Administratorrechte unter Win XP

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Forum: Computer & Technik

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Beitrag von jorge 26.02.06 - 21:28 Uhr

Hallo zusammen,

mein Sohn (bald 15) durfte sich letztes Jahr einen PC kaufen mit XP. Ich hatte gedacht, ich könnte ein wachsames Auge auf seine Aktivitäten werfen, wenn ich mich als Administrator anmelde. Inzwischen macht er das, was junge Leute in seinem Alter tun, nämlich Grenzen ausprobieren. Habe unter seiner Anmeldung entdeckt, das er *.pps speichert, die eher bei Beate Uhse zu finden sind. Wenn er rauskriegt, dass ich sein Kennwort kenne, ist es meiner Aufsicht vorbei; denn: unter meiner Anmeldung als Admin. wird mir gesagt, ich hätte keine Berechtigung, auf seine Dateien zuzugreifen.
Mach ich da was falsch oder gibts wirklich keine Möglichkeit?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Gruß

Jorge

Beitrag von sparrow1967 26.02.06 - 21:51 Uhr

*grins* er ist 15....ich denke mal, Jungs in seinem Alter sehen sich nun mal die Damen an. Oder hast Du das nicht gemacht?

Und wenn er sie nicht bei B.U. abfragt, dann schicken ihm seine Freunde die Pics.


sparrow

Beitrag von io13 26.02.06 - 22:55 Uhr

Hi Jorge,

als Benutzkennung gibt es folgende Unterschiede:
Bei der Installation von XP gibt es einen "Administrator" und dafür ein Kennwort.
Dann wirst du gefragt, ob du weitere Benutzerkonten anlegen möchtest. Dort wirst du "ja" gewählt haben und 2 (zusätzliche) Benutzer angegeben haben: Dich und deinen Sohn, wobei du "Admin"-Rechte hast und dein Sohn entweder auch "Admin" oder "eingeschränkte Rechte" bekommen hat. Ganz egal, auf jeden Fall kommst du als "normaler Benutzer" mit Admin-Rechten nicht auf die Dateien von anderen Usern (Eigene Dateien).
Meldest du dich hingegen nicht mit deinem Benutzernamen an, sondern mit dem Namen "Administrator" und dem Kennwort, welches bei der Installation als erstes angegeben wurde, kannst du auf sämtliche Dateien zugreifen!

Den Namen "Administrator" kannst allerdings nur bei einer Anmeldung ohne Icons angeben, also keine grafische Anmeldung. Wenn das bei dir allerdings so sein sollte, mußt dich zunächst mit deinem Account anmelden, um dann die Art der Anmeldung (Systemsteuerung->Benutzerkonten->"Art der Benutzeranmeldung ändern") zu ändern. Es gibt zwar noch ne andere Möglichkeit, ist mir aber leider entfallen #kratz

Hoffe, ich konnte helfen.
io13

Beitrag von regeane 26.02.06 - 23:06 Uhr

Hi Du!

falls die Dateien Deines Sohnes nicht verschlüsselt sind, kanns so gehen:

Als Admin anmelden
-> Windows Explorer öffnen
-> Rechtsklick auf Laufwerk
-> Linksklick Eigenschaften
-> Linksklick auf den Reiter Sicherheit
-> Falls noch nicht gemcht "Hinzufügen" dich als Admin
-> Admin markieren, unter zulassen alle checkboxen anhakeln
-> "Erweitert" anklicken, "Berchtigung für alle untergeordneten Verzeichnisse ..." anhakeln
-> dann ok/übernehmen klicken und das wars.

Liebe grüße,
Regeane

Beitrag von thaleon 27.02.06 - 19:41 Uhr

Hallo erstmal,

hast ja mittlerweile nette Tipps hier bekommen. Ich möchte dazu eigentlich nur mal anmerken, das Dein Sohn auch ein Privatspäre besitzt, und das, was Du tust und auch weiterhin vorhast zu tun selbst in Deutschland illegal ist. Mal abgesehen vom moralischen Wert Deiner Taten solltest Du Dich mal eingehend darüber informieren, wie die Justiz so etwas bewertet, eventuell überdenkst Du dann Dein Verhalten.

Es gibt ausreichend Programme, die die Privatsphäre schützen und gleichzeitig aber als Kindersicherung fungieren: Sachen, die Dein Sohn nicht runterladen und/oder angucken soll, kann man sperren.

Auch wenn anderen tippgebenden User ebenso unmoralisch sind und es sie nicht weiter interessieren sollte: ich finde es diese Ausspionieren der Intimsphäre des eigenen Kindes sehr verwerflich; dazu kommt erschwerend, das dieses hier ein Familienforum ist.

Ein altes Sprichwort sagt:
"Was Du nicht willst, was man Dir tu´
das füg auch keinem Andren zu."

Wie würdest Du Dich fühlen wenn Dein Freund/Mann/Sohn dasselbe mit Dir machen würde?


Mir tut Dein Sohn ehrlich gesagt wirklich leid bei Deinem Verhalten und ich wünschte, er würde es herausbekommen. Vielleicht würde Dir die darauf folgende Diskusion mit Deinem Sohn die Augen öffnen, da er nicht Dein "Leibeigener" ist, mit dem Du tun und machen kannst, was Du willst; sondern das er ein denkendes Individuum mit eigener Persönlichkeit ist, welche es zu schützen gilt. Auch vor Dir !

In diesem Sinne einen schönen Abend noch und eventuell hast Du aus meinem Posting etwas mitgenommen, was ich bei einigen andren Usern hier auch gut fände, wenn auch sie bei solchen Postings mal anfangen würden, nachzudenken.


Thaleon

Beitrag von jorge 27.02.06 - 21:39 Uhr

Aber du solltest mein Posting noch mal lesen: er ist 14 und nicht 18.
Schon mal was vom Jugendschutzgesetz gehört oder von einer Aufsichtspflicht.
Und stell dir vor: auch seinen Schulranzen kontrolliere ich regelmäßig. Da er etwas maulfaul ist, altersgerecht, möchte ich schon wissen, welche Klassenarbeiten er geschrieben und welche Note er bekommen hat. Und wenn ich die Idee hätte, er würde Jim Beam im Zimmer verstecken, würde ich auch da durchsuchen. Natürlich auch, wenn es süßlich aus seinem Zimmer riechen würde. Intimsphäre hat er genug - er schließt sich regelmäßig in seinem Zimmer ein, auch das altersgerecht. Und würde er Tagebuch schreiben, wäre das auch vor mir Tabu. Aber Hardcore-Porno?? In welcher Welt lebst du denn????
Im übrigen finde ich Pornographie reichlich Frauenverachtend. Das brauch er mit 14 wirklich noch nicht internalisieren.
Zum Schluss verrate ich dir ein Geheimnis: warum übertreten Pubertierende Regeln? Weil sie rauskriegen wollen, ob ihr Vater sich wirklich für sie interessiert und Grenzen setzt. Wenn er sich das woanders anguckt, ist mein Einfluss ziemlich dahin. Aber da, wo ich Einfluss habe, mache ich ihn auch geltend und schütze ihn vor Dingen, die auch mancher Erwachsene besser sein lassen sollte. Oder soll ich auch weggucken, wenn er sich Kinder-Pornographie runterlädt?

Jorge

Beitrag von thaleon 28.02.06 - 03:15 Uhr

Guten Morgen,

Eventuell scheine nicht ich derjenige zu sein, der das Posting missversteht – denn ich habe Dein Posting mehrmals gelesen (allein schon deshalb, weil ich das nicht glauben konnte)- ich nehme an, das Du mein Posting nicht in allen Teilen verstanden hast.

Deine Zeilen:
„Habe unter seiner Anmeldung entdeckt, das er *.pps speichert, die eher bei Beate Uhse zu finden sind. Wenn er rauskriegt, dass ich sein Kennwort kenne, ist es meiner Aufsicht vorbei; denn: unter meiner Anmeldung als Admin. wird mir gesagt, ich hätte keine Berechtigung, auf seine Dateien zuzugreifen.
Mach ich da was falsch oder gibts wirklich keine Möglichkeit?“
waren der ausschlaggebende Punkt meiner – wie Du richtig erkannt hast – Empörung.

In Deinem zweiten Posting schreibst Du:

„Schon mal was vom Jugendschutzgesetz gehört oder von einer Aufsichtspflicht.
...
...
Zum Schluss verrate ich dir ein Geheimnis: warum übertreten Pubertierende Regeln? Weil sie rauskriegen wollen, ob ihr Vater sich wirklich für sie interessiert und Grenzen setzt. Wenn er sich das woanders anguckt, ist mein Einfluss ziemlich dahin. Aber da, wo ich Einfluss habe, mache ich ihn auch geltend und schütze ihn vor Dingen, die auch mancher Erwachsene besser sein lassen sollte. Oder soll ich auch weggucken, wenn er sich Kinder-Pornographie runterlädt?“

Daraus erkenne ich, das Du mein Posting absolut nicht verstanden hast, denn Du scheinst Sorgerecht und Aufsichtspflicht mit der „totalen Kontrolle“ zu verwechseln. Wie in meinem Erstposting schon erwähnt, für solche Fälle gibt es Software-Lösungen, welche die Privatsphäre des Kindes schützen und es verhindern, das er sich zum Beispiel Pornographie runterladen und anschauen kann. So passiert kein Einbruch in seine Privatsphäre.
Ja, Du hast die Sorgfaltspflicht, Dein Kind vor solchen Sachen zu schützen, aber letztendlich bist Du es, der ihm den Zugang zum Internet ermöglicht, also liegt es auch in Deiner Aufgabe, das ganze so einzuschränken, das Dein Kind halbwegs sicher im Internet unterwegs sein kann. Keinesfalls aber solltest Du Deinem Kind im Falle Internet hinterspionieren und sein Vertrauen dermaßen missbrauchen, denn das, was Du da machst, ist ein Missbrauch.

Auch schreibst Du: „Und würde er Tagebuch schreiben, wäre das auch vor mir Tabu.“. Das ganze ist schwer zu glauben, vertraust Du doch Deinem Sohn nicht einmal in Sachen Internet. Was ist, wenn er sein Tagebuch in elektronischer Form auf dem Computer schreibt, eventuell als Power-Point-Präsentation? Wie gesagt, es gibt Programme, die verhindern, das er sich auf dem Rechner Pornos runterlädt oder entsprechende Mails öffnen kann.

Ein weitere Passage von Dir:
„Zum Schluss verrate ich dir ein Geheimnis: warum übertreten Pubertierende Regeln? Weil sie rauskriegen wollen, ob ihr Vater sich wirklich für sie interessiert und Grenzen setzt.“

Dem kann ich absolut zustimmen, jedoch machen Kinder das nicht mit der Absicht, das sie daraufhin missbraucht werden und ihr Vertrauen in ihre Eltern verlieren. Grenzen setzen und sich für seine Kinder zu interessieren heißt leider nicht, die totale Kontrolle und Verletzung der Intimsphäre, sondern einfühlend auf die Kinder eingehen, sie zu lenken (manchmal auch so zu lenken, das sie es nicht merken sondern glauben, sie hätten diese Entscheidungen durchgesetzt(zum Beispiel durch Kompromisse)) und vor allem, eine Vertrauensperson zu sein (was natürlich durch Dein Verhalten schon von vornherein zu Nichte gemacht ist, wenn er es rausfindet). Sicherlich erfordert das eine Menge zeitlichen wie auch emotionalen Aufwand, aber immerhin: Es ist Dein Kind. Wenn sich es nicht dafür lohnt, wofür dann? Momentan gibst Du an ihn nur absolutes Misstrauen und einen besonderen Aspekt der Erwachsenen mit auf den Weg, selber Erwachsen zu werden: „ Kontrolliere die Schwächeren, vertraue nur Dir selbst, und verschweige Dein eigenes Missverhalten: Kommt es trotzdem raus, dann reglementiere andere für Dein eigenes Fehlverhalten“

Du hast eine sehr interessante Frage gestellt ( wenn auch sehr wahrscheinlich unabsichtlich):
„In welcher Welt lebst du denn????“

Die Antwort möchte ich Dir nicht schuldig bleiben:
-Ich lebe in der selben Welt wie Du
- In einer Welt, in der das Internet ein wichtiger Aspekt für Kinder und Jugendliche ist
- In einer Welt, in der aus Zeitmangel Kinder nicht mehr erzogen, sondern nur noch reglementiert werden
- In einer Welt, in der Kinder zwischen 9 und 16 Jahren von zu Hause weglaufen, weil sie missbraucht worden sind, teilweise sexuell, aber ein Großteil davon, weil sie ausspioniert worden sind wie Du es mit Deinem Sohn tust.
- In einer Welt, in der Kinder Achtung und Anerkennung durch das Medium Internet suchen, weil sie es von zu Hause nicht bekommen
- In einer Welt, in der Eltern keine Zeit mehr für ihre Kinder aufbringen wollen
- In einer Welt, in der heranwachsenden Menschen Grenzen gesetzt und nicht gezeigt werden ( für einen Erwachsenen kein Unterschied, wie es scheint, für ein Kind liegen dazwischen jedoch Welten)
- In einer Welt, in der Kinder Selbstmordgedanken haben, wegen aus „ Erwachesenensicht“ so banalen Dingen wie das hemmungslose Ausspionieren ihrer aus Kinder- Sicht „Privatsphäre“: Sei es das Tagebuch, der Email-Verkehr oder das mitloggen von Chats oder Messengern.
- In einer Welt, in der Kinder die Welt mit anderen Augen sehen als Erwachsene, erst recht nicht mit denen der Eltern

Des weiteren gibt es da eine Stadt, in der im Jahre 2002 das Kinder-Not-Telefon über 2000 Anrufe verzeichnet hatte, mangels Mitarbeiter diese Anrufe nur rudimentär abgearbeitet hat und in dieser Stadt 3 Selbstmorde von Kindern unter 16 erfolgreich verübt worden sind. Bei einem Kind gab es eine Art Abschiedsbrief: Grund war sexueller Missbrauch, des weiteren aber das mangelnde Vertrauen zu irgendjemanden, mit dem es hätte darüber sprechen können. Diese wiederum begründete sich damit, das die eigenen Eltern dem Kind im weitesten Sinne auch „nur“ nachspioniert haben, Tagebuch lesen etc. und es anschließend für seine „wohl behüteten Geheimnisse“ bestraft haben.

Ob Du das verstehst oder nicht: DAS ist die Welt, in der wir ALLE leben, und wir allein sind verantwortlich dafür: Es liegt an jedem Einzelnen von uns, ob wir diese „Unbequemlichkeit“ auf uns nehmen und versuchen, das zu verhindern, oder einfach nur faul und behäbig den Weg des geringsten Widerstandes gehen.

Was folgendes betrifft:
„Aber da, wo ich Einfluss habe, mache ich ihn auch geltend und schütze ihn vor Dingen, die auch mancher Erwachsene besser sein lassen sollte. Oder soll ich auch weggucken, wenn er sich Kinder-Pornographie runterlädt?“

Diese Sache erfüllt einen Strafbestand: In Anbetracht des Alters Deines Sohnes solltest Du Dich eventuell mal von einem Anwalt aufklären lassen, was Du da angerichtet hast: Denn rechtlich gesehen bist Du in diesem Fall hauptverantwortlich, da Du ihm den Zugang zu den pädophilen pornografischen Inhalten durch fehlende Absicherung erst ermöglicht hast. Soviel zum Thema Aufsichts- und Sorgfaltspflicht.


Ich bitte Dich um Deines Sohnes willen: Ändere Den Verhalten ihm gegenüber, sprich mit ihm offen und ehrlich über das ,was Du getan hast und zeige ihm auf, das auch Erwachsene irren können und ein Fehlverhalten an den Tag legen könne. Wie gesagt, wenn die Pornos das einzige sind, was Dich stört, dann kaufe Dir doch eine Art Kindersicherung für den PC. Wen n Du Dich da nicht auskennst, so gibt es sicherlich Leute hier im Forum, die Dich fachlich und kompetent in Deinem Fall beraten können, so das du ein geeignetes Programm findest. Und was den PC angeht, so gibt es auch in Deiner Umgebung sicherlich Leute, die Dir das einrichten können. Je nach Stadt gibt es sogar ehrenamtliche Mitarbeiter des Jugendamtes, die Dir beim einrichten „kostenlos“ helfen.

In diesem Sinne,
Thaleon

Beitrag von sparrow1967 28.02.06 - 10:29 Uhr

Super geschrieben. Wenn er es jetzt nicht begreift, dann WILL er es nicht verstehen.

ER hat dem Jungen den Zugang ermöglicht. Logisch, das der Sohn- in dem Alter- sich nackte Frauen ansieht ( finde ich zumindest)- seine Kumpels werden das auch tun.
Klar erschrickt man als Eltern, wenn man sich dieser Tatsache bewußt wird. Aber das sollte die Eltern nicht zum schnüffeln auffordern.
Vielleicht kann er das ganze noch gerade biegen, indem er sagt, dass er durch Zufall auf die Sachen gestoßen ist (?) und der Sohn das löschen soll. Ganz klare Ansage. Und dann wird halt die Kindersicherung für den PC installiert und gut ist.
Klar muß er auch damit rechnen, dass der Sohn erstmal das Vertrauen in ihn verliert.

Allerdings sollte der Vater auch bedenken, dass der Sohn- falls er sich die nackten Damen tatsächlich angesehen hat- es auch witerhin tun wird...bei Freunden wahrscheinlich. Also die AUgen kann er ihm nicht verbinden....halt wirklich nur den PC schützen und damit seiner Aufsichtspflicht bzw. Sorgfaltspflicht, nachkommen.


sparrow