Frust!Könnte heulen!!!!!!!!!!!(lang)

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von rike80 19.02.06 - 14:03 Uhr

Also ich werde noch wahnsinnig!Nach nun zwei Brustentzündungen:-[:-[ innerhalb von 3Monaten habe ich nur noch Probleme mit dem Stillen!Alles fing schon nach der Geburt an,dass Cedrik die Brustwarze nicht halten konnte(habe ziemlich flache Warzen)Man gab mir Stillhütchen und das Problem schien gelöst,bis ich ca 2Wochen nach der Geburt eine Brustentzündung#schock bekam und auch immer zu viel Milch habe!Man gab mir Antibiotika(stillfreundliches)Ich quälte mich dadurch#heul!Dann hatte sich scheinbar alles wieder normalisiert bis ich vor 2Wochen wieder eine Entzündung bekam#schock!Ich suchte im Internet nach einer Lösung#augen!Die Stillhütchen lassen es nicht zu,dass Cedrik die Brust komplett leer trinkt!Ich habe also versucht ihn ohne Stillhütchen zu stillen,doch tut das meinen Warzen weh#schmoll,obwohl er gut angelegt ist!Muss auch sagen,dass ich morgens einmal pumpe,da er immer nur eine Brust schafft, aber nachts von 22.00-5Uhr durchschläft. So und nun zu meinem momentanen Problem:

Immer nach dem Stillen(Stille jetzt wieder mit Hütchen)
bekomme ich fürchterliches Ziehen und Stechen in der linken Brust!Sie ist weder hart noch rot(also keine Brustentzündung)!Als würde ich merken,wie die Milch wieder in die leer getrunkenen Depots einschiesst!Ein fürchterliches Gefühl:-[!Kühle auch jetzt,aber das hilft nicht wirklich!Beim Stillen tut es nur anfangs kurz weh bis der Milchspendereflex einsetzt und dann ist es gut!Paar Minuten nach dem Stillen fängt das Ziehen an!Habe auch Cedrik schon wegen nem Soor untersucht,aber nix!



Habt ihr eine Idee??????#aha



Wenn es nicht für Cedrik das beste wäre,würde ich den ganzen scheiss hinschmeissen!Bin echt fertig!Will aber seinetwegen nicht aufhören!#schmoll



Es ist ziemlich lang geworden,aber ich kann echt nicht mehr!!!!!



Rike + Cedrik(*18.11.05)

Beitrag von hen71 19.02.06 - 16:35 Uhr

Hallo Rike,

Du wirst sicher von anderen noch Ratschläge bekommen, worum es sich beim stechenden Schmerz handeln könnte und wie Du - dennoch- weiterstillen kannst.

Von mir allerdings, die ich beim ersten Kind (inzwischen ein äußerst energievoller, aufgeweckter, meist gesunder Knabe von 2 3/4 Jahren) auch lange mit dem Stillen und diversen Milchstaus und meist täglichen "Beratungsstunden" am Telefon mit einer äußerst sturen, aufs Stillen absolut fixierten Hebamme oder mit Frauen von der LaLeche-Liga im wahrsten Sinne "gekämpft" habe, ganz zu schweigen von den eigenen Versagensgefühlen angesichts eines trotz und während des Stillens nie "stillen" Babys und des Selbstzerfleischens "Aber die Flasche wäre doch nicht das beste für mein Kind" etc.-
von mir bekommst Du- zum Ausgleich- mal den ketzerischen Rat, bzw. die Frage:

Wie lange willst Du Dir und dem Kleinen das noch antun? Muss das wirklich sein? Wem tust Du denn gerade was Gutes?
Natürlich kannst Du weitermachen und es gibt sicher genug Frauen, die es tun/getan haben in einer solchen Situation und die Dir sagen können, wie Du's am besten durchstehst, aber nach meinen Erfahrungen mit einem teilweise gestillten ersten, und einem gar nicht gestillten zweiten Kind, kann ich Dir nur raten, dann mit dem Stillen aufzuhören, wenn Du das nicht unberechtigte Gefühl hast: Ich kann nicht mehr. Es ist ein einziger Kampf.
Denn wie die Stillbefürworterinnen zu Recht sagen: Stillen sollte - zumindest überwiegend- eine positive Erfahrung sein.
Wenn es das nicht ist (und die Realität und Erfahrung ist halt nicht für alle Menschen/Frauen gleich, so, wie auch keine das gleiche Kind oder die gleichen Brustwarzen hat, verzeih die etwas seltsamen Vergleiche), sollte frau ohne schlechtes Gewissen und ohne Versagensgefühle das Stillen loslassen.
Du hast Deinem Sohn schon viel Gutes mitgegeben und das nicht nur über das Stillen, sondern vor allem über jede Geste der Liebe und der Fürsorge und der Nähe.
Du gibst schon genug. Aber mit einem verzweifelten Festhalten am Stillen nimmst Du Dir vor allem selbst die Nerven , die Du für Dich, die komplett veränderte Lebenssituation und Dein Baby brauchst.

Ich habe damals um den gleichen Zeitraum, in dem Du Dich jetzt befindest, abgestillt- gegen den Rat meiner Hebamme, allerdings mit der Unterstützung meines Mannes, meiner Mutter, Schwiegermutter und einer Bekannten, die ihre fünf Kinder (inzwischen alle in ihren 30ern) alle nicht gestillt hatte. Ich habe damals soviel Rückversicherung gebraucht, weil meine Ansprüche an mich selbst so hoch, meine Vorstellung von dem, was ein Babyhaben bedeutet, so starr und von "Pampers"werbung mit Weichzeichner geprägt war- und im Gegenzug meine unmittelbaren "Helfer" wie Hebamme und andere "frische" Mütter im Bekanntenkreis leider meine individuelle Not nicht gesehen haben.
Beim zweiten Kind war ich schon deutlich selbstsicherer, habe von vorneherein nicht gestillt (nach der durchweg guten Erfahrung mit der Flasche bei unserm Ältesten) und ein erheblich seelisch entspannteres Wochenbett verbracht- trotz eines Kleinkinds, das auch Aufmerksamkeit brauchte. Einer der schönen Nebeneffekte der Flaschenmilch: Bereits mit 13 Wochen schlief unser Zweiter durch (von ca. 12 Uhr bis morgens 6 Uhr).

Jetzt, beim Dritten, lass ich's ganz auf mich zukommen- werde aus Neugier, ob's auch mal stressfreier klappt, das Stillen probieren- aber, sobald ich mit Mastitis und Ähnlichem kämpfen muss, hör ich auf.

Noch als Lektüre (über amazon und leider nur auf Englisch erhältlich), welche das Flaschenfüttern mit ausreichend Argumenten, auch wissenschaftlichen, stützt:
Peggy Robin: Bottlefeeding without guilt. A reassuring guide for loving parents. Prima Publishing 1996

Liebe Grüße und viel #klee mit Deiner Entscheidung (auch wenn sie fürs Weiterstillen ausfällt),
Caroline
(mit Konrad, 2; Arthur 14 Monate und "Terzinchen", 18. SSW)

Beitrag von zitronengelb 19.02.06 - 20:14 Uhr

Hallo Caroline
Ich finde es toll mal eine vernünftige und überlegte Meinung zu hören statt immer die "es kommt nur... in Frage"-Verfechter.
(Wahlweise einfüllen Muttermilch, kein Zucker, schlafen im Schlafsack, ja keine Gluten.....)
Obwohl ich stille (mittlerweile mit Beikost) und das Problem nicht habe finde ich deine Aussage super!!!!!

Beitrag von kjuli 19.02.06 - 21:52 Uhr

Hallo Caroline,

Ich schliesse mich meiner Vorrednerin an. Es macht Spass, Deinen Beitrag zu lesen. Er ist interessant, zeigt Toleranz in der Sache ( die ich bei einigen Autorinnen bei Urbia vermisse) und ist ausserdem sehr gut geschrieben. Ich hatte zudem ebenso eine dieser "berufenen" Hebammen, die auch nicht die kleinste Teeflasche bei einem extrem hungrigen ersten Kind tolerierte und mich dazu verurteilte 24h im BH auf dem Sofa zu verbringen und zu stillen. Mein Selbstbewusstsein war im Keller und ich habe es einer resoluten Kinderkrankenschwester zu verdanken, gegen das Verdikt meiner Hebamme eine Teeflasche gegeben und mich aus diesem Teufelskreis befreit zu haben.

Beim zweiten Kind macht man, was man für richtig hält und dies ist gut so. Ich stille Emilia zZt. voll, aber wenn sie in die Krippe gehen wird ( in einem Monat und ich das mit der Milchpumpe nicht auf die Reihe bekomme, dann wird ohne grosse Qual auf Kunstmilch umgestellt, so viel ist sicher!

Also Dir viel Erfolg beim zukünftigen Stillversuchen!

Kristina

Beitrag von camille04 20.02.06 - 11:29 Uhr

Hallo Caroline,

auch von mir vielen Dank für dein Posting! Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen. Ich stille zur Zeit noch, bin mir aber nicht sicher, wie lange ich das noch durchhalte. Du machst mir Mut.

LG, Camille

P. S. Deine Kinder haben sehr schöne Vornamen!

Beitrag von hen71 20.02.06 - 20:38 Uhr

Hallo,

ach Gottchen, ich bin ganz gerührt über das Echo. Vielen vielen Dank für die Unterstützung und die Komplimente#danke- inklusive der für die Namensfindung (allerdings sind unsre männlichen Lieblingsnamen dank auch der zweiten Vornamen jetzt verbraten; falls unser Drittes wieder ein Junge wird, schauen wir glücklich, aber etwas blöd aus der Wäsche...).
Mit diesem Zuspruch hätte ich nicht gerechnet, aber vielleicht ist das eine Lücke? Vielleicht sollten frau/wir uns häufiger etwas zutrauen- und sei es auch nur das Formulieren einer abweichenden Meinung, um anschließend festzustellen, dass wir damit gar nicht so allein sind und sogar einigen anderen aus der Seele sprechen.

Ehe ich wieder ins leichte Schwafeln abgleite, und heute bin ich dank dicken Virus', der mich gleich wieder ins Bett lockt, der Sprache und meiner Gedanken nicht ganz so mächtig,nochmals vielen Dank für das gute "feed-back". Es hat mich total gefreut.
Ich hoffe sehr, dass auch Du, Rike, irgendetwas damit anfangen konntest und dass es Dir inzwischen etwas besser geht.

Viele liebe solidarische Grüße #blume
von einer hustenden
Caroline