er (17) schneidet in seine unterarme!! hilfe!!

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von jana0310 27.02.06 - 14:02 Uhr

hallo an alle,

ich (21) habe heute morgen von meiner mutter über telefon erfahren, das sich mein bruder mit einem messer die ober und unterarme einritzt!!!!

sie hatte es schonmal am unterarm gesehen aber er meinte es sei auf arbeit passiert (glasapparatebauer=glasbläser).

er wird im april 18 und ist sehr schüchtern. bisher hatte er noch keine richtig feste freundin geschweige denn sex. und das ist sein problem! er meint er sei stockhässlich und keine will ihn, seine kumpels hätten schon so oft freundinnen gehabt, nur er nicht!

er hatte jetzt ein, die ist grade 14 (!!!) geworden und natürlich war die mutter dagegen. sie wollte nicht das sie einen 18jährigen hat (wegen sex nehme ich an). mein bruder liebt dieses mädel abgöttisch!!! und sie hat schon 3x schluß gemacht!!!!!! sie will dann immer noch unbedingt freundschaft und aktzeptiert es nicht wenn mein bruder das ablehnt. er sagt das er das einfach nicht kann, weil er sie liebt. einfach nur freundschaft geht eben nicht! aber er bettelt immer wieder um eine beziehung und dann gehts wieder nur 2 wochen gut!!!!!!
mein bruder heult dann wie ein schlosshund! er hat absolut null selbstvertrauen! er hasst sich selber!!!

was können wir tun? ich mach mir große sorgen! hab selber einen 3 monate alten buben zuhause!

ich hatte immer ein super verhältnis aber ich weiß nicht wie ich ihm helfen soll!

heute morgen sah meine mutter dann die anderen schnitte und sprach ihn drauf an...er gab es gleich zu... sicherlich eine art hilfeschrei.

meine eltern wollen heute abend mit ihm in ruhe reden und dann gucken wegen einem psychologen! er braucht auf jeden fall therapie!

ach man... mir gehts richtig mies... er ist sooo ein lieber!!! würde niemals frauen verarschen oder so! hässlich ist er auch keinesfalls... aber die meisten mädels in seinem alter wollen eben schon 20jährige mit auto und da hat er keine chance...

wollt ich mir nur mal von der seele reden... mein mutter ist auch am ende... ich weiß gar nicht obs mein vater schon weiß (der war heut früh schon auf arbeit)

danke fürs zuhören, vielleicht hat jemand erfahrung damit??

danke
jana

Beitrag von jana0310 27.02.06 - 14:03 Uhr

und übrigens:

er ist hundsdürr und meine mutter vermutet schon magersucht...

in seinem schreibtisch lag ein küchenmesser und ein messerschärfer... :-(:-(:-(

Beitrag von floschi 27.02.06 - 14:56 Uhr

Hallo Jana!

Ich habe da einen Link. Vielleicht kannst Du da etwas besser zum Thema informiert werden!

http://www.rotetraenen.de

In dem Forum gibt es speziell eine Kategorie für Angehörige. Da kann man sich austauschen!

lg, floschi

Beitrag von jana0310 27.02.06 - 16:14 Uhr

hi floschi,

danke für den link! hab jetzt sämtliche seiten durchforstet und n haufen ausgedruckt! bringe das jetzt zu meinen ellis!

danke nochmal!!!!!

Beitrag von farideh 27.02.06 - 18:13 Uhr

Eins muss ich dazu sagen Rote Tränen ist eine der besten Seiten,die ich zu diesem Thema kenne und es hilft sehr,wenn man sie sich durchliest oder mit anderen in Kontakt tritt denen es ähnlich geht...

Wenn sich ein Mensch ritzt ist dies immer ein Hilfeschrei, jedoch sollte man da unterscheiden.Manche machen diese Narben sehr versteckt und versuchen dadurch ihren Schmerz los zuwerden. Andere wiederum schneiden sich,damit sie die Aufmerksamkeit bekommen,die ihnen vielleicht fehlt.

So wie du es schreibst,scheint dein Bruder sehr sehr viel nachzudenken und sehr hilflos zu sein.Ich denke er cuttet sich,weil er diesen inneren Schmerz einfach nicht mehr aushält und durch das Cutten diesen Schmerz ein wenig verliert. Man bekommt ein Gefühl noch zu leben und fühlt sich nicht mehr ganz so hilflos und verloren.

Wichtig ist mit ihm zu reden,aber man darf ihn nicht überfordern oder auch zu etwas drängen.Eine Theraphie ist sicherlich der richtige Weg,aber nur dann wenn dein Bruder auch dazu bereit ist.Wenn er merkt,dass ihr ihn nicht alleine lasst und er eine Möglichkeit findet mit seinem Schmerz umzugehen und ihn anders zu kompensieren,kann er auch aufhören mit dem Cutten.
Allerdings würde ich dazu sagen,dass Cutten soetwas ist wie ein Alkoholiker auf Entzug.Es wird immer wieder Situationen geben,in denen man am liebsten zum Messer/Rasierklinge/Glasscherbe greift,einfach um mit den Gefühlen umzugehen und genau für solche Momente sollte man vorarbeiten!

Ich selbst kann da leider nur aus eigener Erfahrung berichten.Ich bin nicht stolz darauf,aber ich weiß wie man empfindet in solchen Momenten.
Wenn du noch Hilfe brauchst kannst du mich auch gerne anschreiben.

Ich wünsche deinem Bruder all die Kraft,die er jetzt braucht!

Beitrag von madjulie 27.02.06 - 20:57 Uhr

Magersucht und Schnitte? - Klingt ein wenig nach Borderline-Syndrom. Erkundige dich mal darüber...

Beitrag von farideh 28.02.06 - 07:25 Uhr

Magersucht und Cutten bedeutet doch nicht gleich Borderline-Syndrom.
Das ist immer diese Verallgemeinerung eines Problems!!!!

Ein Essproblem (egal ob Bulemie,Magersucht oder Fettsucht) können sicherlich ein Anzeichen sein für so etwas und das Cutten unterstreicht das noch,aber Borderline hat viel mehr zu tun und man muss auf viel mehr achten.
Diese Verallgemeinerung finde ich nicht in Ordnung.

Hier mal ein Auzug zusammengestellt von meiner HP und von der Seite http://www.borderlinesyndrom.de/800/index.htm

Wenn man es einfach frei übersetzen würde, so bedeutet es einfach Grenzlinie. Ich glaube jedoch nicht, dass euch dies so weiterhilft. Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhundert geprägt und ist heute Bestandteil der Medizin. Mediziner verwenden den Begriff, wenn sie von Menschen mit einer emotionalen-instabilen Persönlichkeit reden.

Eine Persönlichkeitsstörung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und wird durch ein oder mehrere Verhaltensmuster beschrieben, die in ihrer Ausprägung für die allgemeine Lebensbewältigung hinderlich sein können. Im Gegensatz zu Erkrankungen, die ausschließlich durch bestimmte Lebensumstände oder biologische Faktoren hervorgerufen werden und nach einiger Zeit der Behandlung wieder abklingen, handelt es sich bei Persönlichkeitsstörungen um ein sich langsam entwickelndes und am Verhalten erkennbares Zustandsbild. Natürlich kennt jeder irgendwann einmal das Gefühl, dass er eine intensive Beziehung erlebt, aber diese schon nach kurzer Zeit beendet ist. Oder man fühlt sich der Welt verschlossen und unverstanden. Doch die meisten Menschen, lernen es damit umzugehen und halten dies "in einem gewissen Rahmen".

Es ist schwer, wenn man unter dem Borderline- Symptom leidet, zu erklären, woran man wirklich leidet. Meist sind es mehrere Verhaltensmuster, die sich überschneiden. Sowohl als Betroffener als auch die Umwelt nimmt dies oft als Belastung wahr und ein Miteinander ist sehr schwer möglich. Erst wenn sich schwere Depressionen, Beziehungskrisen oder massives selbstschädigendes und suizidales Verhalten zeigen, wird an eine Erkrankung gedacht. Insbesondere in Stresssituationen beobachten die Betroffenen an sich selbst immer wieder:

1. ausgeprägte Stimmungsschwankungen und Schwierigkeiten im Umgang mit negativen Gefühlen wie Wut und Ärger, Angst und Depression
2. Schwierigkeiten bei der Vewältigung von inneren Spannungszuständen
3. das Auftreten von Gefühlen der inneren Leere oder des Gefühls,"sich nicht spüren zu können"
4. eine Neigung zu selbstschädigendem Verhalten, z.B. sich selbst zu verletzen, zu betäuben, sich lebensgefährlichen Risiken auszusetzen oder an Selbstmord zu denken
5. Schwieregkeiten, stabile oder zufriedenstellende Beziehungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuhalten
6. Angst vor Trennungen und dem dauernden Gefühl, allein zu sein

Beitrag von donravello 28.02.06 - 07:43 Uhr

hi jana,

es ist nicht schön dieses zu lesen was dein bruder macht.
als erstes die fragen:
ist dein bruder gegen tetanus (wundstarrkrampf) geimpft.

hat dein bruder die schnittstellen ärtzlich versorgen lassen (entzündung)

daß diese ritzerei ein hilferuf ist, keine frage, doch sollte man vorsichtig mit der diagnose borderliner sein.
denn es ist leider auch eine modeerscheinung bei den jugendlichen.
aussage eines therapeuthen, den ich persönlich kenne.
so wie du es beschreibst, fehlt deinem bruder das selbstrvetrauen, d. h. eine therapeuthische begleitung wäre da angesagt.
wie schon geschrieben wurde, muss dein bruder auch wollen.

es gibt verschieden wege der behandlung, eine anfängliche medikamentöse therapie in begleitung eines thearpeuten.

diese therapie dient dazu, daß dein bruder ersteinmal innerlich zur ruhe kommt. dauert ca. 3 wochen, danach kann er entweder eine ambulante behandlung weiterhin bei seinem therapeuthen tätigen, oder schlimmstenfalls muss/kann/sollet er in stationäre behandlung, psychsosomatische klinik.

trinkt dein bruder ab und an alkohol um sich befreiter zu fühlen?
das kann eine begleiterscheinung sein, damit der inner druck sich löst.
spielt dein bruder oft und lange irgendwelche pc oder konsolespiele?
auch das kann eine begleiterscheinung sein.
ganz wichtig ist, sollte dein bruder sich zu einer therapie entschließen, ehrlich zu sich selbst sein.

grüßle
viel erfolg

wolf

Beitrag von bunny2204 28.02.06 - 07:27 Uhr

Hallo Du,

dein Bruder braucht dringend professionelle Hilfe. Er leidet offenbar am Border-Line-Syndrom.

Wendet euch doch mal ans Gesunheitsamt, vielleicht gibts da eine Beratungsstelle für Angehörige!

Viel #klee

Bunny #hasi

Beitrag von farideh 28.02.06 - 07:55 Uhr

Dem Beitrag von Wolf kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Wie ich schon geschrieben habe ist es wirklich wichtig,dass er es selbst möchte und das er diesen Schritt geht. Sicherlich muss er ihn alleine machen, aber ihr sollte ihn dabei unterstützen und Vorwürfe wären sicherlich der falsche Weg dazu.

Überleg einfach mal in Ruhe wie das Umfeld um deinen Bruder aussieht. Ob er eher jemand ist,der viel Zeit alleine verbringt und wenig Freunde hat,ob er wenig über sich selbst redet und die meiste Zeit in seinem Zimmer verbringt oder wie er mit Problemen umgeht,wenn es nicht um Beziehungen geht.
(zum Beispiel schulische Probleme oder ähnliches!) Vielleicht achtest du mal darauf ob er oft Stimmungsschwankungen hat.
Aber ich glaube es ist wichtig das ihr versucht das ganze Gemeinsam mit jemanden zu besprechen,der davon mehr Ahnung hat,nach all den Informationen,die ihr jetzt erhalten habt könntet ihr auch einfach etwas "Falsches" sehen,einfach in der Angst,die ihr habt (und welche auch berechtigt ist!)

Beitrag von donravello 28.02.06 - 08:21 Uhr

hi nicole,

#danke für deine zustimmung.;-)

wenn ich deine antwort lese, stelle ich fest, daß mir selbst beim schreiben einiges untergegangen ist.
z.b. freunde, was für freunde sind es?
umgibt sich nicht ein betroffener zu oft mit den falschen freunden?
ich meine damit, daß jeder betroffe egal welcher psychose er unterliegt, gelichgesinnte sucht?
z.b. alkoholkranke suchen sich (un)bewusst menschen aus, die auch viel alkohol trinken.
spielsüchtige egal welcher art dieser sucht, umgeben sich mit spielsüchtigen.

sich das persönliche zurückziehen (einkapseln), nicht am leben teilhaben wollen, gehört genauso dazu, wie wutanfälle oder das schmerzhafte selbstbemitleiden (keiner liebt mich, keiner mag mich, alle wollen nur schlechtes von mir.).

ferner sollten auch die eltern eventuell eine selbsthilfegruppe aufsuchen oder sich mit dem thearpeuthen unterhalten, wie sie einen weg zu dem jungen finden um ihn unterstützend zu begleiten.

grüße
wolf

Beitrag von knubumon 09.03.06 - 15:12 Uhr

ich hab mir selbst 4 jahre lang die arme immer wieder aufgeschnitten...vielleicht kann ich dir einiges dazu erklären...ihr solltet ihn auf jeden fall nicht zu einer therapie zwingen...das bewirkt nur das gegenteil.du kannst dich gerne per email bei mir melden

Beitrag von schmetterling7 10.03.06 - 14:28 Uhr

hallo meine liebe
lass dich #liebdrueck
wichtig ist jetzt für deinen Bruder da zu sein.
Ich erzähl dir jetzt etwas sehr persönliches.
Ich hab auch mit 12 angefangen zu ritzen,
mit Glasscherben,
Manche waren so tief das ich heute davon eine fast
10 mm dicke Narbe habe.
Ich konnte erst vor gut 2 Jahren damit aufhören,
dass mit der Magersucht ist sicherlich richtig.
Ich habe auch mich und meinen körper abgrundtief gehasst
und monatelang fast nichts oder tierisch viel gegessen,
dazu hab ich auch noch täglich starke Tabletten genommen
Bis ich sogar dadurch Gastritis bekommen habe,
heute hab ich einen sehr empfindlichen Magen.

Er braucht euch jetzt.
Gebt ihm unbedingt das Gefühl wichtig zu sein.
Wenn du fragen hast.
Gerne auch über meine Vk!

liebe Grüße und viel Glück

Beitrag von blume712 22.06.06 - 00:48 Uhr

Hallo Jana!
Dein Bruder und ich haben etwas gemeinsam!
Ich (17) ritze mich auch noch! Ich kann dein Bruder verstehen! Eine Freundin von mir ist in einer Anstalt! Wegen starken Depresionen! (sie ritzt sich auch) Das einzigste was dein Bruder jetzt brauchst sind deiner Mutter und dich! Sei für ihn da! Gib ihm das Gefühl etwas besonderes zu sein! Weiß du ich hab auch sehr viel abgenommen! In den letzten 3 Wochen habe ich 6 Kilo abgenommen! wiege jetzt nur noch 49 Kilo! Ich habe nie Hunger! bin einfach down! Und rede mit ihm! versuche es! es wird helfen!