Meine Mutter!!! (Achtung: etwas länger)

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von svenjam1980 20.02.06 - 19:15 Uhr

Hallo Ihr Lieben!
Muss mal Dampf ablassen...
Ich bin in der 28. Woche schwanger, in 3 Wochen muss mein Mann für ein halbes Jahr in die USA und dort sein Praxissemester machen. Daher versuchen wir, die Zeit möglichst intensiv miteinander zu verbringen. Natürlich bin ich - wahrscheinlich auch hormonell bedingt - ab und zu richtig traurig, mache mir Sorgen ob alles gut geht, und weine halt auch. Kommt (noch) nicht so oft vor. Ich versuche möglichst optimistisch zu sein, lasse mir nichts anmerken - zumindest nicht vor anderen.
Aber neulich hab ich meiner Mutter von meinen Sorgen erzählt. Was sagt sie da??? "Ihr habt es ja nicht anders gewollt. Was muss er auch ins Ausland. Hättest ja sagen können, dass er hier in Deutschland das Praxissemester machen soll!" Nix von wegen: "Das schafft ihr" oder so.
Ja, wir haben uns Gedanken gemacht, ob er das Semester im Ausland machen soll oder nicht. Von allen Seiten wird gesagt, dass ein Auslandssemester im Berufsleben absolut von Vorteil bzw. auch Voraussetzung ist. Mein Mann ist in seinem Studium sehr gut, wird auch gefördert weil er halt so gut ist (nebenbei arbeitet er noch 15 Std. die Woche). *stolzbin*
Wir haben uns auch im Hinblick auf unseren Familienzuwachs viele Gedanken gemacht, was das beste für unsere Zukunft ist. Und wenn man sich die Arbeitsmarktsituation in Deutschland so anschaut, denke ich, dass man alles an beruflicher Qualifikation mitnehmen muss. Und daher ist es für unsere Familie besser, wenn mein Mann später einen guten und sicheren Beruf hat, der ihm auch Spaß macht. Von daher haben wir uns entschlossen, dass er, so hart das halbe Jahr auch im Hinblick auf die Geburt unseres ersten Kindes wird, das Praxissemester im Ausland macht. Eben damit wir uns später keine Sorgen ums Finanzielle machen müssen.
Wir wissen, das es verdammt hart wird. Die schönste Zeit, die Schwangerschaft (der Rest zumindest) und die Geburt und die erste Zeit mit dem Baby, fällt nun mit der schrecklichsten Zeit zusammen. Als ob das nicht schon schwer genug fällt, bekomme ich so eine Sch.... von meiner Mutter zu hören.
Am besten, ich sag ihr GAR nichts mehr!
Sorry für den langen Text, dass musste ich aber mal loswerden!
Gruß

Svenjam

Beitrag von alias 20.02.06 - 19:39 Uhr

Ihr schafft das sicher un dich finde es auch halb so schlimm, dass dein Mann für ein halbes Jahr weg ist, zumindest wenn du diese entscheidung auch wirklich mitträgst. mein freund und ich studieren auch noch und auch hier werden auslandssemester empfohlen - naja, unser kind ist ja nun schon länger da, deswegen fällt das wohl flach für uns. der vater meines freundes war damals ein ganzes jahr ohne seine familie in venezuela, er fuhr einen tag nach der taufe weg. die haben das alle sehr gut überstanden, eben weil die mutter auch wollte dass er dort hin fährt, es hat ihn in seinem beruf sehr weitergebracht und die beiden auch zusammengschweißt.
denk positiv! wenn ihr das zusammen schafft, dann schafft ihr alles! freu dich jetzt schon auf den tag, an dem dein mann zurückkommt und du ihm euer kind vorstellen kannst! alles gute!

Beitrag von smr 20.02.06 - 20:16 Uhr

Hallo Du!
Lass Dich mal #liebdrueck. Kann Deinen Ärger gut nachvollziehen´, ich hab auch so ein Prachtexemplar von Mutter, wo keinerlei Unterstützung kommt, wo es mal nötig wäre, aber naja...
Man kann aus Deinen Worten heraushören, dass Ihr Euch alles ganz genau überlegt und geplant habt und dass Ihr Euch aufeinander verlassen könnt und Du sehr stolz auf Deinen Mann bist, finde ich klasse!
Deshalb wird auch alles gutgehen und Ihr werdet das hinkriegen! Wird er denn bei der Geburt dabei sein können?
Ansonsten nimm eine Freundin mit, Du klingst unheimlich positiv und stark.
Alles Gute und lg
Sandra#blume

Beitrag von svenjam1980 20.02.06 - 20:41 Uhr

Hallo Sandra,

erst mal danke für deine liebe Antwort. #liebdrueck

Eigentlich ist meine Mutter sehr hilfsbereit und macht und tut... aber in solchen Dingen ist sie ziemlich gefühllos. Sie und mein Papa unterstützen mich/uns wo immer es geht. Mein Vater ist in Herzensangelegenheit auch mehr so wie ich. Meine Mutter ist da wie schon gesagt, recht ernüchternd.

Ja, wir haben das alles sehr lange überlegt, das Für und Wider besprochen, und hatten viele Gespräche. Wir halten es halt für uns alle das Beste. Er will versuchen zur Geburt nach Deutschland zu kommen. Vielleicht bekommt er dort Urlaub oder kann die Zeit hinten dran hängen. Bei 6 Monaten kommt es auf 2 bis 3 Wochen länger auch nicht mehr an.
Mein Mann hat halt nun einmal diese einmalige Chance. Wir sind der Meinung, dass das Baby mehr von einer Familie hat, der es finanziell gut geht, als dass der Papa bei der Geburt und die ersten Monate da ist, aber später evtl. Probleme hat einen guten Job zu finden.
Außerdem hab ich Angst, dass er aufgrund eines fehlenden Auslandssemesters keine gute Arbeit (die ihm auch Spaß macht) bekommt, und sich dann von mir und dem Baby abwendet. (weil wir ja quasi "Schuld" daran sind)
Wir haben uns auch schon gut ausgerüstet- Flatrate, Webcam, Telefonieren übers Internet, E-Mail. Ist natürlich nicht das gleiche, aber immerhin verpasst er nicht allzuviel.
Wenn er nicht zur Geburt mitkommen kann, dann nehme ich eine Freundin, die schon zwei Kinder hat, mit.
Wär natürlich besser, wenn mein Männe könnte.
Nochmal Danke für deine Antwort, das hat mir sehr gut getan!!!
Gruß
Svenjam

Beitrag von smr 21.02.06 - 13:01 Uhr

Hallo Svenjam!
Freut mich! Wie gesagt, alles alles Gute!
LG
Sandra

Beitrag von charliepogo 21.02.06 - 04:02 Uhr

Hallo,

ich denke auch, dass Ihr die Zeit gut überbrücken werdet.
Außerdem, wie lange muss er denn netto hin, sprich, ein Semester (zumindest in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern) umfasst ja nicht wirklich 6 Monate, da ja noch Semesterferien abgezogen werden. Achso, ich sehe gerade, dass es sein Praxissemester ist, da sieht es natürlich wieder anders aus.

ich war auch zwei Semester im Ausland (war allerdings Single zu der Zeit) und habe ausschließlich davon profitiert.

Man muss aber dazu sagen, dass er sich dort verändern wird. Das kann (wird mit Sicherheit) gut für Euch sein, aber es ist so, dass dieses "über den tellerrand schauen" sehr die Persönlichkeit formt, mehr, als wenn man in Deutschland bleibt.
Ich möchte Dir damit keine Angst machen, aber es ist halt eine Tatsache, die ich von sehr vielen, die im Ausland waren, gehört habe.

Ich wünsche Euch auf jeden fall alles Gute, ihm viel Spaß und Erfolg und Dir viel Kraft!!!

Alles Liebe

Anke