Wer hat in einem Geburtshaus entbunden?

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von pia30573 20.02.06 - 17:29 Uhr

Hallo!

Ich möchte in einem Geburtshaus entbinden und hätte gerne einige Erfahrungsberichte gehört!?

Außerdem würde mich interessieren, wie ihr mit den teilweise sehr negativen Meinungen anderer (vor allem auch eurem FA) umgegangen seid.

Pia (20.SSW)

Beitrag von oliviahbs 20.02.06 - 22:52 Uhr

Hallo Pia,

ich habe mein Baby in einem Geburtshaus bekommen und bereuhe meine Entscheidung nicht, ganz im Gegenteil.
Mit negativen Vorurteilen hatte auch ich zu kämpfen. Beim FA und in der Familie. "Als Erstgebährende sein das ohnehin mehr Verantwortungslos." So einige Kommentare. Man kann es hinnehmen und schlucken oder Contra geben. Ich hätte gern letzteres getan, war es aber einfach Leid und wollte nur mein Baby bekommen.
Wichtig ist, dass du dir Sicher bist und weißt was du möchtest. Lass dich nicht verrückt machen. Vertrau auf dein Gefühl und hör auf dein Baby. Ihr beide wisst am Besten was gut für euch ist.
Ich selbst hatte eine wundervolle Geburt. Den Verlauf konnte ich selbst bestimmen, wenn ich mal während einer Wehe nicht presste war das auch nicht schlimm. Es war keiner da, der mir sagte was und wie ich nun zu tun hätte. Eines da bin ich mir sicher, bei meinem nächsten Baby vertrau ich mich gleich meiner Hebamme an und lass von ihr die Vorsorgeuntersuchungen machen.
Liebe Pia, wie auch immer du dich entscheidest, ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche dir und deinem Kind alles Gute.

Beitrag von pia30573 21.02.06 - 22:41 Uhr

Liebe oliviahbs,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin mir mit meiner Entscheidung ganz sicher. Ich freue mich schon darauf, eine Schwangerschaft mal ganz anders zu erleben. Mit den Kritikern komme ich auch ganz gut klar. Nachdem ich jetzt viel zu dem Thema gelesen habe, lasse ich mich sowieso auch von "Fachpersonen" nicht verunsichern. Die Hebamme praktiziert in ihrem GH nach den Methoden von Ina May Gaskin. Da mein Entschluss auch aus dem Lesen eines Buches von ihr entstand, sehe ich das schon als Zeichen. Ich hoffe bloß, dass nichts dazwischen kommt und ich auch so entbinden kann, wie ich es mir wünsche und nicht doch noch im KH lande...
LG
Pia

Beitrag von orcanamu 21.02.06 - 00:15 Uhr

Hallo Pia,

ich habe noch nicht im GH entbunden, will es aber tun (bin in der 35. SSW). Also mein Erfahrungsbericht kommt bald ;-)

Aber zu den negativen Meinungen:
Als ich meiner FA gegenüber meinen Wunsch äußerte, das Kind im GH zu entbinden, hat sie mir einen 10minütigen Vortrag gehalten, der im Tonfall etwa für eine 12jährige gedacht war, voller Vorurteile war und unterm Strich hieß: Wenn Sie das trotzdem machen, handeln Sie verantwortungslos.

Da ich keine 12, sondern 33 bin, war dies der letzte Termin bei dieser FA. Ich habe mich im GH erkundigt, welcher FA hier nicht direkt so Anti-GH eingestellt ist und da bin ich jetzt. Ich bin für Tipps und Ratschläge immer dankbar, aber ich finde, die Entscheidung sollte bei mir liegen und auch akzeptiert werden. Ich hätte dieser FA nie wieder vertrauen können, wenn z.B. Komplikationen aufgetreten wären (sind die wirklich da oder nur für sie ein Mittel, mich vom GH abzubringen?).

Bislang waren die Erfahrungen mit Familie und Freunden noch recht positiv. Ich hoffe allerdings, dass sich mein Wurm noch dreht - noch ist es nämlich eine BEL. Ich habe mich zwar entschieden, dennoch im GH spontan zu entbinden, aber das ist dann schon schwieriger nach aussen zu vertreten (besonders, da meine Schwägerin einen KS wegen BEL hatte).
Einem richtigen "Gegner" von Geburtshäusern bin ich in meiner Umgebung noch nicht begegnet (oder die trauen sich alle nicht, mich zu kritisieren ;-) ).

Gruß
Simone (35. SSW)

Beitrag von pia30573 21.02.06 - 22:36 Uhr

Hallo Simone!

Vielen Dank für Deine Antwort. Es würde mich sehr freuen, wenn wir in Kontakt bleiben könnten und Du mir dann von Deiner Entbindung im GH erzählen würdest.

Bei mir ist eindeutig festzustellen, dass die negativen Äußerungen nur von Menschen kommen die aus dem med. Bereich kommen (Kinderkrankenschwester, Arzthelferin). Aber nach all den Büchern die ich jetzt gelesen habe, weiss ich jetzt, welche Risiken eine KH-Entbindung mit sich bringt und bin fest von meinem Entschluss überzeugt. Am liebsten würde ich auch allen Kritikern diverse Literatur empfehlen, damit sie mal sehen, dass in einem KH eben nicht alles richtig gemacht wird...

Ich wünsche Dir auf jeden Fall für die Geburt alles erdenklich Gute und das es so verläuft, wie Du es Dir vorgestellt hast....#klee

Viele Grüße

Pia

Beitrag von orcanamu 18.05.06 - 12:14 Uhr

Hallo Pia,

ein bißchen spät, aber hier ist er, mein Geburtsbericht:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=43&id=434645

Liebe Grüße
Simone

Beitrag von puschelruebe 21.02.06 - 22:02 Uhr

Hallo Pia,

unser Spatz kam am 06.01.2006 im Geburtshaus zur Welt. Es war eine wunderschöne Geburt (trotz Dammriss) und wir sind heilfroh, dass wir uns für das Geburtshaus entschieden haben.

Unser Söhnchen hat sich nämlich ziemlich Zeit gelassen und kam 12 Tage (lt. Hebammenrechnung) bzw. 14 Tage (lt. Arztrechnung) nach dem errechneten Termin zur Welt. Während in einer Klinik wohl ziemlich sicher spätestens am 10. Tag medikamentös eingeleitet worden wäre #schock, haben die Hebammen unserem Spatz Zeit gelassen und ihn dann mit einem Wehencocktail "herausgelockt". Das war sicherlich die wesentlich angenehmere Alternative für ihn und mich.

In meinem Bekanntenkreis gab' es auch einige negative Meinungen; komischerweise fast nur von Männern - Frauen waren da toleranter.
Ich hab' meist versucht den Leuten zu erklären, dass ich in kein Krankenhaus will, weil ich nicht krank bin und glaube, dass eine Geburt besser läuft, wenn das Umfeld stimmt. Wenn dann immer noch Kommentare kamen wie "Da ist ja gar kein Arzt dabei, das ist ja furchtbar gefährlich", dann hab' ich meist nur gesagt, dass die Hebammen dort schon wissen was sie machen und bestimmt auch nicht leichtfertig mit den Frauen umgehen.

Meiner Meinung nach hatten die Hebammen im Geburtshaus auch das viel bessere Gespür für mich und meinen Nachwuchs und so lief auch die Geburt gut. Unser Kleiner kam in gut sechs Stunden zur Welt - und das bei der ersten Geburt. #freu

Wir hatten übrigens so einen kleinen inoffiziellen Wettstreit bzgl. dem Geburtsgewicht. Lt. FA sollte unser Nachwuchs nämlich ein "kräftiges" Kind werden. Die Schätzung nach dem Ultraschall lag' bei 4000 Gramm zum errechneten Termin. Die Hebammen haben ihn auf 3600 - 3800 Gramm geschätzt. Und als er dann zur Welt kam hatte er 3640 Gramm. :-p
Manchmal ist es eben doch besser, wenn man die Frau mit den Händen abtastet (wie es die Hebammen machen), als sich nur auf die Geräte zu verlassen. ;-)

Wir haben uns dazu entschlossen, dass wir auch das nächste Kind im Geburtshaus zur Welt bringen werden (sofern wir uns für ein zweites Kind entscheiden). Es war sowohl für mich, als auch für meinen Freund ein schönes Erlebnis. Und ich bin mir sicher, dass es auch für unseren Nachwuchs viel schöner war als in einer Klinik.

Falls Du einen genaueren Geburtsbericht möchtest, dann mail mich doch einfach an.

Viele Grüsse,

Puschelruebe

P.S. Meine Ärztin fand die Idee mit dem Geburtshaus übrigens gar nicht so schlecht, was mich etwas überrascht hat. :-)

Beitrag von cajaw 21.02.06 - 21:59 Uhr

schau mal meinen Bericht an, habe ihn eben eingestellt, wenn Du noch Fragen hast, mail mich an, antworte einfach auf meinen Bericht

Ich habe bezügl. des Themas Geburt im Geburtshaus keine Diskussion zugelassen, besonders nicht mit Menschen, deren Einstellung negativ ist. Meine FÄ arbeitet auch nicht gegen Geburtshäuser, sondern ist ihnen offen gegenüber eingestellt, hat mich aber auch über Risiken aufgeklärt, und das fand ich okay.

Lass die Vorsorge von der Hebi im GH machen in Kombination mit der FÄ, dann gewinnst Du Vertrauen und höre immer auf Deine innere Stimme

Claudia, die sich richtig entschieden hat und mit ihrem Geburtshaus-Kind, das gerade 6 Tage alt ist, jeden Tag genießt

Beitrag von pia30573 21.02.06 - 22:30 Uhr

Liebe Claudia!

Ich habe Deinen Bericht gelesen und bin begeistert. Mir kamen fast die Tränen.
Die Vorsorge werde ich ab jetzt auch bei der Hebamme machen. Sie möchte das auch so, um mich kennen zu lernen. Das mit dem FA mache ich davon abhängig, wie er jetzt auf meine Entscheidung reagiert. Bis jetzt habe ich ihm nur gesagt, dass ich mit dem Gedanken spiele in einem Geburtshaus zu entbinden und da hat er auch nur zu Denken gegeben, wie schnell man bei einem Notfall im KH sei. Da vertraue ich aber auf die Hebamme. Sie wird das schon rechtzeitig erkennen. Wenn sie dann gleich im KH anruft, ist auch alles bereit, bis ich ca. 15 Min. später dort bin und viel schneller geht es direkt vor Ort auch nicht. Wenn ich jetzt auch nicht mehr zur Vorsorge zu ihm möchte.... Mal schauen.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass ich nicht wieder einen vorzeitigen Blasensprung habe, wie bei Noah (28 M.). Ich weiss ja nicht, inwieweit dann im GH was gemacht werden kann. Nächsten Dienstag werde ich zur 1. Vorsorge gehen. Bis jetzt hatte ich nur ein Vorgespräch.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!!!
Viele Grüße
Pia