Fruchtwasseruntersuchung: Welche Ergebnisse nach Schnelltest?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von ankehh 26.02.06 - 13:19 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Seit knapp vier Wochen steht der Termin und am Dienstag geht er nun endlich über die Bühne - meine FW Untersuchung.

Ich werde auf alle Fälle einen Schnelltest machen lassen (meine Nerven sind eh schon überstrapaziert). Aber ich wüsste nun gern, wieviele der zu untersuchenden Krankheiten beim Schnelltest schon untersucht werden und wieviele dann noch beim Endergebnis ausstehen.

Ist das große Zittern nach dem Schnelltest vorbei oder stehen noch viele Ergebnisse aus? #kratz

Ich hoffe, dass ihr mir helfen könnt und freue mich auf Antwort,
liebe Grüße
Anke

Beitrag von sonne_1975 26.02.06 - 14:09 Uhr

Der Schnelltest liefert dir eine 90%-Wahrscheinlichkeit, ob Trisomie 13,18 oder 21 vorliegt. Die richtige Sicherheit ist allerdings erst nach 2 Wochen da, wenn das endgültige Ergebnis da ist.
Die Chromosomen müssen gezüchtet werden und das braucht halt seine Zeit.

Gruss. Alla 32.SSW (die keinen Schnelltest hatte, weil ihr FA das für eine reine Geldschneiderei hält)

Beitrag von s_a_m 26.02.06 - 14:32 Uhr

Hallo Anke!

Beim FisH-Test (pränatalr Schnelltest) können Chromosomenabberationen durch Abzählen der am häufigsten von Besonderheiten betroffenen Chromosomen (13, 18, 21, X, Y) nachgewiesen werden, sofern bei der vorangegangenen invasiven Untersuchung geeignetes Zellmaterial erhalten wurde. Man erhält so Auskunft über insbesonere Trisomeie 13 (Pätau-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) und Trisomie 21 (Down-Syndrom) sowie zu zahlenmäßigen Veränderungen der Geschlechtschromosomen X und Y: Ullrich-Turner-Syndrom / Monosomie X, Klinefelter-Syndrom.

Auch die Triploidie, eine Verdreifachung aller Chromosomen, kann erkannt werden.

Bei spezieller Überprüfung anderer (struktureller) Besonderheiten ist dies extra zu zahlen und wird nur auf besonderen Wunsch hin gemacht.

Es kann vorkommen, dass die entnommenen Zellproben des Kindes mit mütterlichen Zellen vermischt sind (maternale Kontamination), was die Diagnostik unmöglich macht. Dieser Aspekt ist derzeit der Hauptgrund für diagnostische Unsicherheiten beim FiSH-Test, sodass der Test die Langzeitkultivierung der bei der Amniozentese entnommenen Proben nicht ersetzen kann.

Liebe Grüße
Sabine
hnelltest

Beitrag von ankehh 26.02.06 - 15:40 Uhr

Hallo Sabine,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Eine Frage habe ich trotzdem noch an dich:
Weißt du, ob die maternale Kotamination das einzige verbleibende Risiko ist, oder ob im Langzeittest noch andere Chromosomenveränderungen getestet werden als im Schnelltest?

Vielen lieben Dank
Anke

Beitrag von s_a_m 26.02.06 - 15:58 Uhr

Ein weiterer Faktor, der das Ergebnis beeinflussen kann, ist die Zahl der gewonnen Zellen (bzw. Zellkerne), die hinreichend untersucht werden können. Bei mindestens 50 liegt hier der Richtwert, denn man braucht schon einen gewissen Durchschnitt ;-)

Manchmal kommt es vor, dass beim FisH-Test ein sogenannter "Mosaik"-Befund erstellt wird. Das heißt, dass sich nur in einem Teil der Zellen Besonderheiten in der Anzahl der unteruchten Chromosomen finden, im anderen Teil jedoch die Anzahl wie üblich ist. Alle zahlenmäßigen Veränderungen an Chromosomen können tatsächlich in einem solchen Mosaik auftreten. Wie sich die Veränderungen dann auswirken, ist meist abhängig von der Prozentzahl der betroffenen Zellen gegenüber denen ohne Besonderheit.

Auch hier muss -wie in jedem Fall- die ausführliche Analyse abgewartet werden, bevor ggf. ENtscheidungen getroffen werden können. Überhaupt ist es so, dass ein Schwangerschaftsabbruch selbst bei einem eindeutig auffälligen Untersuchungsergebnis beim FisH-Test in der Regel nur dann durchgeführt wird, wenn auch bei anderen Untersuchungen (insbesondere beim Ultraschall) Auffälligkeiten beim Kind diagnostiziert werden können, die zu denen der Zellanalyse passen und das FisH-Test-Ergebnis stützen.

Liebe Grüße
Sabine
Bei der Analyse der Langzeitkultur wird sowohl auf zahlenmäßige als auch auf strukturelle Veränderungen bei allen Chromosomen geguckt. Der Unterschied ist der, dass beim FisH-Test nur wenige Chromosomen genauer betrachtet werden und bei der Amniozentese alle Chromosomen unter die Lupe genommen werden. Nicht zu verwechseln ist das damit, dass alle Chromosomenbesonderheiten erfasst werden!! Das ist mit keiner Untersuchung möglich.

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von ankehh 26.02.06 - 17:18 Uhr

Liebe Sabine,

auf deine Homepage bin ich nun schon über deine Visitenkarte gestoßen - da hätte ich dir die ganze Fragerei ersparen können. Die Seite ist wirklich sehr hilfreich!

Vielen Dank für deine Hilfe, dann muss ich jetzt nur noch Daumen drücken ;-)

Liebe Grüße und dir noch einen schönen Sonntag
Anke

Beitrag von s_a_m 26.02.06 - 16:14 Uhr

P.S. Vielleicht sind die ausführlicheren Infos auf http://www.regenbogenzeiten.de in der Rubrik "Pränataldiagnostik" interessant für dich?

Noch mehr Grüße
Sabine

Beitrag von sunflower_33 26.02.06 - 18:41 Uhr

Ich konnte mich nach der FWU-Untersuchung zwischen zwei Arten von FISH-Tests entscheiden. Der eine (ca. 200 €) testete auf Trisomie 13, 18, 21 und das Geschlecht.

Der andere (ca. 80 €) nur auf Trisomie 21.

Wir haben uns für den zweiten Test entschieden, da aufgrund der Feindiagnostik die Trisomie 13 und 18 quasi ausgeschlossen waren.

LG
Amily