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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von mauz78 22.02.06 - 13:15 Uhr

Hallo,

bin gerade am rumsurfen und habe was entdeckt was für euch interessant sein könnte :-D
wünsch euch allen eine schöne Geburt :-)

Geburt
Am Ende der Schwangerschaft bereitet sich der mütterliche Körper auf die Geburt vor. Der Zeitpunkt ist meistens innerhalb von 10 Tagen vor bis 10 Tagen nach dem errechneten Geburtstermin. Nur 4% der Kinder werden tatsächlich am errechneten Termin geboren.

Die Entscheidung, wo das Kind zur Welt kommen soll, fällt den meisten Frauen nicht leicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

Geburtsklinik: Der große Vorteil ist, dass Gynäkologen, Anästhesisten und Hebammen bereitstehen und alle medizinischen Möglichkeiten, einschließlich einem evtl. notwendigen Operationssaal vorhanden sind. Meistens sind die Kliniken einer Kinderklinik angeschlossen, bzw. Kinderkliniken befinden sich in der Nähe. Der Nachteil liegt darin, dass es sich um eine der Kreißenden fremden Umgebung handelt, was sich negativ auf ihre Anspannung auswirken könnte. Allerdings haben die meisten Kreißsäle heute eine sehr familiäre Atmosphäre, und von dem früher üblichen steril und kalt wirkenden Kreißsaal ist nicht mehr viel übrig. Häufig können die Frauen eine geburtbegleitende Hebamme mitbringen. Auch kann die Frau wenn, es medizinisch machbar ist, ambulant entbinden, d.h. sie kann einige Stunden nach der Geburt wieder nach Hause gehen.
Geburtshaus: das Geburtshaus ist ein Kompromiss zwischen der Hausgeburt und der Geburtsklinik. Hier wird großer Wert auf familiäre Atmosphäre und Natürlichkeit gelegt. Oft gibt es Betreuungsmöglichkeiten für Geschwisterkinder, Aufenthaltsräume im Wohnzimmerstil für Kreißende und werdende Väter, und die Geburtszimmer sind sehr gemütlich eingerichtet. Meist ist ein Arzt vor Ort oder in Rufbereitschaft, und die medizinischen Möglichkeiten sind zum Teil auch vorhanden. Falls Komplikationen auftreten, werden die Kreißenden in eines der umliegenden Krankenhäuser verlegt.
Hausgeburt: der Vorteil der Hausgeburt liegt im vertrauten Umfeld für die Kreißende, die sich hier vielleicht besser entspannen kann als in einer Klinik. Außerdem kann ein evtl. vorhandenes Geschwisterkind leichter betreut werden. Auch der werdende Vater hat zu Hause mehr Möglichkeiten, seiner Frau hilfreich zu sein. Es muss natürlich für eine Hebamme gesorgt sein, die die Geburt leitet. Sie muss erfahren genug sein, zu entscheiden, wann es notwendig ist, eine Klinik aufzusuchen.
Die Entscheidung , wo das Kind geboren werden soll, muss gut abgewägt werden und sollte auch mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Viele Erstgebärende haben Angst, sie könnten den Geburtsbeginn verpassen und zu spät in die Klinik kommen. Doch diese Angst ist unbegründet. Die ersten Anzeichen der Geburt werden fast immer richtig interpretiert. Im Gegenteil kommt es eher gehäuft vor, dass Schwangere mit vermeindlichem Wehenbeginn viel zu früh in die Klinik kommen.

Meistens beginnt die Geburt damit, dass die häufig schon seit einigen Wochen von der Schwangeren verspürten sporadisch auftretenden Wehen sich jetzt in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die Frau verspürt ein Ziehen im Bauch, was ca. 1-2 Minuten anhält und dann wieder verschwindet. Der Bauch wird dabei hart, zunächst aber noch wenig schmerzhaft. Anfangs sind die Abstände zwischen den Wehen noch groß ( ca. 10 Minuten), sie werden dann aber bald kürzer, und die Wehen werden schmerzhafter. Kommen die Wehen in einem Abstand von ca. 5 Minuten, sollte sich die Schwangere sich in die Klinik oder das Geburtshaus begeben, bzw. ihrer geburtsbegleitenden Hebamme Bescheid geben. In der Klinik wird die Schwangere zunächst an den Wehenschreiber (CTG, abgeleitet werden die Wehen und die Herztöne des Kindes) gelegt, damit beurteilt werden kann, wie regelmäßig die Wehen sind, und wie der Zustand des Kindes ist. Danach wird die Schwangere vaginal untersucht. Damit kann die Muttermundsweite und gegebenenfalls der Stand des kindlichen Kopfes beurteilt werden.

Im Laufe der Eröffnungsphase, die sich über mehrere Stunden hinzieht, werden die Wehen nun immer heftiger und vor allem schmerzhafter. Dieser Geburtsschmerz kann auf vielfältige Weise beeinflusst werden. Außer über die Atmung, Entspannungsübungen, Massagen durch den Partner, ein warmes Bad oder Akupunktur, können auch Medikamente eingesetzt werden, um den Geburtsschmerz erträglicher zu machen.

Eine Möglichkeit ist z.B., ein krampflösendes Mittel oder Schmerzmittel zu verabreichen, wobei letzteres unter Umständen plazentagängig ist, und daher nicht gegeben werden darf, wenn die Geburt des Kindes kurz bevorsteht. Das Kind könnte sonst Probleme mit dem Atemantrieb bekommen. Gute Erfahrungen sind auch mit Lokalanästhetika gemacht worden, mit denen verschiedene Nerven vorübergehend blockiert werden können.

Ein besonders wirksames und in der Regel komplikationsarmes Verfahren ist die sog. Periduralanästhesie (PDA). Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann der Mutter hierfür ein sehr dünner Schlauch zwischen die Wirbelkörper in die Nähe des Rückenmarkes geschoben werden, über den ein Lokalanästhetikum in einen die Rückenmarksscheide umgebenden Raum gespritzt werden kann. Der Geburtsschmerz lässt bei korrekter Lage innerhalb von 10 Minuten nach. Die Kreißende kann sich jetzt gut entspannen, manchmal sogar noch einige Zeit schlafen und sich für die anstrengende Austreibungsphase erholen. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Kreißende die Wehen und den Druck auf das Becken noch verspürt, sie ihr aber keine Schmerzen mehr bereiten. Da sehr heftige Wehen bei der Kreißenden Stress verursachen, welcher auf Dauer auch dem Kind sehr zu schaffen macht, trägt die PDA auch viel zum Wohlbefinden des Kindes bei. Oft verbessert sie sogar die unter den Wehen schlechter gewordenen CTG-Befunde (Herztöne des Kindes). Häufig kann der Geburtsvorgang beschleunigt werden, da die Kreißende sich entspannt und sich die Geburtswege so schneller weiten können. Über die Risiken und Nebenwirkungen dieses Verfahrens sollten Sie möglichst schon einige Zeit vor der Geburt mit Ihrem Arzt sprechen, damit Ihnen unter der Geburt die Entscheidung leichter fällt.

Meistens sind die Geburtswege im unteren Bereich so eng, dass sie bei Durchtritt des kindlichen Kopfes reißen können. Um zu verhindern, dass das Gewebe unkontrolliert reißt und somit schlechter verheilt, wird häufig eine sog. Episiotomie angelegt. Das bedeutet, es wird ein Schnitt entweder in Richtung des Afters oder etwas seitlich davon gesetzt, um dem kindlichen Köpfchen mehr Platz zu verschaffen. Da in der Pressphase geschnitten wird, verspürt die Frau relativ wenig davon. Hat die Frau eine liegende PDA, so wird sie überhaupt keine Schmerzen durch den Schnitt haben.

Egal, ob nun eine Episiotomie angelegt wurde oder ob das Gewebe von alleine gerissen ist, wird es nach der Geburt noch mit einer Naht versorgt werden müssen. Damit dies auch möglichst schmerzarm verläuft, wird wenn keine PDA liegt, ein lokales Betäubungsmittel gespritzt und anschließend genäht.

Die meisten Frauen wünschen sich eine möglichst natürliche Geburt, doch leider gibt es immer wieder Fälle, in denen ein Kaiserschnitt gemacht werden muss. Manchmal steht diese Entscheidung schon vor den ersten Wehen fest (z.B. bei einer Beckenendlage oder einem extrem großen Kind), manchmal muss die Entscheidung erst unter der Geburt gefällt werden, z. B. weil es dem Kind schlecht geht, wegen eines Geburtsstillstandes oder ähnlichem.

Zum heutigen Zeitpunkt ist eine Kaiserschnittentbindung längst kein so großes Risiko mehr, wie es das früher war. Oft werden sogar bei länger geplanten Kaiserschnittgeburten die ersten Wehen abgewartet, bzw. es werden Wehen induziert, damit das Kind sich auf die Geburt vorbereiten kann. Auch die anschließende Wundheilung stellt in der Regel kein Problem dar. In den USA werden viel mehr Frauen per Kaiserschnitt entbunden als in Deutschland. Dort ist die gängige Lehrmeinung, dass das Risiko der Schnittentbindung geringer ist als das Risiko der Frau, die auf normalem Wege entbunden hat, in späteren Jahren Beckenbodenprobleme mit all seinen Konsequenzen zu bekommen.


LG Mauz #katze ÜZ17

Beitrag von jacqi 22.02.06 - 14:42 Uhr

Hallo!

Schöner Bericht ich hoffe das viele den lesen und Ihre Ängste verringern können.


Du bist im ÜZ17 man dann wünsche ich Dir das es bald klappt, ne ;-) Daumendrück!!!!

LG Jacqi mit Tine 6 und #baby Hendrik 7 Monate