Kennt sich jemand mit Pflegekinder aus?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von jungemama23 22.02.06 - 16:40 Uhr

hi,

Betreff steht ja schon oben. Ich möchte später gerne ein Pflegekind haben da ich kein 2 Kind austragen möchte und aufjeden Fall einen Sohn möchte denke ich ein Pflegekind wäre das beste.

Kennt jemand einen guten link oder kann mir ein paar Fragen beantworten? muss meine Tochter ein bestimmtes Alter haben? Braucht man eine mindestverdienstgrenze? Wie läuft es mit den leiblichen Eltern genau ab? Braucht das Kind ein eigenes Zimmer oder könnten die 2 dann in einem Leben.

lg Yvonne

Beitrag von kabama44 22.02.06 - 19:00 Uhr

Hallo ,

erkundige dich beim Jugendamt , denn nur da bekommst du auch ein Pflegekind vermittelt , von privat , wirst du es nicht bekommen , bezw. mit einem vermittelten Pflegekind hast du ja auch alle Rechte , wie Kindergeld , Unterschriften bei der Schule , beim Arzt , usw.
Aber gleich mal ,daß du nicht geschockt bist , das JA überprüft deinen Haushalt , dein Umfeld , bist du fähig für ein Pflegekind .
Ich hatte mal vor 15 Jahren das selbe vor , bin allerdings wegen meines amaligen schon " hohen" Alters nicht mehr in Frage gekommen .
Nun weiß ich nicht ob es heute noch so komliziert ist , ich war jedenfalls recht geschockt .
lieben Gruß
Kabama44

Beitrag von thunchen 22.02.06 - 19:13 Uhr

Hallo Yvonne,

wie kabamama44 schon sagt, erstmal an das örtliche Jugendamt wenden. In Gesprächen könnt ihr dort zunächst klären, ob für euch ein Pflegekind in Frage kommt, ob ihr es euch gut überlegt habt, was auf euch zukommt usw..

Einige Antworten auf deine Fragen findest du vielleicht vorab schon hier:

http://www.moses-online.de

Wir sind seit 4 Jahren Pflegeeltern. Wir bereuen diese Entscheidung keine Sekunde #freu, aber es war und ist kein leichter Weg. Solltest du noch weitere Fragen haben, kannst du mich über Visitenkarte erreichen.

Lieben Gruß
Silke

Beitrag von at_me 22.02.06 - 19:32 Uhr

Meine Schwägerin hat jetzt ihr zweites Pflegekind. Zu deinen Fragen. Du musst eine Mindestverdiensgrenze haben, wie hoch keine Ahnung. Musst Verheiratet sein ( laut aussage meiner Schwägerin) Die Wohnung bzw. Haus ( natürlich währe das am besten) muss eine bestimmt Größe haben und ja jedes Kind muss ein eigenes Zimmer besitzen. Mit den Leiglichen Eltern hast du gar nichts zu tun. Das ganze kann sich Jahre hinziehen, bei meiner Schwägerin hat das 10 Jahre gedauert. und du musst wirklich alles offenlegen, es wird kein leichter Weg werden.

Was da jetzt dran ist kann ich dir nicht genau sagen, aber mir wurde gesagt das auch ausgeschlossen werden muss, das du noch eigene Kinder bekommen kannst. wir mussten jedenfalls eine Bescheinigung über Unfruchtbarkeit vorlegen.

Beitrag von bambolina 22.02.06 - 21:54 Uhr

Bei uns wurde weder nach dem Gehalt gefragt, noch verlangt, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer bekommt...

lg bambolina

Beitrag von scullyagent 23.02.06 - 11:21 Uhr

Eine Freundin von mir hatte einige Jahre ein Pflegekind, ein süßes Mädchen.

Aber stell Dir das nicht so einfach vor. Diese Kinder sind verhaltensauffällig ( wie das kleine Mädchen ) bis zu sehr gestört. Man hat viel Arbeit, Arzttermine, Therapien etc.

Bei meiner Freundin hat es tragisch geendet: Als nach zwei Jahren die Verhaltensauffälligkeiten langsam verschwanden tauchte die leibliche Mutter wieder auf. Nach und nach sollte sich die Mutter wieder einbringen, in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Und was macht die Mutter? All die Arbeit von Jahren wieder kaputt. Die Mutter war vollkommen Beratungsresistent. Das Drama zog sich über Monate hin, bis der Verdacht im Raum stand, daß die Kleine bei einem Elternwochenende vom Freund der Mutter mißbraucht worden war. Das ganze Programm incl. Ermittlung der Polizei lief an. Das Ende war: Der Mißbrauch konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden ( der Freund konnte aber auch nie eindeutig entlastet werden ) und die leibl. Mutter verweigerte das Einverständniss, das Mädchen bei der Pflegemutter zu belassen. Also neue Pflegefamilie!!

Für meine Freundin war das schrecklich. Sie hat die Kleine geliebt wie ein leibl. Kind und hat die Erlebnisse bis heute immernochnicht überwunden.

Die Kleine ist nun in der Kinder- und Jugenspsychiatrie und jeder von uns hofft, daß sie es irgentwann schafft ein normales Leben führen zu können.

Damit will ich Dir keine Angst machen, aber Pflegschaft ist nunmal keine Adoption und die leibl. Eltern haben Rechte.

Scully