Wenn beide Elternteile sterben, zuvor Vormutschaft bestimmen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von daiqiri2003 23.02.06 - 22:51 Uhr


Hallo,

ich habe eine 11 Monate Alter Tochter und ich habe mir überlegt,
was wohl passieren würde, wenn ich und mein Freund tödlich
verunglücken würde. Zu wem kommt das Kind dann, zu Geschwistern
oder Großeltern?
Habt Ihr soetwas geregelt beim Notar? Ich habe zuvor nicht darüber nachgedacht, aber ich möchte natürlich nicht, dass mein Kind zu
jemanden kommt, was ich vielleicht nicht möchte.
Habt Ihr Erfahrung mit soetwas?

Was muss man machen? Muss ich mich beim Jugendamt erkündigen?

Liebe Grüße
Daiqiri & Alina 11 Monate

Beitrag von rose1980 24.02.06 - 09:47 Uhr

Das ist eine gute frage, würde mich auch interessieren.

Ich warte mal auf antworten, ich möchte nämlich auf keinen Fall das meine Kinder bei meinen Eltern leben müssten.

Ich hab mal gehört, das die Kinder automatisch, beim Tod der Eltern zu den Grosseltern kommen, wenn die nicht wollen, wird wohl die Paten Tante bzw. Onkel gefragt #kratz

Gruss rose1980

Beitrag von anyca 24.02.06 - 10:56 Uhr

Das mit den Patentanten war vielleicht vor 200 Jahren mal so, aber mal ehrlich - heute haben doch viele Patentanten / onkel nur ein, zwei Mal im Jahr mit den Patenkindern Kontakt. Und: Patenamt ist eine kirchliche Angelegenheit, das hat mit dem Staat nix zu tun.

Ich vermute mal, das Jugendamt würde sich in so einem Fall umhören, zu wem das Kind guten Kontakt hat und wer in der Lage wäre, es aufzunehmen, aber das Patenamt dürfte da nur eine marginale Rolle spielen.

Beitrag von rose1980 24.02.06 - 12:05 Uhr

Hallo!

Oje oje, hoffentlich sterben wir nicht bevor unsere Kinder einen eigenen Hausstand haben ;-)

Wie gesagt, bei meinen Eltern würde ich sie nicht haben wollen!
Die Eltern von meinem Mann kämen dann wohl auch nicht in frage, die wohnen nämlich 5000 Km weit weg, und sehen die Kinder auch nur einmal im Jahr für 5-6 Wochen in den Ferien.

Ginge das zb. bei der schwester meines Mannes? sie hat zwar selber Kinder, und wohnt auch nicht gerade um die ecke, sagt aber das sie das sofort ohne zögern machen würde.
Was meinst du?
Gruss rose1980

Beitrag von kati543 24.02.06 - 11:57 Uhr

Du kannst natürlich einen Wunsch in deinem Testament äußern. Wenn der erfüllbar ist, wird niemand etwas dagegen machen. Aber: Das Jugendamt wird nach dem Ableben beider Elternteile immer ersteinmal schauen, bei wem sich das Kind wohler fühlt, was mit dem näheren Umfeld ist,...
Wenn du z.B. möchtest, dass dein Kind dann zu deinen Eltern kommt, obwohl die 400km weit weg wohnen und das Kind immer nur 1x im Monat gesehen haben - im Gegensazu zu den Eltern des Vaters, die eventuell in der selben Stadt wohnen, wo das Kind dann weiterhin in die selbe Schule gehen kann und nicht auch noch den kompletten Freundeskreis verliert, dann hast du wohl eher schlechte Karten. Die Richter werden das immer zu Gunsten des Kindes entscheiden und nicht danach, wem du eventuell nicht leiden konntest.
Oftmals passiert es aber auch, dass die betreffenden Leute, das Kind nicht haben wollen. Es ist schließlich nicht so einfach, plötzlich wieder eine solche Verantwortung zu haben - noch dazu bei einem Kind, welches gerade die Eltern verloren hat.
Also: In dein Testament kannst du schreiben, was du willst. Ob das dann machbar ist und wie sich dann das Jugendamt und der Richter entscheiden, steht in den Sternen. Natürlich wird man immer versuchen deine Wünsche zu berücksichtigen.

Beitrag von little_sophie 24.02.06 - 12:36 Uhr

Hallo,
wir waren schon beim Notar und wollten das auch regeln lassen. Klar kannst DU bestimmen, zu wem dein Kind geht. Dazu mußt du aber richtig ein Testament aufsetzen lassen.

Wenn es wirklich so sein sollte, schaut das Gericht/Jugendamt etc. an, wie die Familienverhältnisse sind und der Notar hat zu uns gesagt, daß in den meisten Fällen sehr wohl so entschieden wird, wie die Eltern sich das gewünscht und festgelegt haben.

Man kann übrigens so ein Schriftstück auch selbst schreiben (oder vom RA formulieren lassen) und bei demjenigen, der das Kind dann betreuen soll hinterlegen. Ohne Notar. Dann hat das Vormundschaftsgericht einen Anhaltspunkt der natürlich nicht den gleichen Einfluß wie ein Testament hat aber bei der Entscheidungsfindung sehr weiterhelfen und evtl. beeinflussen kann.

Wir haben das so gemacht, ich möchte auch nicht daß unsere Kleine zu meinen Eltern käme. Ich habe aufgeschrieben warum wir das nicht wollen und das bei Schwiegereltern hinterlegt. Sollte dieser Fall eintreten, haben die zumindest was in der Hand und wir denken, der Wille der Eltern muß doch mehr zählen, als das was jemand Fremdes vom Jugendamt einschätzt.

Na ja, man will ja hoffen, daß so ein Fall nicht eintritt!!!

Bis dann
little_sophie

Beitrag von anyca 24.02.06 - 13:43 Uhr

Bei der Formulierung sollte man aber bedenken, daß da eben nicht der Wille der Eltern zählt, sondern das Kindeswohl! Also: BEGRÜNDEN, warum man meint, das Kind sei bei Person X besser aufgehoben als bei Person Y, nicht einfach schreiben, "soll zu Person X" oder gar "Person Y konnte ich nämlich noch nie leiden" ...

Ein Kind ist ja kein Möbelstück, über das man im Testament nach Lust und Laune verfügen kann.

Beitrag von little_sophie 24.02.06 - 17:48 Uhr

Hallo,

ja, das ist klar! Ich kann das sehr gut begründen, warum meine Tochter nicht zu meinen Eltern soll will das hier aber nicht weiter vertiefen. Nur soviel: Das was mir als Kind passiert ist, soll meiner Tochter erspart werden! Das weiß nur keiner (meine Schwiegies schon) aber eben sonst keiner und das Jugendamt würde sich sicher für meine Eltern entscheiden, da sie hier im selben Ort wohnen.

Ich denke, wenn sich Eltern über solche Dinge Gedanken machen, dann entscheiden sie sowas mit Sicherheit zum Wohle des Kindes und nicht um jemanden damit "eins auszuwischen". Ich kenne sehr viele Eltern die haben sich um so einen Fall noch nie Gedanken gemacht...

Ich glaube, wir meinen schon das gleiche ;-)
Lg
litte_sophie

Beitrag von zoernchen 24.02.06 - 14:25 Uhr

Hi,

als unser Sohn damals geboren wurde, haben wir uns auch erkundigt und die Dame vom Jugendamt meinte.

Wir sollen ein Schriftstück per Hand aufsetzen, wo drin steht, wo das Kind nach unseren Wünschen hinkommen soll, die person wo das Kind hin soll, hat mit vollständigen namen und Personalausweisnummer drin zu stehen und das Schrift stück sollte von allen Beiligten Personen unterschrieben worden sein.

Diese Schriftstück soll bei der person und bei euch in den Ordner schnell zu finden sein, man braucht nicht unbedingt zum Notar, nur sollte das schreiben unbedingt handschriftlich sein.

Falls der Tod der Eltern oder Mutter eintritt ist sofort das Jugendamt der Vormund des Kindes und das Kind geht nciht automatisch (sofern kein geteiltes Sorgerecht) an den vater oder die Eltern.Gruss
Conny

Beitrag von kneppe 24.02.06 - 14:38 Uhr

Ich dachte immer, das die Taufpaten eben diese Funktion übernehmen im Falle des Falles. Habe mir jetzt aber sagen lassen, dass man das tatsächlich notariell regeln muss. Also, den Vormund wählen, und es vom Notar schreiben lassen (kann natürlich jederzeit geändert werden). Dann ist es hieb und stichfest.

LG Melanie

Beitrag von champus 25.02.06 - 15:52 Uhr

hallo.

wir haben dies vor Jahren (sohn 5 Jahre) über einen Notar regeln lassen. So teuer war das gar nicht (weiß summe aber nicht mehr) da kannst Du dann genau bestimmen in welcher Reinfolge Dein Kind zu wem soll
Wir haben 1. Opa 2. Oma 3. unser bester Freund 4. unsere beste Freundin. Man kann leider keine Paare bestimmen wie z.B Oma und Opa. Sollte Opa nicht mehr sein tritt Oma in Kraft, ist Oma nicht mehr oder zu alt kommt Nr. 3 dran usw. mache es auf jeden Fall über einen Notar nur so ist es wirklich sicher.

LG Sandra