Plan 2. Kind wird wohl doch in die Tat umgesetzt? *Freu*

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von hellmi 22.02.06 - 13:28 Uhr

Hallo Zusammen

Nach langem "Bloß kein Kind mehr" von meinem Mann haben wir gestern das Thema nochmal besprochen. Mittlerweile ist Er gar nicht mehr so abgeneigt. #freu Unser Lukas wird jetzt im März 2 Jahre alt und ich wollte nie das Er ein Einzelkind bleibt. (Ich bin schon eins) Unser Kleiner ist absolut pflegeleicht bis auf ein paar Aussetzter wie sie jeder mal hat. Na ja und so werden wir jetzt dann bald wieder das üben anfangen. #huepf
Wollte das nur schnell loswerden. Euch allen einen schönen Tag.

Lg Kerstin und Lukas Elias *24.03.04 der hoffentlich bald ein Geschwisterchen bekommt

Beitrag von smily23 22.02.06 - 13:50 Uhr

Hi Kerstin.

Das freut mich riesig für Euch! Viel Glück dabei, so daß der Zuwachs nicht lange auf sich warten läßt! #klee

Bei uns war es genauso. Unsere Maus wird im April 2 Jahre alt und mein Mann wollte kein zweites mehr. Doch nach einem längerem Gespräch ist er ebenfalls nichtmehr abgeneigt. #freu Allerdings fangen wir im Sommer wieder mit dem Üben an und hoffe, daß es dann auch ziemlich schnell klappt! ;-)

Liebe Grüße und alles Gute!
Carina

Beitrag von meggie1511 22.02.06 - 14:44 Uhr

Hallo,

da ich mir auch unbedingt ein zweites Kind wünsche, unser "Kleiner" ist im Okt. 2 Jahre alt geworden, aber mein Mann sich noch nicht so sicher ist, ob er noch ein zweites Kind haben will, oder evtl. erst später#heul... wollte ich fragen, wie Ihr Eure Männer umgestimmt habt???

Welche Argumente habt Ihr gebracht? Klar, man kann das nicht verallgemeinern, aber das würde mich schon interessieren...?! #kratz

Ich wünsche Euch viel Glück, dass es mit dem Nachwuchs schnell klappt!

Lg Meggie

Beitrag von smily23 22.02.06 - 23:18 Uhr

Hi Meggie.

Einfach war es nicht, das gebe ich zu. Er hat jetzt auch nicht eingewilligt, nur daß er "nichtmehr genervt wird", sondern hat auch einiges eingesehen und ich auch. Das kam durch ein sehr langes und intensives Gespräch zustande, denn danach kamen wir zu diesen Kompromiss. Aber mal von vorne: (hast Du Zeit?, wird etwas lang;-))

Als wir uns für das 1. Baby entschieden haben und wir mit dem Üben anfingen, war für meinen Mann klar, daß er zwei oder drei Kinder wollte. Für mich aber war klar, daß ich nur eins haben wollte. Ein Einzelkind, aus dem Grund, weil ich Angst vor den Geburtsschmerzen hatte und mir schwor, daß ich mir das nur einmal antun würde! (Tja, wie schnell man doch seine Ansichten ändert!;-))

Ich wurde relativ schnell schwanger und die Schwangerschaft entwickelte sich im 2. Monat zur Risikoschwangerschaft. Das war Hoffen und Bangen bis zum Tag der Geburt, daß alles gut geht. Unsere Tochter kam gesund zur Welt und es war alles ok. Nachdem wir sie ungefähr 5 Wochen zu Hause hatten, kam der nächste Schock. An diesem Tag hatte sie sich einige Stunden lang die Seele aus den Lungen geschrien. Alle Versuche von uns sie zu beruhigen (Bauchmassage, zu trinken oder was zu essen geben, sanft in den Schlaf wiegen, hin und hertragen, leise Melodien summen, beruhigend auf sie einreden etc.pp.) funktionierten nicht. Irgendwann Abends schien sie sich dann etwas beruhigt zu haben und ich bettete sie von meinem Schoß in ihr Bettchen und ließ mich für einen Moment in unser Bett fallen. Aber es kam mir komisch vor, ich hörte sie nichtmehr. Dann bin ich gleich wieder aufgestanden und hab nochmal nachgesehen und kam zum Schock. Die Kleine atmete nichtmehr. Danach lief alles wie in Trance ab. Ich hab irgendwie meinen Mann ins Zimmer geschrien, der nahm mir die Kleine ab und drehte sie irgendwie mit dem Kopf nach unten, ich weiß nichtmehr was er tat, aber die Kleine jappste dann wieder nach Luft und fing wieder an zu schreien. Mein Mann gab mir die Kleine wieder und rief dann den Notarzt. Der war relativ schnell zur Stelle und wir fuhren dann in die Kinderklinik. Nach 10-tägigem Aufenthalt wurde sie sicherheitshalber dann mit einem Heimmonitor (der Puls, Herz und Atem überwacht) entlassen, da die Diagnose nicht 100% gestellt werden konnte. Die erste Vermutung lag beim erhöhten Risiko auf Kindstod (da meine Oma ihre erste Tochter mit 7 Monaten dadurch verlor und der Arzt meinte, daß Kindstod vererbbar wäre. Da aber damals keine Obduktion stattgefunden hat, wissen wir es nicht.) Die zweite Diagnose, laut Krankenakte obstruktive Bronchitis. Sie wurde mit Antibiotika behandelt, hat inhaliert etc. nach einigen Tagen sank auch das Fieber. Wir bekamen noch einen Kraschkurs in erste Hilfe bei Säuglingen (kann ich übrigens jedem empfehlen) und die Kleine stand von nun an unter ständiger Kontrolle. Dieser Schock wiederholte sich Gott-sei-Dank nie wieder!

Doch dieses Erlebnis veränderte uns komplett. Ich entpuppte mich immer mehr zur Glucke. Bei jedem mir nichtbekanntem Geräusch meiner Tochter sprang ich sofort auf. Viele Male riß ich die Kleine einfach vom Arm meines Mannes, weil ich der Meinung war, daß er was verkehrt machte. Meine Tochter war zwar gesund und entwickelte sich bestens, aber ich setzte mich immer mehr unter Druck. Soweit, daß es zwischen mir und meinem Mann immer mehr zum Streit kam und unsere Ehe kurz vor dem Aus stand. Ich wurde nervöser und war mit allem nur noch unter Streß. Ich kam mir vor wie eine tickende Zeitbombe, sorry, aber anderst kann ich es nicht beschreiben. Ich hielt dem Druck nichtmehr stand, alles perfekt machen zu wollen und hatte das Gefühl, versagt zu haben. Bei Kleinigkeiten verlor ich immer mehr die Kontrolle über mich. Ich fing von einer min. auf die andere zu zittern, ließ Sachen fallen, obwohl ich der Meinung war, daß ich sie fest hatte und mir war irgendwann nur noch zum Heulen zumute. In dieser Situation, verdeutlichte mir mein Göttergatte auch immer wieder, daß es kein zweites Baby geben wird. Wenn ich mit einem schon überfordert wäre, wie wäre es dann mit zwei? Die fiese Art und Weise wie er es rüberbrachte setzte mir jedesmal noch eins oben drauf. Ihm konnte es ja egal sein, er war ja die ganze Woche aus dem Haus, hauptsache das Haus war sauber und abends stand das Essen auf dem Tisch. Ihn interessierte es einfach nicht, was los war und wieso ich mich so verhielt. Ich hatte sehr oft das Gefühl allein zu sein, obwohl es ja nicht so war. Trotzdem wollte ich es wissen, mein Verhalten konnte nicht normal sein und ich ließ mich untersuchen. Nach langen Arztgesprächen und einigen Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten stellte sich dann heraus, daß ich eine Hormonstörung bzw. einen Überschuß an Hormonen hatte. Lange Rede kurzer Sinn: die Pille die ich immer nahm, wurde von mir nichtmehr vertragen und als ich sie wegließ, ließen auch diese ganzen Extreme meiner Seite nach. Nach und nach wurde ich zur "Alten" und heute kann ich einiges nichtmehr nachvollziehen, wieso ich an manchen Situationen so reagieren konnte. So kam es, daß es zwischen mir und meinem Mann auch besser lief und wir uns aussprachen.

Ich hab ihm gesagt, daß er das Thema "2. Kind" nicht einfach ALLEINE entscheiden kann und darf! Nicht er bestimmt etwas und so wird es gemacht. Eine Ehe besteht aus Nehmen und Geben, auch aus Kompromissen. Natürlich verstehe ich im Nachhinein sein Argument. In der damaligen Situation wäre ein zweites Kind für mich/uns unverantwortlich gewesen. Mich hat einfach nur gestört, daß er es entschieden hat und ich hätte mich fügen sollen. Er sagte mir auch, daß er sich sehr oft abgeschoben gefühlt hat und auch deswegen kein zweites Kind wollte, da der Kontakt dann nochmehr zwischen uns abbrechen würde. Aber der eigentliche und wahrscheinliche Hauptgrund waren die Erlebnisse in der Schwangerschaft, als wir eines der beiden Babys verloren und dann noch der Schock, als sie mit ca. 5 Wochen ins Krankenhaus kam. Diese Schmerzen wollte er nie wieder fühlen. Es war ein sehr langes Gespräch und eines der offensten, die wir jemals geführt haben. Mein Mann ist einer von der Sorte, der sehr schlecht über Gefühle reden kann und sich nur dann öffnet, wenn es unbedingt sein muß. Man muß ihm regelrecht "die Würmer aus der Nase ziehen".

Nun, am Ende des Gesprächs haben wir uns dazu entschieden, daß es nur noch das zweite Baby geben wird und kein Drittes mehr. Geplant ist es mit dem Üben deshalb erst im Sommer, weil wir wollen, daß das zweite auf die Welt kommt, wenn unsere Tochter schon im Kindergarten ist, so daß sie sich nicht abgeschoben fühlt. Und da ich diejenige bin die mit Haushalt, Familie & co. die größte Arbeit übernimmt, ist dieser Zeitpunkt für mich am angenehmsten.

Ups, das war ja jetzt aber wirklich lang...#hicks..sorry.

Aber ich wollte Dir damit nur zeigen, daß es unter Garantie einen Grund gibt, wieso ein Mann kein zweites Kind will und es ist wichtig, das ganze auch zu hinterfragen. Ich finde es nämlich wirklich daneben, wenn ein Partner diese Entscheidung fällt und der andere MUSS sich fügen, ob er es will oder nicht! Und eine Antwort, wie "weil ich kein zweites will" ist für mich keine Rechtfertigung für so eine Entscheidung. Wenn die Gründe plausibel sind, hätte ich auch keine Probleme gehabt wenn mein Mann standhaft beim NEIN geblieben wäre. So hätte ich es wenigstens verstehen können. Aber anderst? #kratz

So und nun halte ich Dich nicht länger auf und wünsche Dir noch einen schönen Abend! Viel Glück beim Gespräch!;-)

Liebe Grüße
Smily #blume

Beitrag von birkae 22.02.06 - 22:04 Uhr

Hallo Meggie,

habt ihr euch, als ihr euch kennengelernt habt, nicht über das Thmea Kinder gesprochen?

Ich habe meinem Mann damals gesagt, dass ich unbedingt zwei Kinder haben will, da ich kein verwöhntes einzelkind großziehen will und dass ich einen Altersabstand von zwei Jahren anstreben will. Als unser Till dann geboren war, dachte mein Mann wohl, so jetzt ist es genug, aber da habe ich ihn an unser damaliges Gespräch erinnert und ihn mehr oder weniger gedrängt, sein damaliges Einverständnis nicht zu revidieren. :-P

Meine persönlichen Argumente für ein zweites Kind:
-sie können sich auch mit sich selbst beschäftigen, ohne ständig der Mama am Rockzipfel zu hängen.
- sie lernen frühzeitig das Teilen und Rücksicht aufeinander nehmen
- sie lernen Kompromisse zu schliessen
- sie lernen gegenseitig Verantwortung zu übernehmen
-etc.

vielleicht ist ja ein Argument für dich dabei;-)

Viel spaß bei der Überzeugungsarbeit.

Lg Birgit + Till 27.02.2004 + Baby inside ET 19.05.2006