Rücktritt vom Mietvertrag möglich?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von suzyq 20.02.06 - 09:07 Uhr

Hallo,

wir haben gestern Abend einen Mietvertrag gemacht und heute Morgen rief die Mieterin an, weil sie vom Vertrag zurücktreten möchte. Geht das so einfach?

Wir haben allen anderen Interessenten abgesagt und müssten wieder eine Anzeige schalten, neue Besichtigungstermine wahrnehmen, usw. Und wir haben gestern Abend über zwei Stunden mit ihr den Mietvertrag gemacht und ihre Fragen beantwortet.

D.h. wir können wahrscheinlich erst zum April wieder vermieten. Der alte Mieter zieht aber schon Ende dieses Monats aus.

Können wir zumindest eine finanzielle Entschädigung verlangen? Zum Beispiel die Märzmiete, unsere Zeit, Kosten der Anzeige? Auf der anderen Seite möchten wir keinen Rechtsstreit mit Anwalt anfangen. Dafür fehlt uns die Zeit und die Nerven.

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.

SQ

Beitrag von bezzi 20.02.06 - 09:33 Uhr

Hallo SQ,

ein Rücktrittsrecht gibt es in diesem Fall nicht.
Die Mieterin ist an ihre Zahlungsverpflichtung gebunden. Ja sogar die vereinbarte Kaution muss bezahlt werden, auch wenn sie gar nicht einzieht.
Sie kann natürlich sofort per 31.05.06 kündigen. März, April und Maimiete muss sie zahlen.

Ich würde aus Kulanz einen Aufhebungsvertrag anbieten, in dem Ihr die Mieterin aus dem Vertrag entlasst gegen Erstattung von z.B. der Monatsmiete März + Kosten für Anzeige + Aufwandsentschädigung.
Wenn sie den Aufhebungsvertrag nicht unterschreibt, muss sie eben die 3 Monatsmieten zahlen.

Wenn sie nicht zahlt, Mahnbescheid beantragen. Dazu braucht man keinen Anwalt.

Ohne Aufhebungsvertrag DÜRFT ihr Wohnung erst ab 01.06.05 weitervermieten (vorausgesetzt die Mieterin hat bis spätestens 03.03.06 schriftlich per 31.05.06 gekündigt), denn die Mieterin kann sich ja jederzeit auf ihren gültigen Mietvertrag berufen.

Gruß

Martin

Beitrag von huppala 20.02.06 - 10:33 Uhr

Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden. Sonst müßte man ja keinen Vertrag machen.

Ich würde mir schriftlich geben lassen, dass sie die Wohnung nicht beziehen will und ihr anbieten, dass wenn Ihr die Wohnung früher vermietet, Ihr die Mieter erlassen würdet. Die Kosten der Anzeigenschaltung würde ich ihr ebenfalls in Rechnung stellen.

Sie ist an den Mietvertrag gebunden.

Viel Glück und wenig Ärger, Anne

Beitrag von manavgat 20.02.06 - 12:28 Uhr

sie kann nicht zurücktreten.

Sie muss die gesetztliche bzw. die vertragliche Kündigungsfrist einhalten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 20.02.06 - 16:20 Uhr

Hallo,


unabhäbgig von Rechtsfragen.

Wieso bietet ihr die Wohnung nicht dem Mieter dem ihr abgesagt habt nocheinmal an. Entstehenden Mietausfall würde ich der Mieterin in Rechnung stellen.

parzifal

Beitrag von suzyq 21.02.06 - 09:16 Uhr

Hallo,

ja das würden wir gerne. Nur das dürfen wir nicht solange die Mieterin nicht kündigt. Sie will aber nicht kündigen, sondern mit sofortiger Wirkung vom Vertrag zurücktreten bzw. den Vertrag aufheben, was aber bei Mietverträgen rechtlich nicht möglich ist. Eine verzwickte Situation.

Gruß
SQ

Beitrag von bezzi 21.02.06 - 10:10 Uhr

Hallo SQ,

"...bzw. den Vertrag aufheben, was aber bei Mietverträgen rechtlich nicht möglich ist.."

Klar ist das möglich !

Ihr macht mit ihr einen Aufhebungsvertrag. Die Bedingungen stellt ihr !

z.Bsp:
Mit diesem Vetrag einigen sich ..... und ...... dass der Mietvertrag vom ......... mit sofortiger Wirkung als aufgehoben gilt.
Die Mieterin, Frau..... verpflichtet sich gleichzeitig die entstandenen zusätzlichen Aufwendungen (Mietausfall, Kosten für Inserat, Zeitaufwand ect.) in Höhe von EUR ...... der Vermieterin Frau .... zu erstatten.

Ort, Datum, Unterschrift beider Parteien.

Gruß

Martin

Beitrag von suzyq 21.02.06 - 11:37 Uhr

Danke Martin,

das werde ich so mit ihr versuchen. Ich will die Sache nämlich erledigt wissen und mich um einen neuen Mieter kümmern.

Gruß
SQ