Eine Geburt im Geburtshaus, auch so schn kann ein willkommen im Leben sein

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von cajaw 21.02.06 - 21:55 Uhr

Der Geburtsbericht unseres Levi Valentin


Was nun folgt ist ein Bericht für alle, die wissen wollen, wie schön eine Geburt sein kann.
Am Sonntag, den 12.02., 2 Tage über ET, waren wir alle gemeinsam abends noch im Geburtshaus bei Salam,meiner Hebamme, die ein CTG schrieb, während mein Mann Sergej und meine 2,5ährige Tochter Nea nebenan mit den Pezzibällen spielten und sich die Zeit vertrieben. Das CTG schrieb schon regelmäßige Wehen, die ich aber so nicht spürte.
Salam entließ uns mit den Worten, dass es wohl nun nicht mehr lange dauern sollte. Der nächste Tag verlief ohne nennenswerte Ereignisse, ich trank abends ein Glas Wein, ging in die Badewanne und nahm noch ein Dampfsitzbad. Aber all das sollte meinen Schatz im Bauch nicht stören.

Wir waren 4 Tage über ET am Dienstag, den 14.02. und ich hätte so gern meinen Schatz an dem Tag auf der Welt begrüßt, aber sicher, er wollte da nicht, weil er besseres mit mir vorhatte. Dennoch muss ich sagen, dass ich sehr entspannt war und ihm alle Zeit der Welt geben wollte. Wann würde ich schon wieder schwanger sein, wann wieder in den Genuss von Leben im Bauch kommen?

Meine Hebamme im Geburtshaus hatte mich noch einmal zur Akupunktur bestellt und auch den Mumu untersucht, der sich in den vergangenen Tagen ohne spürbare Wehen auf 2-3cm geöffnet hatte. Das CTG zeigte nun schon stärkere Wehen an, die für mich immer noch mit einem nur ganz leichten ziehen verbunden waren, und nicht mal das konnte ich immer fühlen.
Das alles waren für mich aber so positive Zeichen, denn meine Tochter kam vor 2,5 Jahren nur mit mehrmaligem Einleiten 2 Wochen nach Termin.
Ich ging noch mit meiner Freundin in der Stadt Mittag essen und suchte für meinen Bruder ein Geburtstagsgeschenk. Aber irgendwie trieb es mich doch wieder zurück, Salam wollte vor meiner Heimfahrt noch mal untersuchen, und siehe da, der Mumu war auf 3cm. Ursprünglich wollte sie mir einen Nelkenöltampon legen, das war ihr aber nun zu heikel, denn dies hätte durchaus das ganze sehr beschleunigen können. So hatte ich die Wahl zwischen nach Hause fahren ohne den Tampon oder mit Tampon aber dann nur unter der Bedingung, im Geburtshaus zu bleiben. Ich wollte aber noch meine Sachen daheim erledigen, entschied mich also für ersteres.

Nun denn, meine Hebamme Salam wollte mich schon fast gar nicht mehr heim lassen, da ich eine knappe dreiviertel Stunde Fahrt vor mir hatte, ich mich aber wohl fühlte, konnte ich sie überzeugen, mich gehen zu lassen.

Auf dem Heimweg habe ich dann noch meine Nea aus der Krippe geholt, meinen Mann angerufen, er sollte sich dann mal auf den Weg machen und wir sind dann alle am späten Nachmittag daheim gewesen.

Aus meine vorhergehenden Unruhe und Angst wurde ein sehr sicheres Gefühl und die Angst schwand. Ich glaube, dass geht den meisten Frauen so und ist ein sehr guter Mechanismus, den der Körper auslöst! Auch der Gedanke, nun mein Kind im Geburtshaus zu empfangen, war sehr schön. Ich hätte im Leben nicht in ein Krankenhaus gewollt, alleine der Gedanke an den Geruch auf den Gängen, schrecklich. Und eventuelle Komplikationen kamen mir gar nicht mehr in den Kopf.

Gegen Abend bin ich mit meiner Tochter noch in die Wanne, wir haben ein Erkältungsbad gemacht, denn sicher, sie war krank geworden und fühlte sich elend. Wie sollte es passender sein, kurz vor der Geburt ihres Bruders?

Jedenfalls nach dem Abendbrot ging sie ins Bett und wir schauten noch ein wenig fern, während dessen habe ich dann meine Tasche zu Ende gepackt, ich wusste tief in mir, dass es nun soweit war. Levi war am Nachmittag noch recht aktiv, am Abend aber dann wurde es sehr ruhig in meinem Bauch.

Meinen Mann habe ich dann erstmal ins Bett geschickt, er sollte noch Kraft tanken für die Nacht. Meine Mutter, die auf unsere Große aufpassen sollte, wollte ich anrufen, da sie mind. 1,5 Stunden Weg vor sich hatte. Aber auch da, wie sollte es anders sein: sie ging nicht ran, ihr Handy hatte keinen Empfang.

Ich ging noch mal ins Bett und wollte mich entspannen, die Wehen alle 5 Minuten kamen schön regelmäßig. Ich lag auf der linken Seite und erinnerte mich, dass Salam mich bat, auf der rechten Seite zu liegen. Nun denn, ein Seitenwechsel und plötzlich wurde der Abstand der Wehen länger. Vielleicht doch ein Fehlalarm? Ich schlief ein und wachte vollkommen verschwitzt wieder auf, also falscher Alarm. Fehlanzeige, ich hatte wohl ganze 3 Minuten geschlafen, denn es waren gerade 4 Minuten seit der letzten vergangen. Doch noch immer wollte ich ein bisschen länger warten, um zu sehen, ob sie nicht doch noch weggingen. Aber auch ich musste irgendwann einsehen, dass es nun Richtung Geburt meines Sohnes ging und ich stand auf.

Gegen Mitternacht wurden es dann echte Wehen, mit Ziehen und auch schon sehr regelmäßig alle 4Minuten, ich wollte noch ausruhen, aber das schaffte ich nicht mehr, denn liegen war nicht mehr möglich. Aber ich fühlte mich so stark und sicher, unglaublich, wenn ich zurück blicke. Wo ich echte Angst hatte, denn meine erste Geburt war nicht wiederholungswürdig. Nun habe ich noch mit meinem Bruder telefoniert, denn mein Mann schlief bei unserer Tochter, die dank ihrer Erkältung sehr schlecht schlief. Immer wenn er mal aufstand, wollte er sofort losfahren, ihm war das ganze nicht geheuer.

Endlich erreichte ich dann auch meine Mutter, die sich auf den Weg machte. Als dann aber die Wehen alle 3 Minuten kamen, das war 2 Uhr morgens rief ich auch im Geburtshaus an und wollte wissen, ob wir kommen sollten. Ein deutliches JA! War die Antwort meiner Hebi, wir sollten einfach die Große mitbringen und sie von da abholen lassen.

Und das war auch gut so, denn im Auto sind Wehen noch schmerzhafter, nur kann man nicht so los lassen, wenn die Tochter auf dem Rücksitz sitzt und sich Sorgen um die Mama macht. Ich fing an zu tönen während der Wehen und meine Große machte tatsächlich mit und wir tönten gemeinsam. Schön, wenn man noch lachen kann, auch wenn es nun schon wesentlich mehr schmerzte.
Die Fahrt dauerte lange dank des Blitzeises, dass sich gebildet hatte nach dem kurzen Regen und der Kälte. Die letzte Wehe vor dem Geburtshaus musste ich aussteigen und vor dem Auto veratmen.

Angekommen im Geburtshaus kam meine Hebamme Salam, führte uns in aller Ruhe ins Entbindungszimmer, entfachte Kerzen und stellte Duftlampen mit Lavendelöl auf. Salam strahlte so eine Ruhe und Gelassenheit aus, die sich auch auf mich legte. Ich bat sie, meine Lieblings-Yoga CD einzulegen, das neue CD Gerät konnte sie nicht bedienen und deshalb habe ich in einer Pause mich daran zu schaffen gemacht und konnte von da an der CD lauschen, die ich in meinen Yogastunden schon immer als unheimlich entspannend und dennoch aufbauend empfand und immer ein schmunzeln in mein Gesicht brachte.

Bei der Untersuchung dann 4-5 cm und das war 2.30 bei der Ankunft. Gott, war ich dankbar für diesen Befund, es tat sich etwas, alles lief, wie es sollte. Leider fand meine Mutter den Weg nicht in die Stadt und auch mehrmaliges Telefonieren mit ihr und Wegbeschreibungen änderte nichts, sie fand das Geburtshaus nicht. Meine Tochter spielte in der Zeit mit dem Pezziball, aß meine Traubenzucker, trank mein Wasser,…. War also beschäftigt, nur meine Wehen, die verstand sie nicht, aber sie war auch nicht geschockt, sondern stellte sich immer hinter mich und versuchte meinem Mann zu helfen, der mir den Po massierte.

Die Wehen wurden zunehmend schwerer aber noch immer dank Konzentration und guter Atmung aus Yoga auszuhalten. Ich stand gebeugt über den Wannenrand gelehnt. Später konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und kniete vor dem Bett auf einer Matte, hielt mich mit meinen Händen am Seil von der Decke fest.
Mein Mann musste mich dann verlassen, um meine Mutter aus der Stadt zu holen, okay, da wurde ich wütend, sie hätte sich den Weg vorher raussuchen können, wie von mir empfohlen!!! Ich schimpfte auf sie und ihre Unzuverlässigkeit, die fast planbar war.

Als er mit ihr zurückkam wurden urplötzlich die Wehen recht grausam, ich schob es auf meine eigene Wut, die ich hatte und dachte, ich verkrampfe, weil ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Das erste mal, dass ich diesen wahnsinnigen Druck nach hinten hatte und auch Salam nach einer Spuckschale bat.
Meine Hebamme, die mit mir jede Wehe zu ‚Sa Re Sa Sa’ ‚versungen’ hatte, bat mich auf das Bett zum untersuchen. Mein Mann war in der Zeit den Kindersitz umbauen, ich also allein. Da nimmt meine Salam das Telefon und ruft ihre Tochter an, die über dem Geburtshaus wohnt und auch Hebamme ist und ruft sie zur Unterstützung dazu. Warum frage ich, weil zwar noch etwas Saum steht, aber der Muttermund 10cm offen ist, war die Antwort. Große fragende Augen muss ich gemacht haben, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Sicher, ich hatte das Gefühl bei jeder Wehe mein Sohn will zum ‚falschen’ Ausgang raus, aber das erst seit ein paar Wehen.

Nun lag ich also auf dem Bett auf der rechten Seiten und Salam nahm eine Flasche mit Dammmasageöl und begann, unter jeder Wehe meinen Damm zu massieren. Ich hielt mich an den Stangen des Kopfteiles des Bettes fest und versuchte ihren Anweisungen nicht zu verkrampfen zu folgen. Rim kam runter, im Schlafanzug und vollkommen verwuschelten Haaren. Ich rief immer wieder nach meinem Sergej, aber der kam nicht, er war beschäftigt draußen. Rim ging ihn holen, er hatte die letzten 20 Minuten nicht mit mir verbracht und wusste deshalb nicht, wie wichtig er jetzt war. Das war gegen 4.10 Uhr.

Er hielt unter den Wehen mein Bein nach oben und schüttelte leicht meinen Po, dadurch sollte ich locker lassen. Ich bat Salam mit mir zu atmen, da ich jemanden dafür brauchte.

Nach etwa 3 weiteren Wehen auf dem Bett brachten sie mich vor das Bett auf den Gebärhocker. Auf dem Weg zum Hocker fühlte ich mich vollkommen hilflos als eine Wehe kam, denn mitten im Raum fehlte mir der Halt. Schnell setzte ich mich auf den Hocker, und lies mich sinken in Sergejs Arme, der hinter mir saß.

Rim stellte uns einen Spiegel auf und wir konnten unseren Sohn sehen, wie er sich langsam Richtung Welt schob. Nach 3 oder 4 Presswehen sollte ich nicht mehr mit schieben, der Kopf war da, ich legte meine Hände um ihn, mit der nächsten Wehe kam er von allein und ich nahm ihn sofort selbst hoch.

Dann halfen mir Sergej und Salam auf das Bett, mein Sohn lag auf meiner Brust. Wir ließen die Nabelschnur auspulsieren bevor Sergej ihn abnabelte. Die Nachgeburt kam auch nach einer kleinen Hilfe mit Nasenspray, auf ein paar Eihäute mussten wir länger warten. Leider musste ich noch genäht werden, es dauerte in meinen Augen eine halbe Ewigkeit.

Das Resultat aber, sofort danach sitzen zu können, war es wert.
Wir kuschelten noch ein wenig, dann entschieden wir uns für den Namen unseres Sohnes: Levi Valentin

Sein Schätzgewicht war 3400gr nach der Hebamme, 3700gr nach der Frauenärztin. Noch auf dem Weg zur Waage sagte Salam, dass er nie im Leben soviel wiegt wie unsere Tochter (4095gr). Nun denn, auch sehr erfahrene Hebammen können irren, 4090 Gramm brachte unser kleiner großer Levi auf die Waage, ansonsten aber hat er auf den Zentimeter die gleichen Maße wie unsere Große: 53cm lang und 36 cm Kopfumfang.

Ich ging duschen, dann haben wir in aller Ruhe im Geburtshaus gefrühstückt und alle noch mit einem Glas Sekt angestoßen. Salam untersuchte mich noch mal, schaute nach Levi und wir verließen das Geburtshaus.
Als unsere Große vom Mittagsschlaf aufstand, saßen wir im Wohnzimmer und hatten ihren Bruder ‚mitdebracht’.

Heute, knapp eine Woche später kann ich nicht glauben, dass ich tatsächlich ein solches Wunder erleben durfte.
Und kann nur allen Frauen, die eine risikolose Schwangerschaft haben, zu einer Entbindung im Geburtshausraten, denn der Vergleich hat mir gezeigt, wie groß der Unterschied zum Krankenhaus ist.

Traut euch, es lohnt sich.

Levi, der bei seinem Papa auf der Brust schläft, und Mama Claudia



Beitrag von tonni 22.02.06 - 21:54 Uhr

hallo claudia,

ich gratuliere dir zu eurem kleinen levi und dem wunder seiner geburt.
auch ich durfte vor fast 1 jahr meine tochter in einer wunderbaren grenzerfahrung in einem geburtshaus zur welt bringen. und ich kann nachempfinden, wie schön eine solche geburt ist.
ich würde es wieder tun, keine frage. und auch ich hatte eine weile lang einige zweifel und ängste - die sich alle wandelten in innere stärke, vertrauen und glauben an mich, meine kleine, meine hebamme, meinen mann.

und ich musste sehr sehr schmunzeln über die helfenden hände deiner grossen.... ;-) wer weiss, ob sie nicht mal hebamme werden wird in einem geburtshaus ....

liebe grüsse
tonni

Beitrag von cajaw 24.02.06 - 09:31 Uhr

Hallo Tonni,

jaja, die Variante, dass meine Große einmal Hebamme wird, liegt gar nicht so fern nach dem Erlebnis ;-)

Ich denke, man muss sich sehr sicher sein, im Geburtshaus entbinden zu wollen und die innere Ruhe dafür haben, sonst sollte man sich nicht darauf einlassen.

und letztendlich entscheidet das Gefühl am Ende, ob man ins KH oder ins GH fährt, aber wie ich schrieb, auch bei mir war es so, dass je näher der Termin kam, meine Zuversicht stieg und auch das Vertrauen

Deine Ida ist auch eine kleine Zuckerschnecke, vielleicht bekommt sie ja noch ein Geschwisterchen, dass dann auch so auf die Welt kommen darf

viel Spass euch dreien

Claudia

Beitrag von luise.kenning 23.02.06 - 20:56 Uhr

Hallo Claudia,

ich beglückwünsche Dich zu dieser wundervollen Geburt. Und danke DIr für den tollen Bericht. Ich habe ebenfalls vor fast einem Jahr meine Tochter Marie im Geburtshaus geboren und es war wirklich wunderschön, geborgen und intim und wohlig. Ich möchte diese Erahrung nicht missen.

Mein FA hat mich von Anfang an unterstützt - seine Frau arbeitet als Hebi in einem (anderen) Geburtshaus..

Zur Begleitung hatte ich nicht meinen Mann dabei, sondernm meine Mam, sodass es ein Mädels-Dream-Team war.

Die GEburt war natürlich schmerzhaft und meine Hebi wollte mich mit nem 3cm eröffneten Mumu nochmal nach Hause schicken, schliesslich war ich Erstgebärende. Allerdings sagte ich ihr, dass ich das GEFÜHL habe, dass das nicht gut wäre und dass ich ihre HIlfe bräucht... Tja und dieses Gefühl bestätigte sich, denn innerhalb einer Stunde war der Mumu vollständig offen...

Ich habe diese Geburt gefühlt, erfühlt und erlebt und enpfand es als wunderbar.

Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Frauen eine solch schöne GEburt wie wir erleben dürfen und dass sich mehr Frauen trauen, wirklich zu gebären, und nicht entbunden zu werden.

LG

Luise mit Marie *24.03.2005

Beitrag von mutti06 23.02.06 - 21:51 Uhr

hi ich findne man kann auch in einer klinik gut entbinden und da hat man den vorteil das man paar tage abspannen kann und sich ausruhen was man im geburtshaus nicht kann denn dort muss man gleich nach huase und das finde ich doof denn man hat es ja nachher noch die ganze zeit.

aber ich gratuliere euch zu eurem sohn und unserer tochter soll valentina heißen also den namen denn euer kleiner als 2. namen hat.
viel glück und spaß mit ihm.

eine frage.
seit ihr ausländer oder so?
soll nicht negativ aussehen aber eure namen oder der von deinem mann hören sich schon ganz komisch an.

gruß

Beitrag von luise.kenning 23.02.06 - 22:07 Uhr

Hallo mutti06,

ich vermute mal, dass du nicht auf meinen beitrag, sondern auf claudias beitrag antworten wolltest, trotzdem fühle ich mich angesprchen und werd mal meinen senf dazugeben:

ausruhen kann man am besten zuhause, in seiner gewohnten umgebung. mann/mutter müssen sich eben eine weile urlaub nehmen und die hebamme kommt eh jeden Tag und sieht nach der frischgebackenen Mutter und dem Baby und steht mit rat und tat zur seite.

ich jedenfalls würde mich nicht um so ein wahnsinnig schönes erlebnis im geburtshaus bringen lassen, weil ich danach keine krankenschwestern um mich herum habe, die mir mein baby wickeln. im gegenteil.

eine geburt kann etwas zauberhaftes sein. diese berichte sind meist aus geburtshäusern oder es sind hausgeburts-berichte... oder manchmal auch traumatisierend, gräßlich... das sind oft die krankenhaus-berichte..

natürlich gibt es bestimmt auch schöne geburten in krankenhäusern, aber ich glaube, dass es sehr schwer ist, eine solche innigkeit und vertrautheit und ruhe und kraft in einer klinik zu empfinden.

selbstverständlich sind nicht alle mamas dazu geeignet oder in der lage, im geburtshaus zu gebären, und wer sich dort nicht wohl fühlt, sollte es in jedem fall lassen!

Aber ich stehe dazu, dass das Geburtshaus und auch die Entlasung aus dem GH 2 Stunden nach der Geburt uns wahnsinig gut getan hat. Anstrengend empfand ich mein Wochenbett nicht.

Luise

Beitrag von cajaw 24.02.06 - 09:56 Uhr

Hallo Natalie

wie Luise schon geantwortet hat, ist es tatsächlich so, dass man daheim besser ausruhen kann

aber ich weiß, was Du meinst, denn das war immer mein kleiner Knackpunkt, will ich direkt danach nach Hause? zumal ich schon eine kleine Tochter habe, die sehr lebendig ist und auch meine Aufmerksamkeit braucht und fordert

aber ich muss sagen, dass, jetzt da ich den Vergleich habe, ich es so besser finde, ich hatte jetzt normale 'Heultage', wenn Du weißt, was ich meine, also der Babyblues oder wie auch immer man das nennt, damals hat es mich voll erwischt und ich habe lange damit zu tun gehabt, die Situation im KH hatte mich vollkommen aus der Bahn geworfen

meine Hebamme kommt jeden Tag (die ersten 10 nach der Entbindung) und nimmt sich mindestens eine Stunde Zeit

auch das ein großer Unterschied zu damals, meine erste Hebamme war immer im Stress und max. 15 Minuten da, gut, dass kann einem immer passieren, aber wir haben ein ganz anderes Verhältnis zu unserer jetzigen Hebamme, da wir uns schon so lange mittlerweile kennen


Zu Deiner 2. Frage, nein, wir sind keine Ausländer, mein Mann hat eine russisch-stämmige Mutter, das ist aber auch alles, mein Name Claudia ist glaube ich weniger Anstoss Deiner Frage, meine Tochter hat einen nordischen Namen und meine Hebamme kommt ursprünglich aus dem Libanon, lebt seit 30 Jahren hier und hat auch ihren Kinder n aus verständlichen Gründen traditionell libanesische Namen gegeben

so, jetzt hoffe ich, alle Klarheiten beseitigt zu haben

viel Spass noch in Deiner Schwangerschaft, genieße sie und ich wünsche Dir von Herzen eine schöne Geburt!!!

Claudia

Beitrag von cajaw 24.02.06 - 09:43 Uhr

Hallo Luise,

jetzt habe ich tatsächlich meine erste Anwort an Dich gelöscht, grrrrr

nun denn, ich wollte Dir danken für Deine liebe Antwort
und Dir sagen, dass ich Deinen letzten Satz sehr richtig finde

vor 2,5 Jahren wurde ich von meiner Tochter entbunden, zwar normal, aber mit viel Trubel um Einleitungen (mehrmals Gel und Tropf)

meinen Sohn habe ich auf die Welt gebracht, mit Hilfe meiner Hebamme und meinem Mann, ach ja, und meiner Tochter ;-)

es gehört viel Vertrauen in einen, und ich habe das Gefühl, dass viele Ärzte dieses eigentliche Urvertrauen in den eigenen Körper zerstören durch unsinnige Kommentare

Ich rede nicht davon, dass es Risikoschwangere gibt, sie sollten in einem Krankenhaus entbinden, aber jede normale Schwangere hat eigentlich das Urvertrauen in sich und kann es finden

es gibt Länder, da sind Geburten wie unsere wesentlich normaler als hier, vielleicht und hoffentlich für alle Frauen wird das auch bei uns irgendwann so

viel Spass mit Deiner Marie

Claudia

Beitrag von claudscha 24.02.06 - 04:23 Uhr

wow, danke für den ausführlichen bericht und alles gute für deine kleine familie!
ich war gerade heute zum info-abend im geburtshaus und habe mich auch gleich angemeldet, weil ich ein unglaublich gutes gefühl dort hatte.
es ist mein erstes kind, mir fehlt also jegliche erfahrung, aber ich bin der meinung, daß von ärzte-seite viel zu viel pathologisiert wird und daß die natur schon alles so eingerichtet hat, wie sie es für richtig hält.
in den berichten, die ich bisher gelesen habe, über geburten im krankenhaus, wurde hier ne pda gelegt, da ne salbe, da ne spritze, und ich bin mir sicher, daß viele der leistungen in erster linie eines bringen: geld in die kassen. und deshalb wird so viel rumgedoktort, nicht, weil es nötig oder gut für die mutter wäre. natürlich kann man das nicht pauschalisieren, jede schwangerschaft verläuft anders...
ich denke, eine geburt ist nun mal mit schmerzen verbunden, da muß man durch, und was einen nicht umbringt, macht einen härter.
in "meinem" geburtshaus kann ich sogar spontan entscheiden, ob ich nach der geburt ein paar tage dableiben will, kriege ein schönes zimmer und rundumversorgung.
wenn ich mir nur die sterilen krankenhausgänge vorstelle und den geruch, habe ich schon keinen bock auf geburt mehr, nach dem abend heute kann ichs kaum erwarten!
deshalb bin ich auch mitten in der nacht noch wach und schreibe quatsch ins forum, ich bin total aufgedreht.
ich hoffe jedenfalls auf eine natürliche geburt, wie bei den höhlenmenschen, im hocken, im stehen oder zur not auf dem bauch liegend, ohne spritze ins rückenmark oder sonstigen quatsch, darin hat mich dein bericht nochmal bestätigt,
danke dafür,
claudia + #ei

Beitrag von cajaw 24.02.06 - 10:06 Uhr

Hallo Claudia,

schön, dass Du Dich auch für eine Geburtshausgeburt entscheiden willst

mich hat auch immer der Geruch auf den Gängen im KH kirre gemacht, da mögen sie sich Mühe geben, die Kreissääle mittlerweile schön einzurichten, aber den bekommen sie nunmal nicht weg

vor einer PDA hatte ich immer wahnsinnigen Respekt, mit einer Nadel in meinen Rücken, nein danke

wie bei den Höhlenmenschen..... lustiger Vergleich und ein bisschen hast Du Recht, zurück zu dem, wie es von der Natur aus vorgesehen war

mein Gebärhocker war das beste, was mir passieren konnte und meine Hebi hatte mal zu mir gesagt, es gibt nur eine Position, die noch unsinniger ist als auf dem Bett auf dem Rücken liegend, das wäre dann der Kopfstand

denn das Kind muss in beiden Varianten gegen die Schwerkraft arbeiten und den Weg nach oben nehmen, obwohl es nach unten leichter wäre, da unsere Wirbelsäule am Ende eine Beugung nach oben macht

jede Position also, ob aufrecht, im Hocken, im Vierfüßlerstand,.... hilft dem Kind mit der natürlichen Schwerkraft

Du hast noch eine wahnsinnig spannende Zeit vor Dir, Dein Bauch wird noch schön wachsen, Dein Baby immer aktiver, und hoffentlich Dein positives Gefühl für das Geburtshaus auch

genieße jeden Tag, auch wenn sie vielleicht irgendwann beschwerlicher werden, Du erlebst ein Wunder!

bis bald

ich wünsche Dir alles Gute

Claudia

Beitrag von dask 25.02.06 - 12:30 Uhr

Hallo Claudia.
Da Kinderkriegen auch eine Einstellungssache ist, drücke ich Dir ganz ganz fest die Daumen, das Du die wunderbare Erfahrung machen darfst in einem GH zu entbinden.
Ich durfte letztes Jahr im März im GH mein erstes Kind zur Welt bringen und es war alles richtig so wie es war. Ich habe die Entscheidung niemals bereut, im Gegenteil!! Ich würde es jederzeit wieder so machen. Diese Ruhe und Geborgenheit kann einem kein KH bieten.
Dani mit Max *24.3.2005

Beitrag von dask 25.02.06 - 12:42 Uhr

Hallo.
Eine Geburt im GH ist so eine wunderschöne Erfahrung! Ich habe Deinen Bericht mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Das Lachende weil es sich schon lustig anhört wie Deine Tochter mitmassieren will und weil die Stimmung trotz mehrer Pannen sehr gut gewesen zu sein scheint. Das weinende, weil ich finde das Du das sehr klasse wieder gegeben hast, wie eine Geburt im GH laufen kann.
Ich habe mein erstes Kind auch im GH bekommen und es war gut und richtig und wunderwunderschön. Meine Hebamme hat mir so viel Kraft, Ruhe und Geborgenheit geben können das ich überhaupt gar keine Angst hatte. Durch ihre Routine und Erfahrung hat sie es sogar geschafft mich "ruhig zu halten" als die Herztöne von Max schlechter wurden und wir fast in die Klinik gewechselt hätten. Aber sie wußte zum Glück genau was zu tun war (in meinem Fall) und nach zwei Wehen die ich liegen mußte und auch nciht mehr aufstehen durfte, waren die Herztöne wieder normal. Ich hätte auch gerne auf dem Hocker entbunden, aber ich mußte auf der Seite liegen. MEin MAnn und meine Hebamme haben es aber geschafft es mir gemütlich zu machen.
Ich hoffe das ich, wenn ich noch ein Kind bekomme, wieder ins GH gehen kann (zu Hause fände ich schöner, aber mein Mann nicht) und wieder ein wunderschönes Geburtserlebnis mit meiner Hebamme und meinem Mann haben werde.
Dani

Beitrag von cajaw 25.02.06 - 15:33 Uhr

Hallo Dani,

weil bei mir die ganze Familie schläft und ich mich nicht hingelegt habe, da ich dachte, es wird eh nicht lange anhalten, kann ich Dir antworten

(nur zur Info, seit 2 Stunden ist hier absolute Ruhe! also ich hätte gut auch mal schlafen können, soviel dazu ;-))

wir hatten einige Pannen, die eigentlich nur Muttertechnisch waren, und wie ich schrieb, eigentlich planbar waren, aber man ist immer wieder blauäugig, wenn es die eigene Familie betrifft, warum auch immer

ich bin erstaunt, wieviele Antworten ich erhalten habe und das bis auf eine Ausnahme, alle ihre Kinder im GH entbunden haben, denn im voraus hatte ich das Gefühl, niemanden hier zu haben, der meinen Wunsch teilte mit mir

hast Du die Antworten gelesen? sie sind alle so positiv, und eine schrieb, dass man im KH von seinem Kind entbunden wird, während im GH die Frauen ihre Kinder gebären und ich finde das so passend, da es auch so stimmt auf meine beiden Geburtserfahrungen

Momentan habe ich noch ein wenig mit meinen Hormonen zu kämpfen und kann dashalb nicht einschätzen, inwieweit der weitere Kinderwunsch real ist, den ich habe, allein auch wegen der Zeit der Schwangerschaft und des wunderbaren Geburtserlebnisses

aber jetzt versuche ich, das nach hinten zu verdrängen, die Tränen fließen zu lassen, und auf gemütssonnigere Tage zu hoffen, die sicher schon vor der Tür stehen :-)

eine schöne Zeit mit Deinem Max und Deinem besten Mann der Welt

Claudia

Beitrag von dask 25.02.06 - 19:40 Uhr

Hallo.
Ja und weißt Du was der Witz ist?! Luise, Tonni und ich haben alle im gleichen GH unsere Kinder zur Welt gebracht #gruebel #freu. Es gibt nichts wunderschöneres als ein Kind zu bekommen #freu, und dieses Wissen teilen alle Frauen die in einem Gh ihre Kinder geboren haben mit Dir!
Im Sommer kommt die (blöde ;-) ) Spirale wieder raus und dann bin ich hoffentlich nächstes Jahr im Frühjahr wieder im GH um ein Kind zu bekommen #schwitz.
Dani

Beitrag von cajaw 25.02.06 - 20:17 Uhr

Ja, das ist wirklich ein großer Zufall, kennt oder kanntet ihr euch vorher schon?

da hast Du dann aber die Spirale nicht lange gehabt, oder? genau aus diesem Grund will ich sie nicht haben, würde glaube ich immer denken, dass ich dann solange warten
müsste

auf der anderen Seite ist sie auch sicher, ach wie immer, alles hat Vor- und Nachteile

wo habt ihr denn eure Kinder bekommen? nur Interesse halber

Claudia

Beitrag von dask 26.02.06 - 14:01 Uhr

hallo.
tonni und luise kennen sich durchs schwimmen für schwangere. tonni und ich haben gemeinsam die gymnastik und den gv-kurs gemacht und uns dort kennengelernt. luise und ich kennen uns nur übers forum #schwitz, ich hoffe, du blickst da durch!? #gruebel
entbunden haben wir in wuppertal elberfeld im gh. und du?

Beitrag von cajaw 26.02.06 - 21:53 Uhr

Na ihr seid ein zusammengewürfelter Haufen ;-)

mein Gh ist hier in Leipzig

ach mensch, ist so komisch, dass es wahrscheinlich ist, das mir das nicht noch einmal vergönnt ist, wir haben ja schon #2

und er ist so ein Goldstück, echt unglaublich, so etwas entspanntes an Kind habe ich noch nicht erlebt, seine Schwester war und ist das ganze Gegenteil

da ist er noch keine 2 Wochen und mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, dass sich mein Bauch nicht mehr mit Leben füllen wird.... schieben wir es auf die Hormone!

und hoffen, dass es wieder weg geht

stimmts??????????

Claudia

Beitrag von dask 27.02.06 - 14:02 Uhr

Nur Tonni und ich haben Privat Kontakt. Wir haben uns richtig eng angefreundet. Ich hätte nicht geglaubt durch die Schwangerschaft und Max so eine enge Freundin zu finden #huepf.

Ich werde mir ja die Spirale ziehen lassen (wenn ich mir sicher gewesen wäre, dass ich das "Ding" nur so kurz haben werde, hätte ich es auch gelassen #augen) und ich hoffe ganz schnell wieder Schwanger zu werden.
So ein GH Erlebnis ist so etwas tolles, dafür kann man keine Worte finden.
Hmm...ob bei DIr die Hormone sind?? Ich könnte heute noch heulen wenn ich an Max Geburt denke. Und ich hatte (ist meine ganz persönliche Meinung :-) ) die allerallerallerbeste Hebamme der Welt ;-). (So wie ich halt auch den besten Mann der Welt habe #hicks)
Hast Du keine email Adresse? Dann bräuchten wir nicht immer ins Forum zu schreiben. Kannst Dich ja über meine Visitenkarte melden.
Dani

Beitrag von tw.angel 03.03.06 - 22:41 Uhr

Etwas spät noch, aber dennoch:

Herzlichen Glückwunsch und alles Liebe für Dich und Deine Familie!

Ich werde mein erstes Kind auch im Geburtshaus zur Welt bringen. Und ich bin froh, Deinen Bericht gelesen zu haben. Denn genau diese Worte bestätigen mein Gefühl.
Ich habe weder Angst vor den Schmerzen (sowas weiß man doch vorher), noch mache ich mir Gedanken über "was alles passieren kann".

Wahrscheinlich ist auch in Sachen Geburt vieles nur Einstellungssache und damit auch Kopfsache...

Meine Hebis im GH sind auch total lieb und ich freue mich richtig auf das Erlebnis! Auch, wenn ich jetzt schon weiß, daß ich das Schwangersein vermissen werde. Dieses Getrampel ist schon einzigartig - und wir haben echt Glück, Frauen zu sein! Die Männer haben da echt die A....-Karte gezogen...;-)

Ich wünsche Dir alles erdenklich Liebe

angel (35. SSW)

Beitrag von cajaw 04.03.06 - 15:16 Uhr

Hallo Angel,

herzlichen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung!
Ich wünsche Dir von Herzen eine wunderbare Erfahrung, die Deine Geburt sicher werden wird. Es ist nicht mehr so lange hin, leider rast die Zeit wie verrückt und wer weiß, ob wir je wieder das Wunder des Lebens in uns spüren dürfen, deshalb genieße es, solange Du es hast!!! ich vermisse es schon, wobei unser Engel natürlich auch von außen wunderschön ist :-)

vielleicht meldest Du Dich, wenn Dein Baby bei Dir ist und berichtest kurz mal, ich würde mich freuen

bis dahin eine schöne restliche Schwangerschaft

Claudia