Immer wieder gleiches Verhaltensschema.... wie kommen wir da raus?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von pittjes 21.02.06 - 15:02 Uhr

Hallo. Ich oder vielmehr wir haben ein Problem. Mit wir meine ich mich, meinen fünfjährigen Sohn und meine Eltern.

Mein Sohni ist einmal in der Woche bei meinen Eltern nach dem Kindergarten bis zum Abend, dann holen mein Mann oder ich ihn dort ab. Ab und zu fahre ich zusätzlich einmal in der Woche mit Sohnemann direkt nach dem KiGa zu meinen Eltern. Wir werden dort lecker bekocht und umhegt und umsorgt... das kann ich auch mal gut gebrauchen, brauch mich um nichts kümmern und kann schön mit Ma quatschen.#liebe

Leider wird uns ein solcher Tag oftmals durch meinen Sohn vermiest. Das fängt beim Essen an. Er, der an seinem KiGa-Oma-Tag recht gut Mittag isst, behauptet an den Tagen, wo ich auch da bin, es schmecke ihm nicht, oder er habe keinen Hunger. Er sitzt dann da vor seinem Teller, piekst drin rum, schlabbert extra, schlabbert auch mit dem Trinken, hampelt rum und macht Faxen. Ich krieg schon ne Krise, wenn ich mir selber zuhöre. #schockIch weiß garnicht, wie oft ich dann sage: "Ess jetzt. Du sollst jetzt essen. Pass auf. Gleich reichts mir. Ess jetzt....." ... Das kann es doch nicht sein. Irgendwann bin ich so sauer, da schimpf ich dann richtig. Meine Eltern sitzen dann bedröppelt am Tisch. Meine Mutter "grinst" dann so ein bisserl aus Mitleid, abwechselnd zu ihm, dann zu mir und "hutschelt" dann so: Komm Schätzchen, soll ich dich mal füttern..."! Der ist 5!!! Mein Vater sagt dann immer nur zu mir: "Du musst ruhiger werden." Prima, toller Ratschlag. Ich weiß, dass Sohnemann mich aus irgendeinem Grund provozieren will - und er schafft es ja auch. Ich find so supernervig, dann schimpfe ich und der lacht mich fast aus. "Spuren" tut er nur, wenn es richtig Mische gibt, also richtig Schimpfen und vielleicht bisserl fest anpacken. Oder ein Klaps. Aber das kann es wohl nicht sein. Wieso merkt er nicht vorher den Ernst der Lage?#kratz

Nun könntet ihr sicher sagen, dann fahre doch alleine zu deinen Eltern. Hm, ich mag das nicht. Sohni geb ich ja schon zwei Tage in der Woche ab. Da möchte ich ihn nicht noch nen Tag irgendwo hingeben. Durch Verabredungen mit KiGakumpels haben wir ja dann auch noch nen Tag weniger. Ach manno, ganz schön schwer, allen gerecht zu werden. Ich hab das Gefühl, ich sitz da inner Zwickmühle. Ich will einfach, dass er sich benimmt, damit meine Eltern/andere Oma/Opa oder sonst wer nicht genervt sind. Obwohl sie das garnicht sind. Und das merkt mein Sohn. Der macht sich mit seinen kleinen 5 Jahren einen Jux daraus, mich zu ärgern, hab ich das Gefühl. Hole ich ihn z. B. von einem KiGaFreund ab, dann kann ich drauf wetten, irgendwas kommt noch. ´Dann frag ich die andere Mutter ob alles gut war, dann höre ich meistens: Ja, der ist ja so lieb und alles ist gut. Das ist dann sein Stichwort: das geht dann über "schlimme Wörter" oder so Sachen wie "nee, hier geh ich nie mehr hin, hier war es nicht schön" oder "die Mama war aber nicht nett" oder "hier war es alles arschi (sein tollstes Wort zurzeit). Ich versink dann halb im Erdboden und er lacht sich kaputt.#heul

Los, auf mich mit Gebrüll, was habt ihr mir zu sagen dazu? Irgendwelche Tipps oder geb ichs auf?
Grüße
pitti-lise

Beitrag von galeia 21.02.06 - 15:26 Uhr

Klare Ansage geben mit Konsequenzandrohung - wenn er weiter macht wie bisher, Konsequenz durchsetzen.

Also z. B.: "Bitte iss jetzt vernünftig, wenn du nicht still sitzt und isst, stehst du auf und wartest bis wir fertig sind im Wohnzimmer" oder "...gibt es keinen Nachtisch" oder "...fahren wir mit Oma gleich nicht zum ..."

Sind die üblichen Tipps der Super-Nanny. Bei meiner Nichte hat das durchgeschlagen wie nichts. Meine Schwägerin und mein Bruder haben das ganze im Selbstversuch angewandt, dabei ihre eigenen Fehler eingesehen und seitdem viel mehr Ruhe zu Hause.

Viel Glück Dir dabei!

LG H. #klee

Beitrag von pittjes 21.02.06 - 16:06 Uhr

Nun, Konsequenzen droh ich auch an... ha, da muss ich selber schon lachen. Denn tatsächlich setz ich die nicht wirklich um. Allerdings ist es ärgerlicherweise aber garnicht schlimm, wenn ich das dann doch umsetze. Keinen Nachtisch Mama? Gut, ich wollte sowieso keinen. Und so geht das in einem fort. Das Blöde ist doch, dass ich mir mit den angedrohten Konsequenzen selbst ins Fleisch schneide. Drohung: wir fahren gleich nach Hause. Folge: ich bin sauer und traurig, weil mein geplanter Tag ins Wasser gefallen ist und Sohnemann ist es auch egal, der spielt dann halt zuhaus in seinem Zimmer.

Ganz doll ist auch, dass Sohni mir garnicht mehr glaubt, dass ich was durchsetze. Klarer Fall: mein Fehler. So auch beim letzten Oma Besuch am Freitag. Abends hatten wir meiner Nichte und meinem Neffen versprochen, dass die bei uns schlafen dürfen. Freitag mittag macht mein Sohn mit mir den Affentanz bei Oma und Opa. Ich drohe an, dass die zwei abends nicht bei uns schlafen dürfen. Sohni reagiert garnicht darauf, sondern fängt mit Opa darüber zu sprechen an, wer auf dem Boden schläft, wer unter seinem Bett und wer oben.... das zieht so an ihm vorüber.

pitti

Beitrag von danni64 21.02.06 - 17:17 Uhr

Hallo Pitti,


aaalllssssooo,wo fange ich an,auf dich einzureden ;-), nein Scherz beiseite.

Ich denke mal,dein Sohni nimmt dich einfach nicht ernst.

Nehme auch keine Konsequenzen,mit denen du dich selber bestrafst. Wenn du sagst,dann fahren wir wieder nach Hause,bestrafst du dich und nicht ihn,denn er geht ja wieder zur Oma,nach dem Kiga,aber für dich ist es erst mal gelaufen. Er ist nicht dumm,das weiss er genau,dass dich das ärgert und somit hat er sein Ziel dann erreicht. Ich meine natürlich nicht,dass er dich aus böswiiligkeit ärgern will,er will testen und hat Erfolg damit.

Du musst dir konsequenzen ausdenken,die ihm weh tun,denn er den Mist gebaut,nicht du.
Essen wegnehmen,wenn er matscht,ist eine gute Konsequenz,denn verhungern wird er schon nicht. Es gibt aber auch nichts zwischendurch zu naschen,erst zum Abendbrot wieder. Natürlich müssen Oma und Opa mitziehen,das ist klar,sonst ist es sinnlos.

Dann gibt es Dinge,die Kinder heiss und innig lieben,das ist auch immer ein gutes Mittel,denen bei zu bringen,wer das sagen hat.

Mein Dreijähriger zum Beispiel liebt Spongebob und es gibt nichts schlimmeres,als wenn er den nicht sehen darf.

Zweimal musste er schon verzichten und er hat schnell begriffen, Mama hat das sagen und nicht er.
Kinder haben viele Angreifpunkte,genau wie du. Er kennt deine,nun muss du seine kennen lernen und schon wird es klappen,das er lernt, wer Zuhause das letzte Wort hat ;-).
Und noch eines ist sehr wichtig. Loben,loben und nochmal loben.

Alles was er prima macht,nicht einfach so hinnehmen ,sondern hervorheben und loben. Besonders in der Phase,wo die Umstellung erfolgt.
Also Konsequent sein und gute Dinge loben,dann klappt es,rede aus Erfahrung.

Liebe Grüsse von Danni !!!!

Beitrag von katzeleonie 21.02.06 - 15:43 Uhr

Hallo,

eigentlich nur der ganz normale Wahnsinn. Der Kleine versucht Euch gegeneinander auszuspielen. Macht unsere auch. (7)
Ist sie mit Oma und Opa alleine weg oder dort, ist sie fast immer brav, sind wir dabei, geht es ähnlich wie bei Euch.
Also das Ganze nicht überbewerten, aber immer wieder sagen, was nicht geht (ruhig bleiben) und zur Not auch Konsequenzen folgen lassen.
Igendwann geht die Phase, die bei uns schon seit dem 3. Lebensjahr dauert, wieder vorbei, es läßt immer mehr nach.

Viel Glück:-D

Beitrag von iiriis 21.02.06 - 16:50 Uhr

Hallo pitti-lise!

Wenn Du nur manchmal zu Deinen Eltern mit Deinem Sohn fährst, würde ich ihm in diesen Fällen einfach sagen, iß und trinke bitte vernünftig ansonsten nehme ich Dir Dein Essen/Trinken weg. Falls er dann nicht vernünftig ißt/trinkt, nimm ihm die Sachen weg. Dann kannst Du in Ruhe weiteressen, ohne dauernd ermahnen zu müssen. Essen kann er dann ja in diesen Ausnahmefällen auch abends.

Versuch ist es wert!

Gruß Iris

Beitrag von angelina82 21.02.06 - 17:16 Uhr

Also ich würde es mal so versuchen, bei meinem kleinen Bruder hat das damals geholfen:

Wenn er nicht essen will, essen und trinken ohne Rede wegnehmen und ihn ins Zimmer schicken oder ins Wohnzimmer, ohne Komentar. Kinder verhungern nicht, die wissen selber, wann sie hunger haben und wenn er dann irgendwann hunger hat, wird er ohne grosses Gerede essen. Wenn er irgendwelche dumme Sprüche bei anderen Mamis am Ende des Spieltags loslässt, dann würde ich ihn halt nicht mehr zu Freunden schicken, weil die doch eh alle "Arschi" sind (hatte mein Bruder damals übrigens auch gesagt). Dann soll er halt daheim alleine spielen. Nimm ihn nicht immer so ernst, er liebt es halt dich zu ärgern, mir dir kann er das ja machen, du bist seine Mama und hast ihn ja trotzdem lieb. Konsequent solltest du schon sein, wenn du ihm dann verbietest bei der Omi oder so zu übernachten, dann ziehe das auch durch, manchmal tun die auch so als wäre das egal und es ärgert sie doch, wieso sie jetzt schon wieder widergeredet haben. Du solltest wirklich den rat von deinem Papa folgen und ruhiger werden und lieber Taten (natürlich nicht hauen, sonder Konsequenzen ziehen) statt Worte walten lassen.
Wünsche dir alles gute.

angelina82

Beitrag von monique_15 21.02.06 - 17:21 Uhr

Tja, pitti-lise,

es hilft nix: Du musst lernen, konsequent zu werden.

Dass dein Sohn sagt, es mache ihm nix aus, wenn du ihm den Nachtisch wegnimmst usw, das sind nur Sprüche. Klar macht es ihm was aus. Und vor allem wird er mächtig staunen, wenn du in Zukunft IMMER das wahrmachst, was du ihm androhst.
Das ist die Lektion, die ihr beide lernen müsst.

Aber: Überleg dir vorher in Ruhe, was für eine Strafe du einsetzen willst. Dir selbst ins eigene Fleisch zu schneiden, ist natürlich nicht so doll.
Also lehn dich erst mal zurück, ehe du losmeckerst, atme tief durch und überleg dir, was deinem Süßen stinken würde.
Heimfahren? - Ihm doch egal. Also keine gute Strafe. Sein Lieblingsspielzeug für den Rest des Tages wegschließen? Schon besser ;-).

Bitte auch deine Eltern um Hilfe. Sie müssen dieses Verhaltensmuster unterstützen. (Und dir zur Not auch mal in den A... treten, wenn du schwach werden willst).

Es führt kein Weg an konsequenten Strafen vorbei - sonst geht das die nächsten 20 Jahre so weiter und wird immer schlimmer. Hast du da Lust drauf? #kratz

Und noch zum Thema essen: Ein Kind zum Essen zu drängen, ist ziemlich witzlos. Er bestraft DICH damit, dass er nix isst. Wenn du also noch darauf herumreitest, er solle jetzt essen, gibst du ihm erst Recht Bestätigung. Es kann dir doch sowas von wurscht sein, ob er jetzt isst oder nicht! Genieße DU deine Mahlzeit und lass ihn machen (außer natürlich herumsauen).
Sag ihm ruhig (und nur ein Mal), dass er jetzt essen soll, weil es bis abends absolut nichts mehr geben wird.
Und dann: Durchhalten. Ein Tag mit knurrendem Magen wird ihn kurieren, glaub's mir!

Ich wünsch dir alles Gute #liebdrueck
LG, Monique

Beitrag von max_guevera 21.02.06 - 20:20 Uhr

Dein Sohn will deine Aufmerksamkeit und wenn es Negative ist. Er nimmt dich nicht ernst, hört dir nicht zu, er ignoriert dich.
Was unternehmt ihr gemeinsam? Wieviel Zeit verbringt ihr miteinander, die nur euch ist, ohne Dritte?
Er signalisiert ganz klar, dass er dich mehr braucht.
Und über "Klapse" weil er nicht "spurt" reden wir besser nicht. Sonst müsste ich mich ja über jemanden aufregen, den ich gar nicht kenne ;-)
Gruß
Max

Beitrag von kraxy 21.02.06 - 21:39 Uhr

hallo pitti-lise,
lass dich mal #liebdrueck!

jetzt kommt von meiner seite ein etwas anderer vorschlag:
wenn ich das so lese, dann denke ich: der junge mann schreit nach aufmerksamkeit! also reagiere anders! -
sprich mit deinen eltern ab, dass beim nächsten besuch sich die erste viertelstunde bei eurem essen nur um deinen sohn drehen wird: ich stelle mir das so vor: kurze begrüßung deiner eltern und dann erzähl mit deinem sohn: "wie wars im kiga? was macht gerade am meisten spaß? hast du oma und opa schon das erzählt (und dann eine tolle geschichte - von dir erzählt - über eine heldentat des juniors)?" - ich kann mir gut vorstellen, dass dann das missbenehmen deines sohnes gegen null gehen wird und wenn er im mittelpunkt steht, dann wird das essen wie von selbst klappen. -
und dann nicht irgendwelche straf-drohungen (und auch keine kläpse - selbst bei schlechten nerven ein tabu!!!! #augen) - da verliert man meistens selber, sondern mal ne knuddeleinheit: "jetzt ein dicker schmuser - und dann erzähl ich mit oma und opa noch langweiligste erwachsenengeschichten - wir fahren dann gegen ... "- und auf der rückfahrt loben: "mensch, so hat das essen aber heute spaß gemacht - fand ich klasse, dass oma so lecker gekocht hat und und und"
falls dir der vorschlag gefällt und du ihn anwendest, berichte doch mal vom - hoffentlich - erfolg.

und dann zu den "schlimmen wörtern" und "beleidigungen" von gastgeber-eltern. frag doch nicht in anwesenheit deines Sohnes, ob er brav war: 1) weißt du das doch sowieso - hab vertrauen und 2) wenn du was anderes vermuten solltest - ruf die eltern abends nochmal an -
schon vergessen, wie nervig das war #kratz: "ach bist du groß geworden?" - "Ach hat sie sich auch gut benommen?" - ich erinnere mich noch gut daran und weiß, dass ich am liebsten im erdboden versunken wäre... dein söhnchen versinkt halt nicht, sondern wird garstig - auch ne art sein missfallen auszudrücken...

also kopf hoch und dranbleiben!!!
dann schon mal ein lecker-essen-und-verwöhnt-werd-wunsch von kraxy

Beitrag von kaeseschnitte 23.02.06 - 14:42 Uhr

hallo
ich würde ihm ein butterbrot oder eine banane anbieten und wenn er nicht essen mag, muss er halt nicht. und möglichst wenig theater machen, oder mal das ganze essens-management deiner mutter überlassen.
grüsse
kaeseschnitte

Beitrag von vjam 25.03.06 - 00:06 Uhr

Kein Ratschlag, nur eine - vielleicht trotzdem hilfreiche - Erklärungsmöglichkeit:
Mich erinnert Deine Schilderung genau an die einer guten Freundin, deren Tochter (etwas jünger als Dein Sohn) ebenfalls regelmäßig nachmittageweise bei den Großeltern ist und immer dann (bzw. auch nur dann) unausstehlich wird, wenn meine Freundin ab und zu auch 'mal mit da bleibt. Die Erklärung meiner Freundin ist ebenso lapidar wie einleuchtend: "Sie weiß eben ganz genau, daß in meiner Anwesenheit nicht der wunderbare Super-Sonder-Großeltern-Ausnahmezustand gilt, den sie sonst bei Oma und Opa genießt. Klar, daß sie sich gegen jede Störung des dort gewohnten Prinzessinnenstatus wehrt. Wenn ich dabei bin, gibt es wieder Regeln und Grenzen. Das passt ihr natürlich nicht. Manchmal sagt sie sogar ganz deutlich, dass ich abhauen soll. Sie findet wohl. ich behindere ihren bei den Großeltern herrschenden absoluten Verwöhn-Anspruch."