Erbkrankheit Hämochromatose - Eisenwerte steigen, sollten sinken

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von bine3002 21.02.06 - 12:24 Uhr

Hatte gerade den ersten Besuch meiner Hebamme. Die ist sehr nett und wir haben ein bißchen gequatscht, die hat meinen Mutterpass kontrolliert etc.

So und jetzt zum eigentlichen "Problem". Sie hat meine Werte angeschaut und soweit ist alles OK. Aber: Der Eisenwert ist etwas ungewöhnlich, weil er steigt statt zu sinken, was normal wäre. Er ist noch im Normalbereich, also nix Schlimmes.

Jetzt ist es so, dass mein Onkel eine Erbkrankheit hat, die sich Hämochromatose nennt. Bei dieser Krankheit kann das Eisen vom Körper nicht ausreichend abgebaut werden, d.h. es lagert sich ein. Bemerkbar macht sich das häufig durch eine rötliche (rostige) Hautfarbe. Mein Onkel bekam Leberprobleme und der Arzt hat ihn schon gefragt, ob er Alkoholiker sei. Bei Frauen wird das meist erst diagnostiziert, wenn sie in die Wechseljahre kommen, weil durch die Regelblutung das Eisen mit "ausgespült" wird. Bei meinem Onkel wird dieser Effekt erzielt, indem er alle 8 bis 12 Wochen zum Blutspenden gehen muss.

Ich habe, als mein Onkel das erzählt hat, mal meinen Hausarzt gefragt, der aber sagte, dass man dann ja rötliche Haut hätte. Habe ich nicht, also habe ich auch diese Krankheit nicht, meinte er. So einfach ist das... Meine FÄ habe ich letztes Mal auch danach gefragt. Sie meinte, dass ich im März den Arzt, der die Feindiagnostik bei mir macht, darauf ansprechen soll. Aber das bringt doch gar nichts, weil er ja nur die Feindiagnostik beim Baby macht und hier geht es ja um meine Gene.

Nun ist es so, dass ich nicht unbedingt in einen bedenklichen Zustand geraten werde während dieser 9 Monate und meinem Baby wird das auch nicht schaden. Bei der Geburt werden ich auch durch den Blutverlust das überschüssige Eisen wieder los und werde frühestens in 15 Jahren ein Problem damit haben. Trotzdem wüßte ich natürlich schon ganz gerne, ob ich diese Erbkrankheit habe und mein Baby sie erben wird. Wenn es ein Junge wird, könnte er durchaus schon als Kind Probleme mit den Eisenwerten bekommen und da bei Kinder bekanntermaßen nicht so häufig die Blutwerte kontrolliert werden, na ja...

Aber was tun, wenn kein Arzt diese Krankheit kennt und offensichtlich asu Kostengründen nicht bereit ist, diese Krankheit zu diagnostizieren oder auszuschließen? Ich nehme an, dass man dafür einen gentest machen müßte und der ist teuer....

Beitrag von tekelek 21.02.06 - 12:45 Uhr

Hallo !
Also diese Krankheit müßte eigentlich jeder Arzt kennen - ich bin selber Ärztin und habe nach dem Studium nur ein Jahr gearbeitet, aber ich kenne sie auch.
Es klingt ganz danach, als ob Du diese Erkrankung ebenfalls hast, denn da Du jetzt keine Blutungen mehr hast, wäre es ziemlich logisch, daß die Eisenwerte ansteigen !
Wechsel am besten den Hausarzt oder geh zu einem guten Internisten. Man muß soweit ich weiß keinen Gentest machen, sondern ein Transportenzym bestimmen, ich weiß aber momentan nicht mehr welches #gruebel
Ich verstehe nicht, daß alle Ärzte da so abblocken um Dich herum, gerade in einer Schwangerschaft #kratz
Also wie gesagt, such Dir einen guten Internisten (oder geh in eine Uniklinik !) und lass das abklären.
Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (*05.01.05) und #ei (ET 02.09.06)

Beitrag von bine3002 21.02.06 - 13:58 Uhr

Ich verstehe es auch nicht. Meine Mutter ist bei einem anderen Arzt, der hat genauso reagiert. Bei meinem Onkel hat die Diagnose mehrere Jahre gedauert. Wie gesagt, man hat ihm mehrfach unterstellt, er würde zu viel saufen. Da er leidenschaftlicher Weintrinker ist, hat er sogar kurzzeitig selbst daran geglaubt, dass es schon um ihm geschehen ist und er zu den Anonymen Alkoholikern muss. Dann hat er recherchiert und hat seine Diagnose selbst gestellt und siehe da - sie war richtig! Allerdings hat auch das erst der dritte Arzt bestätigt, die anderen waren eher sauer, dass er sich informiert hat.

Ja also ich werde meine Werte jetzt selbst noch ein Weilchen beobachten. Sie liegen noch absolut im Normalbereich, es könnte eine normale Schwankung sein, meinte die Hebamme auch. Sollten sie weiter steigen, werde ich das abklären lassen. Nein, ich werde es sowieso abklären lassen, aber ich mag gerade nicht zu noch einem Arzt, man sitzt ja als Schwangere sowieso schon mehr beim Arzt als alles andere.

Beitrag von tigger74 21.02.06 - 14:51 Uhr

Hallo!
Habe deinen Bericht mit großem Interesse gelesen, da gerade vor ein paar Tagen meiner Hebamme das gleiche bei mir auffiel, allerdings bei den Werten meiner ersten SSW (bei meiner jetzigen wurde der Hb-Wert erst einmal bestimmt). Sie fragte mich dann, ob ich in der Zeit Eisenpräperate genommen hätte, was ich aber nicht habe...Jetzt mal meine Frage zu der Thematik: Natürlich verstehe ich, dass du dich sorgst und man sollte das in jedem Fall auch mal abklären lassen, aber kann es denn nicht sein, dass der Eisenwert auch mal steigt, weil man sich in letzter Zeit Eisenreich ernährt hat? Bin ja keine Ärztin, aber ist das denn so unwahrscheinlich? Sollte mein Wert in dieser SSW auch ansteigen, werde ich meine FÄ mal darauf ansprechen....

Liebe Grüße,
Tigger