Unterschiedliche Moralvorstellungen u. Ansichten! Kann das gut gehen? Vorsicht lang!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von neidker 23.02.06 - 11:49 Uhr

Hallo zusammen,

ich brauch mal euren Rat. Nach der Trennung von meinem Ex im Oktober 2004, mit dem ich 7 Jahre zusammen war (von 14 - 21), hatte ich einige grobe Fehlschläge beziehungsmäßig.
Dann letzten August hab ich mich total verliebt und wir sind jetzt auch seit über einem halben Jahr zusammen. Wir verstehen uns super, er hat mir viel geholfen mit meinen Problemen in der Vergangenheit klar zu kommen und ich liebe ihn über alles.
Aber je länger wir zusammen sind, desto mehr sprechen wir natürlich über alles mögliche. Jetzt kommt immer mehr raus, dass wir bei einigen Sachen total unterschiedliche Ansichten haben.

Er ist sehr konservativ erzogen worden. Ich eher offen. Mein Bruder hat viele Tatoos und Piercings, meine Eltern sind tätowiert, ich hab ein Nasenpiercing (mit 15 mit Erlaubnis der Eltern). Er hat nichts gegen meine Familie, sie verstehen sich sogar gut, aber er würde das seinen Kindern nie erlauben.

Wenn ich alleine mit Freundinnen weg gehen will, dann darf ich das schon. Aber in manche Lokale will er mich nicht gehen lassen. Er hat ständig Angst, wenn ich ohne ihn weg gehe, dass mich wer überfallen könnte. Er will die Leute mit denen ich weggehe und auch die Lokale kennen.
Wenn ich ihm sage er kann mir vertrauen, dass ich nicht halb nackt auf einer Bar tanze und so vielleicht irgendwas herausfordere, dann versteht er das schon, aber mögen tut er es trotzdem nicht.

Am liebsten würde er mich in Watte packen und mich vor allem Bösen beschützen. Er hat eine ganz andere Art Konflikte zu lösen als ich sie habe. Er wird auch mal laut, sagt gleich was er sich denkt (was ich auch gut finde) und ist ein bisschen jähzornig.
Mir macht das Angst, weil bei uns zuhause Probleme halt nicht so angesprochen wurden. Wir haben auch darüber schon oft gesprochen, aber er sagt halt, er ist eben so und das muss ich akzeptieren.
Ich will ja nur, dass er versucht sich etwas zurück zu nehmen, weil wenn er laut wird, dann trau ich mich gar nichts mehr sagen. Versteht er zwar, aber es passiert ihm trotzdem jedes Mal.

Ich will beim Weggehen tanzen, auch mal was trinken und einfach mit meinem Freundinnen Spaß haben. Er mag Discos überhaupt nicht, würde auch nie mitgehen und mag die Leute dort nicht, weil laut ihm nur Proleten dort sind.

Jedenfalls denk ich im Moment viel darüber nach, ob wir das in den Griff kriegen und das schon auf längere Dauer gut geht, wenn wir immer wieder über solche Sachen streiten. Ich versuche ja Kompromisse zu finden, indem ich ihm anbiete, dass er einmal mitgeht um zu sehen wo ich weggehe, mit wem und was ich mache. Das will er nicht, weil er in solche Lokale eben nicht mag.

Wollte mal eure Meinung dazu hören, weil ich momentan echt nicht weiter weiß. Übrigens ich bin 23 und er ist 29.

Danke fürs Lesen und für eure Meinungen dazu.

Lg, Kerstin

Beitrag von lisamarie 23.02.06 - 12:09 Uhr

Hallo Kerstin #blume

wie ich gerade feststelle, sind wir beide auch im AF #freu

So nun aber zu deinem Problem:

Hast du mal versucht, dich mit ihm in der Mitte zu treffen?

Wie häufig gehst du denn weg?

Wie wäre es wenn du dich zwischendurch mal bei ihm meldest, wenn du weggehst? Dann ist er beruhigt.

Ist natürlich schwierig, wenn 2 so verschiedene Menschen aufeinander treffen.

Er ist sehr behütet auf gewachsen und du gar nicht.

Irgendwo müßt ihr beide ein gesundes Mittelmaß finden, sonst klappt das nicht :-(

Sprich mit ihm, vielleicht könnt ihr dann einiges aus dem Weg räumen.

LG Lisamarie

Ich drück dir die Daumen #blume

Beitrag von sternenzauber24 23.02.06 - 12:20 Uhr


Hallo Kerstin,

Ich muß zugeben das ich sehr viele Dinge die du aufgezählt hast ähnlich oder genau so sehe,wie dein Freund.

Aber das ist ja nicht das Thema.

Ich denke das er auch aufgrund des alters einfach etwas anders darüber denkt,als du.

Ich denke er mag dich einfach vor allem bösen beschützen,finde ich eigentlich gar nicht mal so schlecht.Es ist heutzutage nicht verkehrt etwas mehr auch auf den anderen aufzupassen.

Aber,ihr solltet trotzdem ein gesundes mittelmaß finden.

Ich denke was er den Kindern verbieten würde,naja bis dahin fließt ja noch etwas Wasser den bach hinab.
Aber wenn du sagst er teilt nicht unbedingt deine Interessen,viell. könntet ihr euch ja dann auf andere gemeinsame aktivitäten einigen.

Man muß schon einander respektieren,wenn er meint das Discos nicht unbedingt sein Ding sind,ok,aber er muß dann verstehen lernen das du dies anders siehst.

Menschen sind verschieden,haben verschiedene Hobbys,verschiedene Meinungen,aber all das muß man aktzeptieren lernen,anders klappt es nicht.

Vielleicht solltest du ihn mal als "Fake" richtig anschreien,so eine art rollentausch.Damit er spürt wie man sich fühlt,wenn man angeschrien wird.

Oder ihr schreibt auf was euch an dem anderen gefällt,und was nicht,geht dies zusammen durch und versucht euch zu einigen.

Ob ihr letztendlich zueinander passt kann niemand sagen,aber gerade das gegensätzliche passt sehr gut,es wird nie langweilig und man kann voneinander lernen.

Alles liebe für euch 2
Sternenzauber#stern

Beitrag von smash79 23.02.06 - 13:36 Uhr

Hallo !!

Also wenn Du darauf wartest, dass Dir "DER PERFEKTE MANN" über den Weg läuft, dann kannst du lange warten #kratz

Wir Menschen sind verschieden, und gerade das macht die Sache erst interessant ;-)

Klar, Gemeinsamkeiten in einer Beziehung sind schön und auch wichtig, trotzdem muss man ja nicht komplett gleich gestrickt sein.

Ich denke ihr müsst miteinander reden #bla, und in allen Streitpunkten einen Mittelweg oder eine Lösung finden, mit der beide leben können. Und wenn man sich liebt gibt es fast für alles eine Lösung...

Zum Thema "Jähzorn": Mein Freund hat auch die Eigenschaft, manchmal (speziell bei Eishockeyspielen #augen) mal auszurasten und gegen Pfosten zu treten. Oder beim Autofahren muss er oft den Matcho raushängen und fährt dann wie ein A*** :-[

Manchmal denke ich auch, man, wieso ist er so, das stresst mich sehr. Trotzdem - wer ist schon perfekt. Er weiss dass mir das nicht gefällt, und versucht sich zusammenzureissen. Er sagt zwar auch: "Ich bin halt so." Trotzdem versucht er sich zu bessern, manchmal klappts, manchmal eben nicht. Wenn nicht kann ich nur lernen damit zu leben und es zu akzeptieren...

Das mit dem Rollentausch, dass Du mal brüllst anstatt er, finde ich eine gute Idee, würde ich mal ausprobieren ;-)

Wenn eure Gegensätze wirklich so arg sind, dass Du nicht damit klar kommst, gibt es nur noch eines: Die Trennung :-(

Du musst einfach für Dich abwägen, wie wichtig Dir die Beziehung an sich ist, und was Du bereit bist dafür zu tun.

Alles Gute..

#blume

PS: Wir haben übrigens den selben "Werdegang", ich bin auch 7 Jahre lang mit meinem Exmann zusammengewesen (von 17-24), hatte dann ein paar Fehltritte, und bin seit Aug. 05 mit meinem Schatz zusammen ;-)

Beitrag von neidker 23.02.06 - 16:34 Uhr

Hallo Smash,

danke für deine Antwort.

Es ist nicht so, dass ich "den perfekten Mann" suche. Den gibt es nicht. Außerdem ist es nicht so, dass ich will, dass wir alles gleich sehen und alles gemeinsam haben. Mir ist schon klar, dass das auf Dauer langweilig wäre. Mich beschäftigt nur, dass wir in einigen, für mich wichtigen, Dingen sehr auseinander gehen. Und manchmal kommen halt kleine Zweifel wie es dann mal ist, wenn wichtige und "große" Entscheidungen anstehen.

Das ich z.B. jetzt schon über Kindererziehung mit ihm rede kommt daher, weil ich mit ihm und er mit mir irgendwann eine Familie gründen möchte. Und ich wüsste halt schon vorher wie ungefähr seine Ansichten bei solchen Themen sind. Vielleicht kann man so vorher schon einige Missverständnisse klären.

Er ist mein Traummann und diese Unterschiede überwiegen nicht. Die Liebe und das war wir füreinander empfinden und gemeinsam haben, dass überwiegt. Nur manchmal macht man sich halt Gedanken über die Zukunft und da denk ich eben auch über solche Sachen nach.

Lg, Kerstin

Beitrag von bluehorizon6 23.02.06 - 13:58 Uhr

Hi Kerstin

also zusammengefasst:

In einem bestimmten Lebensabschnitt brauchtest du Hilfe, Trost und Unterstützung um Halt zu haben und nicht "unterzugehen"

In dieser Zeit kam er. Einfühlsam, er sah oder wußte das du Hilfe brauchst, er hat sie dir angeboten und war Retter, Ritter und einfach anders und verdammt lieb zu dir.

Er füllte das Vakuum in dir.

Das du dafür dankbar bist, und deine Gefühle für ihn sind, das glaube ich alles. Aber deine Liebe das wäre ich mir nicht so sicher.

Eure Beziehung hat nicht damit angefangen zu erkennen wer dieser Mann ist, sie hat damit angefangen das dich jemand "rettet". Deine Gedanken waren verständlicherweise mehr auf dich selbst gerichtet als auf ihn. Was dir damals wichtig war, war Boden unter den Füssen zu bekommen.

Weniger suchtest du nach einer neuen Liebe. Hättest du den Kopf frei gehabt, hättest du ihn dann auch genommen? Hättest du dich dann auch in ihn verliebt?

Ob man so eine Differenz überbrücken kann? Ich weiß es nicht, ich würde es nicht als unmöglich bezeichnen, aber die Brücke ist lang und muss stabil gebaut sein. Ihr streitet euch jetzt bereits über ungelegte Eier (Kinder) Er würde Piercing nie erlauben. Hallo, bremst euch doch erst einmal ein und beschäftigt euch nur mit euch selbst. Ihr werdet auf kurz oder lang schon sehen was euch bindet und was ihr als eure persönliche Zukunft erachtet. Und wenn seine nicht in deine paßt und umgekehrt, ist es besser ein Ende mit Schrecken zu gestalten als aus Dankbarkeit mit jemandem zusammenzubleiben.

Mir scheint, ihr seid dabei euch gegenseitig die Lebensideale zu verkaufen. Jedes ist besser als das andere. So wird das nix. Erst wenn ihr euch zulaßt erkennt ihr euch, sonst biegt ihr voreinander rum versucht den Spagat über endlose Täler. Was soll das. Versucht mit euch klar zu kommen wie ihr seid. Wenns nicht geht, hat es nicht sollen sein.

Alles Liebe
BlueH6

Beitrag von neidker 23.02.06 - 14:40 Uhr

Hallo BlueH6,

erstmal danke für deine ehrliche Antwort. Ich möchte aber noch etwas dazu sagen.
In der Zeit als ich mit ihm zusammen gekommen bin, waren die schlimmen Sachen mit den "Fehltritten" schon länger vorbei. Es ist also nicht so, dass ich mich direkt von einem ins andere gestürzt habe. Ich hatte den Großteil verarbeitet, nur kleinere Dinge in meinem Verhalten aufgrund der Erfahrungen habe ich mit ihm noch aufgearbeitet. Hab mich hier vielleicht falsch ausgedrückt.

Dass wir jetzt schon über solche Sachen wie Kindert,... reden, finde ich persönlich nicht soo voreilig. Wir wissen beide, dass wir den Partner fürs Leben gefunden haben und da redet man auch mal über solche Dinge, selbst wenn sie noch in ferner Zukunft liegen. Außerdem möchte ich schon vorher wissen, wie der Mensch mit dem ich eine Familie gründen möchte, über gewisse Dinge denkt.

Ich liebe ihn über alles und er mich. Das überwiegt diese Unterschiede durchaus. Nur wenn wir darüber reden (und reden tun wir viel) dann mach ich mir eben Gedanken.

Wir sind eh gerade dabei einen Mittelweg zu finden. Nur sind wir beide bei manchen Sachen ziemlich stur und wenn wir dann beide vielleicht auch grade noch sowieso schlechte Laune haben, schaukelt sich das natürlich hoch.

Ich würde mich nicht trennen, weil er nicht gern in Discos und tanzen geht. Bei grundsätzlichen Dingen, wie eben Kindererziehung (selbst wenn das noch Zukunft ist), finde ich es aber schon wichtig halbwegs eine gleiche Meinung zu haben.

Das wollte ich noch gesagt haben.

Lg, Kerstin

Beitrag von bluehorizon6 23.02.06 - 15:30 Uhr

Dann findet den Mittelweg. Ich wünsche euch den Erfolg den ihr haben wollt. Nur die Sturheit... aber was sage ich da, dass weißt du selbst, die stört natürlich.

In der Erziehung ist es durchaus wichtig unterschiedliche Meinung zu haben, sonst weiß Kind ja später nicht zu difernzieren.

Was wichtig ist, das ihr nicht los galoppiert ohne euch abzustimmen wenn es wirklich etwas zu entscheiden gibt. Dann ist Geschlossenheit gefragt.

Ansonsten denke ich ist Frage wichtig was geschieht, oder wie reagiert ihr wenn ihr anders entschieden hättet aber einer schon entschieden hat. Bleibt die zuerst getroffene Entscheidung dann bestehen. Da kommt Freude auf, das kann ich aus Erfahrung sagen.

Kindererziehung? Ein schwieriges Feld in der Partnerschaft.

Beitrag von nick71 24.02.06 - 10:12 Uhr

Bei so verschiedenen Vorstellungen glaube ich nicht, dass Eure Beziehung ein Dauerbrenner wird. Man sollte in gewisser Hinsicht schon mit seinen Meinungen/Ansichten konform gehen, und das sehe ich bei Euch ÜBERHAUPT nicht. Ich glaube auch nicht, dass es möglich ist, sich auf dem "Mittelweg" zu treffen...dafür seid Ihr einfach zu verschieden. Darf ich mal fragen, was Ihr vom Sternzeichen seid (nur interessehalber)????