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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ecportugal 26.02.06 - 09:32 Uhr

Hallo, ihr Lieben!

Ich habe dasselbe auch schon im Forum "Familienleben" geschrieben, aber ich bin dankbar für JEDE Meinung und JEDEN Rat, daher schreibe ich es hier auch nochmal... ich hoffe, dass mir eure Meinungen helfen, mich bald zu entscheiden, wie es weitergehen soll...

Ich weiß nicht, ob mich hier noch jemand vom letzten Jahr aus dem Schwangerschaftsforum kennt... Da war ich zu dieser Zeit voller Vorfreude auf unser Kind. Die ersten 12 Wochen waren fast geschafft und die Sorge, dass etwas passieren könnte wurde langsam kleiner. Heute habe ich einen kleinen Sonnenschein - meine Tochter Ciara, die am 15.09.2005 geboren wurde und noch größere Sorgen als vor einem Jahr, denn mein Mann hat sich so sehr verändert, dass ich gar nicht weiß, was ich noch machen soll...

Eigentlich wollte er Ciara nicht - als ich ihm sagte, dass ich schwanger bin, ist er erstmal abgehauen, um "ein Bier zu trinken" und meinte, dass es vielleicht doch noch nicht der richtige Zeitpunkt sei - obwohl wir es vorher nie ausgeschlossen haben, dass 2005 okay für unsere Familienplanung sei - es hat halt nur schneller geklappt, als wir dachten. Als er wieder nach Hause kam, hatte ein gemeisame Bekannter ihm den Kopf gewaschen und er sagte, er freue sich. Ein paar Abende später, nach ein paar Bierchen, als ich ihm sagte, dass ich noch etwas Angst habe, dass noch etwas passieren könnte, meinte er: na und, dann passiert es halt... Mit der Zeit - und weil alle seine Freunde meinten, dass er doch der superstolze Papa sei und der glücklichste Mensch auf der Welt, hatte ich das Gefühl er freue sich doch. Als dann klar war, dass es ein Mädchen wird, fing er an die Konkurrenz zwischen uns zu schüren: "Das wird eh ein Papakind - sobald sie draußen ist, will sie von Dir nichts mehr wissen"... und solche Sprüche kamen dann. Ich habe versucht mir einzureden, dass er das alles nicht so meint, aber weh getan hat es trotzdem...

Als wir dann nach der Geburt wieder zu Hause waren, fingen andere Probleme an: er hatte sich nie dafür interessiert, was die Hebamme und die Ärzte uns für Tipps gegeben haben und wenn ich etwas gesagt oder getan habe - bzw. bei ihm etwas im Verhalten Ciara gegenüber etwas verbessert habe und die Tipps der anderen weitergegeben habe, meinte er direkt, ich wolle ihm etwas und hat sofort Streit angefangen. Wenn ich ihm 1000 x versichert habe, dass ich ihm nichts wolle, hat er mir nicht geglaubt. Am nächsten Tag, hat er sich dann immer entschuldigt. Ich habe dann versucht, ihm nichts mehr zu sagen und über einige Sachen hinwegzusehen - da fing ein neues Problem an: er war eifersüchtig auf da Stillen und wollte, dass ich sort abstille, damit er Ciara die Flasche geben kann. Da ich aber (heute immer noch) genug Milch hatte und der Kinderarzt auch meinte, dass ich um Gottes Willen weiter stillen soll, habe ich mich durchgesetzt. Irgendwann (nach Wochen), war das auf einmal kein Problem mehr. Als Ciara 6 Wochen alt war, hat er abends wieder einen Streit angefangen und dann meine Eltern angerufen und gesagt, dass Ciara und ich für einige Wochen zu ihnen ziehen werden. Dann hat er uns Sachen gepackt und ins Auto gesetzt. Als ich auf halben Weg war, hat er angerufen und gesagt, dass es ihm leid tut und wir zurückkommen sollen. Das habe ich dann auch gemacht (war vielleicht blöd). An diesem Abend ist bei innerlich sehr viel kaputt gegangen...

Zwischen Weihnachten und Neujahr wollte ich für 3-4 Tage zu meinen Eltern gehen, da er mir jeden Abend wegen Kleinigkeiten Stress gemacht hat. Da haben wir zum ersten Mal ausfürhlich miteinander gesprochen und er hat gesagt, dass er erst jetzt verstanden, wie schlimm es für mich geworden ist und gesagt, dass er sich ändert. Ich bin dann geblieben. Zwischendurch hat er immer wieder Streit angefangen, wegen Streifen in der Spüle (nach dem putzen), wegen einer falsch einsortierten Tischdecke etc. etc. Tagsüber ist er immer sooo nett und abends haben wir regelmäßig Streit. Er trinkt auch zum Essen abends immer ca. 1 Flasche Wein, am Wochenende auch schon ab mittags.

Bevor ihr fragt: nein, ich klebe nicht an der Kleinen - er kann sie immer auf dem Arm halten, wenn er will (will er aber nicht so oft), ich sage ihm nicht mehr, wenn er sie z.B. hinsetzt (was ja nicht gut für die Wirbelsäule ist), um keinen Stress zu machen. Er arbeitet viel, aber ich habe auch wieder angefangen zu arbeiten (von zu Hause aus) und mache ja auch noch den Haushalt. Ich kümmere mich nach wie vor um ihn: morgens Kaffee und Brote machen, Wäsche waschen und bügeln etc. etc. etc..... Er macht mir jeden Abend ein schlechtes Gewissen, dass ich zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett gehe, weil ich einfach müde bin, da Ciara mich doch immer noch 2-3 mal weckt, da sie Hunger hat. Und ich habe tagsüber keine Zeit zum schlafen... Dann sagt er morgens immer, er wisse ja dass das zeitlich begrenzt sei und sich ändert, wenn sie durchschläft, aber abends fängt er jedes Mal doch wieder Streit deswegen an.

Ciara bekommt alles mit, sie schläft in letzter Zeit viel unruhiger als sonst und fängt sofort an zu weinen, wenn er abends wieder anfängt zu streiten. Meine Hausärztin hat mir eine Mutter-Kind-Kur empfohlen, die ich auch in die Wege geleitet habe - ich weiß aber nicht, ob sie bewilligt wird. Mein Problem ist auch, dass ich ihn nicht mehr so liebe wie früher, da er ja wirklich fast jeden abend mit Hass in der Stimme zu mir spricht. Da nützt es leider auch nichts, dass er sich dann am nächsten Tag immer wieder entschuldigt und sagt, dass er das nicht so gemeint hat. Auch sein Alkoholkonsum gefällt mir nicht. Am Samstag ist er mit Freunden weggegangen und kam um 6 Uhr morgens so betrunken nach Hause, dass er überall gestolpert ist und Ciara und mich wach gemacht hat, dann hat er mich noch beleidigt und ist dann eingeschlafen. Ich bin dann zu meinen Eltern gefahren - eigentlich nur um mich abzulenken, aber dann hat er mich angerufen und mir gesagt, dass ich ihm nun seinen Sonntag kaputt gemacht habe und hat dann meine Eltern angerufen und ihnen irgendwas erzählt, warum ich alleine komme. Das hat meine Eltern dann stutzig gemacht und sie haben nachgefragt... sie waren ja geimpft von dem Anruf 6 Wochen nach der Geburt, wo er uns rausschmeissen wollte. Also habe ich ihnen dann doch mein Herz ausgeschüttet. Sie würden mich jeder Zeit untersützen, wenn ich zu ihnen kommen wollte. Er weiß, dass ich mit ihnen gesprochen habe und ist nun ganz sauer auf mich.

Oh wei, das ist nun sehr lang geworden, aber ich musste mir mal alles von der Seele schreiben... Ich weiß nicht, ob ihr mir helfen könnt - aber vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt oder kann mir so einen Rat geben... soll ich Ciara die Familie nehmen?! Können meine Gefühle wiederkommen?! Im Moment ist die Liebe zu ihm nämlich ziemlich tot... Ich weiß auch nicht, ob ich meiner Tochter ein solches "Familienleben" zumuten möchte...

Ich weiß im Moment gar nichts mehr und könnte nur weinen... Dann sehe ich meinen kleinen Sonnenschein an und sie lacht mich an und ich weiß wieder, wofür ich lebe und mich freuen kann...

Ich danke euch im voraus für Antworten...

Ganz liebe Grüße
Claudia und Ciara

Beitrag von mutterschaf 26.02.06 - 09:51 Uhr

Ob Du ihr die Familie nehmen sollst? Was denn für eine Familie? Ich lese nix von einer Familie. Ich lese, dass Du mit Deiner Tochter bei einem miesen Kerl wohnst, der euch beide schlecht behandelt. Du sagst NICHTS positives von ihm, also dürfte die Entscheidung leicht sein. Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Tu Dir und Deiner Kleinen einen gefallen und lass Oskar alleine in seiner Mülltonne zurück. :-%

Beitrag von nevertheless 26.02.06 - 10:26 Uhr

Schlecht geschlafen?

Beitrag von mutterschaf 26.02.06 - 10:47 Uhr

Ich? Nein. Danke der Nachfrage.

Beitrag von nevertheless 26.02.06 - 22:51 Uhr

Oweia,
dann muß man davon ausgehen, daß Du immer so freundlich bist?

Beitrag von schnucki1101 26.02.06 - 12:06 Uhr

#pro

Beitrag von milka700 26.02.06 - 10:38 Uhr

Hallo Claudia!

Kann Ciara auch schon unterschreiben? ;)
Hast du auch noch ein anderes Hobby außer deinem Kind?

Du stehst nicht hinter deinen Entscheidungen und er nutzt das aus.
Ich hätte gerne mal seine Version der Geschichte gehört- ich glaube, da wird ein Schuh daraus.

Jeder von euch möchte irgendwie Anerkennung und Aufmerksamkeit- das Ganze wird hinter dem Rücken des Kindes ausgetragen. Setzt euch hin und redet offen ohne Vorwürfe zu machen.

Gruß, Ilka

Beitrag von sexymichi 26.02.06 - 19:20 Uhr

Also meine meinung ist das er sich so oder so nicht ändert. Er lässt seine Laune an dir aus und er weis das du bleibst wenn er sich entschuldigt. Ich würde dir raten zieh mit der kleinen erstmal aus und überdenke eine zeitlang was du möchtest. So kannst du auch sehen das du ohne ihn gut zurechtkommen wirst und musst nicht mehr jeden tag beschimpfungen über dich ergehen lassen.

Beitrag von trompetenkaefer 26.02.06 - 10:53 Uhr

Lese ich das richtig, das sobald er Alkohol getrunken hat komisch wird?

Generell : Rede mit ihm sage ihm das er jetzt Familienvater ist, sich auch um das Wohl der Familie zu sorgen hat.
Sollte er nicht in der Lage dazu sein, geh besser bevor das Kind schaden nimmt weil ihr ewig Streit habt.

Du solltest ihn aber auch mal fragen, ob er auf einmal kalte Füße bekommen hat.
Passiert vielen Menschen Sowohl Frauen als auch Männer.
Sie versuchen dann irgendwie aus der Situation zu flüchten.



#blume

Beitrag von julie2006 26.02.06 - 19:57 Uhr

Hallo Claudia,

ich habe solche Erfahrungen gemacht. Allerdings als Tochter!!! Ich weiß also, wie sich deine Tochter irgendwann mal fühlen wird.

Mein Vater hat jeden Abend immer ein Bier getrunken. Und danach wurde er zum Schwein. Hat meine Mutter beschimpft, Streit gesucht wegen Kleinigkeiten etc. Es war für mich als Kind die Hölle. Zu mir war er immer lieb. Mich hat er vergöttert. Seine ganze Wut richtete sich gegen meine Mutter.

Das hat mich fertig gemacht. Ich hatte Angst, Freunde mit nach Hause zu nehmen, weil ich mich so schämte.

Wenn er aus irgendeinen Grund keinen Alk getrunken hat, war er total klasse. Es lag also wirklich an den Alkohol.

Über all die Jahre wurde es immer schlimmer. Er wurde zweimal handgreiflich meiner Mutter gegenüber, ansonsten blieb es beim Psychoterror. Und das kann echt schlimmer sein als Schläge.

Irgendwann versteckte er dann die Harten Sachen und trank es heimlich.

Ich hatte EIGENTLICH eine schöne Kindheit. Aber der Alkohol hat mich traumatisiert. Irgendwann hatte ich echt Angst vor meinen Vater, auch wenn er mir nie was antat. Ich hatte Angst um meine Mutter. Ich war ihr Halt. Aber wie sollte es weiter gehen, wenn ich auszog? Jahrelang hab ich auf meine Mutter eingeredet, sie soll sich trennen. Und dann, eine Woche vor meinen 18. Geburtstag, zogen wir endlich aus. Nach 20 Jahren Ehe ist meine Mutti nun glücklich geschieden. Von da an lebten wir endlich wieder!!!

Ich selber verabscheue Alkohol. Und mein Mann trinkt NIE Alkohol. Ich bin total froh darüber. Bin wie gesagt echt traumatisiert.

Nach zwei Jahren Funkstille hab ich wieder Kontakt zu meinem Vater aufgenommen. Aber unser Verhältnis ist gestört.

Alkohol verändert die Menschen. Noch ist es nicht zu spät. Aber du weißt selber, dass deine Tochter jetzt schon darunter leidet. Schütz sie vor so einer Kindheit. Verlass ihn. Das ist das einzige, was ich dir raten kann. Und denk auch an dich. Soll das der Rest deines Lebens sein?

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Erfahrungen Mut zum Absprung machen.

Liebe Grüße Anika