Die Ehe geht bergab

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Lena 19.02.06 - 18:04 Uhr

Muss mich mal ausweinen#schmoll, denn irgendwie habe ich das Gefühl, unsere Ehe geht immer mehr bergab und ich bin Schuld daran:-(

Wir sind seit nem knappen Jahr verheiratet und unser Sohn ist jetzt ein halbes Jahr alt. Momentan ist der Kleine sehr schwierig, ich bin übermüdet und ich habe das Gefühl, mein Mann nimmt da keine Rücksicht drauf. Er unterstellt mir Sachen, ist sauer, weil wir heute nicht zu seiner Ma zum Mittag waren usw. Er versteht irgendwo nicht, das ich momentan echt aufm Zahnfleisch krauche. Klar, ich lasse meinen Frust an ihm ab, aber das ist doch kein Grund, mich als total blöde Kuh, die zu keinem Kontakt haben möchte, hinzustellen. Seine Mutter wohnt hier um die Ecke und hat ihren Enkel seit der Geburt 5mal gesehen#kratz Meine Ellis wohnen 100km weit entfernt und sehen ihn viel häufiger, zeigen Interesse und bemühen sich, mir trotz Distanz, zu helfen, wo es nur geht. Aber seine Mutter verspricht nur und macht nichts:-[ Sie wollte das Kinderzimmer bezahlen, zu Weihnachten nen teil vom hochstuhl bezahlen und was ist??? Keinen cent haben wir gesehen:-[ Mir gehts nicht um die Kohle, soll sie sich doch in ihren Hintern stecken, mir gehts um ihr ebeschissenen versprechen, die sie NIE einhält. Und ich bin dabei die Blöde??? Warum?

Aber das ist nicht unser einziges Problem (leider)... Momentan ist echt der Wurm drin#schmoll Er sieht nicht, was er mir abnehmen könnte (an Arbeit), ich pflaume ihn den ganzen Tag an:-[ Ich liebe ihn ja, aber irgendwie hat sich alles verändert und es ist nichts so geworden, wie wir uns es vorgestellt haben#schmoll Wie bekomme ich mich denn in den griff? Und wie können wir unsere Ehe wieder auffrischen???
Bin über jeden Tipp dankbar

Liebe Grüße

Beitrag von maukal 19.02.06 - 19:46 Uhr

Hallo,

es ist eine enorme Anstrengung für eine Frau, nach der Geburt - die vielleicht auch noch sehr mühevoll war - im Alltag plötzlich wieder funktionieren zu müssen. In den südlichen Ländern - wie z. B. Afrika - ist es üblich, eine Frau nach der Entbindung ca. 2 Monate von allem abzuschotten, was eine Belastung darstellen könnte. Einfach weil diese Völker wissen, wie wichtig eine richtige Erholung im Wochenbett für eine Frau UND das Kind ist. Leider übersehen das viele Männer und die natürlich Folge ist die ständige Überforderung von uns Mama´s. In schlimmen Fällen kommt noch eine richtige Depression hinzu, die natürlich wieder in vielen Fällen nicht verstanden wird. Was ich damit sagen will? Ich glaube Du könntest Dir mal überlegen, wer sich hier in den Griff kriegen sollte.

Natürlich ist das kein Freifahrtschein, den Partner ständig anzugiften, aber das tut man ja eben sowieso nicht dauernd. Das was Du tust ist meines Erachtens die ganz normale Folge, wenn eine Frau ständig um Hilfe schreit und keine bekommt. Die letzte Konsequenz, um nicht unterzugehen ist, sich bemerkbar zu machen und dafür darfst Du Dir keine Schuldgefühle zuschreiben.

Eure Situation ist, so wie sie sich mir darstellt, definitiv schwierig. Was ich auch raushöre, hast Du keine allzugute Beziehung zu Deiner Schwiegermutter. Steht denn Dein Mann hier nicht hinter Dir?

Versuch doch mal mit Deinem Mann darüber zu sprechen oder habt Ihr das schon getan? Vielleicht bleibst Du bei diesem Gespräch ganz bei dir und schilderst ihm dann wie Du Dich in dieser Situation fühlst.
Beschreibe ihm, was Du erwartest, evtl. läßt sich damit was bewirken. Und vor allem ändere Deine Einstellung. Du bist auch jemand und Du leistest im Moment Großartiges.

Liebe Grüße und alles Gute
Maukal

Beitrag von Lena 19.02.06 - 21:04 Uhr

Erst einmal danke für deine lieben Worte.

Ich bin mit meiner Schwiema bis zur Geburt meines Sohnes sehr gut zu Recht gekommen, doch mit dem kleinen ist alles anders geworden. Sie fragt nicht nach, wies ihm geht, will ihn nicht wirklich sehen, aber wenn ihr danach ist, muss ich springen #kratz Mein Mann steht natürlich auf ihrer Seite, ist der Meinung, ich würde alles und jeden schlecht machen #schmoll Ich habe schon oft versucht, mit ihm zu reden, soch leider haben wir damit keinen Erfolg, denn sobald eine Diskussion ansteht, werfen wir uns gegenseitig Dinge vor, die wir nicht wirklich so meinen. Naja, wenn wir sachlich bleiben, dann wird das auch nichts, weil dann einer von uns beiden keine Lust drauf hat (er eher als ich, weil er keinen Konflikt möchte). Wenn wir uns streiten, geht er in die Kneipe als "Ausgleich" zur Familie#gruebel und das kann ich nicht verstehen, weil er dann volltrunken wiederkommt, und das leider nicht selten. Seine Ma ist genauso, sie ruft hier teilweise sturzbetrunken in der Nacht an und quasselt mich zu. Gehe mittlerweile schon nicht mehr an unser Telefon, weil ich solche Telefonate echt unangenehm finde:-(

Da sind auch noch viel viel mehr Probleme, aber um die hier noch zu schildern#schwitz Hier mal ein Link
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=16&id=345946&pid=2276151
Das ist wohl eigentlich unser Hauptproblem. Er macht mir Vorwürfe, weil ich es nun lieber lassen möchte und ich bin sauer, weil er mich so wenig unterstützt. Die ganze Kacke lastet auf mir, lässt mich nicht zur Ruhe kommen#schmoll Aber er sagt nur "Ach, das passt schon"#kratz Ich möchte einfach ein Leben, welches nicht soviel von mir fordert, auch wenn das wohl zu einfach wäre...

Er lebt in seiner eigenen Welt, lässt alles, was zu nem Konflikt führen könnte, an sich abprallen und kommt einfach nicht in die Realität zurück:-(

PS: Hoffe, ich habe jetzt nicht zu großes Wirrwarr geschrieben, bin aber momentan echt nicht auf der Rolle#hicks

Beitrag von maukal 20.02.06 - 08:07 Uhr

Hallo Lena,

Du hast absolut keinen großen Wirrwarr geschrieben, ich versteh Dich sehr gut. Das mit der SM könnte meine Geschichte sein - bis auf die Kneipe und den Alkohol -. Aber ansonsten stand selten jemand hinter mir. Ich habe das lange Jahre mitgemacht, vor allem weil ich immer wieder hörte:"Das ist seine Mutter, du mußt das verstehen, er ist noch zu jung, versteht das nicht und so weiter..#bla#bla

Ich denke heute, man sollte zwar nicht sofort die Flinte ins Korn schmeißen und erst dem Partner noch eine wirkliche, ehrlich Chance geben. Aber wenn das nicht besser wird oder der Partner davon ausgeht, daß sein Verhalten geradezu normal ist, sollte man sich wirklich Gedanken darüber machen ob es nicht besser ist, einen Neuanfang zu wagen. Könntest Du Dir im Moment vorstellen, mit diesem Mann alt zu werden? Stell Dir die Frage in einem ruhigen Moment.

Niemand braucht sich auf Dauer ständig runterputzen zu lassen und das recht dazu hat absolut Keiner. es ist außerdem wichtig, sich in einer Ehe wohlzufühlen, rundum geborgen und glücklich. Ist das nicht gegeben, besteht Veranlassung dazu, sich zu überlegen, ob das so weitergehen soll.
Möchte er in seiner Welt leben, so soll er das doch tun. Doch Du hast jedes Recht, auch in Deiner Welt zu leben. man könnte sich in der Mitte treffen. Wenn einer aber nicht dazu bereit ist, ist es Zeit, die Konsequenzen zu ziehen.

Alles Gute und#liebdrueck
Maukal

Beitrag von Lena 21.02.06 - 10:13 Uhr

Tja, die Frage, ob es DER Mann für mich ist, habe ich mir schon öfter gestellt! Ich weiß es nicht, denn glücklich bin ich schon lange nicht mehr. Klar gibt es schöne Momente, aber die sind wohl eher selten geworden #schmoll Als ich damals die Kneipe auf meinen namen genommen habe, meinte er, er würde sich um alles kümmern, ich solle Hausfrau und Mutter sein! Ich war einverstanden mit dieser Regelung, aber leider war ich wohl zu naiv, das wirklich zu glauben!#gruebel
Denn jetzt, wo es bergab geht, muss ich mich um alles selbst kümmern, weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht und mit was ich beginnen soll... Und ich muss meine Eltern da mit reinziehen, was ich eigentlich nicht wollte:-( Sie helfen mir, wo sie können, aber das bedrückt mich umso mehr. Ich bekomms also nichtmal auf die Reihe, mich um meinen Sohn und unsere Zukunft zu bemühen... Das zieht ganz runter! Mittlerweile bin ich soweit am überlegen, ob es nicht besser wäre, mich zu trennen und nochmal von vorn zu beginnen#schmoll... Und allein dieser Gedanke zerreißt mir das Herz:-(

Beitrag von maukal 21.02.06 - 12:54 Uhr

Hallo Lena,

ja, Deinen letzten Satz kenne ich selber gut!!!! Mir geht es im Moment ähnlich und ich habe weiß Gott ziemlich viel geweint. Es geht einem da viel durch den Kopf, vor allem das gemeinsam Erlebte, die vielen Dinge welche zwei Partner miteinander verbinden, Erinnerungen usw. Das ist die eine Seite, denn Vergangenes erscheint uns immer im positiveren Licht. Die andere Seite sind die Verletzungen unserer Seele, Gefühle, welche uns sagen wollen, daß unser Leben so nicht richtig sein kann, wenn wir nur noch traurig und erschöpft sind. Beide Seiten aber in Einklang zu bringen ist das Schwierigste an der ganzen Sache. Sich soweit voranzuarbeiten, daß man sachlich und klar entscheiden kann, wird mit Sicherheit einige Zeit in Anspruch nehmen.

Ich kann Dir nur den einen Rat geben (da bin ich selber am besten gefahren), nämlich Euch ein bischen Zeit zu geben. Vielleicht entwickelt sich Alles doch noch zum Besseren. Und wenn nicht, hast Du für Dich und für Dein Kind auf jeden Fall das gute Gefühl, alles getan zu haben, was für Dich in diesem Fall möglich war. Vor allem wirst Du von Monat zu Monat immer klarer sehen. Deine Tränen werden weniger und manche Ereignisse treten ein, die Dir zeigen werden, wo Du stehst. Das geht nur nicht von heute auf morgen. In erster Linie wäre es vielleicht jetzt für Dich wichtig, soweit als möglich einen Menschen zu finden, der Dir wirklich unter die Arme greift. Das hast Du jetzt dringend nötig und wenn es nur darum geht, daß DU mal allein was unternimmst. Dir Freude gönnst und das Gefühl hast, wieder zu leben. Das gibt Dir Kraft und Mut. Wenn Du möchtest, kannst Du mich auch anmailen. Vielleicht kann ich Dir noch ein bischen helfen oder zumindest zuhören.

Liebe Grüße und alles Gute
Maukal

Beitrag von hm 19.02.06 - 19:46 Uhr

Dein Beitrag kommt rüber wie trotziges Kindergeknatsche.
Klar, ein Kind ist anstrengend und wenn dein Mann nicht sieht, wo er dir was abnehmen könte, dann musst du ihm das sagen.
Was macht dein Mann die ganze Woche?

Was hat das Verhalten deiner SM mit dem Bergabgehen deiner Ehe zu tun? Oder läuft da ein unteschwelliger Konkurrenzkampf... Meine Eltern tun aber mehr als deine...

"und es ist nichts so geworden, wie wir uns es vorgestellt haben "
Von allein wird selten etwas so, wie man es sich vorgestellt hast, da muß man schon was für tun.

Also, rede mit deinem Mann, sag ihm, dass du dich momentan in einer besch... Situation befindest, statt ihn nur anzumosern und deinen Frust bei ihm abzulassen.
Weißt du eigentlich selber, was du willst und was du von deinem Mann erwartest ??

Beitrag von Lena 19.02.06 - 21:10 Uhr

Ich verstehe zwar nicht, warum du mich hier verbal angreifst, aber ich kann dir gerne noch mehr dazu schildern. Es geht nicht darum, welche Großeltern mehr tun, es geht darum, dass ich nicht so springe, wie sie es möchte! Wenn sie sagt, sie kommt uns besuchen und ich meine Verabredungen mit der Krabbelgruppe sausen lasse, dann kann sie auch kommen und nicht ohne Abzusagen fernbleiben:-[ Ich habe das verkackte Unternehmen von meinem Mann übernommen, weil er pleite war, nur um das Andecken seines Vaters zu bewahren. Hochschwanger musste ich ackern, habe jetzt ein Insolvenzverfahren an de Backe, hatte 10Wochen mit heftigsten Vorwehen zu tun, habe trotz Arbeitsverbot geackert, mich weiterhin seelich belastet, ne Frühgeburt riskiert usw usf. Er versprach mir, sich darum zu kümmern, ich habe das aus Liebe getan und nun steh ich tief in der scheiße. Glaubst du nicht, das das belastet? Mein Mann geht arbeiten, aber er kann trotzdem seine Socken wegräumen, wenn er sie auszieht und seine Klamotten wegräumen!!! Man, was du hier vom Stapel lässt:-[ Kindergeknatsche??? Bor, hab du mal meine Sorgen an de Backe, dann reden wir weiter!!!

Beitrag von hm 19.02.06 - 22:29 Uhr

Jetzt schalte aber mal ganz schnell einen Gang zurück!

Ich habe auf das, was und wie du im ersten Beitrag geschrieben hast, geantwortet.
Jestzt moser MICH nicht an, wenn meine Antwort dir nicht paßt, kann ich doch nicht wissen, in welchen Schlamassel du dich reinmanövriert hast.
Kannst auch nicht bei anderen voraussetzen, dass irgendjemand erahnen kann, was außer deiner Situation im ersten Beitrrag ansonsten bei dir los ist.

"Bor, hab du mal meine Sorgen an de Backe, dann reden wir weiter!!!"
Du bist nicht der Nabel der Welt, andere Menschen haben auch große Sorgen.

Ich wünsche dir, dass du da gut rauskommst, kann dir aber keinen Rat geben.

Beitrag von mannu 20.02.06 - 13:19 Uhr

Hallo hm,

tröste dich, meine ersten Gedanken nach dem ersten posting haben sich in etwa mit den deinen gedeckt.

Ist halt schwer sich aus so einerm Kurzausschnitt ein richtiges Bild zu machen.
Da kann man auch mal daneben hauen. #hicks

LG Mannu

Beitrag von hm 20.02.06 - 16:51 Uhr

Naja, sie hatte ja nicht mal die Spitze des Eisberges beschrieben und ich bin keine Hellseherin.

Schönen Tag noch #blume

Beitrag von hettyvl 19.02.06 - 22:30 Uhr

Ich kann Deinen Mann einfach nicht verstehen,
Du bist doch eine solch liebenswürdige Person. Ein tolles Vorbild für den Sohnemann und für viele von uns. Machst alles, was für die Harmonie der Familie beiträgt, bist fleißig und aufmerksam und verstehst es auch, dich diplomatisch auszudrücken. Wahrscheinlich hast Du auch alles getan, um auch nach der Geburt körperlich so attraktiv wie vorher zu sein.
Und was macht dein Mann, dieser Ignorant? Er geht in die Kneipe. Er findet es angenehmer, mit seinen alkoholisierten Spezerln im Zigarettenqualm rumzuhocken und dummes Zeug zu labern, als an Deiner Seite eine angenehme Zeit im trauten Heim zu verbringen! Wenn sich seine Blödheit so weiterentwickelt, dann fürchte ich, dass er eines Tages ganz den Überblick verliert und gar nicht mehr nach Hause kommt.
hetty