Elternzeit

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von ronja_one 22.02.06 - 13:19 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mal wieder eine lästige Frage zur Elternzeit, ich hoffe, es hat noch jemand Lust mir zu helfen:

Ich nehme nach dem Mutterschutz noch vier Wochen Urlaub, d.h. ich beantrage die Elternzeit voraussichtlich ab 14.07.06 für zwei Jahre.

Frage:
Wann endet dann genau die Elternzeit?

Wird der Mutterschutz und der Urlaub abgezogen, d.h. er endet am 2. Geburtstag meines Kindes?
Oder wird nur der Mutterschutz abgezogen und endet dann einen Monat nach dem 2. Geburtstag?

Meine Personalabteilung war da leider überhaupt nicht hilfreich :-[

Vielen Dank für Eure Mühe!

Ronja (33. SSW)

Beitrag von keksmaus 22.02.06 - 13:35 Uhr

Hallo,

soweit mir bekannt ist, endet der Erziehungsurlaub, z.B. bei 3 Jahren, genau am 3. Geburtstag.
Da Du aber noch Urlaub nimmst dann eigentlich ab dem Urlaubsende. Das heist, bei 2 Wochen Urlaub, dann 2 Wochen nach dem 3. Geburtstag (in Deinem Fall 2. Geburtstag).

Aber eine Garantie kann ich dir dafür nicht geben.

Liebe Grüße Yvonne

Beitrag von ronja_one 22.02.06 - 13:37 Uhr

Hallo Yvonne,

genau das ist das Problem - keiner kann es mir definitiv sagen...

Ich würde das auch so sehen, aber ich verstehe die Gesetzestextes auch manchmal einfach nicht.

Aber trotzdem vielen Dank für Deine Antwort.

Ronja

Beitrag von schnuggel 22.02.06 - 13:56 Uhr

Hallo Ronja,

da kann ich dir eine sichere Antwort geben: du kannst es dir aussuchen. Denn das Gesetz schreibt ja nur vor, dass du maximal drei Jahre Elternzeit hast, also unter Anrechnung von Mutterschutz maximal bis zum dritten Geburtstag deines Kindes.

Wenn du aber weniger Elternzeit nehmen willst, kannst du das ganz flexibel machen, also 2 Monate und 23 Tage genauso wie 2 Jahre und 2 Wochen. Du musst dich nur bei deiner Ankündigung gegenüber dem Arbeitgeber für die ersten zwei Jahre festlegen, ob und wann du Elternzeit nehmen willst (manche wechseln sich ja auch mit dem Partner ab). Alles, was dann noch zu den vollen drei Jahren fehlt (aber maximal 12 Monate) können auf später übertragen werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt.

Das wäre also auch bei dem Beispiel meiner Vorschreiberin mit dem Urlaub so, den sie nach dem Mutterschutz nehmen wollte, um die Zeit nach dem 3. Geburtstag dran zu hängen. Hier müsste der Arbeitgeber zustimmen. Da wäre es dann vielleicht besser, gleich nach dem Mutterschutz in Elternzeit zu gehen und direkt nach dem dritten Geburtstag den Urlaub dranzuhängen. Denn dem kann der Arbeitgeber nur widersprechen, wenn er dringende betriebliche Gründe hat - und was sollte nach dreijähriger Abwesenheit gegen noch ein paar Wochen Urlaub sprechen? Aber das ist wie gesagt nur ab dem 3. Geburtstag relevant.

Ich hoffe, das ist verständlich erklärt. Wenn du noch Fragen hast, melde dich nochmal.

LG,
Katrin

Beitrag von schnuggel 22.02.06 - 13:59 Uhr

Hallo Ronja,

jetzt habe ich doch glatt einen Teil deiner Frage nicht deutlich beantwortet. Die Elternzeit beginnt erst nach dem Mutterschutz, wenn du danach noch in Urlaub gehst, erst nach dem Urlaub.

LG,
Katrin

Beitrag von ronja_one 22.02.06 - 14:23 Uhr

Hallo Katrin,

erst dachte ich, man endlich mal ne konkrete Antwort, aber wenn ich drüber nachdenke, kapier ich´s immer noch nicht #hicks

Also, sagen wir ich beantrage genau zwei Jahre Elternzeit - also vom 14.07.2006 bis 13.07.2008.
Dann stehen mir immer noch genau 12 Monate Elternzeit zu?

Vielen, vielen Dank für Deine Mühe!!!

Ronja, die sich grad in den Boden schämt #hicks
Macht Schwangersein eigentlich blöd???? ;-)

Beitrag von schnuggel 23.02.06 - 13:20 Uhr

Hallo Ronja,

tut mir leid, dass ich nicht früher geantwortet habe, ich war gestern nicht mehr im I-net.
Es ist übrigens keine Schande, sich bei dem Gesetzeskauderwelsch nicht auszukennen. Ich habe beruflich mit den Zeug zu tun, deswegen geht's, aber oft genug sitze ich auch da und bin ratlos, wie eine bestimmte Frage zu beantworten ist.

Also, da die Mutterschutzfrist auf die Elternzeit angerechnet wirst, hast du maximal drei Jahre minus acht Wochen Elternzeit (außer du hast Zwillinge oder eine Frühgeburt). Wenn du nach dem Mutterschutz noch Urlaub nimmst, hast du in der Zeit ja keine Elternzeit, sondern stehst im ganz normalen Arbeitsverhältnis. Deswegen kannst du die Zeit auch auf später übertragen. Also kommst du genau auf drei Jahre Elternzeit minus acht Wochen Mutterschutz. Diese Gesamtzeit minus die zwei Jahre, die du nehmen möchtest, ergibt den Zeitraum, den du übertragen kannst.

Da ich deine genauen Daten nicht kenne (v.a. nicht den Geburtstag ;-)), kann ichs dir leider nicht auf den Tag genau angeben.

Aber vielleicht ist es jetzt ein bisschen klarer.

LG, Katrin

Beitrag von ronja_one 23.02.06 - 13:34 Uhr

Hi Katrin,

kein Problem, dass es länger gedauert hat!

Man, jetzt bin ich endlich schlauer und steh nicht mehr so dumm da... Vielen, vielen Dank!
Schon echt traurig, dass mir das meine Personalabteilung nicht so erklären konnte - grrrrrrr ;-)

Aber Du kannst mir doch bestimmt auch noch sagen, ob ich in dem Schreiben zum Antrag der Elternzeit diese 10 Restmonate-Elternzeit explizit erwähnen muss - bezüglich spätere "Einlösung"?

Und dann hab ich hoffentlich keine Fragen mehr an Dich :-)

Ganz herzlichen Dank und einen schönen Tag!

Ronja

Beitrag von schnuggel 24.02.06 - 14:36 Uhr


Hallo Ronja,

gern geschehen!

Wenn du die restlichen zehn Monate auf einen Zeitpunkt nach dem dritten Geburtstag deines Kindes verschieben möchtest, musst du das deinem Arbeitgeber nur irgendwann vor dem 3. Geburtstag mitteilen. Dann muss er dem halt auch noch zustimmen.

Aber du musst das nicht gleich mit der ersten Erklärung machen, wann und wielange du Elternzeit während der ersten zwei Jahre nehmen möchtest. Das wäre vielleicht gar nicht so gut, falls du dir es innerhalb der zwei Jahre noch anders überlegst.
Du kannst nämlich die Restzeit auch direkt (ohne Zustimmung des Arbeitgebers) an den ersten Elternzeitabschnitt dranhängen, wenn du dies acht Wochen vor dessen Ablauf ankündigst.

Deswegen wäre mein Vorschlag, dass du erst Mal abwartest, wie sich alles entwickelt, und den Antrag auf Übertragung des Restzeitraums auf einen späteren Zeitpunkt ggf. erst gegen Ende des ersten Elternzeitabschnitts stellst.

Liebe Grüße,

Katrin

Beitrag von ronja_one 28.02.06 - 08:46 Uhr

Hallo Katrin,

vielen, vielen Dank für Deine Hilfe!!!
Endlich ist ein klares Bild entstanden.
Warum haben die Dich nicht für die Erläuterungen der Gesetztestexte herangezogen??? ;-)

Also, hab vielen Dank für Deine Mühe!

Ronja

Beitrag von iddel 22.02.06 - 16:55 Uhr

Hallo Katrin, darf ich mich hier mal zwischen schmuggeln?? #hicks

Ich habe ein ähnliches Problem. Mein MUS endet vorr. am 05.05.2006. Eigentlich habe ich noch 10 Tage Resturlaub, da ich den nicht nehmen konnte, weil ich krank geschrieben war. Jetzt hieß´ es - dieser verfällt nicht. Schon klar, aber ob ich jemals wieder in dieser Firma arbeiten werde, weiß ich noch nicht. Dann verfällt er ja doch, oder wird er im Anschluß an die Elternzeit dann ausgezahlt ?? Oder ist das wieder individuell ?? #kratz

Würde ich meinen Resturlaub nach dem MUS nehmen, schneide ich mir ja selbst ins Fleisch, da dann die Elternzeit und dementsprechend die Zahlung des Elterngeldes 2 Wochen später beginnen würde, oder ???

Da ich nur nen Halbtagsjob hatte, rechnet sich das für mich wohl eher nicht, den Urlaub noch zu nehmen. Viell.hast du nen Tip ?? Bin mit diesen, unseren Gesetzen auch ein bissel überfodert.

LG Kerstin

Beitrag von schnuggel 23.02.06 - 13:30 Uhr

Hallo Kerstin,

während Mutterschutz und Elternzeit verfällt kein Urlaub, den du nicht nehmen konntest, z.B. wegen Krankheit.

Den Urlaub kannst du normalerweise nach Mutterschutz oder Elternzeit nehmen. Wenn das Arbeitsverhältnis aber während oder nach der Elternzeit endet, hat der Arbeitgeber den Urlaub abzugelten. Das ergibt sich sogar direkt aus § 17 Abs. 3 BErzGG. Das heißt, du bekämst den Urlaub ausbezahlt, wenn du nach der Elternzeit nicht mehr dort arbeiten würdest.

Wenn du Erziehungsgeld bekommst, ist es vielleicht tatsächlich nicht zu empfehlen, den Urlaub nach dem Mutterschutz abzubauen, weil dann die Elternzeit entsprechend später anfängt. Das müsstest du dir aber selbst mal durchrechnen, was für dich besser ist, das Geld, das du während des Urlaubszeitraums bekommst, oder das Erziehungsgeld für den entsprechenden Zeitraum.

Sorry, dass die Antwort so spät kommt, ich war gestern nicht meht im I-net.

LG,
Katrin

Beitrag von iddel 23.02.06 - 20:21 Uhr

Hallo Katrin,

mein Gott - du bist aber gebildet !! #danke Das ist genau das, was ich wissen wollte, mir aber bislang keiner recht helfen konnte !!

Nochmals vielen Dank.

LG Kerstin

Beitrag von schnuggel 24.02.06 - 14:27 Uhr


Hallo Kerstin,

gern geschehen! Und #danke für das Lob! #freu
Ist halt mein Job, sowas zu wissen...

Liebe Grüße,

Katrin