Wenn KV keinen Unterhalt zahlt, wer dann?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von alexunddominic 25.02.06 - 19:00 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe hier, auf ein paar "Spezialisten" zu treffen, die mir etwas helfen können. Nun zu meinem Problem:

Ich bin von dem KV meines Sohnes (5,5) geschieden und neu verheiratet. Das Sorgerecht ist leider geteilt, das Kind lebt bei mir. Als ich noch nicht wiederverheiratet war, ist bei AUsbleiben der Unterhaltszahlungen seitens meines Exmannes die Unterhaltsvorschußkasse eingesprungen. Diese zahlt, soweit mir gesagt wurde, aber seit meiner Heirat nicht mehr. Nun hat mein Exmann schon 2 Monate keinen Unterhalt mehr gezahlt mit fadenscheinigen Ausreden. Woher bekomme ich das fehlende Geld? Ich weiß, dass mein neuer Mann NICHT für das Kind aufkommen muß, aber er ist derjenige, der das Geld momentan "vorstreckt", da ich kein EInkommen wegen unserer kleinen Tochter (5 Monate) habe. Aber das kann es ja nicht sein oder? Ich bin mittlerweile so wütend, dass sich mein lieber Exmann alles erlauben kann (Kind nach Umgang wiederbringen, wann er möchte, Nichtzahlen usw) und ich sitz da und muß alles akzeptieren. Ich kann ja nicht mal ihm einen Denkzettel verpassen, weil ich keine "Waffen" habe, ausser das Kind. Und das versuche ich so gut es geht aus unseren Diskrepanzen rauszuhalten.

ALso wer weiß, wo ich den fehlenden Unterhalt herbekommen kann?

LG Alex #danke

Beitrag von donravello 25.02.06 - 19:34 Uhr

hi alex,

da wird dir wohl nichts übrigbleiben als den unterhalt per gericht einzuklagen.
allerdings hat unterhalt nichts mit umgang zu tun.
ich kann zwar deine wut verstehen, doch meinst du, wenn du ihm einen "denkzettel" verpasst, änderst du die situation zum positiven?

versuche mal ob du nicht rechtskostenbeihilfe beantragen kannst, diese stelle ist meisten auf dem gericht.

grüßle
viel glück
wolf

Beitrag von luise.kenning 26.02.06 - 17:32 Uhr

Hallo Alex,

also: Unterhalt und Umgang haben nix miteinander zu tun und Du siehst als Mutter erstens vor dem Kind und zweitens vor Gericht ganz beschissen aus, wenn Du den Umgang vereitelst..

Lass den Unterhalt vom Jugendamt festsetzen und lass Dir nen vollstreckbaren Titel ausfertigen. Das kostet nix. Und dann gehste mit dieser Urkunde zum Gerichtsvollzieher und der treibts ein für Dich, notfalls per Konto oder Gehlatspfändung.

Luise

Beitrag von alexunddominic 26.02.06 - 17:41 Uhr

Hallo Luise und Wolf,

also ich dachte eigentlich, ich hätte klar zum Ausdruck gebracht, dass ich mein Kind nicht gegen ihn einsetze, also dem KV den Umgang nicht streitig mache.

Einen vollstreckbaren Titel hab ich seit der Scheidung und ich bin seit fast 3 Monaten mit meinem Anwalt am Arbeiten. Die Frage ist nur immernoch: wenn bei ihm nichts zu holen ist, weder per Konto- noch per Lohnpfändung, woher kommt dann das Geld? Haben gestern im Internet gestöbert und haben da wohl erlesen können, dass der KV das Geld weder mir noch meinem Sohn schuldet, sondern meinem jetzigen Mann, da der alles vorstrecken mußte. Mein Anwalt ist nächste Woche leider im Urlaub, aber wenn er wieder da ist, werde ich dann entweder eine Lohnpfändung rausschicken (das muß ich witzigerweise aber auch bezahlen) oder eine Strafanzeige wg. unterlassene Unterhaltsverpflichtung.

Trotzdem #danke

LG und einen schönen SOnntag noch

ALex

Beitrag von luise.kenning 26.02.06 - 17:52 Uhr

Hallo Alex,

also wenn WIRKLICH nix bei ihm zu holen ist, dann frage ich mich, wovon er lebt? Ist er arbeitslos? Wieviel verdient er denn? Er hat zwar nen Selbstbehalt, aber eben auch ne gesteigerte Erwerbsobliegenheit. Will sagen: Er muss alles dran setzen, so einen job zu haben, dass er Unterhalt zahlen kann.

wenn du wenig geld hast, würde ich mir beratungskostenhilfe beantragen...

Luise

Beitrag von alexunddominic 26.02.06 - 18:03 Uhr

Hallo Luise,

er hat seit Januar einen neuen Job, wo er wohl 200,-weniger Geld verdient, als bei seinem vorigen, selbstgekündigten. Ich weiß, dass er das eigentlich nicht darf. ALso er muß meines WIssens bei Jobwechsel einen gleichwertigen finden. Er verdient momentan 1112,- netto, also kann er knapp den normalen Unterhalt zahlen. In den letzten 2 Monaten hat er nicht gezahlt, weil sein Exchef ihm angeblich nur 600,- /Monat ausgezahlt hat. Nun habe ich aber gesehen, dass mein Ex volles Gehalt angerechnet bekommen hat, aber den vom CHef vorgeschossenen 2-er Führerschein zurückbezahlen mußte (was aber auch nicht mein Problem ist, denn Kindesunterhalt steht vor allen anderen Schulden) Wenn ich nun den rückständigen Unterhalt haben wollte, könnte ein Gerichtsvollzieher den Eigenbehalt auf 750,- bis 800,- runtersetzen. Das ist alles THeorie. Wenns dumm läuft und irgendwie beschlossen wird, dass er aufgrund seiner momentanen Arbeit nicht mehr den vollen, geschweigedenn den rückständigen UH zahlen kann, weiß ich nicht, wer dafür einspringt. Ich finde diese fehlende Gerechtigkeit beschissen, denn wir können auch nicht einfach sagen....hups, kein Geld mehr...tja Kind, dann bekommste nix zu essen. Und der KV könnte das ja auch nicht, wenn das Kind bei ihm leben würde. Kinder haben IMMER BEdarf, egal ob arm oder reich usw. Aber als nichterziehender ELternteil kann man leichter sagen: ich kann nicht zahlen. Und das regt mich auf.

LG ALex

Beitrag von firewomen73 04.03.06 - 19:34 Uhr

das kenne ich nur zu gut!

der kindsvater hat bei uns 20000 euronen schulden!
anzeige,gerichtsvollzieher usw haben nichts gebracht!

er ist fein raus und wir sitzen hier und können zusehen...
...wie er sich ein schönes leben macht!


wie war das?
jeder bekommt seine strafe irgendwann...

lg nicole

Beitrag von anya 26.02.06 - 19:08 Uhr

Hi alex, mein Sohn ist 12,5, bekommt von seinem Vater seit 2002 keinen Unterhalt mehr. Von 1997 (Trennungsjahr) - 2002 zahlte er unregelmäßig, unterschiedlich oder garnicht (selbständig). 2002 - 2005 hat er von seiner Frau gelebt(kein eigenes Einkommen)!UV ist ausgelaufen (12 Jahre). Das JA wies daraufhin das mein Sohn evtl. Anspruch auf Sozialgeld hat, aber das kommt für uns nicht in Frage ("Verdienst zu hoch") . Alle von Dir schon angedachten Bemühungen verliefen bei uns ergebnislos. Mit dem JA (verschiedene) haben wir keine guten Erfahrungen, aber ein Anwalt konnte zwischen 97 und 02 einiges erreichen. Will Dich mit meiner Geschichte nicht runterziehen, aber wie Du siehst die lieben Ex-Männer können sich ganz gut aus der Affäre ziehen. Mich hat das alles ziemlich zermürbt, muss erst mal wieder Kraft tanken! Wünsche Euch mehr Erfolg, auch was den Umgang betrifft!

VG
anya#gruebel

Beitrag von alexunddominic 26.02.06 - 19:14 Uhr

Hallo Anya,

na Du machst mir ja Mut ;-)
Habt Ihr beide verdient, wodurch Dein Sohn keinen Anspruch mehr auf Sozialgeld hatte? Mein ANwalt hat mir nämlich auch schon was von Amt (Hartz4?) erzählt. Ich weiß nicht, wie es bei uns wäre. Mein Mann ist Alleinverdiener, hat mich und 2 leibliche Kinder plus Wohnung, 2 Autos (nötig) zu unterhalten und NACHDEM würde erstmal der Bedarf meines SOhnes kommen. ALso wenn man den ganzen EIgenbedarf eines jeden abzieht, kann eigentlich nichts mehr für meinen Sohn bleiben (rein theoretisch).

LG Alex

Beitrag von anya 26.02.06 - 19:20 Uhr

Alex, wollte Dir den Mut nicht nehmen. Ja, wir sind "Doppelverdiener", kann sein, dass ihr Anspruch auf Sozialgeld habt. Da Dein Ex aber eine Anstellung hat, denke ich mal, dass die Angelegenheit anders gelöst werden kann! Viel Glück!

LG
anya

Beitrag von wombelmama71 26.02.06 - 21:19 Uhr

Hallo Alex,

hatte das Prob. auch mit meinem Ex. Ab Tage der Hochzeit 12/04 mit meinem jetzigen Mann, gab es keinen Unterhalt mehr für meine Tochter ( 6 1/2), mein Ex meinte, er könne nicht zahlen, ich müsste mich hinten anstellen!!!!
Ich habe die Klage im Namen des Kindes laufen lassen(hat mir mein Anwalt geraten), und SIE hat kein Einkommen und ich als gesetzl. Vertreter auch nicht (trotz 325 € Job), d.h. uns steht Prozesskostenhilfe zu und wir brauchen keine Raten zu zahlen!!!
Mittlerweile bekomme ich die Nachzahlung und die fortlaufenden Zahlungen per Lohnpfändung!!!
Obwohl sein Arbeitgeber erst schrieb, das von seinem Lohn nicht´s übrig wäre das schon 2 Lohnpfändungen und eine Lohnabtretungserklärung vorliegen!!! Mein Anwalt hat dem Arbeitgeber etwas nettes zurückgeschrieben;-) und 2 Tage später war der 1. Scheck da!!!
Der Selbsterhalt für meinem Ex wurde auch auf 750 €
festgelegt!

Tritt deinem Anwalt mal auf die Füße!!!

LG Wom

Beitrag von alexunddominic 26.02.06 - 21:32 Uhr

Hallo Wom,

viiieeelen Dank für Deine ANtwort. So ungefähr hatten wir uns das auch gedacht. Du zeigst mir, dass es tatsächlich möglich ist. Mein Anwalt hatte mir auch schon gesagt, dass ja mein Sohn klagt, da der Unterhalt ihm zusteht. Ich bezahle auch dahingehend meinen ANwalt nicht, da ich einen Titel über den Unterhalt habe und das ganze keine private (eigenmächtige) Klage ist. Mußtest DU die Lohnpfändung bezahlen? Mein ANwalt sagte mir, dass ich diesen Vorgang bezahlen und im ENdeffekt wie ein normaler Gläubiger wiederum von meinem Ex zurückklagen muß. Nur in dem Fall weiß ich, dass ich das Geld nie sehe, denn da stehen soooooo viele Gläubiger in der Warteschlage....

LG ALex

Beitrag von wombelmama71 27.02.06 - 21:28 Uhr

Hallo Alex,

nein, ich (wir) mussten nixbezahlen!!!
Weder die Lohnpfändung noch irgendwie sonstwas!!!!
Wie kommt dein Anwalt darauf????

LG Wom

P.S. Kannst mich auch gerne über VK anschreiben!