Gratulieren - sie weigert sich strickt

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von tigerente2004 22.02.06 - 22:28 Uhr

Hallo,
unsere grosse ist nun 4,5 Jahre alt, sie ist eigentlich immer sehr umgänglich, nicht schüchtern usw.
Nun seit neuesten weigert sie sich, wenn ein Kind Geburtstag hat, dem Kind "Alles Gute zum Geburtstag" zu sagen. Sie bockt und zickt.
Ich kenne das gar nicht, finde es aber wichtig, dass dies einfach zu tun ist. Schliesslich wäre sie ja auch traurig darüber wenn es bei Ihr so gemacht wird. Habe es versucht ihr zu erklären, doch permanent "nein mach ich nicht". Im Kindergarten "muss" auch jedes Kind gratulieren, finde ich auch richtig so, und die die sich aus Trotz weigern, werden seperat gesetzt. Aber was mach ich ? Ich finde dies einfach wichtig.

Für Tip wäre ich dankbar.

LG
Tigerente2004

Beitrag von thetis 22.02.06 - 23:21 Uhr

Sei lieber froh, dass sie sich weigert zu lügen.

Zudem: Wieviel ist so ein Glückwunsch wert wenn er nicht ernst gemeint, sondern erzwungen ist? Richtig, gar nix.

Beitrag von parzifal 23.02.06 - 00:27 Uhr

Hallo,

und deshalb wünscht man einen "Guten Tag" und sagt "Auf Wiedersehen" auch nur dann, wenn es absolut ernst gemeint ist. Sonst ist es ja gar nichts Wert oder? #kratz

parzifal

Beitrag von cocoskatze 23.02.06 - 07:02 Uhr

Richtig!

Denn es sollte gewollt sein, sprich: Von Herzen kommen!

Ich würde mein Kind ganz sicher NICHT dazu zwingen, jemandem zum Geburtstag zu gratulieren, wenn es das nicht möchte!

Genauso wenig würde ich mein Kind zwingen, der Omi einen Kuss zu geben, wenn es das nicht möchte.

Ein Kind im Alter von fast 5 Jahren sollte wissen, daß es das Recht hat "NEIN" zu sagen.

Ich finde das sehr wichtig.

Und genauso sehe ich das mit diversen "Höflichkeitsklauseln".

Warum muß ein Kind unter Zwang "Danke" sagen ,wenn sein Gegenüber auch so sehen kann, daß das Kind sich freut?

Und eine Gratulation unter Zwang ist absolut sinnlos.

Übrigens sagen die meisten Menschen "Guten Tag" weil es von ihnen erwartet wird.
Warum soll man es sagen, wenn man es nicht wünscht?

Beitrag von anja676 23.02.06 - 08:14 Uhr

Hallo,

ich sehe das ein wenig anders: "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen" sind Höflichkeits"floskeln", die dazu gehören. Ich erwarte es einfach, dass von mir, meiner Tochter und auch anderen in meiner Umgebung, dass ein wenig Höflichkeit an den Tag gelegt wird. Genauso sieht es bei mir mit "Alles gute zum Geburtstag" aus. Das ist in meinen Augen eine Frage des Respekts.

Richtig ist dagegen, dass fünfjährige auch das Recht haben "nein" zu sagen, sie müssen sich nicht von Oma das Küsschen geben lassen oder sonstwas, aber respektvoll miteinander umzugehen, hat damit auch nichts zu tun.

Im übrigen erwarte ich auch im Berufsleben, wenn jemand in mein Büro kommt, ein "Hallo" oder "Guten Tag" zu hören.

LG Anja

Beitrag von katzeleonie 23.02.06 - 08:42 Uhr

Hallo Anja,

ich sehe das genau wie Du.

Wo kämen wir hin, wenn jeder nur nach Lust und Laune, oder innerem Empfinden die einfachen Anstandsregeln nicht beherzigen würde.Das ist genau das, was die Jugend heute zum Großteil praktiziert. Wohin das führt sehen wir oft.

Bei Kindern in dem Alter normal, hat unsere auch gemacht, mittlerweile ist sie 7 und hat verstanden, daß es einfach zum Leben gehört, sie möchte ja auch gratuliert haben.
Also nicht aufgeben und immer wieder sagen.

LG Anja:-)

Beitrag von max_guevera 23.02.06 - 09:14 Uhr

Das ist eine Frage des Anstandes. Ich verlange von meinen Kindern "Danke" und "Bitte", "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen" und auch ein "Herzlichen Glückwunsch".
Das hat m.E. nichts mit Zwang zu tun, sondern mit höflichem Umgang.
Jeder schimpft, wie unhöflich die Jugend von heute ist, aber von wem sollen sie es lernen, wenn die Eltern keinen Wert drauf legen?
Es gibt Grundregeln, und Höflichkeit gehört nun mal dazu. Das können, und sollten, auch kleine Kinder lernen.
Gruß
Max

Beitrag von juniorette 23.02.06 - 09:21 Uhr

"Warum muß ein Kind unter Zwang "Danke" sagen ,wenn sein Gegenüber auch so sehen kann, daß das Kind sich freut?"

Und was ist dann, wenn das Kind sich sichtbar NICHT freut??? Dann muß es vermutlich auch nicht "Danke" sagen, denn warum soll es sich für ein Geschenk bedanken, welches ihm nicht gefällt?
Am besten sagt dieses Kind dann laut und deutlich "das Geschenk ist scheiße", damit es auch ja nicht lügt!

Sorry, aber es gibt auch sowas wie "Höflichkeitslügen". Willst du, daß deine Kinder als Erwachsene mal zu dem Menschenschlag gehören, die nicht "Guten Tag" oder "Danke" sagen können?
Die, wenn sie gefragt werden "Findest du mich zu dick?", mit einem trockenen "Ja!" antworten?
Glaubst du denn, solche Erwachsene werden glücklich damit sein, daß sie nicht besonders beliebt sind und sie wissen noch nicht mal, warum sie nicht beliebt sind (woher sollen sie als Erwachsene wissen, daß es Höflichkeitslügen/Floskeln gibt, wenn sie es als Kinder nicht von ihren Eltern gelernt haben)???

"Übrigens sagen die meisten Menschen "Guten Tag" weil es von ihnen erwartet wird.
Warum soll man es sagen, wenn man es nicht wünscht?"

Aus Höflichkeit und um zu beweisen, daß man eine gute Erziehung genossen hat.
In den USA bekommst du auf das Dankeschön "Thank you" in der Regel ein "You are welcome" zurück - wortwörtlich übersetzt "Du bist willkommen!". Auch nur eine Floskel in der amerikanischen Sprache - aber eine sehr schöne, wie ich finde.

Ich hoffe sehr, daß du deinen Kindern nicht alle Höflichkeitsfloskeln/Höflichkeitslügen verbietest.

LG,
Juniorette

Beitrag von cocoskatze 23.02.06 - 12:06 Uhr

Hey, ich weiß nicht, was das nun soll.

Meine Kinder bedanken sich, sie grüßen, und sie gratulieren.Ganz von allein.Und sie tun es von sich aus, also von Herzen.

Ich erwarte es nicht, und verlangen tu ich es erst recht nicht.

Simone

Beitrag von juniorette 23.02.06 - 14:37 Uhr

"Hey, ich weiß nicht, was das nun soll. "

Ich wollte dich persönlich ja nicht angreifen, sondern nur auf zwei deiner Fragen, die du in deinem ersten Posting gestellt hast, antworten.

"Meine Kinder bedanken sich, sie grüßen, und sie gratulieren.Ganz von allein.Und sie tun es von sich aus, also von Herzen. "

Okay, Gegenfrage: ;-)
Was machst du, wenn deine Kinder jemanden explizit NICHT grüßen, weil sie diesen Menschen momentan nicht mögen.
Was machst du, wenn deine Kinder sich für etwas explizit NICHT bedanken, weil sie das, für das sie sich eigentlich bedanken "müßten", blöd finden (z.B. Geburtstagsgeschenk, was ihnen nicht gefällt).
Ich kenn das ja selber, daß es mir immer schwer gefallen ist, ein EHRLICH gemeintes Dankeschön rauszubringen, bei Geschenken, die ich nicht so toll finde (meine Eltern mußten viel Erziehungsarbeit in mich reinstecken, damit ich mich in so einem Fall trotzdem höflich bedanke ;-))

Mein Posting ist nicht böse gemeint, sondern nur neugierig, da dein erstes Posting für mich so klang, als müßten deine Kinder nie höflich sein, sondern dürften immer nach Lust und Laune entscheiden, ob sie "danke" sagen oder jemanden grüßen.

LG,
Juniorette

Beitrag von thetis 25.02.06 - 15:12 Uhr

Exakt

Beitrag von netflower 23.02.06 - 09:49 Uhr

Hallo,

also das Kind ist 4,5Jahre alt. Es lernt ja noch.

Mein Sohn (heute 9J.) hatte auch eine Phase in der er nicht gratulieren wollte. Wollte zu der Zeit nun mal nicht jeden anfassen, und da es erwartet wird das man dann die Hand gibt hat er sich ganz verweigert.

Ich hab meinem Kind beigebracht, das er nichts tun muß wobei er sich unwohl fühlt. (Meiner Meinung nach der einzigste , wenn auch geringe Schutz gegen Mißbrauch)

Du kannst ihr Höflichkeit vorleben, dann wird sie sich das abgucken. Auch wenn es eine Weile dauert.

Bei Meinem hat es auch gefruchtet, ganz ohne Druck.
Ich hab ihm nur mal in Ruhe versucht zu erklären was Höflichkeit ist. Ist für solche Zwerge nicht ganz einfach zu verstehen.

Wenn du höflich bist im Umgang mit deinen Mitmenschen (vor allem mit deinem Kind!!), dann wird es dein Kind höchstwahrscheinlich auch.

Gruß Rosi

Beitrag von kabama44 23.02.06 - 10:33 Uhr

Hallo Tigerente2004,

ich finde Höflichkeit kann man jedem Kind in jedem Alter beibringen . Nicht mit Zwang aber mit netten Argumenten .
Wenn deine Tochter nicht gratulieren will , hat sie sicher ihre Gründe . Vielleicht waren die Kindergartenkinder auch nicht besondes nett zu ihr. Hat sie denn nie irgendwelche Äußerungen diesbezüglich gemacht .

lieben Gruß
Kabama44
die als Oma gern ein Küßle mag , aber nur freiwillig!!!

Beitrag von kati543 23.02.06 - 12:45 Uhr

Ehrlich gesagt finde ich es gar nicht so schlecht, wenn deine Tochter in der Hinsicht schon einen eigenen Willen hat. Warum willst du sie in eine Schablone pressen? Ich finde es gibt bei uns viel zu viele solche Regeln. Warum muss jedes Kind im Kindergarten einem Geburtstagskind gratulieren? Es gibt Kinder, bei denen wird kein Geburtstag zu Hause gefeiert.
Versuche doch lieber herauszufinden, warum deine Tochter nicht gratulieren will. Vielleicht hat sie ja wirklich Gründe dazu. Hatte sie vielleicht an einem Wochenende Geburtstag und niemand aus dem Kindergarten hatte ihr gratuliert? Oder ist sie vielleicht mit dem betreffenden Kind aktuell zerstritten? Vielleicht kannst du auch einmal in dem Kindergarten den Vorschlag bringen, dass das mit dem Gratulieren nun wirklich nur Schau ist. Viel besser ist doch, wenn alle zusammen etwas machen und nicht jedes Kind extra vortreten muss und seine Glückwünsche sagen. Als ich das das letzte mal gehört, bzw. mitbekommen habe, war tiefste DDR-Zeit. Dort war das so, dass alle gezwungen fröhlich, gratulieren mussten.

Beitrag von anja676 23.02.06 - 13:10 Uhr

"Als ich das das letzte mal gehört, bzw. mitbekommen habe, war tiefste DDR-Zeit. Dort war das so, dass alle gezwungen fröhlich, gratulieren mussten."

#kratz sorry, aber das ist ja wohl absoluter Quatsch...

Beitrag von kati543 23.02.06 - 20:23 Uhr

Keine Ahnung, aber ich habe da gelebt und bin in Kinderkrippe, -garten und Schulhort gegangen. Abgesehen davon habe ich tatsächlich in den Ferien im Kindergarten - manchmal auch im Schulhort gearbeitet. Ich kann mich also noch ziemlich gut daran erinnern. Und ja, bei uns war es so. Es wurden sogar noch Lieder dabei gesungen. ;-)

Katrin

Beitrag von anja676 24.02.06 - 08:08 Uhr

Naja Katrin,

wenn ich richtig gerechnet habe, warst Du in der fünften oder sechsten Klasse, als die Wende war. Da hast Du im Hort gearbeitet?

Im Hort bzw. im Kindergarten ist es heute noch so, dass Geburtstage der Kinder gefeiert werden. Es hast sich dabei nichts verändert im Gegensatz zu DDR-Zeiten. Wenn Kinder Geburtstag haben, wird halt gratuliert. Es war damals so und es ist heute so. Und ich gehe nicht davon aus, dass jemand mit einem Rohrstock hinter Dir stand und "befohlen" hat zu gratulieren. #augen

Anja

Beitrag von kati543 24.02.06 - 09:14 Uhr

Ich war in der 7. und ja ich habe in Hort und Kindergarten gearbeitet - ich hatte auch geschrieben, dass ich in den Ferien dort war. Das setzt eigentlich voraus, dass ich noch Schüler war. Natürlich habe ich die "Kinder" nie selber allein beaufsichtigt. Allerdings mussten wir regelmäßig während der Schule Praktika machen - da war ich natürlich auch dort. Mädchen sind bei uns prinzipiell in die Kindertagesstätten gegangen.
Ich habe doch auch nichts dagegen, wenn in den Einrichtungen immernoch Kindergeburtstage gefeiert werden. Für die Kinder ist das ein schönes Erlebnis. Ich habe nur etwas dagegen, wenn ein Kind nach dem anderen vortreten darf und gratulieren muss. Da gibt es - finde ich - bessere Varianten.
Der Rohrstock wurde zu Zeiten meines Großvaters benutzt, aber nicht mehr zu meiner Schulzeit. Wir waren da schon etwas moderner und hatten Zeigestäbe. Aber auch damit wurden wir nicht geprügelt. Das war gar nicht nötig. Bei uns hätte sich niemand getraut, etwas gegen diese übertriebene Ordnung zu sagen. Für uns war das absolute Pflicht.
Bevor das jetzt so klingt... Ich hatte eigentlich eine sehr schöne Kindheit. Und es gab durchaus auch viele gute Seiten in der DDR.

Katrin

Beitrag von zwillima 23.02.06 - 14:44 Uhr

Hallo,

wenn mein Kind nicht gratulieren möchte, dürfte es auch nicht an der Feier teilnehmen...ganz einfach.
Das Geburtstagskind erwartet, daß es gratuliert wird, genauso wie die Gäste erwarten, daß sie bewirtet werden.

Es bricht keinem einen Zacken aus der Krone, wenn er "danke", "bitte", "guten Tag" oder "herzlichen G." sagt. Ob es nun wirklich von Herzen kommt oder nicht, spielt in meinen Augen keine Rolle. Es sind die einfachsten Höflichkeitsfloskeln, die schon ein Kleinkind lernen sollte.

L.G.
zwillima

Beitrag von sternenzauber24 24.02.06 - 15:12 Uhr


Hallo,

Also ich lege auch sehr großen wert auf bestimmte "benimmregeln" und "höflichkeitsfloskeln".

Ich habe einfach immer Danke oder Bitte zu unseren Kindern gesagt wenn ich ihnen z.B. ein Zwieback gegeben habe,oder sie mir etwas in die Hand gegeben haben.Mein fast 2 jähriger sagt heute auch fleißig Danke,oder auch bitte.

Das ist mir sehr wichtig,genauso wie Gratulieren.Oder am Tisch anständig zu essen.

Wenn ich mir so manches 4-5 jährige Kind bei Tisch anschauhe,frage ich mich warum das geduldet wird.

Gutes benehmen gehört einfach dazu!
Wenn meine Tochter bei dem altbeliebten Stück Wurst vom Metzger kein Danke sagen würde,so würde sie keines bekommen.Ganz einfach!

Alle ärgern sich über die undankbare und unerzogene Jugend von heute,wie bitte schön sollen sie aber höflich sein wenn es ihnen nie beigebracht wurde??

Das ein Kind von sich aus "Nein" sagen darf ist völlig OK.
Aber ebend nicht bei gewissen benimmregeln,denn von nichts kommt nichts.

LG
Sternenzauber#stern

Beitrag von zwillima 25.02.06 - 09:16 Uhr

Hallo,

da kann ich Dir nur Recht geben. Ich sehe das genauso.

L.G.
zwillima