"Auch Baby´s können schlafen lernen".... wer hatte Erfolg?

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Beitrag von nicole2206 26.02.06 - 09:36 Uhr

GUten Morgen zusammen,

ich brauch ein paar Erfolgsberichte zur Motivation....#schmoll

Mein Süßer, 8Mon., schläft nur auf meinem Arm mit einem Fläschen Tee ein. Ist er eingeschlafen muß ich eine Weile warten bis ich Ihn in sein Bettchen legen kann. Nachts wird er dann auch noch 2 mal wach. Meistens gegen 1h & 6h, zum weiterschlafen muß ich Ihn auf den Arm nehmen.

Ich würde das nun gerne ändern. Es wäre schön, wenn er müde ist, Ihn einfach in sein Bettchen zu legen und dann schläft er ein.;-)

Also hab ich mir das o.g. Buch gekauft. Klingt alles ganz logisch und ich dachte mir 2,3 Nächte und die Sache ist durch.

Pustekuchen!
Ich habe es gestren zum erstenmal versucht und nach 45 Minuten aufgegeben! Das mit dem schreien geht noch so einigermaßen. Aber mein Sohn schmeißt sich quer durchs Bett und schlägt dabei immer wieder mit dem Kopf gegen die Stäbe oder die Bettenden. Sicher ist das nicht gewollt, sondern einfach unkontrolliert weil er sein Rollen und robben noch nicht einschätzen kann.

Habt Ihr auch nach diesem Buch den Schlaf umgestellt? Wie war es bei Euch?
Habt Ihr vielleicht noch andere Anregungen?

Viele Grüße
#blumeNicole

Beitrag von fine2000 26.02.06 - 10:07 Uhr

Hallo Nicole,

kann Dir zwar keinen Erfolgsbericht liefern, aber vielleicht einen Tipp. Ich denke, der Umstieg vom "auf dem Arm einschlafen" zu "nicht mehr herausgenommen werden" ist ziemlich hart. Nimm ihn doch auf den Arm. Und sobald er sich beruhigt hat, legst Du ihn wieder rein. Also nicht erst abwarten, bis er eingeschlafen ist. Das Spiel wirst Du am Anfang sicher mehrfach wiederholen müssen, aber vielleicht kannst Du ihm so langsam abgewöhnen, bei Dir einzuschlafen.

Viel Glück,
fine

Beitrag von tamra 26.02.06 - 10:11 Uhr

hallo nicole!

ich habe zwar nicht nach dem buch gearbeitet, aber mein sohn wollte damals mit 3 monaten (jetzt ist er 9 einhalb monate alt) auch nur auf meinem arm einschlafen. das wollte ich ebenfalls umstellen.

es war nicht sehr leicht, das kann ich dir sagen. ich habe damals gemerkt, dass ein kind mit 3 monaten schon eine trotzphase haben kann und weiss was er will (auch wenn die super- mamis hier im forum das nicht glauben)

ich habe ihn nach dem abend- gute- nacht- ritual ins bettchen gelegt, als er noch wach war. er hat dann gebrüllt wie am spiess- zuerst dachte ich, er hat schmerzen oder sonst was. aber:

als ich ihn hochgenommen habe, hat er auf anhieb aufgehört mit schreien, also kurz beruhigt und ab ins bett. dieses spiel habe ich so ein paar mal durchgemacht. ich bin zuerst nach ca. 1 minute rein, dann etwa nach 3 minuten und so weiter.

er hat es dann innert ein paar tagen gelernt, wobei du aber immer konsequent sein musst. es gibt noch heute tage, wo er es erneut versucht, aber mama macht da nicht mit.

ich hoffe ich konnte dir helfen?

sobald du sicher gestellt hast, dass dein kleiner sonnenschein nicht hunger hat, nicht nass ist, oder schmerzen hat, dann kannst du ihn ohne schlechtes gewissen ein wenig weinen lassen. ich bin nämlich der meinung, das ein kind sehr früh lernt seinen willen zu haben und ihn durchzusetzen. ( habe es selbst erfahren)

also, alle supermamis werden mich jetzt killen, aber das ist mir egal.

liebe grüsse

tamara

Beitrag von sittichgirl 26.02.06 - 11:39 Uhr

Hallo Nicole

Erstmal ist kann verstehen, dass dich die Situation belastet, aber das Buch Jede Kind kann schlafen lernen ist ja erst für Kinder ab mind. 1 Jahr gedacht, da ist dein Kleines ja noch deutlich drunter, daher würde ich dieses Programm erstmal nicht anwenden. Es ist ja auch nur als Notfallprogramm entwickelt worden, bevor Eltern ihren Kinder was antun vor lauter Schlafmangel und Erschöpfung.

Dein Mäuschen hat sich da war für dich sehr anstrengendes angewöhnt. Versuch doch einfach ihn erstmal ins Bett zu legen wenn er gutgelaunt ist und beschäftige ihn dort (ruhiges singen oder streicheln vor allem zwischen den Augen).

So lernt er, dass sein Bett ein schöner Ort ist und er dort auch von dir Nähe und Aufmerksamkeit bekommt. Nach ein paar Tagen schläft er vielleicht auch dort ein. Wird aber wahrscheinlich länger dauern, Babys sind ja Gewohnheitstiere. Was man 8 Monate kennt verlernt man ja nicht einfach.

Vielleicht kann ja dein Mann euren Schatz die nächtsten Tage ins Bett bringen. Bei einer anderen Person akzeptieren Babys Veränderungen manchmal eher.

Wünsche dir viel Glück und ruhige Nächte

sittichgirl

Beitrag von waldfrau1972 26.02.06 - 11:51 Uhr

Hi Nicole,

auch wenn der folgende Text sehr lang ist:-(...bitte lies ihn einfach mal....die Minuten in denen du dein Kind allein schreien lässt, kommen ihm auch wie eine Ewigkeit vor#schmoll


von
Prim. Dr. Franz Paky, Leiter der Schreiambulanz (Ambulanz für Schreien und Schlafstörungen) der Kinderabteilung des LKH Mödling

ZITAT
Schlafen, Alleinsein, Finsternis

Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres, als den Schutz und die elterliche Geborgenheit zu verlieren. Mit der Finsternis der Nacht rei§t die Gewißheit ab, dass der elterliche Schutz gegeben ist. Nichts ist leichter verständlich, als dass sowohl das Einschlafen als auch das nächtliche Aufwachen für ein Kind mit Angst verbunden ist. Es ist ebensowenig verwunderlich, dass viele Methoden entwickelt wurden, den Übergang vom Wachzustand in den Schlaf für das Kind zu erleichtern. All diesen Riten ist gemeinsam, dass sie die elterliche Gegenwart in den Schlaf hinein zu erhalten suchen (Wiegenlied, Gute-Nacht-Geschichte, Gute-Nacht-Kuß, Kuscheltier als Übergangsobjekt usw.).

Schlafen - Loslassen

Nicht nur für das Kind ist mit dem Einschlafen eine Trennung von den Eltern verbunden. In ähnlicher Weise erleben die Eltern das Einschlafen des Kindes als Trennung. Insgeheim stellt sich die Frage: Wird das Kind ohne unsere Hilfe einschlafen? Wird sich das Kind ohne weiteres (?) von mir trennen? Wird es auch wie der von selbst wach? Zwei Arten von guten Schläfern - die echten und die resignativen Nicht alle Kinder, die unkompliziert einschlafen und durchschlafen, sind zu beneiden. Wenn Babys spuren, dass ihr Schreien in der Nacht die Eltern unter keinen Umständen auf den Plan rufen kann, geben sie auf und schlafen den Schlaf der Resignation. Auf diesem Mechanismus beruht der scheinbare Erfolg der älteren Generation, ein Kind beim Einschlafen unbegrenzt schreien zu lassen.

Die Entwicklung des Babys und das Schlafproblem

Um das sechste Lebensmonat erweitern Babys ihren sozialen Horizont beträchtlich. Sie lernen zwischen ihren vertrauten Eltern und fremden Menschen zu unterscheiden ("Fremdeln"). Die Angst, die damit ein hergeht ("Achtmonatsangst"), führt nicht selten zu einer Störung des Schlafes. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten zur Freude ihrer Eltern bereits durchgeschlafen haben, beginnen dann nachts mehrmals wach zu werden. Oft brauchen sie nicht mehr als die Versicherung, dass alles in Ordnung ist. Ein kurzes Nuckeln an der Brust oder allein der Zuspruch einer vertrauten Stimme genügen, dass das Kind weiter schlaft. Häufig fährt aber die Schlafstörung zur Sorge der Mutter, dass das schon größer gewordene Kind mit ihrer Milch nicht mehr genug hat. Dann erhält das Kind an Stelle des Trostes, den es braucht, mehrere Mahlzeiten, die eigentlich überflüssig sind. Welcher Erwachsene, der gut schlafen will, wurde sich absichtlich zu diesem Zweck den Bauch voll schlagen?

Das Schlafparadoxon

Wenn wir den Schlaf dringend herbeisehnen, stellt er sich am zögerndsten ein. Eine ganz ähnliche Erfahrung machen wir mit unseren Kindern. Wenn wir am wenigsten darauf angewiesen sind, schläft unser Kind am leichtesten ein. Brauchen wir dagegen unseren eigenen Schlaf dringend, weil wir am nächsten Tag früh aufstehen müssen oder einen schwierigen Termin haben, dann spielt das Kind nicht mit. Es will und will nicht einschlafen. Und noch weniger gönnt es uns einen ununterbrochenen Schlaf. Man gewinnt fast den Eindruck, als würden wir das Kind mit unserer Aura des Schlafzwanges am Schlaf hindern. Wenn sich ein Vater, der sein Kind mit allergrößten Mühen zum Einschlafen gebracht hat, auf leisesten Sohlen vom Bett fortschleicht, weckt er das Kind mit seiner Angst, dass es wieder wach werden konnte, tatsächlich auf. Dieses Phänomen zwingt uns dazu, über den eigenen Schatten zu springen. Wir müssen uns nach dem Rhythmus des Kindes richten und aufhören, ihm unsere Bedürfnisse aufzuzwingen.

Individueller Schlafbedarf

Jedes Kind braucht - wie übrigens erwachsene Menschen auch - eine individuelle Zahl von Schlafstunden. Die Spannbreite liegt bei Kindern im zweiten Lebenshalbjahr bei 9 bis 14 Stunden (Largo Kinderjahre 1999, S. 27). Behinderung der Selbstregulation. Groß ist die Gefahr, dass sich Eltern - in guter Absicht - in Vorgange einmischen, über deren Ablauf das Kind selbst bestimmen soll. Als Beispiele seien das Essen und das Trinken, die Kleidung und die Kontrolle von Stuhl- und Harnausscheidung genannt. Die Selbstregulation über diese Vorgange wird vom Kind im Lauf seiner normalen Entwicklung übernommen. Greifen die Eltern allerdings in diese Entwicklung ein, wird die Selbständigkeit nicht erreicht. Den Eltern bleibt damit die Bürde der Kontrolle erhalten, und das Kind bleibt in Abhängigkeit. In typischer Weise tritt dieser Mechanismus beim Schlaf auf. In der Meinung, dass die Eltern die volle Verantwortung für die Tiefe und die Dauer des Schlafes ihres Kindes tragen, wird dem Kind seine Selbständigkeit verwehrt und die Eltern zerbrechen an der Bürde der Kontrolle, die sie selbst nicht abgeben können.

Die Kunst, sein Kind schlafen zu lassen

Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, wenn ich davon spreche, dass es bei der Kunst, sein Kind schlafen zu lassen, um die eigene Gelassenheit und das Loslassen des Kindes geht. Nach allem, was man schon versucht hat, sollte es gerade mit dem Loslassen funktionieren, wo man doch weiß, dass nichts schwerer ist im Leben als das Loslassen. Vertrauen in die Selbstregulation des Kindes ist der Schlüssel zum Loslassen und damit auch zum Schlafenlassen des Kindes. Wenn man dieses Vertrauen erwirbt, wird man sich vom Kind für die Zeit des Schlafes trennen können, ohne den Kontakt ganz zu verlieren. Das Kind wird auch in einer unruhigen Umgebung und ohne großes Geschrei einschlafen können. Vor allem wird es möglich sein, das Kind im Elternbett schlafen zu lassen und auf diese Weise das Stillen nach dem natürlichen Bedarf von Mutter und Kind beizubehalten.

Jedes Kind kann schlafen lernen

Weil es schwierig ist, diese Zusammenhänge bewußt zu machen, erfreuen sich Bücher, die sich auf ein Training bzw. auf eine Dressur des kindlichen Verhaltens beschränken, großer Beliebtheit. Am populärsten sind zur Zeit wohl Methoden der dosierten Frustration. Anstatt bei sich selber anzufangen, laßt man das Kind etwas langer schreien, so lange, bis es davon überzeugt ist, dass man als Nachtwächter oder Tröster nicht in Frage kommt. Der Erfolg stellt sich scheinbar ein, indem das Kind den Schlaf der Resignation schlaft. Die Chance, dass sowohl die Eltern als auch das Kind aus dem Problem des gestörten Schlafes etwas lernen und auch für sich gewinnen, wird damit aber vertan.
Wir sollten die Chance wahrnehmen, die darin liegt, die Kunst zu erwerben, sein Kind schlafen zu lassen.

ZITATENDE

lg waldfrau

Beitrag von sonkinkerlitzschen 26.02.06 - 11:56 Uhr

Das hat uns geholfen (Achtung lang)



Also, hier unsere Schlaf-Geschichte und was uns geholfen hat:
Antonia, geboren am 08.12.2004 hat von Anfang an schlecht geschlafen. Ganz wichtig war in den ersten Monaten, dass sie auch tags regelmässig geschlafen hat, sonst hat sie vor Übermüdung geschrien. Also bin ich, auch bei Schnee, mit dem Kinderwagen raus. In ganz schlimmen Fällen auch mit dem Auto ums Eck. Klar, als ich noch kein Kind hatte, wollte ich so etwas niiiiiiie tun...
Dann habe ich versucht, sie abends immer zur gleichen Zeit ins Bett zu bringen und ein Einschlafritual begonnen: gestillt, umgezogen, ein kurzes Gebet/Gedicht mit immer den gleichen Worten. Ich habe das Buch von Christine Rankl "Einschlafen - (k)ein Kinderspiel" mehrfach gelesen.
Es war sehr sehr anstrengend, über viele Monate hinweg. Sie kam nachts 2-3 Mal, bis zum 1. Geburtstag. Danach habe ich "Ferber light" angewandt, d.h. nach dem Abendritual sie WACH ins Bett gelegt, gute Nacht gesagt, rausgehen und erst nach einer gewissen Zeit wieder zurückkommen (Ferber sagt euch ja allen etwas, nehme ich an). Ich habe sie nie länger als 2-3 Minuten weinen lassen. In den Monaten zuvor hatte ich das Gefühl, dass meine Tochter dies noch nicht verkrafen würde, mit 13 Monaten hatte ich das Gefühl, dass sie versteht, was los ist und dass sie auch weiss, dass ich immer da bin, sie aber alleine einschlafen soll. Unter 10-12 Monaten würde ich aber niemanden zu Ferber raten, ausser in grossen Notfällen. Ja ja, alle Anti-Ferber dürfen mich im übrigen ruhig steinigen, das halte ich aus. Hab schliesslich auch 365 schlaflose Nächte ausgehalten...
Nachdem das Einschlafen geklappt hat, kam meine Tochter trotzdem nachts 1-2 mal noch. Dann durfte sie zu uns ins Bett oder sie hat mit einem Fläschchen (Wasser) dann schnell im eigenen Bett weitergschlafen. Aktuell schläft sie durch!!!
Meine Erfahrungen:
In den ersten 3-4 Monaten ist alles erlaubt, hauptsache das Kind schläft regelmässig
Nichts tun, wogegen das eigene Gefühl spricht
Babys darf man nicht alleine weinen lassen! Kleinkinder mit 12, 13 Monaten verstehen aber schon, wenn sie alleine einschlafen sollen und die meisten können dies auch - deshalb finde ich persönlich in diesem Alter ein "Ferber light" vertretbar. Länger als max.3 (bis 4) Minuten würde ich mein Kind abends im Bett aber nie protestieren lassen.
Und wenn mein Kind abends im Bett wirklich weint, dann gehe ich IMMER schnell zu ihm. Ich finde, ab 12, 13, oder 14 Monaten erkennt man schon am weinen, ob das jetzt Trotz/Protest ist (lieber spielen als schlafen) oder ein echter Kummer.

Für alle Mütter, die jetzt mit Pseudo-wissenschaftlichen Erkenntnissen à la "Seelischem Schaden" kommen:
ich bin selber Psychologin in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie und habe mich mit dem Thema ausgiebig befasst. Für alles weitere rate ich die Ratschläge von Christine Rankl (Buch "einschlafen - (k)ein Kinderspiel") zu lesen und ferber nicht unter 10-12 Monaten anzuwenden, es sei denn, eine Mutter leidet wirklich stark unter der Situation.

Ups, wurde jetzt doch sehr lang...
Viele Grüsse, Chrsitina