Weiß nicht weiter, hilfe!!!

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von gefuehlschaos1979 25.02.06 - 11:35 Uhr

Hallo erstmal!
Hab mich grade hier angemeldet und hoffe einfach auf liebe Menschen die mir vielleicht wieder ein bischen Mut machen können.
Fang wohl erstmal von vorne an. Ich habe am Samstag (18.02.06) mein drittes Kind bekommen. Er war zwar nicht so ganz geplant aber wenn man mit der Verhütung schludert muß man sich wohl nicht wundern. Ist auch egal, ich bereu kein bischen ihn bekommen zu haben. Er ist so ein süßer Engel, natürlich genau wie die anderen beiden. Ihr seht daß mein Problem nicht die 3 Kinder sind, jedenfalls nicht direkt. Ich habe meinen Freund gestern rausgeschmissen. Er ist arbeitslos, gammelt den ganzen Tag nur rum und lässt mich ständig alleine. Er kommt eigentlich nur vorbei um meinen Kühlschrank zu plündern und um mir Geld aus der Tasche zu leihern. Finanziell hab ich eigentlich nicht so wirklich Probleme. Darum geht es nicht. Ich weiß nur nicht wie ich das alleine alles schaffen soll. So sehr ich meine Kinder auch liebe, genauso große Angst hab ich vor der Zukunft. Das größte Problem ist wohl daß meine Kleine im Januar auch erst ein Jahr alt geworden ist. Sie hängt sehr an mir und will immer kuscheln, ich hab jetzt Angst daß ich nicht alllen Kindern gerecht werden kann. Mein Freund war zwar wenig da aber wenn er da war hat er mir doch bei der Kleinen geholfen, hat mit ihr gespielt und so. Die Kleine liebt ihren Papa abgöttisch, es tut mir so leid für sie, ich hab das Gefühl ihr den Papa weggenommen zu haben. Ich fühl mich richtig mies deswegen, außerdem lieb ich ihn ja selber noch total. Ich hab nur das Gefühl daß er mich nicht mehr wirklich liebt und wir ihm einfach nur lästig sind. Die Große (6 Jahre) wird da zum Glück nicht so drunter leiden, es ist nicht ihr Papa und sie hat nie eine richtige Bindung zu ihm aufbauen können. Ich weiß wirklich nicht weiter, mir ist schon klar daß ich mich mitten im Baby-Blues befinde aber das macht es nicht besser.
Sorry daß es so lang geworden ist aber ich mußte mir das mal von der Seele reden, sitz nur noch hier und heule. Gleich kommt die Kleine wieder, die war bei Oma und ich weiß nicht wie ich das schaffen soll.
Danke für Eure Antworten!

Beitrag von guernica76 25.02.06 - 12:41 Uhr

also, erstmal herzlichen glückwunsch zum nachwuchs und willkommen hier im forum!

mein rat an dich: überlege dir in welcher situation es DIR gut geht. wenn du glaubst, du wärst mit deinem oben geschilderten lebenspartner glücklicher und hättest ein einfacheres leben, weil er dich unterstützt und sich um seine kinder kümmert, dann halte ihn. wenn du nicht zu diesem schluss kommst, dann lass ihn gehen. egal wie du dich entscheidest, DU musst dich damit wohl fühlen, denn deine kinder brauchen zu aller erst eine ausgeglichene, starke mutter.

ganz kurz nur meine geschichte: ich habe den vater meines kindes 9 tage nach der entbindung rausgeschmissen und es nie bereut. mir gings danach 1000mal besser und somit war ich auch gewappnet gegen die schwierigkeiten des alltags. ok, ich habe nur ein kind, war aber damals noch anfängerin, also in einer ähnlich erschreckenden situation :-)

vielleicht kannst du von anderer seite hilfe mobilisieren. du hast doch von der oma geschrieben. das ist doch schon mal was. vielleicht hast du noch freunde oder verwandte, die dir das eine oder andere abnehmen können. eine kinderkrippe für die mittlere, die große geht doch oder wird bald zur schule gehen. es gibt immer möglichkeiten um sich zu entlasten.

ach, und noch etwas, ich habe mir sagen lassen, dass da draussen noch vernünftige männer herumlaufen sollen, die einen mit zack und pack nehmen und glücklich machen können. bin zwar auch noch auf der suche, aber die hoffnung gibt man ja nie auf ;-)

alles gute,
guernica

Beitrag von gefuehlschaos1979 25.02.06 - 13:44 Uhr

Danke erstmal für Deine Antwort!
Das hört sich alles so einfach an, ich hab aber das Gefühl das alles über mir zusammenbricht.
Hab auch schon drüber nachgedacht die Kleine in ner Kita anzumelden. Werd wohl mal für nach dem Sommer eine suchen.
Tja und zu meinem Freund (?). Ich weiß ja garnicht was jetzt los ist. Hab ihm zwar gestern gesagt er soll mir meine Schlüssel bringen aber bisher hat er sich nicht mal gemeldet. Ich glaub ihm ist das alles egal. Ich fürchte sogar wir sind ihm egal, ich weiß es einfach nicht. Man kann ja auch nicht mit ihm reden. Er flüchtet ja immer.
Ich fühl mich so unendlich alleine im Moment.
Das dumme ist halt daß ich ihn ja wirklich total liebe. Das tut schon weh!

Beitrag von guernica76 25.02.06 - 15:31 Uhr

nur ein kleiner denkanstoß: du fühlst dich im stich gelassen, weil er dir keine rede und antwort steht und weil er nicht in dem maß anwesend ist, wie du das gerne hättest. glaubst du er könnte sich ändern?

ich nämlich nicht. liebeskummer tut nur am anfang weh, aber wenn du mit ihm zusammenbleibst, könnte sich dein kummer noch ewig so hinziehen. ein ständiges auf und ab je nach dem wie er dazu lustig ist. also, mir wäre das zu doof.

eine beziehung in der man sich alleine fühlt ist ja schon ein widerspruch in sich. sowas sollte es nicht geben. glaub mir, diesen ärger kannst du momentan überhaupt nicht gebrauchen. mach ihm das klar!

lg, guernica

ps: ich weiß nicht wie es bei dir ausschaut, aber ich bin lieber einsam, weil ich keinen freund habe, anstatt einsam wegen meinem freund.

Beitrag von 3_3 02.03.06 - 15:44 Uhr

Hallo,

ui, deine Situation ist wirklich nicht ohne und super schwer zu bewältigen. Trotzdem war es auf jeden Fall richtig, Deinem Freund die Schranken zu weisen, denn so würdest du erst recht die Krise kriegen. Ich wünsche Dir jedoch, dass ihr noch eine Chance bekommt und dein Freund das Leben mit Euch als Familie doch noch zu schätzen lernt. Ich drücke Dir dafür fest die Daumen, auch wenn die Aussichten darauf momentan nicht so rosig aussehen. Ich würde ihn im Moment mal ganz in Ruhe lassen und mal abwarten was passiert, auch wenn´s schwer ist. Wenn dann sollte er jetzt den ersten Schritt und wirkungsvolle Vorschläge machen.
Wegen der enormen Belastung mit 3 Kindern müßte natürlich auch unbedingt etwas passieren, sonst gehst du in Kürze sicher am Stock! Vielleicht wäre es ja eine gute Idee ein Aupair-Mädchen aufzunehmen, die dich mit den Kids und im Haushalt unterstützt und auch dir als Gesprächspartner dient. Die Voraussetzung wäre natürlich ein freies Zimmer und ob man überhaupt der Typ ist, der einen fremden Menschen um sich haben kann etc. Ansonsten würde ich mich mal bei der Krankenkasse erkundigen. Dir steht bestimmt zumindest für die Anfangszeit eine Unterstützung zu.
Für die weitere Zukunft wäre sicher auch ProFamilia oder die Caritas eine geeignete Anlaufstelle.
Deine Traurigkeit bzgl. Deiner unglücklichen Liebe Beziehung kann dir natürlich keine dieser Hilfen nehmen, aber es wäre wenigsten für die täglichen Hürden eine Unterstützung.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute
#liebdrueckSimone