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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kampfameise 23.02.06 - 11:57 Uhr

Hallo

#danke erstmal an alle, die mir weiter unten so nett geantwortet haben!

Die Sache ist jetzt besiegelt. Julia muß nicht in die Schule und gilt als "zurückgestellt" - gott, was für ein Wort #augen
Sie darf im Kindergarten bleiben, und darf auch in der VOrschule ganz normal weitermachen, da ja eh nicht jedes Jahr das Gleiche gemacht wird. Die Verbindungslehrerin meinte auch, unter diesen umständen wäre es besser, wenn sie sich im Kindergarten noch etwas austobt.

Ganz klar, wir lassen sie nicht ein jahr länger im Kiga, wegen der Probleme mit den Jungens, sondern weil wir sie einfach nicht für schulreif halten (wie sie sich gibt in Stresssituationen, ihre Ordnung - katastrophal! - kann nicht 5min still sitzen und und und).
Ich hoffe, mal, das es so wird wie bei ihrer großen Schwester, die war auch 1 jahr länger im Kiga und ihr tat es sehr gut, auch wenns zum Schluß im Sommer etwas öde für sie war. Aber sie macht sich super! Und das hoffe ich auch für meine Süße!

Danke nochmal an alle.
ameise + rudel ;-)

Beitrag von luci 23.02.06 - 14:01 Uhr

schau mal hier- hab ich grade gefunden: (gruß Luci)

Early Birds don't Catch the Worms

Ergebnisse einer Studie zum Effekt des Einschulungsalters auf die Schülerleistung

Kinder, die auf Grund bestehender Regelungen mit ungefähr sieben anstatt mit etwa sechs Jahren eingeschult werden, ziehen daraus langfristige Vorteile. Der Reife-Vorsprung der älteren Erstklässler führt dazu, dass sie am Ende der Grundschulzeit ein deutlich besseres Leseverständnis aufweisen und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf ein Gymnasium übergehen. Im Lichte dieser Ergebnisse erscheint der Nutzen einer Politik immer früherer Einschulungszeitpunkte fragwürdig, wenn sie nicht mit einer Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklungsstadien, in denen sich die Kinder befinden, einhergeht.

Die Erkenntnisse basieren auf einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung, die von Patrick Puhani und Andrea Weber (beide an der Technischen Universität Darmstadt) durchgeführt wurde. Dabei wurden umfangreiche Schüler-Datensätze, die Informationen zum Einschulungsalter enthalten, ausgewertet. Die Studie berücksichtigt, dass das Einschulungsalter selbst von Eigenschaften der Schülerinnen und Schüler abhängen kann, die einen direkten Effekt auf die spätere schulische Leistung haben. So ist beispielsweise zu vermuten, dass Spät-Eingeschulte häufig Kinder sind, die von Eltern oder Lehrern von vorne herein als weniger leistungsfähig eingestuft werden. Bei einem einfachen Vergleich von Kindern, die mit unterschiedlichem Alter eingeschult werden, würde man vernachlässigen, dass für diese Kinder, auch unabhängig von einem tatsächlichen Effekt des Einschulungsalters, Leistungsdifferenzen zu erwarten sind. Die verwendeten statistischen („ökonometrischen“) Methoden ermöglichen es, die Frage nach der Auswirkung eines höheren Einschulungsalters zu beantworten, ohne dabei einen solch unzulässigen Vergleich zu ziehen.

Es werden unter anderem die Daten der Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU für Deutschland herangezogen, um die Auswirkung des Einschulungsalters auf die Ergebnisse in dem im Jahr 2001 durchgeführten Leseverständnistest zu untersuchen. Für die verwertbare Stichprobe von rund 6.600 Viertklässlern zeigt sich, dass später eingeschulte Schülerinnen und Schüler deutlich bessere Testergebnisse erzielen als früher Eingeschulte. Die Ergebnisse werden durch Auswertungen eines Datensatzes bestätigt, der Informationen zu allen Schülerinnen und Schülern enthält, die im Schuljahr 2004/2005 an hessischen Schulen unterrichtet wurden. Für eine Stichprobe von insgesamt 182.676 Kindern, die in den Schuljahren 1997 bis 1999 eingeschult wurden, ergeben die Untersuchungen, dass das Einschulungsalter einen signifikanten Einfluss auf die später besuchte Schulform (z.B. Gymnasium) ausübt.

Die gemessenen Effekte beziehen sich auf Einschulungen, die auf Grundlage gängiger Regelungen

erfolgen, für die der Geburtsmonat des Kindes entscheidend ist. So sind zumeist Kinder, die im Herbst oder Winter geboren sind, älter als Kinder in derselben Klassenstufe, deren Geburtstage in die früheren Monate fallen.

Die Plausibilität der Ergebnisse wird auch durch eine kleine Umfrage unter 25 Schulleiterinnen und Schulleitern im Bundesland Hessen bestätigt. Die meisten Befragten beklagten dabei eine mangelnde Schulreife sehr junger Erstklässler, insbesondere bezüglich der Konzentrationsfähigkeit, der Überwindung von Frustration und der Selbstorganisation.

Die vollständige Studie mit dem Titel „Does the Early Bird Catch the Worm? Instrumental Variable Estimates of Educational Effects of Age of School Entry in Germany“ ist im Internet als PDF-Datei kostenfrei zugänglich.

Beitrag von 3blade3 23.02.06 - 14:48 Uhr

Hi. Interessant#freu Da bin ich doch mal wieder froh, daß unser Sohn (Dezemberkind) erst mit fast 7 zur Schule geht#hicks LG

Beitrag von kampfameise 23.02.06 - 21:17 Uhr

Hallo,

ohja, meine Rede !! Vor allem dieser Absatz entspricht voll meiner Einschätzung !!

" Die Plausibilität der Ergebnisse wird auch durch eine kleine Umfrage unter 25 Schulleiterinnen und Schulleitern im Bundesland Hessen bestätigt. Die meisten Befragten beklagten dabei eine mangelnde Schulreife sehr junger Erstklässler, insbesondere bezüglich der Konzentrationsfähigkeit, der Überwindung von Frustration und der Selbstorganisation. "

GANZ MEINE MEINUNG !
Danke, Ihr bestärkt mich in meiner Entscheidung !

#danke#danke#danke#danke

ameise + rudel

Beitrag von pumpelchen 24.02.06 - 16:53 Uhr

Ich kann dazu nur sagen, dass man von Pauschlierungen absehen und sich einfach mal die Kinder ansehen sollte! Ich kenne Kinder, die mit noch nicht ganz 6 Jahren eingeschult wurden und deutlich überfordert waren, dagegen habe ich meine Kinder alle mit 5 1/2 bzw gerade 6 eingeschult (Ende November,Ende Dezember und August) und bin sehr froh darüber! Alle Kinder hatten sich zu dem Zeitpunkt das Lesen schon selbst beigebracht. Ich hätte nicht gewußt, wie ich noch ein Kindergartenjahr mit ihnen überstanden hätte.... Meine Älteste geht inzwischen in die 6. Klasse eines Gymnasiums und gehört da von der Leistungsstärke zum oberen Drittel, die zweite habe ich gerade mit Empfehlung auf dem Gymnasium angemeldet und die dritte besucht die erste Klasse und nimmt dort an Programmen zur Förderung besonders lesestarker Kinder teil...
Ich denke man muss sich sein Kind ohne die typische Elternverkärung anschauen und dann, zusammen mit Kindergärtner, Vorschullehrern oder Schulleitern entscheiden, was das Günstigste für ein Kind ist.
Liebe Grüße, Pumpelchen :-)

Beitrag von anil0502 25.02.06 - 22:34 Uhr

Bin ich froh, dass jemand dieser Statistik widersprochen hat!!!
Ich selber bin erst mit 7 Jahren eingeschult, habe Abi gemacht und auch erfolgreich studiert. War aber immer die Älteste, Entwickeltste und mit Abstand Größte in meiner Klasse - aber bei weitem nicht die Leistungsstärkste. Ich bin so verunsichert gewesen, weil ich über Jahre drei Jahre älter aussah, als alle anderen.
Ich wäre gerne jünger gewesen!
Mein Sohn geht in Übrigen jetzt im Sommer mit knapp 6 Jahren zur Schule (September-Kind). Er wollte das unbedingt schon letztes Jahr. Er ist allerdings auch durchaus schulreif. Sollte er später einmal Probleme wegen seines Alters bekommen, kann er ja immer noch ein Jahr wiederholen!
Soll keine Pauschalierung für Früheinschulung sein! Ich kenne ganz viele Kinder, die mit 7 Jahren noch bei weitem nicht seine Fähigkeiten hinsichtlich Ordnung, Selbstorganisation, sprachlicher Ausdrucksfähigkeit, etc, etc, pp. haben.
Also FALLWEISE betrachten! Und ich finde, die Motivation des Kindes ist ganz wichtig. Elternehrgeiz ist da völlig falsch am Platz!
LG anil
Ich wünsche euch alles Gute für diese schwierige Entscheidung!

Beitrag von climber 26.02.06 - 21:34 Uhr

Hallo,
wie auch schon eine meine Vorrednerinnen gesagt hat: man muß immer das einzelne Kind anschauen.
Meine Schwester wurde auch Antrag früheingeschult, konnte damals schon lesen, hat ein 1-er Abi und jetzt einen Doktortitel. Ein Jahr länger Kindergarten wäre die absolute Katastrophe gewesen.
Ein Neffe von mir wurde als Oktoberkind auf Wunsch der Eltern mit 5 eingeschult. Er ist auch noch klein und zierlich. Er ist jetzt im Gymnasium.
Andersrum gibts es sicher auch genügend Kinder, die mit 7 in die Schule kommen und Schwierigkeiten habe.
Pauschalisierungen, in beide Richtungen, bringen nichts.
climber