negative Erfahrungen bei Hausgeburt?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von wolkenjane 21.02.06 - 10:40 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Ich habe eine Frage: Wir planen eine Hausgeburt und ich würde gerne wissen, ob es hier Jemand gibt, der negative Erfahrungen damit gemacht hat?

Liebe Grüße

wolkenjane & #ei 19. SSW

Beitrag von orchidee1998 21.02.06 - 11:10 Uhr

Hallo,

an Deiner Stelle würde ich sehr sorgfälltig abwägen, wie groß das Risiko von Komplikationen unter der Geburt ist.

Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, dann ist auffällig, dass die meißten Frauen, die mit Mitte/Ende Zwangzig ihr erstes Kind bekommen haben, eine schöne Bilderbuch Geburt hatten.
Dagegen häufen sich die Kaiserschnitte bei den Müttern, die mit Mitte Dreißig ihr erstes Kind bekommen haben. Wobei die Schwangerschaften in der Regel vollkommen unauffällig verlaufen sind.

Gruss Claudia 21+SWW

Beitrag von tekelek 21.02.06 - 11:26 Uhr

Hallo Wolkenjane !
Also ich kann eine Hausgeburt nur empfehlen. Ich hatte eine bei meinem ersten Kind, das zweite wird ebenfalls zu Hause auf die Welt kommen.
Wenn Du eine ganz normale Schwangerschaft hattest, das Kind richtig liegt und keine Komplikationen aufgetreten sind, spricht nichts dagegen :-)
Die Hausgeburtshebammen sind sehr gut ausgerüstet, haben Notfallmedikamente, Infusionen und auch ein Dammschnittset, Sauerstoff für eine eventuelle Beatmung, u.s.w. ...
Falls also doch etwas passieren sollte, sind sie gut vorbereitet. Die Wahrscheinlichkeit einer lebensbedrohlichen Komplikation liegt jedoch bei 1% - meist ist die Komplikationsrate sogar geringer als im Krankenhaus, da die Frauen zu Hause entspannter sind und man nur in einer Umgebung, in der man sich wirklich wohl fühlt, sicher ein Kind auf die Welt bringen kann.
Lass Dich nicht von anderen verrückt machen !
Eine Bekannte von mir hat mit 35 ihr erstes Kind bekommen und auch eine Hausgeburt gemacht - alles ging glatt, sie bekommt jetzt auch das zweite.
Falls Du noch Fragen hast, kannst Du mir gerne mailen :-)
Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (*05.01.05) und #ei (ET 02.09.06)

Beitrag von ann. 21.02.06 - 12:03 Uhr

hallöchen!
meine schwester ist kinderkrankenschwester und rät sehr energisch von hausgeburten ab.
sie sagt, dass viele kinder mit behinderungen durch sauerstoffmangel von hausgeburten ins klinikum gebracht werden und das in der regel zu spät (dauert halt ne weile bis der krankenwagen da ist).
außerdem sei die totgeburtenrate zu bedenken, denn zu hause ist nicht die möglichkeit SOFORT einen notkaiserschnitt zu machen.
außerdem weißt du nicht, wie du eine geburt verkraftest, eine pda gibt es da nicht.
eine andere möglichkeit ist zb ambulant zu entbinden und wenns euch beiden gut geht, dann ab nach hause.
auch wenn manchaml zu viel "gedoktert" wird, vor 100 jahren wäre man dankbar um die heutigen medizinischen möglichkeiten im krankenhaus gewesen.
ach, eins noch: ich bin mitte 20 und hatte eine bilderbuchschwangerschaft mit richtiger lage des kindes, aussicht auf ´ne leichte geburt usw, trotzdem ging nicht alles so wie es sollte und ich war dankbar, dass ich mich fürs kh entschieden habe.
lg, anna

Beitrag von golm1512 21.02.06 - 12:18 Uhr

Hallo Anna!
Das Risiko für ein behindertes Kind ist bei Hausgeburten nicht größer als bei Klinikgeburten! Außerdem wird ja vorher schon überlegt, ob eine Hausgeburt möglich sein kann. Keine Hebamme würde ein unnötiges Risiko eingehen!!
Ich habe mein erstes Kind im GBH und mein zweites hier zuhause bekommen. Ich hatte zwei Hebammen ganz für mich allein. In welchem Krankenhaus gibt es einen solchen Personalschlüssel?
Auch im Krankenhaus kann man nicht SOFORT einen KS machen. Auch dort muss der OP vorbereitet werden! So schrecklich viel Zeit geht also durch den Weg zum Krankenhaus nicht unbedingt verloren.
Deine Schwester sieht, da sie im KH arbeitet, natürlich nur die Katastrophenfälle. Ich bin ebenfalls Krankenschwester (allerdings für Große) und habe oft genug erlebt, dass Patienten echt besser zu Hause aufgehoben gewesen wären und dass man im KH auch nicht allmächtig ist.
Ich denke, dass wirklich jede selber entscheidet, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringt. Das Risiko wird es immer geben und es geht eher darum, wo man sich selber am sichersten fühlt! ich hätte im KH wesentlich mehr Angst gehabt!
Viele Grüße
Susanne

Beitrag von anjstr 21.02.06 - 13:02 Uhr

Hallo Susanne,

dass im KH nicht SOFORT ein Kaiserschnitt gemacht werden kann, ist z. T. nicht ganz korrekt: ich hatte einen Not-KS direkt im Kreißsaal, der auch als OP genutzt werden kann. D. h. vom "Startschuss" bis das Kind aus mir raus war, hat es inkl. Narkose gut 5 min gedauert. In der Zeit bist Du bei einer Hausgeburt nicht einmal im Krankenwagen ...
Sicher ist nicht jedes KH mit einem derartigen Kreißsaal ausgestattet, aber ich fand es in meinem Fall ganz "praktisch" ...

Lieben Gruß

Anja