Frage an alle Mamis, die gerne und lange stillen... Was ist richtig?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von annabar 22.02.06 - 15:14 Uhr

Hallo,
ich habe folgendes Problem (oder vielleicht doch keins?):
Meine Tochter wird am 6.März ein Jahr und ich stille sie immernoch.
Die ersten 6 Monate voll und danah haben wir mit der Beikost angefangen.
Naja, Fiona isst nicht gerne, sie probiert halt alles, aber so wirklich begeistert ist sie von wenigen Sachen. Obst isst sie relativ gerne, aber auch nicht immer.
Manchmal isst sie Karottenbrei, manchmal ist nach einem Löffel Ende. Manchmal isst sie ihren Abendbrei, manchmal will sie gar nicht.
Am liebsten hat sie IHRE LIEBE MUTTERMILCH.
Das Problem ist, sie trinkt mehrmals nachts, ich habe das Gefühl stündlich (bin zu faul um auf die Uhr zu gucken). Sie schläft mit uns im Bett (was mich nicht stört) und als sie noch klein war, sobald sie angefangen hat zu meckern, bekam sie ihre Milch und alle konnten ruhig weiter schlafen. Scheinbar hat sie sich dran gewöhnt und jetzt frage ich mich, wieso ich dumme Kuh, das so gemacht habe. Natürlich ist das so, sie wacht auf aber nicht so ganz und will ihre Milch, ich zögere um zu gucken, was sie macht und sie fängt an zu weinen. So, dann bekommt sie ihre Milch, weil das doch mein Fehler war, sie so dran zu gewöhnen.
Ich habe immer hier gelesen, Kinder nicht weinen lassen, wenn sie ihre Milch brauchen - dann geben. Eigentlich ist nichts verkehrtes dran, aber sie wird mittlerweile 1 Jahr.
Gestern hat mich eine Bekannte drauf angesprochen, wie lange ich noch stillen möchte und ich solle das nicht so lange tun, sie habe ein 3jähriges Kind gesehen, das an der Bluse der Mutter zerrte, weil es Milch wollte, und das wäre nicht richtig. Und seit gestern bin ich völlig verwirrt, ich frage mich, wann soll ich denn Schluß mit Stillen machen??
Ich muss sagen, dass ich der Meinung bin, dass Muttermilch nicht für so viele Stunden sättigt, wie die künstliche Milch, daher stille ich immer, wenn die Kleine es will - ist das richtig??
Wie soll das weitergehen?
Bis jetzt haben wir eigentlich keine Mahlzeit so richtig und dauerhaft ersetzen können. Im Moment interessiert sie sich am meisten für unser Essen und will nur das essen (bzw. probieren)
Ich danke Euch für Eure Meinung und Ratschläge. Bin gespannt, ob es Mütter gibt, denen es genauso geht.
LG
Anna mit Fiona Isabel *6.3.2005

Beitrag von stehvieh 22.02.06 - 17:24 Uhr

Hallo!

Es ist kein Problem, wenn du sie mit 1 Jahr noch stillst. Das ist ganz dir überlassen, und außerdem empfiehlt die WHO das ausdrücklich, du hast da also Rückendeckung. Und wenn eine Mutter ihr 3jähriges Kind noch nicht abstillen möchte, ist das auch nur ihre und des Kindes Sache und nicht die deiner Nachbarin, weil sie das nicht richtig findet! Sie muss es ja selbst nicht machen. #;-)

Meine Tochter war mit 11 Monaten abgestillt, aber sie hat sich ab 7 Monaten mit Begeisterung auf normales Essen umstellen lassen - zum 1. Frühstück hätte ihr das auch noch länger gefallen, aber mir fingen ihre Zähne an wehzutun, da hab ich dann nicht mehr mitgemacht. Man sagt manchmal, dass einige Kinder halt wissen, warum sie nicht an richtiges Essen wollen - manche davon sind allergiegefährdet, kann das bei euch sein? Und die meiden dann halt Sachen, gegen die sie allergisch sein könnten.

Aber ich lese aus deinem Beitrag heraus, dass dich das dauernde nächtliche Stillen stört. Also diesen einen Punkt würde ich dir schon raten zu ändern. Geht es um das Saugen? Denn dass sie in dem Alter noch nachts so oft Hunger hat, glaub ich nicht. Unsere Tochter hat bis vor 2 Monaten noch liebend gern unsere Finger gelutscht. Vielleicht gibt's ja bei euch auch einen Trick in der Art, dass du ein paar Mal weniger pro Nacht stillen musst? Musst mal ausprobieren, welches Ritual sie wieder zum Einschlafen bringt. Wer weiß, vielleicht wacht sie auch wirklich seltener auf, wenn sie begreift, dass es nicht jedes Mal die Brust gibt. Du müsstest einen Weg finden, sie wieder zum Einschlafen zu bringen, vielleicht durch Streicheln oder Händchen halten.

Tagsüber, wenn es sich sicher um Hunger handelt, spricht auch mit 1 Jahr nichts gegen das Stillen! Und dein Kind probiert wenigstens schon anderes Essen, da kommt der Rest schon noch. #:-)

LG
Steffi + Caroline Johanna (22 Monate) + #baby inside (19. SSW)

Beitrag von tay71 22.02.06 - 17:29 Uhr

Hallo Anna und Fiona Isabel ;-)

ich habe meine Tochter auch lange nachts gestillt. Tagsüber habe ich es mit 16 Monaten aufgehört und nachts hat sie sich mit 19 monaten selber abgestillt.

Ich war in meinem Bekannte und Verwandtenkreis auch die einzige die so lange gestillt hat. Ich bekam auch oft dumme Kommentare.

2 meiner Freundinnen haben noch bis ca. 12 Monate gestillt, aber danach war ich alleine.

nachts lag sie dann auch neben mir und ich habe sie dann angelegt und wieder neben mich gelegt.

irgendwann dachte ich wie Du, dass ich das alles falsch gemacht habe, weil es bei anderen ja auch anders ging.
aber ich denke, ich habe meinem kind auf keinem Fall was schlechtes angetan und die Milch ist ja auch nur gut.

Du musst nur dahinter stehen, dass du es so machst. Es ist keinesfalls verkehrt. :-)

Lass Dich nicht beirren und mache so weiter. Mit der Zeit wird es sich von alleine anders einstellen.

LG
Tanja mit Jasmina *19.12.03

Beitrag von sternenzauber24 22.02.06 - 18:33 Uhr


Hallo Anna,

Ich habe meinen Sohn auch ein volles Jahr gestillt,sowie auch meine Tochter.

Du mußt dich nicht selbst unter Druck setzen,endscheide ganz nach deinem Gefühl.

Es gibt doch nichts besseres und schöneres als seinem Kind so nahe zu sein,und zudem wird es nicht so schnell krank.

Was andere sagen würde mich nicht interessieren,du bist diejehnige die stillt,du mußt damit leben kein anderer.

Wenn du meinst es wird jetzt Zeit etwas einzudämmen dann versuche Schritt für schritt die nächtlichen mahlzeiten zu verringern.

LG
Sternenzauber#stern

Beitrag von lilas 22.02.06 - 20:02 Uhr

Bis zu welchem Alter Du stillst, hat nichts mit "richtig" oder "falsch" zu tun. Stillen ist im Prinzip IMMER gut, aber es sollten sich halt beide Seiten dabei wohl fühlen.

Mit "beide Seiten" meine ich Mutter und Kind - nicht irgendwelche Bekannte, Nachbarn, Schwiegermütter etc. Auch ein dreijähriges Kind kann noch gestillt werden, denn Stillen ist immer gesund, kuschelig, beruhigend und keineswegs und in keinem Alter irgendwie "pervers", auch wenn einem die Umwelt so etwas einreden will.

Aus Deinem Beitrag entnehme ich aber, dass Dir das nächtliche Stillen ziemlich an die Substanz geht. Daher schliesse ich mich "stehvieh" an: Vielleicht musst Du in den sauren Apfel beissen und ein paar Nächte Protest in Kauf nehmen...bis Du eine neue Methode gefunden hast, Deine Kleine zu beruhigen.

LG
lilas

P.S. Meine Tochter wurde gestillt, bis sie mit 18 Monaten von selbst aufgehört hat. Mein Sohn (1 Monat) schläft bei mir im Bett und wird nachts so oft gestillt, wie er möchte, teilweise stündlich.

Beitrag von taschi 22.02.06 - 20:36 Uhr

TOTAL VERUCKT!!!

Also, ich dachte, ich lese meine eigene Geschichte!!!
Stella, wird auch am 6. März 1 Jahr und war auch bis vor 2 wochen leidenschaftliche MuMi trinkerin (vor allem in der Nacht, seeeeeeehr oft), echt, alles genau gleich wie bei dir. Ich wollte sie nie schreien lassen, sie hat auch bei uns im Bett geschlafen, und es war auch richtig so.
Ich wollte auch endlich aufhören, aber sie war noch nicht so weit. Ich dachte ich schenke ihr noch ein wenig Geduld, und siehe da, von heute auf morgen schlief sie durch ohne 1x zu trinken. Und dann ging es schnell, für mich viel zu schnell. Sie hat immer weniger getrunken, immer kürzer. Dann habe ich probiert mit der Folgemilch (vas vorher nicht geklapt hat) und sie trank mit genuss.
Ich var AM BODEN ZERSTÖRT!!! Es war sehr traurige Erlebnis für mich. Ich habe gehofft das ich sie noch Zeit lang morgens und abends stillen werde. Aber nein, sie wollte nicht mehr. Darum, genieße noch so lange es geht. Ich glaube, die kleinen spüren es wenn die Mama nicht mehr will!Ich denke sehr gerne an die zeit zurück.

Viel Glück und weniger anstrengende Nächte!!!

Natascha+Stella #baby 06.03.2005

Beitrag von lilibernd 22.02.06 - 20:53 Uhr

Hallo,
mir gehts genauso. Würde meiner kleinen Finja gerne auch mal was anderes geben als Mumi. Sie will einfach nicht. Sie möchte auch alles probieren, aber davon kann sie nicht satt werden, es bleibt halt beim Probieren. Flasche nimmt sie nicht, Trinklernbecher auch nicht, Tasse auch nicht, NUR MEINE BRUST. Finja wird jetzt 9 Monate und kommt in der Regel einmal pro Nacht. Aber ich frage mich halt, wann nimmt sie mal was anderes???? Meinen Großen (3) habe ich auch 13 Monate gestillt, aber er konnte von der Beikost super satt werden und hat auch mit einem halben Jahr durchgeschlafen....Naja, abwarten, bin auf weitere Antworten gespannt....
LG,
Sandra

Beitrag von barbarella1971 23.02.06 - 00:32 Uhr

Huhu Anna,
Du bist nicht allein, ich stille meine Tochter mittlerweile seit 19 Monaten. Im Unterschied zu Dir habe ich sie aber nachts relativ bald der Brust entwöhnt, wegen Durchschlafen. Ab 5-6 Monaten brauchen Babys keine nächtlichen Mahlzeiten mehr, wenn sie normal entwickelt sind. Das ist aber irgendwie schwierig durchzusetzen im Familienbett. Daher ist meine Tochter mit 7 Monaten ins Kinderbett ausgewandert worden. Das Beikoststillen habe ich ab ca. 10 Monaten ziemlich streng geregelt: Brust gab es noch morgens und abends nach dem Abendbrei. Mit ca. 14 Monaten wollte meine Tochter abends nicht mehr an der Brust trinken, statt dessen bekommt sie dann zwei Tassen Kuhmilch. Morgens wird die halbe Stunde Kuschelstillen im Bett aber noch sehr gerne wahrgenommen, obwohl ich meine, es kommt nicht mehr viel Milch. Nur wenn sie krank ist (soeben das allererste Mal) trinkt sie gern auch tagsüber an der Brust. Also ich hab null Probleme mit Stillgelüsten in der Öffentlichkeit, es kommt einfach nicht vor, da die Stillzeiten klar geregelt sind und auch von meiner Tochter mitbestimmt wurden. Solange sie will, darf sie morgens und/oder abends stillen, so wie sie es möchte. Wo ist das Problem? Es ist gesund und bindungsfördernd.
Zum Familienessen: ab 10 Monaten darf ein Baby vom normalen Essen kosten, ab 1 Jahr darf es voll mitessen. Sobald Du Dich entscheidest, die Stillmahlzeiten zu reduzieren und zu festgesetzten Zeitpunkten zu stillen, wird sie die übrigen Mahlzeiten problemlos feste Nahrung essen, sobald sie es kapiert hat. Kann sein, dass es einige Tage Kämpfe gibt. Aber mit 1 Jahr versteht sie ja auch sschon ganz viel und Du kannst es ihr gut erklären.
Wenn Du gerne stillst und Deine Tochter auch, lass Dich davon nicht abhalten durch die Meinung anderer. Verlege eben das Stillen ins Private. Wenn mich jemand fragt, von dem ich Kritik erwarte, ob ich noch stille, sage ich neee.... physiologisch gesehen ist Stillen bis 4-6 Jahre normal. In unserer gut ernährten Gesellschaft stillen sich jedoch die meisten Kleinkinder mit 1,5-2 Jahren selber und sanft ab. Finde ich persönlich die bessere Lösung.

Liebe Grüsse, Barbara

Beitrag von annabar 23.02.06 - 16:45 Uhr

Herzlichen Dank für Eure Antworten,
Ihr habt mich beruhigt und in meinem Denken bestätigt.
Danke noch mal und wünsche Euch alles Liebe. Jetzt stille ich einfach ruhig weiter und warte, wie sich alles entwickelt :-)
LG
Anna