Soll ich oder soll ich nicht???

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von sappho2001 27.02.06 - 15:42 Uhr

Hallo!
Ich bitte mal um eure Hilfe.
Wir erwarten in 2 Monaten doppelten Nachwuchs. #freuEigentlich war uns immer klar, dass wir die Kinder 2-sprachig - englisch/deutsch - erziehen. Aber jetzt bin ich mir auf einmal total unsicher und hab Angst, einen großen Fehler zu machen. #augen

Es ist so: Ich bin keine Muttersprachlerin in Englisch. Ich hab aber mal vor ein paar Jahren einige Zeit in den USA gelebt und bin schon der Meinung, dass ich sehr, sehr gut Englisch spreche. Ich arbeite auch in einer englischen Familie und die Mutter meint auch, dass mein Englisch sehr, sehr gut ist und sie keinen großen Unterschied zwischen Muttersprachler und meinem Englsich hört (bis auf den Ami-Akzent, der ihr als Engländerin natürlich gar nicht passt ;-)).
Ich hatte ursprünglich vor, dass ich von Anfang an mit den Kids nur englisch spreche und meine Frau (Homo-Ehe - nicht wundern!) nur Deutsch. Familien- und Umgebungssprache auch Deutsch. Ich bleib die ersten 3 Jahre mit den beiden zuhause, werd also erstmal diejenige sein, die die meiste Zeit mit den Kindern spricht. Glaub, so wäre es auch ganz gut, da ja "der Rest der Welt" deutsch spricht und es so ganz ausgewogen ist.
Aber jetzt krieg ich doch Zweifel, ob ich wirklich gut genug englisch spreche. Hin und wieder fällt mir dann mal ein Wort ein, das ich eben NICHT weiß (heut z.B. aus einem bestimmten Kontext heraus das Wort "Ringelnatter" #kratz) oder ich gerate eben doch mal ins Stocken. Da frag ich mich dann, ob das nicht den Kindern mehr schadet, als nutzt.
Außerdem hab ich mal gelesen, dass man als Nicht-Muttersprachler halt nicht so "gewählt" spricht und da dann bestimmte Bestandteile der Sprache (Sprichwörter, Tonfälle...) fehlen, die aber besonders auf der zwischenmenschlichen Ebene eine große Bedeutung haben. Hab einfach Angst, dass ich dann nicht so "natürlich" mit den Kindern rede. #augen
Wenn ich aber mit anderen englisch rede, kommt mir das gar nicht so vor. Da schalt ich sofort wieder in den "Englisch-Modus" und es ist das natürlichste auf der Welt für mich (denke dann auch englisch).
Außerdem haben wir auch ne Menge englischer Kinderbücher, Videos... die den Spracherwerb ja zusätzlich unterstützen würden. und dann würd ich sie später zusätzlich gerne in einen englischsprachigen KiGa schicken.
Bin jetzt irgendwie total verunsichert und schwanke total zwischen 2-sprachig oder nicht.
Was meint ihr???

Sollte ich mich wirklich dagegen entscheiden: Meint ihr, es wäre sinnvoll, dann bestimmte Situationen zur "Englisch-Zeit" zu machen? Dachte z.B. ans abends vorlesen (nur englisch und dann auch englisch mit den Kindern drüber sprechen). Klar definierte Situationen und Zeitpunkte halt, so dass die Kinder nicht zu verwirrt sind. Geht das? Hab ne Freundin, die aus Albanien kommt. Dort gab es keinen eigenen Fernsehsender, sie haben nur italienisches Fernsehen empfangen. Und sie meinte, dass sie alleine dadurch perfekt italienisch gelernt hat. Da müsste das doch durch englisch vorlesen, englische Videos... auch gehen... #kratz
Aber wie gesagt nur als Lösung, falls wir nicht 2-sprachig erziehen.
Bitte um eure Meinung!
#danke

Sandra
mit #baby MEGAN im Bauch (31. SSW) #liebe

Beitrag von kmh2105 27.02.06 - 16:13 Uhr

hy megan

also ich will unseren nachwuchs auch 2 sprachig erziehen!soweit ich weiß ist es immer von vorteil kinder mehrsprachig zu erziehen!

alles liebe kerstin (17+0)

Beitrag von jova79 27.02.06 - 16:40 Uhr

Hallo,
ich hatte mir das auch schon überlegt. Zwar spricht mein Freund kein deutsch, nur englisch, und da ist ja klar dass das Kind zweisprachig aufwächst.
Leider kann er anfangs nicht immer bei uns sein, also werde ich auch öfters mal englisch mit unserem Kind reden, da ich sonst fürchte dass es seinen Vater nicht versteht.
Ich werde es aber auf bestimmte Zeiten beschränken, eben beim vorlesen usw. Denn ich möchte mit meinem Kind in meiner Muttersprache sprechen, weil ich mich in keiner anderen Sprache so ausdrücken kann wie auf deutsch. Und das ist sicher auch sehr wichtig für die Sprachentwicklung beim Kind.
Ich denke ich würde an Deiner Stelle auch hauptsächlich deutsch mit den Kindern reden, aber auf jeden Fall die englischen Bücher vorlesen, Lieder vorsingen usw. So als täglichen kleinen "Babysprachkurs".

Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen.

Viele Grüße #blume
jova79

Beitrag von denny79 27.02.06 - 16:54 Uhr

Hi Sandra,

hm - ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum man Kinder unbedingt 2-sprachig erziehen will, wenn weder einer der Eltern Muttersprachler ist oder man in absehbarer Zeit ins Ausland auswandert?! Klar lernen Kinder super schnell und es mag auch sein, dass es anthroposophisch, intellektuell oder auch modern sein mag - aber mal ehrlich: warum??? Wo ist der Vorteil für das Kind? Und bringt es nicht eher Probleme mit Gleichaltrigen die "nur" deutsch sprechen? Ich selber bin Fremdsprachenkorrespondentin und spreche auch 2 Sprachen wie eine Muttersprachlerin, aber auf die Idee bin ich nie gekommen. Wir hatten im Studium viele Studenten, die 2sprachig erzogen wurden, es war für sie kein Vorteil. Sie konnten neue Regelungen z.B. in Englisch nur sehr schwer anwenden da sie es eben ein Leben lang anders gesprochen haben (das grammatikalische ist ja ein unterschied zum gesprochenen) Zudem kam es oft zu diskussionen mit dem Dozenten, da sie vieles "besser wussten" (teils mit Recht!)

Versteh mich bitte nicht falsch, ich will dich nicht von eurem Vorhaben abbringen, ich verstehe nur einfach den Sinn darin nicht wirklich. Zumal die Wahrscheinlichkeit das euer Kind sowieso sprachlich begabt sein wird und schnell lernt sehr hoch sein wird.

Mein "Ziel" ist es, mein Kind erstmal "normal" zu erziehen und so früh wie möglich seine Interessen und Stärken rauszufinden und dann eben diese zu fördern / unterstützen. Ich will lieber vorlesen, basteln etc., da ich einfach finde, das kommt heutzutage viel zu kurz. Mag auch für manche blöd sein, erstmal "garnix" zu machen - aber ist eben meine Ansicht. Genauso will ich auch deine nicht ändern - wollte dir nur meine Meinung mitteilen, wie du´s wolltest ;-)

Hoffe das kommt nun alles nicht falsch an!

LG
Denise

Beitrag von 01wba056 27.02.06 - 17:00 Uhr

Hi,
also ich würd mir da nicht so einen Kopf machen! Offenbar kannst Du sehr gut Englisch,a uch wenns nicht Deine Muttersprache ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß du deinen Kindern schadest. Selbst wenn sie Englisch schlechter sprechen als ein Native-Speaker, sie sprechen Englisch! Und damit gibst Du ihnen einen super (muß fast sagen unbezahlbaren) Vorsprung gegenüber anderen die sich mit Englisch durch die Schule quälen. Vor allem ist es eine Sprache, die in fast jeden Beruf mittlerweile gefordert ist und mit der man sich auf der ganzen Welt verständigen kann. Da kannst Du meiner Meinung nach nix schlecht machen!!!!
Ich arbeite in einem Internationalen Konern mit Sitz in der Schweiz. Und obwohl wir (Österreich) die selbe Sprache sprechen wie unsere Schweizer Mutter ist die Konzernsprache Englisch. Da ich fürs Konzernreporting zuständig bin, brauch ich Englisch ziemlich oft. Ich beneide oft meine Kollegen, die durch Auslandsaufenthalte oder doppelsprachiges Elternhaus da gar keine Sprachbarrieren haben! Den Vorteil kann man meiner Meinung nach nicht wirklich aufholen, ausser man geht so wie Du selbst ins Ausland.

Ich hoffe, Du überlegst es Dir noch!
lg
Mia

Beitrag von lalelu68 27.02.06 - 17:29 Uhr

Hi Sandra!
Jetzt mal ganz konkret: ich bin sogar 3-sprachig aufgewachsen (Ungarisch, Spanisch und Deutsch) - und bin heilfroh, dass es so gemacht wurde!!!!! Ich werde mein Kind unbedingt auch 2-sprachig aufwachsen lassen und es bringt auf jeden Fall Vorteile: schon alleine die Tatsache, dass man den Vorsprung hat, eine Sprache nicht büffeln zu müssen sondern sie einfach kann! Und ich bilde mir ein, dass eine gewisse Affinität zu Sprachen damit gefördert wurde....
Ob Du nun Muttersprachlerin bist oder nicht, ist doch wurscht, Du sprichst Die Sprache sehr gut und darauf kommt es an. Du selber solltest halt nicht zu oft zwischen den Sprachen switchen (also Du größtenteils auf Englisch, Deine Partnerin größtenteils auf Deutsch) aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Du nicht auch im Englischen eine Innige, Emotionale Kommunikationsebe mit Deinen Kids haben wirst! Und man mag sich als Muttersprachlerin vielleicht nicht ganz so "gewählt" ausdrücken, aber man spricht ja auch in seiner Muttersprache nicht grad Duden-Deutsch mit seinem Kind.... Ich würd's wirklich so machen und ich sehe sehr wohl einen Vorteil darin für die Kinder (spreche aus eigener Erfahrung) - und mach Dir nicht so nen Kopf, wenn Dir mal ein Wort nicht einfällt!!! Was ich allerdings nicht so gut finde ist, wie schon von jemandem erwähnt, so ne Art Baby-Sprachkurs und die Fremdsprache auf Vorlese oder ähnliches zu beschränken.
Na, ich hoffe, ich konnte Dir die Entscheidung etwas erleichtern!
Grüßle,
Lalelu68 mit #Ei 15+1

Beitrag von tanteju78 27.02.06 - 23:06 Uhr

Hallo Sandra,

ich kann dir da keinen Rat geben, kein "Patentrezept", da es echt immer auf das KIND ankommt, wie es mit der 2-Sprachigkeit zurecht kommt.

Ich arbeite in einem Kindergarten, in dem wir auch einige Kinder betreuuen, die eben auch 2-sprachig aufwachsen, die meisten davon mit deutsch als "1.Muttersprache" ("zweitsprache" ist bei 2 Kindern englisch, 1x niederländisch (und etwas schwedisch) und 2 mal polnisch----die aus meiner Gruppe alle)

Von Kind zu Kind ist es nun unterschiedlich, wie sie mit der 2-sprachigkeit aufwachsen, ZB das deutsch-niederländisch sprechende Kind kann beide Sprachen fliessend, sie wechselt auch automatisch, je nachdem, mit wem sie spricht.
Eies der deutsch-polnisch sprechenden kinder jedoch hat gravierende Probleme mit der deutschen Sprache, auch wenn deutsch als "Hauptsprache" auch zu hause gesprochen wird. Dadurch, dass es direkt 2 Sprachen erwerben soll, kommt es u.a. mit der Grammatik durcheinander und hat insgesamt einen eher kleinen deutschen Wortschatz.

So, jetzt habe ich dir 2 gegensätzliche Beispiele beschrieben.

Zeigen möchte ich dir damit, dass du einfach sehen musst, wie EURE Kinder zurecht kommen. Ich selber würde glaube ich (könnte ich eine Fremdsprache so gut wie du) einfach mal versuchen, von Anfang an englisch mit den Kindern zu reden, Englisch vorzusingen usw. ABER, ich würde auch immer im Auge behalten, wie die Kinder mit der deutschen Sprache (da sie ja nunmal hier leben) zurecht kommen! Denn deutsch werden sie ja in erster Linie brauchen, gerade später in der Schule.

Wenn ich dann das Gefühl bekommen würde, meine Kinder wären überfordert durch den gleichzeitigen Erwerb zweier Sprachn, würde ich glaube ich dann doch in erster Linie die deutsche Sprache bevorzugen und englisch dann echt nur noch zwischendurch mal (wie du sagtest als video oder buch).

Denn:

Für den Erwerb weiterer Sprachen ist es wichtig, dass Kinder die Muttersprache gut und korrekt beherrschen, sowohl vom Wortschatz her als auch von der Gramatik! (Sprich, erst wenn kinder in der muttersprache (bzw eben wenn es klappt in beiden muttersprachen) sicher sprechen können (quasi die regeln der sprache erlernt/erkannt haben), können sie später auch erfolgreich weitere sprachen erlernen.

öm ja, ist glaube ich etwas kompliziert jetzt geschrieben#kratz, aber zur not kannste mich ja mal anmailen, falls ich mich so umständlich ausgedrückt habe :-)

LG, Ju

Beitrag von tanteju78 27.02.06 - 23:11 Uhr

achso, gib doch mal bei google zweisprachigkeit oder spracherwerb oder so ein, da findeste auch einiges an infos!