanziert. Die Deutsche Bank wurde schon erwähnt, ich weiss noch von der Dresdner Bank und sogar einigen Sparkassen. Manchmal ist es vielleicht Verhandlungssache!

Jetzt aber zu meinen Gedanken:

<<<oder sollen wir lieber monatlich € 540 Miete-kalt für die Wohnung zahlen, die uns nie gehören wird.>>>

Das klingt natürlich hart und einfach nach rausgeschmissenem Geld, aber es ist WENIGER ALS DIE HÄLFTE die Euch ein 200.000 EUR-Haus kosten wird.


<<<Wir würden höchstens 200.000 Euro für ein Haus zahlen.>>>
Wenn Ihr ein 200.000 EUR-Haus finanziert, kostet es Euch am Ende weit über 350.000 EUR!!! Betrachtet die angebotenen Häuser unter diesem Aspekt. Sind sie es dann immer noch wert? (Das Verhältnis verbessert sich natürlich je mehr Eigenkapital ihr zur Verfügung habt.)

<<<wie kommt ihr finanziell aus?>>>

Bist Du bereit auf vieles, für eine lange Zeit, zu verzichten? Essen oder ins Kino gehen, evtl. zweites Auto, oder mal ein neues Auto, Werkstattkosten etc.... Die nächsten 15 Jahre deinen Urlaub im Garten statt sonst wo zu machen? Hast Du alles wohl überlegt und selbstüberzeugend mit "Ja" beantwortet, versucht es............. sonst lasst es sein!

VIEL ERFOLG
rosaundblau

Beitrag von sanja_ 20.02.06 - 14:23 Uhr

Danke, für die Antworten. Wenn ich nach der Karenzzeit wieder arbeiten gehe, stehen uns ca. 3000 netto ohne die Überstunden von meinem Mann zur Verfügung.

Ins Kino bin ich nie gern gegangen. Ich schau mir lieber die Filme auf DVD mit Heimkino an. Ab und zu ins Restaurant essen gehen, sollte sich trotzdem ausgehen. Wir gehen ja nicht so oft Essen. Meistens zu Bekannten oder sie zu uns. Was den Urlaub betrifft, meine Schwiegereltern werden ein Haus am Meer in Kroatien kaufen (höchstwahrscheinlich noch heuer) und dann können wir trotzdem billig auf Urlaub fahren.

Ein neues Auto haben wir auch, dass heißt sollte nichts unvorhergesehenes (Unfall) passieren, brauchen wir für die nächsten Jahre kein neues Auto. Meine Eltern würden uns ja auch ein bisschen unterstützen.

Aber wir werden auf jeden Fall noch warten und versuchen soviel wie möglich zu sparen. Ein 2tes Kind wollen wir auch noch. Wir werden dann sehen, ob wir uns trauen diesen Schritt zu machen, weil es doch beängstigend ist 25 Jahre einen Kredit zu haben.

Vielen Dank noch einmal an alle, die mir geantwortet haben.