Alkohol für 14-jährige?

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 14:31 Uhr

Hallo,

mein Sohn, 14 Jahre alt, wird im Mai konfirmiert.

Nun fragte er mich, ob er aus diesem Anlass auch mal Alkohol trinken dürfe.

Weiterhin werden Freundinnen und Freunde von ihm in diesem Jahr konfirmiert oder feiern Jugendweihe, wo auch für die Jugendlichen Alkohol angeboten wird.

Wie verhalte ich mich jetzt?

Verbiete ich es rigoros, wecke damit das Interesse am Verbotenen?

Lasse ich es zu, kann er dann damit umgehen? Sein sonstiges Verhalten zeigt mir nicht, dass ich ihm immer vertrauen kann.


Ich kann es nicht einschätzen, freue mich aber sehr über die Frage und das Vertrauen von ihm, mit uns darüber zu reden.

Ich habe ihm noch keine konkrete Meinung gebildet und möchte so viele Meinungen wie möglich hören.
Vielen Dank im Voraus.
M.

Beitrag von thetis 28.02.06 - 14:59 Uhr

Wer bietet denn Alkohol für Jugendliche an?

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 15:11 Uhr

Letztens war er auf einer Party von einer 16-jährigen, mit deren Mutter ich gut befreundet bin.

Sie fragte mich vorher, ob es o.K. wäre, wenn er einen leichten Punsch trinken dürfe.

Da sagte ich noch nein.

Bei unserer Feier biete ich natürlich auch keinen Alkohol für Jugendliche an, aber was machen andere Eltern?

Sind die immer dabei?

Ich kann mich aber auch erinnern, dass ich bei meiner Konfirmation ein Glas Sekt trinken durfte.

Danke für dein Interesse.

M.

Beitrag von thetis 28.02.06 - 16:53 Uhr

Ich durfte auch, aber war das so OK? Ich meine ja nur, warum sollte man jugendliche schon and das Zeug gewöhnen bevor sie es legal erwerben können?

Uns wird/wurde der "Alkohlgenuß" vorgelebt, aber wir müssen das ja nicht immer weiter tragen.

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 16:59 Uhr

Da hast du sicher recht, aber hat es uns geschadet?

Mir jedenfalls nicht.

Macht der Reiz des Verbotenen nicht eher die Sache interessant?

Für meinen Sohn ist das ein Thema.
Sonst hätte er nicht gefragt.

Im Prinzip hast du ja vollkommen Recht, ich weiß ja auch nicht, was das Richtige ist.

Danke.

M.

Beitrag von thetis 28.02.06 - 17:03 Uhr

Zu "Geschadet": Nicht direkt, nicht direkt.

Aber es hat gehörig Respekt vor "diesem Teufelszeug" abgebaut finde ich.

Ich denke mal wenn dein Sohnemann schon so verantwortungsbewusst ist dich zu fragen was du dazu meinst, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er verantwortungsbewusst mit C2H5OH umzugehen lernen gedenkt.

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 17:08 Uhr

Genau da habe ich meine Zweifel.

Er ist nicht so zuverlässig und in seinem Verhalten nicht so unbeeinflußbar wie andere.

Ach, Kinder sind waren und bleiben in jedem Alter schwierig.

Manchmal lache ich mit einem tränenden Auge, wenn ich an den Spruch meiner Oma denke:"Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen."

M.

Beitrag von thetis 28.02.06 - 17:12 Uhr

Vielleicht wäre es eine gute Gelegenheit für den kleinen mal zu üben wie man sich gegen Gruppenzwang durchsetzt.

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 17:19 Uhr

Der "Kleine" kann sich für seine Interessen ganz hervorragend einsetzen, hat auch keinerlei Probleme damit, gegen den Strom zu schwimmen. Das bewunder ich an ihm. Er sagt ganz offen seine Meinung, auch vor Lehrern und Mitschülern, unabhängig davon, ob die anderen das auch so sehen (hat er von seiner Mama) ;-)


ABER, ist sieht er es als sein Interesse an, keinen Alkohol zu trinken? Macht es für ihn da Sinn, sich von der Masse abzusetzen?

Das ist hier die Frage!

Das weiß ich nicht.

Beitrag von sparrow1967 28.02.06 - 23:26 Uhr

Halte Dich einfach ans Gesetz: ab 16 n Sekt oder n Wein oder n Bier zu nem Anlaß , ab 18 die härteren Sachen.
So machen wir es auch. Unsere Große wird nächste Woche 15...in ihrer Klasse haben alle schon Erfahrungen mit Alk gemacht- nur sie nicht...oh doch...einmal hat sie sich nen Cocktail bestellt- ohne zu lesen was drin war. Tjo...da waren 7 Euro Taschengeld weg für etwas, an dem sie nur genippt hat. Es war ihr zu scharf und hat merkwürdig geschmeckt, sagte sie. Ich konnte nicht an mich halten und habe mich in dem Bistro beschwert, wieman AlkCocktails an 14Jährige ausschenken kann... aber das ist n anderes Thema ;-).


Also: ICh würde keinen Alkohol anbieten und ihm auch klarmachen, dass der Gesetzgeber es noch gar nicht erlaubt und DU dich damit strafbar machen würdest.

sparrow

Beitrag von ma7schi 01.03.06 - 07:34 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich weiß nicht, ob ich so rigoros wie du durchziehen werde, nehme aber deinen Beitrag als Denkanstoß für mich.

Manuela

Beitrag von sparrow1967 01.03.06 - 09:06 Uhr

Für uns gibt es Sachen über die man mit den Kindern diskutieren kann und Sachen, die völlig indiskutabel sind. Und dazu gehört unter anderem das Thema Alkohol.
Ich habe unserer Großen erklärt, dass es für viele Eltern einfacher ist, so etwas zu erlauben- denn dann haben sie keinen Stress mit den Kindern und ihre Ruhe. Wir aber nehmen den Stress und die Auseinandersetzungen gerne in Kauf- zu ihrem Wohl. Den Alkohol in dem ALter ist mit Sicherheit nicht zu ihrem Wohl ;-) und somit gibts klare Ansagen: NEIN. Falls sie meint, doch etwas trinken zu müssen folgen halt Konsequenzen.
Ich bin der Ansicht, dass man die Kinder/Jugendliche schon ernstnehmen sollte- aber manche Entscheidungen und Verbote haben sie halt zu akzeptieren- dafür bin ich Eltern und mein Kind noch keine 18 ;-).

Und nur weil andere Eltern was erlauben- das war bei uns noch nie ein Grund auch etwas zu erlauben. Wir zeigen unseren Mädels, dass man nicht immer mit dem Strom schwimmen muß- auch wenn es Anfangs scheint, dass es besser/schöner/einfacher ist.


uuupsss...schon wieder so viel geworden *g*....

lieben Gruß
Christine

Beitrag von lea03 01.03.06 - 00:16 Uhr

Hallo Manuela #liebdrueck

ich bin zarte 23 Jahre alt, ;-) also meine "Jugend" liegt noch nicht weit zurück.

Ich erinnere mich noch genau, wie es damals bei meinen Freundinnen und mir war. ;-) Wir haben doch schon ne wilde Jugend durch #hicks Und da spielte auch Alkohol mit 14-15 irgendwann ne klitzekleine Rolle ;-)

So, ich weiss ja nicht, aber einige würden jetzt sagen: Boahr, wie Asozial, und was müssen das für Familienverhältnisse sein...#bla #bla #bla ;-)

Aber, wir waren Jung, wir kannten unsre Grenzen, unsere Eltern waren nicht dumm, die wussten hundertpro was Sache war...behielten uns im Auge, ohne uns das Gefühl zu geben uns groß einzuschränken ;-)

Heimlich getrunken, hatte damals niemand von uns (Freundinnen), damals zu unserem 15 Geburtstag (meiner Freundin und mir) haben wir noch Bierkisten mit unseren Eltern ausgehandelt *lol* Das war fast überall so

Wir haben uns nicht ins Delirium getrunken, und hatten klare Grenzen: Meine Eltern hätten mich eingesperrt, hätte ich mich dermaßen irgendwo betrunken, dass ich nicht mehr gewusst hätte, was ich mache ect. pp

Wir waren ja kein Freundeskreis der jedes Wochenende oder gar täglich Alkohol getrunken hatte. Oh nein! #schock Wir haben auch nicht auf der Straße getrunken, wie damals andere in meinem Alter #schock

Naja, ganz ehrlich, meine Freunde, Bekannten und ich hatten eine sehr sehr sehr wilde Jugend! Auch hin und wieder sehr feucht fröhlich #hicks Gott sei Dank, wie gesagt kannten wir Grenzen! Heute sind wir Krankenschwester, Industriekauffrau, Bankkauffrau, SozPädAss, Studentin ect pp.

Also, ich finde, als Mutter mit Jugendlichen in diesem Alter, muss man schon damit rechnen das früher oder später evtl. auch mal heimlich etwas Alkohol fliesst.

Boahr, ich hätte jetzt noch sehr viel darüber schreiben können und über meine Erfahrungen, aber #hicks das ist mir zu heikel ;-)

Frag ihn erstmal warum er ein Glas trinken möchte.

#liebdrueck
Katrin

Beitrag von ma7schi 01.03.06 - 07:36 Uhr

Weil es für ihn interessant ist, ich denke der Reiz des Verbotenen ist da sehr stark.

Woher das Interesse komnmt, ich weiß es nicht.

Aber ich denke, ich werde es ihm erlauben, weil ich einfach angst habe, dass er es dann heimlich macht.

Liebe Grüße und danke für deine Antwort.

Manuela

Beitrag von sparrow1967 01.03.06 - 09:18 Uhr

Wenn er es heimlich macht, folgen Konsequenzen. Ganz einfach.
Ich habe ne Cousine, die hat ihrer Tochter auch mit 14 erlaubt mal n Glas Wein zu trinken...so in ihrer Anwesenheit.
Dann folgte die erste Fete....mit 15- dazu gehörte Alkohol. Dann trafen sich ein paar "Freunde" abends an ner Brücke...dazu gehörte Alkohol. Heut ist sie 18 und man hört: boaahh...wr haben uns die Kante gegeben.

Was ich sagen will: das Erlauben von bestimmten Dingen hält die Kids nicht immer davon ab, wieder neue Grenzen zu überschreiten. Sie KÖNNEN noch nicht verantwortungsvoll damit umgehen- dazu fehlt es ihnen an ...hm...Hirn ;-).
Wir geben ihnen eine Selbstverantwortung in die Hand, für die sie - imho- viel zu jung sind.



*hehe* mir fällt gerade ein: wenn er Angst hat, vom Rauchen Krebs zu bekommen- dann zeig ihm doch mal ne Alkoholgeschädigte Leber....;-) vielleicht ist das Thema dann auch durch.

Sorry, dass ich mich jetzt auch hier nochmal zu Wort melde. ABer ich bin vehement gegen das Erlauben von Alkohol bei Kindern/Jugendlichen. Ich krieg schon nen Kackreiz, wenn ich Eltern sehe, derern Kleinkinder mit dem Finger den SAchaum vom Bier "naschen" dürfen. So nach dem Motte: " Oh wie süß, das macht er/sie so gerne...ist ja auch nur Schaum!" Wenn ich so was sehe, schlägt meine Stimmung sofort um und ich gehe.


lg
Christine

Beitrag von ma7schi 01.03.06 - 10:10 Uhr

Hallo Christine,
bei deiner Aussage: "Ich krieg schon nen Kackreiz, wenn ich Eltern sehe, derern Kleinkinder mit dem Finger den SAchaum vom Bier "naschen" dürfen. So nach dem Motte: " Oh wie süß, das macht er/sie so gerne...ist ja auch nur Schaum!" Wenn ich so was sehe, schlägt meine Stimmung sofort um und ich gehe. "

kann ich unterschreiben.

Das sehe ich ganz genauso.

Wahrscheinlich mache ich mir im Moment nur zu viele Gedanken, was gut und richtig ist, aber ich denke es ist besser, man macht sich ein paar Gedanen, als dass man es schleifen lässt.

Wie du oben im anderen Thread geschrieben hast, ist es auch bei uns.
Es wird immer diskutiert und es werden auch Auseinandersetzungen ausgehalten. Alles ist besser als zu kapitulieren.

Und wenn mein Sohn etwas nicht macht, dann mit dem Strom schwimmen, dass habe ich weiter oben schon an thetis geschrieben, und darauf bin ich stolz.

Danke für deine Meinung

Manuela #liebdrueck

Beitrag von sparrow1967 01.03.06 - 10:59 Uhr

>>
Und wenn mein Sohn etwas nicht macht, dann mit dem Strom schwimmen, dass habe ich weiter oben schon an thetis geschrieben, und darauf bin ich stolz.<<

Jep. Und darauf kann man auch stolz sein. Das vermitteln wir unserer Großen auch immer. Und weißt du was das schöne ist? Oft genug kommt sie und sagt: " Hey...ich hab gesagt ich mach das oder das nicht. Alle anderen wollten es zuerst machen und nachdem ich gesagt hab: nö-haben sich auch noch andere angeschlossen und gesagt: nö- machen wir nicht. Die hatten nur keinen Mut NEIN zu sagen!" Und dann strahlt sie übers ganze Geischt- das sind die Momente, wo man weiß: wir haben wohl doch ziemlich viel richtig gemacht ;-)


lieben Gruß
Christine

Beitrag von anyca 28.02.06 - 15:02 Uhr

Bei der Konfirmationsfeier ist er doch unter Deiner Aufsicht? Ich denke, gegen ein Glas Sekt ist da nichts einzuwenden, Du hast doch unter Kontrolle, wieviel er kriegt.

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 15:13 Uhr

Das sehe ich auch so, abe wie händel ich es, wenn er woanders eingeladen ist, wo ich keine Kontrolle habe, wo ich mich nicht auf andere Eltern verlassen kann?

Danke für deine Hilfe M.

Beitrag von anyca 28.02.06 - 18:15 Uhr

Seien wir ehrlich: Da kannst Du eh nix tun! Und ich sehe auch nicht, was das mit der Konfirmation zu tun hat. Oder meinst Du, ihm einmal ein Glas Alkohol zu erlauben, sieht er dann als Erlaubnis, sich anderswo volllaufen zu lassen?

Bzw. umgekehrt, denkst Du, Du kannst ihn am Alkohol trinken auf fremden Partys hindern, indem Du ihm den Alk bei der Konfirmation verbietest?

Beitrag von ma7schi 28.02.06 - 18:19 Uhr

Nee, du hast völlig Recht.

Ich bin mir halt in dieser Frage äußerst unsicher und bin dankbar für jeden Gedankenanstoß und jede Meinung.

Das Eine schließt das Andere nicht aus.

Danke.

M.

Beitrag von donravello 28.02.06 - 18:39 Uhr

hi
ma7schi

anno tobac war es eignetlich noch tradition, daß der konfirmant seine ersten richtigen vollrausch hatte.:-(

heute halte ich überhaupt nichts mehr davon.

für mich ist und bleibt der alkohol die droge nummer eins, da sie sehr leicht zu bekommen ist.

an deiner stelle würde ich ihn selbst entscheiden lassen, ob er generell an diesem tag alkohol trinken möchte, mache ihn jedoch auch auf die folgen eines vollrausches aufmerksam.

verkotztes klo, bett, klamotten schön selbst reinigen, bzw. putzen lassen.

am nächsten tag kein kopfschmerztabletten, keinen saueren heering oder dergleichen.
lass ihn die entgifftung mit allen höhen und tiefen erleben.

das motto:
"ein gläschen in ehren, sollte man nicht verweheren!"

fide ich schon ok.

doch auf einem bein stht es sich schlecht, ist oft der anfang vom ende.;-)
grüßle
wolf

Beitrag von ma7schi 01.03.06 - 07:41 Uhr

Danke für deine Tipps.

M.

Beitrag von junimond.1969 28.02.06 - 19:44 Uhr

Ich bin da insofern "fein" :-( raus, als das meiner allein durch unsere Geschichte schon einen Heidenrespekt vor dem Zeug* hat und es gar nicht so superinteressant und spannend findet, weil er die u.U. bösen Folgen kennt und weiß wie schnell und zunächst unmerklich man abrutschen kann. *Vor Suchtmitteln generell, denn er hat unsere Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören auch mitbekommen und dass die Freundschaft zu meiner ehemals besten Freundin unter anderem an ihrer exzessiven Kifferei (Anm.: exzessiv = mehrmals täglich, jeden Tag 'ne Tüte, trotz Kind;) zu Grunde gegangen ist. Und an ihrem Vorwurf, sei wir nicht mehr tränken, seien wir so "spießig" geworden - ich hatte darauf bestanden, dass Tüte rauchen in meiner Wohnung nicht stattfindet.

Achja, die Pubis.. Ich weiß nicht genau, wie ich es geschafft habe, aber irgendwie hat es sich bei ihm die Einstellung verfestigt, dass ich ihm so viel erlaube wie möglich und dass, wenn ich etwas nicht erlaube, ich vor allem in seinem Interesse handele, mir Gedanken drüber gemacht habe und nicht nach Lust und Laune agiere - und: ich kenne ALLE Tricks ;-). Worauf will ich raus? #kratz

Letztes Jahr wollte er zu Burgfestzeit mit zwei Feunden zelten, seinen Schlafsack etwas später am Abend holen. Ich: "Aber wenn Ihr zum Burgfest geht, denk daran: 22.00 Uhr ist Zapfenstreich." Naja, als er gegen 23.30 h seinen Schlafsack immer noch nicht geholt hatte, habe ich auf dem Handy angerufen, lange Rede kurzer Sinn - er war noch auf dem Fest, kam wieder in eine Wolke "Axe" gehüllt und roch vor allem aus dem Mund nach Axe. Reaktion von mir: "Du, mir ist klar, dass Ihr da auch mal ein oder zwei Bier trinkt, das ist zwar vom Gesetz her nicht erlaubt und ich finde das auch aus den und den Gründen (hier ein kleiner Exkurs in Sachen sich entwicklende und überhaupt Gehirnzellen unter Alk und Stichwort Verblödung dadurch, gerade bei Jugendlichen) nicht klasse, aber wenn Du zu einer solchen Gelegenheit schon meinst, ein Bier haben zu müssen, dann bitte doch die Mutter nicht für blöd verkaufen und sich Axe in den Mund sprühen, gell?"

Es folgte ein längeres Gespräch in Sachen "Muttergesetz" und Jugendschutzgesetz und warum und wieso es beides gibt etc. pp, Ergebnis: Er selbst möchte im Moment nicht mehr, wegen schmeckt nicht und überhaupt ("Der Dominik und der Patrick waren schon länger da und die waren so bescheuert, weil sie schon richtig besoffen waren, so peinlich, alle haben sie ausgelacht, weil sie so dicht waren." mutter@"alle": Gut so! ;-)).

OK, nun ist das bei uns auch eine besondere Situation, in unserer Familie gehört bei Feiern der Alk einfach nicht mehr wie früher und wie bei vielen anderen wie eine Selbstverständlichkeit dazu. Und wenigstens das Gute hatte unser Mist - das Kind hat begriffen, dass Alkohol kein "Grundnahrungsmittel" ist, dass man a) immer im Haus hat und b) zu jeder passenden oder unpassenden Gelgenheit zu sich nimmt.

Will sagen, vielleicht beleuchtest Du mal generell, wie hoch der Stellenwert von Alk schon ist (bei Euch und überhaupt), wenn um den Zeitpunkt des ersten Trinkens so ein Gedöne gemacht wird. Was "gibt" es Deinem Jungen, wenn er etwas trinken darf? Ist er dann "groß", reif? Nö, oder?

Lange Rede, gar kein Sinn: Ich war immer vehemment dagegen, wenn die bucklige Verwandschaft schon in jüngeren Jahren meinte, das Kind könne doch mal vom Eierlikör oder ein Sektchen oder oder... So bin ich nämlich dran gekommen. Ich wusste mit 12 schon, dass ich ruhiger und so schön gelassen werde, wenn ich ein Eierlikörchen oder ein Baileys oder oder... und bin heimlich ans Barfach. Gerade in jungen Jahren funktioniert das mit dem Suchtgedächtnis nämlich noch wunderbarer als später und von daher: Alkoholkonsum so spät wie möglich, aber mit so wenig Aufhebens wie möglich dafür sorgen. Wie Du erwähnt hast, der Reiz des Verbotenen. Meiner weiß, es ist kein Beinbruch, wenn er unter Freunden "mal" etwas trinkt, aber er weiß auch, dass Alk nicht etwas so erstrebenswertes und "erwachsen" machendes ist. Und vor allem nicht so superspannend, wie alle Erwachsenen immer tun. Ach, ich weiß auch nicht, wie ich's erklären soll. #gruebel

Vielleicht: Nehmt den Alk mal ein bisschen vom Podest runter, auf den ihn irgendwer gestellt hat.

War jetzt bisschen wirr alles, ich weiß, aber hinter mir steht ein Pubi und quengelt rum, weil er Dampfnudeln will.... ;-) also schnell runtergeklappert. Vielleicht kannst Du trotzdem was damit anfangen?

Lieben Gruß
Christine

Beitrag von ma7schi 01.03.06 - 07:32 Uhr

Danke für deine ausführliche Antwort.

Da war einiges, für mich sehr interesssantes, dabei.

Manuela

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