Ein Not-Kaiserschnitt muss nicht schlimm sein (Achtung lang!)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von berryman 23.02.06 - 12:09 Uhr

Geburtsbericht unseres Sonnenscheins Tyler-Brandon #freu

Errechneter Termin war der 24.12.05.
Am 28.12. war ich wieder zur Kontrolle in der Klinik weil ja schon 4 Tage über ET. Am Abend vorher hatte ich das Gefühl Fruchtwasser zu verlieren und das sagte ich dann bei der Untersuchung. 4 Tests hat man gemacht - 2 waren negativ, 2 positiv. Da man wegen der Infektionsgefahr kein Risiko eingehen wollte, hat man mich gleich dagelassen und abends nochmals ans CTG angeschlossen aber es waren keine Wehen in Sicht.
Man hat mir dann trotzdem geraten am nächsten Tag einleiten zu lassen, da man wegen der Infektion usw. kein Risiko fürs Baby eingehen wollte. Gesagt getan. Am 29.12.05 um halb sieben morgens bekam ich die Tablette und hatte dann bis ca. 10:30 alle 10 Minuten Wehen.
An diesem Tag war schon die Hölle im Kreißsaal los - eine Entbindung nach der anderen. Mittags hat dann der Arzt nach mir geschaut und entschieden die Fruchtblase zu öffnen, weil man mir keine weitere Tablette geben wollte. Danach ging's richtig rund. Innerhalb von einer Stunde hatte ich alle 3 Minuten Wehen. Habe meinen Mann angerufen, dass er sich jetzt auf die Socken machen kann. Als er dann da war bin ich erst mal in die Wanne gestiegen, aber entspannend war das nicht. Die Wehen haben sich bei mir nicht im Bauch abgespielt sondern komplett im Rücken. Solche Rückenschmerzen kann ich gar nicht beschreiben. Dann raus aus der Wanne und ab in das Kreißbett. Dort wurde ich an tausend Apparate angeschlossen.
Um 17:00 Uhr habe ich dann nach der PDA verlangt. Das Legen war überhaupt nicht schmerzhaft, aber leider wirkte die PDA nur rechts.
Ich wollte aber nicht nochmals gestochen werden, da die Schmerzen einseitig auszuhalten waren und der Muttermund schon ziemlich weit offen war. Gegen 19:00 Uhr waren die Herztöne von Tyler immer noch „so normal“, dass die Ärzte besorgt waren. Normal hätte er bei den Wehen schon etwas mehr Temperament zeigen müssen. Also wurde zum erstenmal Blut von seinem Köpfchen genommen. Leider gerann dies für die Untersuchung zu schnell und die Prozedur musste wiederholt werden. Aber zum Glück war alles Bestens. Wir scherzten noch und meinten er wird wohl ein kleiner „Prinz Valium“. Um ca. 21:30 war der Muttermund ganz offen und die Presswehen setzten ein. Ab da war auch die PDA so gut
wie nicht mehr wirksam und man wollte nicht nachspritzen damit die Wehen voll ausgenutzt werden konnten. Die Presswehen empfand ich am Anfang gar nicht so schlimm, da endlich diese Rückenschmerzen weg waren.Wir haben dann alle möglichen Stellungen ausprobiert, aber es ging nicht mehr richtig voran. In der Zwischenzeit wurde nochmals Blut von Tyler genommen da man wieder besorgt um ihn war.
Danach bekam ich Wehenförderer, weil man feststellte, dass der Kopf nicht richtig lag. Das Gesicht war nicht nach unten sondern rechts zur Seite gedreht. Deshalb konnte ich pressen wie ich wollte, der Kopf rutschte immer wieder zurück. Dann waren Tylers Herztöne schlechter und es wurde erneut Blut genommen - mit dem Baby alles OK – mit mir nicht mehr so....:-(
Inzwischen war es 23:15 Uhr und die Schmerzen echt übel. Man wollte es jetzt mit der Saugglocke versuchen - leider kam ein weiterer Not-Kaiserschnitt dazwischen, so dass ich auf der Warteliste war, da es dem Kind ja gut ging. Ich bekam Wehenhemmer, damit ich mich etwas erholen konnte. Gegen 00:15 kamen die ganze Ärztemannschaft dann wieder und man machte jetzt den Saugglockenversuch. Also wieder Wehenförderer bekommen. Nun kam der härteste Teil der Geburt, dass anlegen der Saugglocke und die Versuche dem Baby auf die Welt zu helfen.
Es dauert ca.1 Stunde bis ich nur noch Muskelkrämpfe hatte, heulte und die Ärzte anbrüllte das Kind jetzt endlich aus mir raus zu holen #heul.
Um 01:15 Uhr sagte dann der Oberarzt ganz ruhig zu mir, dass wir einen Kaiserschnitt machen müssen! Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen, denn endlich war eine Ende in Sicht. Also schnell Wehenhemmer bekommen, das Kind bzw. den Kopf zurück in mich rein - anders kann man es nicht ausdrücken und ab in den OP. Bekam eine Vollnarkose und am 30.12.05 um 02:01 war Tyler dann endlich auf der Welt.
Bin super froh so ein Ärzte- und Hebammenteam gehabt zu haben, denn man hat einen Dammschnitt vermieden, mir immer wieder Mut zugesprochen und die Kaiserschnittnarbe ist auch total super geworden #danke.
Man sieht jetzt schon fast nichts mehr von der Narbe und ich habe den Kaiserschnitt einfach super verkraftet. Keinerlei Schmerzen - nichts - als hätte ich nie eine solche OP gehabt. Obwohl ich bei der OP viel Blut verloren habe und die Geburt vorher sehr anstregend war.
Alles in allem war alles anders als ich es erwartet hatte. Die Wehenschmerzen waren ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte, die Badewanne war nicht entspannend und ich wollte immer im Wasser entbinden, die Einleitung der Geburt war überhaupt nicht schlimm, obwohl mir vorher Horrorgeschichten davon erzählt wurden und der Kaiserschnitt war total easy #freu und das obwohl ich ziemlich wehleidig bin!
Dieser Tag war einfach überwältigend und unvergesslich!

Liebe Grüße
Alex & Tyler-Brandon #baby

Beitrag von bibbi1976 24.02.06 - 10:45 Uhr

Hallo!

Erst mal: Herzlichem Glückwunsch zum kleinen Sonnenschein !!!!#blume#fest#glas#klee#kerze


Ich habe auch 2x per Not-Ks entbunden und finde das keineswegs schlimm !!! Ich war immer einfach nur dankbar, daß die Kinder und ich es alles gut überstanden haben !!!!
Es lief immer alles anders als gedacht und war recht chaotisch, aber das Ergebnis zählt....;-) und damit sind wir glücklich!!!

Ganz liebe Grüße und alles Gute

Bianca + Marcel (29.09.01) + Pascal (29.08.05)