Häufigsten Trennungsgründe???

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von mecki23 20.02.06 - 07:40 Uhr

Hallo Ihr Lieben,


nun ist es mir auch wieder passiert, nach 6 Monaten Beziehung war Schluss. Habe in letzter Zeit oft gehört das in der heutigen Zeit, Ehen und Beziehungen nicht mehr langfristig angelegt sind und will unbedingt mal die Gründe wissen. Gestern nun hat ein lieber Bekannter mir dazu ein Antwort gegeben die ich mal an euch weitergeben will. Es sind 4 Gründe für Trennung:


1. Oft sagt man in der Zeit der ersten Verliebtheit Dinge die man nach kühler nüchterner Betrachtung, später nicht merh einhalten kann oder will.

2. Die Gleichberechtigung ist oft nicht mehr da. Das beginnt schon bei solchen Dingen wie: Wo fährt man in Urlaub hin oder wo wohnt man usw. Oft entscheidet dann nur einer und der andere reagiert nur mit der Hoffnung eines Tages auch mal seine Dinge durchzusetzen.

3. Mangelnde Kommunikation. Man redet nur noch sehr wenig miteinander. Ein deutsches Ehepaar redet im Durchschnitt am Tag nur noch 6 Minuten.

4. Wertschätzung. Man muss dem Partner halt auch hin und wieder zeigen das man ihn wirklich liebt und das es nicht halbherzig ist.

So nun mal die Frage an euch, stimmt das mit diesen Punkten oder wie seht ihr das mit den Trennungen die oft schon nach kurzer Zeit sind oder überhaupt was seht ihr als Gründe an????


LG von Andy

Beitrag von charly_t 20.02.06 - 08:42 Uhr

Hallo Andy,

also ich denke, man kann den Trend zu schnelleren Trennungen nicht nur auf diese 4 Punkte beschränken, das Thema ist weit komplexer. Ich glaube, das es heutzutage sehr viel einfacher ist, allein zurecht zu kommen. Diese 4 Punkte welche Du da aufzählst wird es früher auch schon gegeben haben, nur war der Schritt eine Trennung einzuleiten eben sehr viel schwieriger. Oder sag ich mal besser unangenehmer als heute. Alleinerziehende Mütter, getrennt lebende Väter, Singles in den Discos so weit das Auge reicht, dies ist irgendwie normal geworden. Und wenn Du hier ein wenig stöberst, es wird ein Problem in einer Beziehung oder Ehe geschildert, sofort kommen Antworten wie „Verlass ihn/sie“ „Alleine kommst Du besser klar“ usw., die Bereitschaft ein Problem zu lösen indem man sich dem Problem entledigt ist sehr viel größer geworden glaube ich. Dazu die sehr vielfältige Art der Kommunikation heutzutage, vor 20 Jahre hätte sich noch kein Mensch vorstellen können, das man mal eben innerhalb von 10 Sekunden per SMS eine Beziehung beendet ;) , nein da musste man sich schon mehr mit dem Menschen auseinander setzen als ein paar Buchstaben in ein Handy zu tippen oder eine Mail zu schreiben.

LG Charly

Beitrag von mikuhase 21.02.06 - 13:39 Uhr

Absolut richtig, Charly.

Der Wohlstand, in dem wir leben, ist -meiner Ansicht nach- hauptverantwortlich für diesen Zustand. Wir sind einfach nicht mehr in dem Maße voneinander abhängig und nicht mehr in dem Maße aufeinander angewiesen, wie es früher noch der Fall war.

Diesem Zustand spielt die seit 1977 geänderte Rechtslage im Scheidungsrecht durch die Ablösung des Schuldprinzips durch das Zerrüttungsprinzip in die Karten. Eine einmal eingegangene Bindung kann mir nichts, Dir nichts wieder aufgelöst werden, ohne daß irgendwer daran Schuld hat. Das macht das Auflösen bestehender Bindungen noch leichter. Man braucht nur mal einen Blick in die Scheidungsstatistik zu werfen.

Beitrag von gh1954 21.02.06 - 14:17 Uhr

>>> nur war der Schritt eine Trennung einzuleiten eben sehr viel schwieriger. Oder sag ich mal besser unangenehmer als heute. <<<

Ich greife mal gaaaanz weit zurück, in die zeit vor dem "neuen" Scheidungsrecht, also vor 1977.

Da konnte ein Mann ein Riesen-Ar.... sein, solange nach außen hin alles einen ordentlichen Eindruck machte, hatte die Frau keine Chance, von sich aus zu gehen.

Das hieß damals "böswilliges Verlassen" und somit bekam die Frau keinen Unterhalt.
Sie mußte sich dann selbst irgendwie erhalten.
Und das in einer Zeit, in der es noch üblich war, dass die Frauen nach der Heirat ihren Beruf (falls sie überhaupt einen hatten) sofort aufgaben.

Von daher finde ich jetzt besser, dass eine Frau nicht gezwungen ist, in einer Ehe zu bleiben, in der sie kaputt geht.

Ansonsten stimme ich deinem Beitrag zu.. es wird zu schnell auseinandergerannt, wenn mal ein Problem auftaucht.

Wobei viele sich erst ihrer "Probleme" bewußt werden und diese dann hochschaukeln, wenn im Hintergrund schon der/die Neue lauert...

Gruß
geha

Beitrag von mikuhase 21.02.06 - 14:50 Uhr

Es ist ja nicht nur das Zerrüttungsprinzip allein. Wenn doch beide gemeinsam oder auch nur eine/r allein beschließt, künftig getrennte Wege zu gehen, so ist es nur folgerichtig, daß er/sie dann auch tatsächlich wieder auf eigenen Beinen stehen muß. Denn mit welchem Recht soll der ehemalige Partner dann noch an Vermögen und/oder Einkommen des anderen (und zwar auf unbestimmte Zeit nach der Ehe) teilnehmen dürfen? Ich bin ein absoluter Gegner von nachehelichem Unterhalt. Denn genau hierin sehe ich -neben dem Zerrüttungsprinzip- ebenfalls einen Anreiz, sich voreilig zu trennen. Die Rechtsordnung sagt dem/der Trennungswilligen: "Du brauchst Dir keine Sorgen machen, Dein Partner muß für Dich aufkommen - auch nach der Ehe." Das erleichtert den Entschluß, eine bestehende Bindung aufzubrechen, sehr.

Beitrag von charly_t 21.02.06 - 15:00 Uhr

Hallo geha,

ich wollte damit keinesfalls sagen, das eine Frau oder besser gesagt ein Partner, in einer Ehe oder Beziehung bleiben soll wenn wenn derjenige Mensch kaputt geht.

Da ich nicht mal das alte Scheidungsrecht kenne, wollte ich mit diesem Satz nicht darauf abzielen. Ihc meinte eher so alle Umstände welche früher eben anders waren.

Das ein Partner vom anderen Unterhalt erhält finde ich schon ok so und gerade mit Kindern muss das auch sein. Nur ist denke ich die Entscheidung einfacher, sich zu sagen "ich trenn mich, der andere muss ja Unterhalt zahlen" als von sich aus eben zu sehen, das man auch allein über die Runden kommt. Dies macht es sicher auch im Vorwege einer Trennung, also im Prozess wo die Probleme evtl. noch lösbar wären, einfach sich diesen eben nicht zu stellen, weil im Grunde kann einem ja nicht so sehr viel passieren. Aber egal wie man es dreht, die Rechte sind nun mal so wie sie sind und dies weiß man ja auch wenn man den Schritt in eine Ehe geht.

LG Charly

Beitrag von gh1954 20.02.06 - 11:33 Uhr

Deinen genannten vier Punkten stimme ich zu


Mir würden noch folgende Punkte einfallen:

1. oft grenzenloser Egoismus

2. die Unfähigkeit (oder der Unwillen), mal einen Kompromiss einzugehen

3. überzogene Erwartungen an das "Glück", dass die Beziehung mir bringen muß, möglichst ohne, dass ich viel dazu tu.

Gruß
geha

Beitrag von sonja31 20.02.06 - 11:37 Uhr

Hallo,

ich habe auch gehört, dass jede 3. deutsche Ehe scheitert.

Aber es gibt auch noch andere Exemplare :-)

Ich werde 33 und bin mit meinem Mann seit 1 Jahr verheiratet, leben aber schon seit 10 Jahren zusammen und sind schon 15 Jahre zusammen, also seit ich 18 bin.

Wir haben auch unsere Höhen und Tiefen, aber ich möchte ihn niemals missen.

In einer Beziehung ist es sehr wichtig für beide, dass keiner seine Meinung auf Biegen und Brechen durchsetzen will, wenn er merkt, dass der andere nicht der gleichen Meinung ist.

Leider ist in der heutigen Zeit das sogenannte Geben und Nehmen rar geworden. Man muss auch mal zurückstecken und im nächsten Fall der Partner.

Wenn man grundsätzlich verschiedener Meinung ist, muss man sich halt in der Mitte treffen.

Wenn man unzufrieden ist, sollte man das auch nicht versuchen zu unterdrücken oder mit sich selbst auszumachen, sondern klipp und klar sagen, was einen stört und was man verbessern kann.

Wenn man über Wochen seine Unzufriedenheit zügelt, kommt es irgendwann mal zur Eskalation.

Als häufigsten Trennungsgrund sehe ich in Deutschland eigentlich eher die Untreue an. Wenn irgendein Partner fremd geht.


Liebe Grüße
Sonja

Beitrag von pusteblume41 20.02.06 - 14:53 Uhr

Hallo,

ein Trennungsgrund ist auch, dass man sich zu sicher fühlt in der Beziehung, denkt, uns passiert das nicht, wir gehören zusammen. So ging es mir. Ich war mit meinem Mann 20 Jahre zusammen, davon 18 Jahre verheiratet. Die Trennung kam dann ganz plötzlich. Hätte mir das jemand nur wenige Monate vorher gesagt, ich hätt es nicht geglaubt.

Über diese vermeintliche Sicherheit hinweg vergisst man dann ganz und gar, dass er Partner sich verändert mit den Jahren. Dazu kommt der Alltagsstress, man redet zu wenig. Wann auch. Beide arbeiten, man sieht sich nur kurz abends, die Kinder fordern Aufmerksamkeit ....

Wenn man nicht aufpasst, bleibt dann irgendwann etwas auf der Strecke.

Und wenn einem der beiden dann einen neuen Partner findet, wo er denkt, mit dem/der wird alles besser, dann kann alles ganz schnell vorbei sein, auch wenn man es vorher nie glauben wollte.

LG

Pusteblume

Beitrag von engel_in_zivil 20.02.06 - 18:17 Uhr

ich habe mich von meinem ex getrennt, weil er einfach andere ansichten von seiner zukunft hatte als ich.
er ist ein egoist durch und durch und hat irgendwie noch nicht verstanden, dass eine beziehung nehmen UND geben heisst. und dass mit 28! naja.

Beitrag von egon 22.02.06 - 18:37 Uhr

hallo ich glaube für viele frauen war es früher garnicht möglich aus einer gescheiterten ehe auszubrechen.als frau hatte man das zu machen was der mann sagt der bringt ja das geld nach hause.heute haben die frauen einen beruf und können sich selbst finanzieren und sind nicht mehr auf den mann angewiesen. in meinen freundeskreis gibt es keine ehe w2o alles gut läuft ,ich glaube auch nicht mehr das es ehen gibt wo alles gut läuft .ich glaube als frau bist du in einer beziehung die dumme. leider !!!!!!

Beitrag von mecki23 23.02.06 - 13:16 Uhr

Hallo,


also eines hätte ich gerne mal erklärt. Warum ist immer die Frau die Dumme.


LG Andy

Beitrag von charly_t 23.02.06 - 18:49 Uhr

Also ich denke es wird kaum Ehen oder Partnerschaften geben wo es immer und jeder Zeit gut läuft, und dies ist sicher nicht erst seid gestern so. Die Frage ist da viel mehr, wie geht man heutzutage damit um. Und ich behaupte einfach mal, selbst wenn man alleine lebt läuft es nicht immer und permanent gut, nur ist dann auch niemand da von welchem man sich mal eben trennen kann um dann zu sagen "Jetzt ist alles viel besser", das heißt dann muss man die Probleme in die Hand nehmen und lösen.

Und das nun nur die Frauen die Dummen sein sollen kann ich nicht so ganz nachvollziehen, erklär das doch mal bitte.

Beitrag von egon 27.02.06 - 19:27 Uhr

hallo als frau hat man finanziel immer das nachsehen. ich hatte26jahre nicht die möglichkeit mich finanziel selbstständig zu machen. ich habe meine ganze kraft in meine familie gesteckt ,das habe ich gerne getan. doch beruflich stehe ich bei null. ich gehe 7tage in der woche arbeiten um um die runden zu kommen. meinem ex geht es jetzt finanziel sehr gut. in der hinsicht bist du als frau die dumme