Alles könnte so schön sein, aber... ich brauche Hilfe... sehr lang...

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ecportugal 23.02.06 - 13:31 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Ich weiß nicht, ob mich hier noch jemand vom letzten Jahr aus dem Schwangerschaftsforum kennt... Da war ich zu dieser Zeit voller Vorfreude auf unser Kind. Die ersten 12 Wochen waren fast geschafft und die Sorge, dass etwas passieren könnte wurde langsam kleiner. Heute habe ich einen kleinen Sonnenschein - meine Tochter Ciara, die am 15.09.2005 geboren wurde und noch größere Sorgen als vor einem Jahr, denn mein Mann hat sich so sehr verändert, dass ich gar nicht weiß, was ich noch machen soll...

Eigentlich wollte er Ciara nicht - als ich ihm sagte, dass ich schwanger bin, ist er erstmal abgehauen, um "ein Bier zu trinken" und meinte, dass es vielleicht doch noch nicht der richtige Zeitpunkt sei - obwohl wir es vorher nie ausgeschlossen haben, dass 2005 okay für unsere Familienplanung sei - es hat halt nur schneller geklappt, als wir dachten. Als er wieder nach Hause kam, hatte ein gemeisame Bekannter ihm den Kopf gewaschen und er sagte, er freue sich. Ein paar Abende später, nach ein paar Bierchen, als ich ihm sagte, dass ich noch etwas Angst habe, dass noch etwas passieren könnte, meinte er: na und, dann passiert es halt... Mit der Zeit - und weil alle seine Freunde meinten, dass er doch der superstolze Papa sei und der glücklichste Mensch auf der Welt, hatte ich das Gefühl er freue sich doch. Als dann klar war, dass es ein Mädchen wird, fing er an die Konkurrenz zwischen uns zu schüren: "Das wird eh ein Papakind - sobald sie draußen ist, will sie von Dir nichts mehr wissen"... und solche Sprüche kamen dann. Ich habe versucht mir einzureden, dass er das alles nicht so meint, aber weh getan hat es trotzdem...

Als wir dann nach der Geburt wieder zu Hause waren, fingen andere Probleme an: er hatte sich nie dafür interessiert, was die Hebamme und die Ärzte uns für Tipps gegeben haben und wenn ich etwas gesagt oder getan habe - bzw. bei ihm etwas im Verhalten Ciara gegenüber etwas verbessert habe und die Tipps der anderen weitergegeben habe, meinte er direkt, ich wolle ihm etwas und hat sofort Streit angefangen. Wenn ich ihm 1000 x versichert habe, dass ich ihm nichts wolle, hat er mir nicht geglaubt. Am nächsten Tag, hat er sich dann immer entschuldigt. Ich habe dann versucht, ihm nichts mehr zu sagen und über einige Sachen hinwegzusehen - da fing ein neues Problem an: er war eifersüchtig auf da Stillen und wollte, dass ich sort abstille, damit er Ciara die Flasche geben kann. Da ich aber (heute immer noch) genug Milch hatte und der Kinderarzt auch meinte, dass ich um Gottes Willen weiter stillen soll, habe ich mich durchgesetzt. Irgendwann (nach Wochen), war das auf einmal kein Problem mehr. Als Ciara 6 Wochen alt war, hat er abends wieder einen Streit angefangen und dann meine Eltern angerufen und gesagt, dass Ciara und ich für einige Wochen zu ihnen ziehen werden. Dann hat er uns Sachen gepackt und ins Auto gesetzt. Als ich auf halben Weg war, hat er angerufen und gesagt, dass es ihm leid tut und wir zurückkommen sollen. Das habe ich dann auch gemacht (war vielleicht blöd). An diesem Abend ist bei innerlich sehr viel kaputt gegangen...

Zwischen Weihnachten und Neujahr wollte ich für 3-4 Tage zu meinen Eltern gehen, da er mir jeden Abend wegen Kleinigkeiten Stress gemacht hat. Da haben wir zum ersten Mal ausfürhlich miteinander gesprochen und er hat gesagt, dass er erst jetzt verstanden, wie schlimm es für mich geworden ist und gesagt, dass er sich ändert. Ich bin dann geblieben. Zwischendurch hat er immer wieder Streit angefangen, wegen Streifen in der Spüle (nach dem putzen), wegen einer falsch einsortierten Tischdecke etc. etc. Tagsüber ist er immer sooo nett und abends haben wir regelmäßig Streit. Er trinkt auch zum Essen abends immer ca. 1 Flasche Wein, am Wochenende auch schon ab mittags.

Bevor ihr fragt: nein, ich klebe nicht an der Kleinen - er kann sie immer auf dem Arm halten, wenn er will (will er aber nicht so oft), ich sage ihm nicht mehr, wenn er sie z.B. hinsetzt (was ja nicht gut für die Wirbelsäule ist), um keinen Stress zu machen. Er arbeitet viel, aber ich habe auch wieder angefangen zu arbeiten (von zu Hause aus) und mache ja auch noch den Haushalt. Ich kümmere mich nach wie vor um ihn: morgens Kaffee und Brote machen, Wäsche waschen und bügeln etc. etc. etc..... Er macht mir jeden Abend ein schlechtes Gewissen, dass ich zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett gehe, weil ich einfach müde bin, da Ciara mich doch immer noch 2-3 mal weckt, da sie Hunger hat. Und ich habe tagsüber keine Zeit zum schlafen... Dann sagt er morgens immer, er wisse ja dass das zeitlich begrenzt sei und sich ändert, wenn sie durchschläft, aber abends fängt er jedes Mal doch wieder Streit deswegen an.

Ciara bekommt alles mit, sie schläft in letzter Zeit viel unruhiger als sonst und fängt sofort an zu weinen, wenn er abends wieder anfängt zu streiten. Meine Hausärztin hat mir eine Mutter-Kind-Kur empfohlen, die ich auch in die Wege geleitet habe - ich weiß aber nicht, ob sie bewilligt wird. Mein Problem ist auch, dass ich ihn nicht mehr so liebe wie früher, da er ja wirklich fast jeden abend mit Hass in der Stimme zu mir spricht. Da nützt es leider auch nichts, dass er sich dann am nächsten Tag immer wieder entschuldigt und sagt, dass er das nicht so gemeint hat. Auch sein Alkoholkonsum gefällt mir nicht. Am Samstag ist er mit Freunden weggegangen und kam um 6 Uhr morgens so betrunken nach Hause, dass er überall gestolpert ist und Ciara und mich wach gemacht hat, dann hat er mich noch beleidigt und ist dann eingeschlafen. Ich bin dann zu meinen Eltern gefahren - eigentlich nur um mich abzulenken, aber dann hat er mich angerufen und mir gesagt, dass ich ihm nun seinen Sonntag kaputt gemacht habe und hat dann meine Eltern angerufen und ihnen irgendwas erzählt, warum ich alleine komme. Das hat meine Eltern dann stutzig gemacht und sie haben nachgefragt... sie waren ja geimpft von dem Anruf 6 Wochen nach der Geburt, wo er uns rausschmeissen wollte. Also habe ich ihnen dann doch mein Herz ausgeschüttet. Sie würden mich jeder Zeit untersützen, wenn ich zu ihnen kommen wollte. Er weiß, dass ich mit ihnen gesprochen habe und ist nun ganz sauer auf mich.

Oh wei, das ist nun sehr lang geworden, aber ich musste mir mal alles von der Seele schreiben... Ich weiß nicht, ob ihr mir helfen könnt - aber vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt oder kann mir so einen Rat geben... soll ich Ciara die Familie nehmen?! Können meine Gefühle wiederkommen?! Im Moment ist die Liebe zu ihm nämlich ziemlich tot... Ich weiß auch nicht, ob ich meiner Tochter ein solches "Familienleben" zumuten möchte...

Ich weiß im Moment gar nichts mehr und könnte nur weinen... Dann sehe ich meinen kleinen Sonnenschein an und sie lacht mich an und ich weiß wieder, wofür ich lebe und mich freuen kann...

Ich danke euch im voraus für Antworten...

Ganz liebe Grüße
Claudia und Ciara

Beitrag von donravello 23.02.06 - 13:43 Uhr

hi
das war wirklich lang.;-)

du schreibst, daß du ihn nicht mehr so liebst, daß sein alkoholkinsum dir nicht gefällt und einige andere punkte auch.
du hast dich doch schon entschieden, nur du weist wahrscheinlich nicht was und wie du es machen sollst.
trenne dich von ihm, denn was nützt dem kind eine kaputte partnerschaft und eine seelisch kranke mutter?
nichts.
könntest du in der ersten zeit bei deinen eltern unterkommen, bis du alles geregelt hast?

viel glück
grüßle
wolf

Beitrag von crazygirl1983 23.02.06 - 14:16 Uhr

Hallöchen Claudia,

ich glaube ich kann mich noch an deinen Nicknamen erinnern.

Also ich würde Wolf da auch recht geben dass ihr euch trennen solltet weil so wie sich das anhört bringt es eh nix mehr.#gruebel
Ich möchte jetzt auch nicht urteilen wer an was Schuld ist weil ich das auch gar nicht kann die ich die Situationen und Ansichten deines Mannes ja auch nicht kenne.:-(
Das mach ich grundsätzlich nicht über was zu urteilen wo ich eigentlich gar nicht weiß´was abgeht oder abgegangen ist.

Wünsch dir trotzdem viel Kraft dass es für Euch besser läuft.


Gruß Crazy

Beitrag von lulay 23.02.06 - 14:25 Uhr

hallo claudia!


ich denke ein wenig abstand würde euch gut tun. das hopfen und malz bereits ganz verloren sind, kann ich mir nicht vorstellen.
nimm doch das angebot deiner eltern an und wende sich an sie. komm zur ruhe, lass dich mal ein wenig verwöhnen und die kleine abnehmen. einfach kraft tanken.
in der zeit kann dein mann auch mal nachdenken. der vermisst euch ganz bestimmt und so kommt vielleicht doch noch die einsicht bei ihm vorbei?
tanke kraft und sieh dann weiter ob es sich lohnt um eure ehe zu kämpfen.
alles gute, lulay

Beitrag von stephie1907 23.02.06 - 14:47 Uhr

Hallo Claudia,
ich bin auch der Meinung,dass du dich nicht direkt trennen solltest, sondern auch vielmehr das Angebot deiner Eltern annehmen solltest um dort die Ruhe zu finden, um dir klar zu werden was du eigentlich noch empfindest. Vielleicht hilft dieser Schritt ja schon alleine, deinen Mann einen Denkanstoss zu geben und er kommt selber auf dich zu. Vielleicht ist er einfach nur überfordert. (Was nicht heisst das ich sein Verhalten für gut heisse )
Auf jeden fall brauchst du erstmal was Abstand. Auch für deine kleine, damit sie zur Ruhe kommt.Ich bin nähmlich auch davon überzeugt das sie alles mitbekommen.
Ich wünsche dir alles alles Liebe und von ganzen Herzen das doch noch alles wieder gut wird.
Sei ganz lieb#liebdrueck


Beitrag von prinzessin86462 23.02.06 - 15:37 Uhr

Bitte, bitte tue dir selbst den gefallen und sag ihm wie es dir geht! Und dann, nimm das Angebot deiner Eltern an! Bleib standhaft, gib nicht gleich beim ersten heulen von ihm auf! Und fall bitte nicht auf falsche Versprechen bezüglich des Trinkens rein! Nach allem was du beschreibst hat er ein Problem damit! Insbesondere seine Stimmungschwankungen (Tagsüber lieb und am Abend wieder böse) deuten darauf hin!

Tue das deiner Tochter nicht an!!!!! Denn glaub mir, wenn er ein Alkoholproblem hat, wird es immer schlimmer!

Beitrag von ecportugal 23.02.06 - 17:59 Uhr

Hallo!

Allen, die mir schon geantwortet haben ganz lieben Dank!

Ich hoffe nun wirklich, dass ich vielleicht die Mutter-Kind-Kur bewilligt bekomme - das war ja die Idee meiner Hausärztin und diese hat beim kurzen Schildern meiner Situation die Hände über'm Kopf zusammengeschlagen... Meine Eltern sind zwar superlieb, aber ich glaube, da müsste ich dauernd darüber reden und das kann es auch nicht sein... Vielleicht hilft ja eine fremde Umgebung und Menschen - wie ihr - die alles aus Abstand betrachten!

Ich will ja auch nicht direkt alles wegschmeissen - aber ich bin auch eben der "superweiche" Typ, der direkt auf Tränen reagiert etc. etc. etc.... und sich dann im ersten Moment einreden lässt, dass ich doch schuld bin an allem...

Es ist echt kompliziert, aber ich hoffe, dass sich entweder alles nochmal einrenkt oder eben, dass ich die Kraft habe, die richtige Entscheidung für mich und meine Kleine zu treffen. Einen Termin zur Suchtberatung für Angehörige habe ich mir mal geben lassen... vielleicht hilft mir das auch ein wenig sein Verhalten zu verstehen.

Ich melde mich wieder!
Nochmals vielen Dank, für eure Antworten!
Claudia und Ciara

Beitrag von mamakind 26.02.06 - 13:19 Uhr

Liebe Claudia!

Habe gerade deine Geschichte gelesen - lass dich erst mal #liebdrueck ganz fest drücken.

Wenn ich deine Geschichte lese, kommen alte Erinnerungen hoch und ich kann dir nur raten - trenne dich von ihm, solange du noch die Kraft dazu hast. Du hast Eltern, die dich unterstützen und dir in dieser Zeit beistehen werden. Ich bin selber in einer Familie aufgewachsen, in der es ähnlich war - teils auch heftiger und wir Kinder haben sehr darunter gelitten.
Er hat seine Wut an uns ausgelassen - nicht nur verbal - und da entstehen bei Kindern Wunden, die man nicht mehr heilen kann. Ich bin jetzt 33 Jahre und habe immer noch ein Problem, wenn mein Liebster mal einen zuviel trinkt (was einmal im Jahr vorkommt). Da kommt die alte Angst hoch. :-(Ich habe mit ihm darüber gesprochen und er versteht dann auch, wenn ich mich in so einem Moment zurück ziehe.

Ich weiß, dass es nicht leicht sein wird, diesen Schritt zu tun, aber mache dich nicht selber zum Opfer. Meine Mama hat mir mal gesagt, wenn dein Mann anfängt zu trinken, dann jage ihn soweit du kannst. Ich muß immer daran denken, wenn ich sowas lese. Du leidest jetzt schon sehr, aber denke auch daran, dass du deiner Tochter keinen Gefallen tust, wenn sie mit so einem Vater aufwächst. Meiner Mutter hat damals der Rückhalt ihrer Familie gefehlt, sonst wäre sie gegangen. Du hast Eltern, die dich unterstützen.

Ich wünsche dir sehr viel Kraft und Mut dafür.#klee

Wenn du magst, kannst du dich gerne bei mir melden. Ich war auch lange Zeit in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern und habe da sehr viel Zuspruch und Hilfe bekommen. Da war Tag und Nacht jemand für einem da. Auch heute noch. Anfangs muß man sich mal überwinden hinzugehen.

Liebe Grüße:-)

Simone

Beitrag von sabine4784 06.03.06 - 15:25 Uhr

hallo

ich denke die anzeichen sind typisch bei einer such erkrank tausendmal entschuligen und besserung geloben!
so hart es ist hier gibt es nur einen weg entweder du oder der alkohol
und da gibt es auch nur eines auf eine entziehungskur und sonst nichts!
ein bekannter von uns war auch alkoholiker seine frau stellte ihn zur auswahl entweder der alk oder sie!
und das meinte sie ernst da gab es kein zurück mehr
er wußte entweder er bekommt sein leben durch eine entziehung wieder in den griff oder er verliert seine familie(10j u. 4j) er ging auf entzug seit 14 jahren ist er trocken und er weiß genau würde er wieder anfangen seine frau würde gehen!
und er sagt immer wieder seine frau konnte nicht mehr und hätte sie nicht die kraft aufgebracht in so klar und hart vor die wahl zu stellen er würde heute noch trinken! das war seine rettung mittleid und hilfe bringt nichts man kann sich nur selber helfen

lg sabine