Ich fall aus allen Wolken! Warenkreditbetrug!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tanni2210 27.02.06 - 16:09 Uhr

Hallo !
am Samstag haben wir bzw Mein Mann post von der Kriminalpolizei bekommen .
Als ich den Brief las bin ich aus allen Wolken gefallen
Meinem Mann wird Warenkreditbetrug vorgewurfen er soll vor ca 2 jahren bei einem Einkauf ( ca15,00 eur:-[)
mit Karte gezahlt haben und dieses sei nicht abgebucht worden (waren zu der Zeit noch nicht Verheiratet und hatte auch nicht wirklich einblick auf sein Konto.
Heute sieht das anders aus da habe ich die Finanziellen Sachen in der Hand) Er meint es kann gut sein das es nie bezahlt worden ist er ist damals Arbeitslos gewesen und hat sich gehen lassen Heute hat er eine Gutbezahlte Arbeit Vorbestraft ist er auch nicht .
Er sagt auch,es war nicht seine Absicht eine Kriminelle Tat zu begehen.Naja er musste was ausfüllen Angaben zur Person Wirtschaftliche Verhältnisse usw und es an die Polizei zurückschicken (schon getan)
Weiss jemand was jetzt auf uns bzw Meinen Mann zukommt???#kratz
Gruss Tanja

Beitrag von karpathos 27.02.06 - 19:13 Uhr

da kann er doch nichts dafür wenn die 15 € nicht abgebucht wurden. Wenn ich mit der ec karte bezahle und es wird nicht abgebucht, das würde ich gar nicht bemerken. Ich zahle alles mit ec-karte: im Supermarkt, Kleidung, Bücher.... Und wenn die Firma nicht abbucht ist sie doch selber schuld oder?

Beitrag von mari_g 27.02.06 - 20:23 Uhr

Ich vermute mal, dass das Konto nicht gedeckt war und deswegen nicht abgebucht werden konnte.

Beitrag von luise.kenning 27.02.06 - 21:05 Uhr

hallo,

deine einstellung ist ja ganz schön bedenklich, ich hoffe, du kommst damit nicht auch mal in schwierigkeiten.

man bekommt das mit, weil man es nämlich von der bank geschrieben bekommt. und auf dem kontoauszug sieht. und vom unternehmen angemahnt wird. ausserdem muss man eben als kreditwürdiger bankkunde sorge dafür tragen, dass das konto gedeckt ist. man kann sich nicht darauf berufen, dass man das eben nicht gewusst hat. man hätte es wissen können und damit auch wissen müssen.

es ist nicht so, dass die firma nicht abbucht, sondern das die buchung mangels deckung zurückgegangen ist.#


Luise

Beitrag von karpathos 27.02.06 - 21:12 Uhr

ich wußte nicht daß das Konto ihres Mannes nicht gedeckt war, denn dann ist es natürlich eine andere Sache. Ich dachte es wurden ihm nur 15 € nicht abgebucht. Wie gesagt wenn ich bei den vielen verschiedenen Einkäufen einmal etwas nicht abgebucht bekommen würde, dann würde ich es nicht merken. Aber das Konto ist natürlich gedeckt.

Beitrag von luise.kenning 27.02.06 - 20:44 Uhr

Hallo Tanja,

also, wenn der Betrag nicht abgebucht werden konnte, dann hat er das auch mitbekommen. Zunächst bekommt man eine Mitteilung von der Bank, dass eine lastschrift nicht eingelöst werden konnte mangels Deckung. Dann sperrt einen derjenige Laden für die Bezahlung per Lastschrift.

Ausserdem stehts nochmal auf dem Kontoauszug drauf.,

Das Unternehmen verschickt dann mindestens 3 Mahnungen, bevor es die Sache an ein Inkassounternehmen abgibt. Die mahnen dann nochmals und nochmals, oft mit nem Vorschlag, dass man die Sache doch wenigstens per raten begleicht.

irgendwann kommt ein mahnbescheid, in nem gelben umschlag vom gericht und wenn man darauf nicht reagiert, kommt der vollstreckungsbescheid...

also wie gesagt, das waren mindestens 15 Briefe, die dein mann dann ignoriert hat.

beim warenkreditbetrug geht nun die kripo davon aus, das er gewusst hat bzw. hätte wissen müssen, dass sein konto nicht gedeckt ist und dass er sich nach nichteinlösung wenigstens um die sache hätte kümmern müssen, indem er das nachträglich bezahlt.

wahrscheinlich hat das unternehmen deinen mann nun angezeigt.

wichtig: er soll das bezahlen. mittlerweile werden es ein paar hundert euro sein, mit zinsen und gebühren und kosten. er kann das natürlich abzahlen oder einen vergleich vorschlagen. vielleicht lassen die ja auch noch mit sich reden und ziehen die anzeige zurück.

im übrigen kann es sein, dass ihm seine bank das konto kündigt.

zum strafmaß: liegt im ermessen des gerichts. theoretisch geldstrafe oder freiheitsstrafe bis max. 5 Jahre.

dazu wird es aber nicht kommen. wahrscheinlich muss er ne geldstrafe zahlen und sich um wiedergutmachung bemühen. es wird vor gericht einen guten eindruck machen, wenn er sich um zahlung bemüht bzw. die sache schon gezahlt hat.

es empfiehlt sich, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

LG

Luise

Beitrag von mari_g 27.02.06 - 20:31 Uhr

1. Diesen Bogen hätte er nicht ausfüllen müssen. Es hätte gereicht dort anzurufen und einfach zu sagen, dass man sich dazu nicht äußert. Sonst nichts sagen.
Dann zum Rechtsanwalt gehen.

2. Es ist 2 Jahre her, es geht nur um 15 €. Das wird sowieso eingestellt werden. Von daher nicht zu große Gedanken machen.

3. Geht zu einem Anwalt, bevor ihr noch Fehler macht.

Beitrag von mork 28.02.06 - 10:08 Uhr

Hallo,

um eine Straftat begangen zu haben, müsste Dein Mann zum Zeitpunkt des Einkaufs den Vorsatz besessen haben, die Ware nicht zu bezahlen, bzw. zum Zeitpunkt des Einkaufs die Möglichkeit billigend in Kauf genommen haben, dass er die Ware nicht wird bezahlen können.

Und das war ja wohl nicht der Fall.

Dein Mann muss also nur auf seine Zahlungsabsicht zum Zeitpunkt des Einkaufs bestehen.

Und wenn er sich diesbezüglich nicht widerspricht, wird ihm das nicht zu widerlegen sein.

Dass er später die Ware nicht bezahlte ist strafrechtlich irrelvant. Hieraus entstehen nur zivilrechtliche Ansprüche .

Bezahlt den Betrag der gefordert ist und soweit begehrt Zinsen plus eventuell angefallener Kosten (max. in Höhe eines eingeschalteten Anwalts, da Anwaltskosten bei solch einem Betrag i.d.R. geringer sind als Inkassokosten).

Das Verfahren müsste i.d.R. eingestellt werden.


mork