Tips für den Umgang von Mutter, Kind (4) und KV

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von zen1 23.02.06 - 09:02 Uhr

Hallo, ich hätte heute an Euch ein paar Fragen um den Umgang zwischen meiner Tochter, Lea (4) und ihrem Vater positiver zu gestalten und vielleicht habt ihr ein paar Tips für mich. Hier ein paar Details:
Die Trennung fand während der Schwangerschaft statt. Wir waren nicht verheiratet, Sorgerecht liegt bei mir. Sein Besuchsrecht nahm der Vater im ersten Lebensjahr 9 mal für jeweils ca. 1,5 Std. wahr, im zweiten Jahr 12 mal. Im 3. Jahr lag der Kontakt im Jahresdurchschnitt bei ca. all 3 Samstage für ca. 1,5 bis 2 Std. Dies kam durch Absage oder Terminverschiebung, oft erst 1 Std. vorher nur seinerseits zustande (Tanzkurs, Skifahren, Geburtstage, etc.).
Je nach Alter, Jahreszeit und Möglichkeit auf Spielplätzen, bei uns zuhause, oder zum Einkauf. Während dieser Zeit äußerte sich der KV alles andere liebevoll bzw. fürsorglich über seine Tochter mir gegenüber und verhielt sich seiner Tochter gegenüber auch so. Nichtwahrnehmung der Aufsichtspflicht, z.B. an der Straße O-Ton: Die braucht vielleicht ein paar quietschende Autoreifen, dann bleibt sie schon stehen, Desinteresse bei Krankheit (Lungenentzündung), " mich interessiert nur wennn ich den Dauerauftrag stornieren kann = Unterhalt. Gefährliche Situationen die ihn nicht interessieren. Wenns Lea nicht mehr gibt-ja dann gibt sie´s halt nicht mehr. Habe vorher auch ohne sie gelebt. Ich ware aoft genug froh bei der einen oder anderen Situation dabei gewesen zu sein. Habe ihn deswegen nie gröber kritisiert, habe mir immer Mühe gegeben die Situation so entspannt wie möglich zu gestalten, für meine Tochter und aus Angst über seine Gegenreaktion bei Kritik.
Jetzt gibt es in meinen Leben seit ca. 1,5 Jahren einen festen Partner ( der selber schon 2 Kinder fast großgezogen hat) mit dem sich Lea geradezu traumhaft versteht und der mit uns lebt. Vielleicht hängt es damit zusammen, keine Ahnung, jedenfalls seit dieser Zeit besteht der KV auf mehr Umgang und allein mit seiner Tochter. Ansich in Ordnung. Leider wurde aber in der Vergangenheit, wie beschrieben keine positive, bindende Beziehung zu Lea aufgebaut. Diese Art von Umgang prägt auch ein Kind. Habe ihm also im vergangenen Jahr mehrmals Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht um dieses Ziel zu erreichen, z.B. mehr Zeit (ganzer Samstag) mit Lea erstmal bei uns zuhause zu verbringen, sich für ihre Freundinnen, Ki-ga zu interessieren, meine Person vielleicht am Anfang als zeitweise Begleitung zu akzeptieren und dann Stück für Stück für Lea Sicherheit und Beziehung entstehen zu lassen (Habe ihm unsere Wohnung auch schon allein für ihn und Lea stundenweise angeboten). Leider änderte sich nichts in den vergangenen Monaten-verbrachte nicht mehr Zeit mit Lea-sagte wieder öfter Termine ab. Regt sich jetzt mit der Zeit nur wahnsinnig auf weil ich es nicht hinbringe, daß Lea mit ihm im Auto mitfährt, bzw. Lea nicht zu ihm nachhause möchte.
Er möchte daß seine Tochter psychologisch, pädagogisch durchleuchtet wird, da sie nicht normal reagiert, "sie hat sich nämlich für ihren Vater zu interessieren, denn er springt nicht wie sie will. Einen Termin dafür habe ich mit Lea nun bei der Caritas-Familienberatung.

Nun meine Fragen: Wie mache ich weiter? Fahr ich meine Tochter trotz Nein und Weinen zu ihrem Vater? (was mache ich außerdem mit meiner Angst sie allein bei ihm zu lassen?). Erfülle ich ihr den Wunsch beim Umgang dabei zu bleiben? Was ist zum Wohle meines Kindes - hart zu bleiben und gegen ihren Willen den Umgang zu gestalten - oder einfach vom KV mehr zu verlangen. Ein "Mehr" das einfach schon in den ersten Lebensjahren hätte stattfinden sollen, ein liebevollen, interessierten Umgang, einfach wie ein Vater zu sein. Jugendamt hat auf meine Anfrage hin gesagt: Lea müßte alle 2 Wochenenden zu ihm, nur sexueller Mißbrauch oder körperliche Verletzungen sind ein Grund dies nicht zu tun. Weiß jemand eine Institution die auch mal nach der Umgangsart und dem wirklichen Interesse des KV fragt und nicht nur sagt - da muß eine 4-jährige durch. (er hat sie z.B. seit 8 Wochen nicht mehr gesehen) - weil ich Lea bisher nicht zu ihm gefahren habe und er keine Lust hat sie abzuholen, bzw. sich persönlich mit dem Problem zu konfrontieren.

Vielleicht weis jemand wo man sich beraten oder begleiten lassen kann. Vielen Dank.

Beitrag von gh1954 23.02.06 - 22:52 Uhr

Ich habe hier schon häufiger von Müttern gelesen, die den Vätern bis zum letzten i-Tüpfelchen vorschreiben wollten (und das auch kontrolliert haben), wie sie sich den Kindern gegenüber zu verhalten haben.
Dann habe ich mich nicht gewundert, wenn die Männer unsicher und genervt reagiert haben.

Aber in deinem Fall seh ich das so, das der KV praktisch ein Fremder für das Kind ist. Erst hat er sich nicht gekümmert und jetzt will er auf seine Rechte pochen. Was ja ok wäre, wenn dahinter ein wirkliches Interesse am Kind besteht.
Aber es kann nicht im Interesse des Kindes liegen, es zum Vater zu zwingen... und das an zwei WE im Monat.

Es ist gut, dass du seine Besuche protokoliert hast, das ist sicher hilfreich.

>>> "sie hat sich nämlich für ihren Vater zu interessieren, denn er springt nicht wie sie will. <<<
Wann soll sie gelernt haben, sich für ihn zu interessieren?

Ich würde sie auch keinesfalls zum Vater fahren. Wenn das Interesse soo groß ist, dann soll er sie doch holen!

Vielleicht sollte der KV sich mal psychisch "durchleuchten" lassen.

Ich würde an deiner Stelle zum Jugendamt gehen und dort erzählen, welche Bemühungen du gemacht hast, so wie du das hier geschrieben hast.
Ein Kind ist kein Spielzeug, dass man sich mal ausleiht, wenn man gerade Lust hat und nichts Besseres zu tun hat.

Ich weiß, ich konnte dir keinen guten Rat geben, aber ich denke mir, ein wenig Zustimmung tut auch schon gut.

Gruß
geha

Beitrag von isa_baby 28.02.06 - 21:56 Uhr

Hallo,
ich finde nicht, dass Du Dein Kind gegen seinen Willen zu seinem Vater lassen solltest, schon gar nicht, wenn Du Angst hast. Du schreibst einige male Sätze, die der KV gesagt haben soll, ist dem wirklich so, ist er nicht gerade geeignet, sich verantwortungsvoll um euer Kind zu Sorgen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich rechtens ist, dass Deine Tochter gezwungen werden kann (von Seiten des Jugenamtes), dass sie 14-tägig zum Vater muss. Ich kenne mich da allerdings auch nicht aus. Jedoch scheint der KV auch nicht größeres Interesse daran zu haben, weil er ja auch nicht kommt, um das Kind abzuholen. Ich würde allerdings mal einen Familienanwalt dazu befragen. Andere Anlaufstellen zu diesen Fragen könnten auch die Frauenberatung, pro familia, Cartitas oder die Diakonie sein. Solche institute (und bei der Frauenberatung weiß ich das sicher) helfen einem oft im Umgang mit Ämtern.

Du gehst sehr auf den Kv zu, wenn er jetzt wirklich etwas von seiner Tochter möchte, muss er selber Aktiv werden. Du hast einen neuen Partner an der Seite, der zu Dir und Deinem Kind steht. Der leibliche Vater hatte so lange die Chance, ich würde ihn jetzt fallen lassen. Kümmer Dich einfach nicht mehr um ihn, wenn er anruft und vorbei kommen will, dann soll er das tun. Dir frage ist ja sowieso, ob er wirklich zum Jugenamt geht oder es nur androht.

Ich halte übrings einen 14-tägigen Besuchs kontackt nicht für angemessen. Dies sollte immer iduviduell nach Kind und Aletr gerichtet werden.

Alles gute für Dich und Deine Familie.

Isa

Beitrag von manavgat 01.03.06 - 09:28 Uhr

Ich bin da sehr gespalten.

Eine 4-jährige gegen ihren Willen zu jemandem zu bringen, der sich nicht wirklich interessiert, halte ich für schlecht für das betroffene Kind.

An Deiner Stelle würde ich alles, was mit dem Kindsvater läuft schriftlich dokumentieren. Die Vergangenheit ist egal, aber Du kannst ihm schon Grenzen setzen.

Teil ihm schriftlich mit, welchen Umgang Du ihm einräumst, biete verschiedene Lösungen zur Auswahl und teile ihm (emotionslos) mit, dass die Termine für die er sich entscheidet zum Wohle des Kindes pünktlich einzuhalten sind. Teil ihm weiter mit, dass Du für gemeinsame Erziehungsberatungsgespräche zur Verfügung stehst und bitte ihn (schriftlich und freundlich) sich hierfür Zeit zu nehmen.

Wenn er sich dann zurückzieht, hast Du nichts verloren. Wenn er sich dann engagiert, ist es nur gut für das Kind.

Bleib tapfer.

Gruß

Manavgat