bin ich eine schlechte mutter??? vorsicht lang

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von angelzoom 28.02.06 - 15:12 Uhr

hallo ihr lieben!
ich muss mich jetzt echt mal ausheulen...
mein großer ist 2 1/2 und mein kleiner acht monate. der große ist in letzter zeit nur bockig und der kleine jammert die ganze zeit. seit zwei tagen hat der kleine auch noch fieber. ich glaub durchgeschlafen hab ich seit zwei jahren nicht mehr. jetzt kommt auch noch der große jede nacht zu mir ins bett. bring ich ihn dann in seins zurück dann brüllt er wie am spieß bis der kleine von dem ganzen zenober auch noch wach ist. wobei der kleine eh nur zwei drei stunden am stück schläft und dann brüllt weil er grade zähne bekommt und seit zwei wochen auch noch einen husten hat das es schnackelt. jetzt hab ich auch seit drei tagen eine magendarmgrippe...
und heute morgen bin ich dann echt ausgeflippt. es war kurz vor halb neun. um acht uhr 45 mussten wir beim kinderarzt sein. und dann fieng joshua an beim anziehen dauernt weg zu laufen. da hab ich seine schuhe genommen und in die ecke geschmissen und die jacke gleich hinterher. dann hab ich ihn angschriehen er solle mir aus den augen gehen ich hätte keine lust mich dauernt mit ihm ausdiskutieren zu müssen. dann hat er angefangen zu weinen und mir tat es voll leid. ich weiß einfach nicht mehr weiter. mein mann ist bäcker und kann mich auf grund dessen höchstens am nachmittag für kurze zeit entlasten und meine schwester die mir sonst immer hilft hat vor 3 wochen entbunden ist steht selber mitten im chaos...

sorry das es so lang geworden ist. aber ich musste das jetzt einfach mal aufschreiben.

liebe grüße jani mit joshua und jonathan...

Beitrag von danni64 28.02.06 - 15:52 Uhr

Hallo Jani,

ich kenne das Problem auch,denn ich habe auch zwei kleine Kinder,die einem den Nerv rauben können.
Der Altersunterschied liegt gerade mal bei 16 Monaten zwischen den Beiden.
Da gehen einem schnell mal die Nerven durch :-(,das kenne ich von mir selber. Kaum hat man es ausgesprochen,schon tut es einem leid. Wenn dann noch ein Arztbesuch ansteht und es schnell gehen muss,ist man selber im Stress und es passiert auch schneller,das anschreien.
Ich weiss auch und merke es ja auch,dass ruhiges Reden mehr bringt,aber dafür hat man nun nicht immer die Zeit.

Ich nehme meine Kinder danach in den Arm und versuche ihnen die Situation zu erklären,dann knuddeln wir und alles ist wieder gut.
Wir sind als Mütter auch nur Menschen und wenn wir sauer auf unseren Partner sind,dann zanken wir mit denen ja auch und auch die Kinder untereinander zanken. Warum bitte dürfen dann Mama und Kinder nicht zanken,solange man sie sich auch wieder vertragen und knuddeln. Meine Kinder zanken und vertragen sich auch wieder.Nehmen sich dann in den Arm und geben sich Küsschen. So wie ich es sehe,haben sie daraus wohl auch was gelernt.

Nimm deinen Kleinen in den Arm und erkläre ihm die Situation von heute morgen,denn sie verstehen mehr als man oft denkt.

Du bist keine schlechte Mutter,du bist ein Mensch,mit Herz und Verstand und eben keinen Dauernerven.

Also,sei nicht so hart mit dir selber. Knuddel deine Lieben und schon sieht die Welt wieder besser aus ;-).

Liebe Grüsse von Danni !!!!

Beitrag von mili21 28.02.06 - 16:05 Uhr

Hallo jani!
Nein, das bist Du bestimmt nicht, aber Du bist nunmal ein Mensch und dem können auch mal die Nerven durchgehen.
Ist mir auch schon passiert, als es ein riesentheater auf dem wickeltisch gab und ich völlig fertig war. da hab ich auch irgendetwas in die Ecke gepfeffert, mein Sohn war total schockiert und ich hab mich furchtbar geschämt. trotzdem tats irgendwie gut und er hat gemerkt, Mama hat auch Nerven.
kannst du den Größeren nicht irgendwo ein paar Vormittage die Woche in die Kita stecken? Dann kann er sich austoben und du hast ein (ganz) bißchen mehr Zeit?
Viel Kraft wünsch ich Dir!!!
Mili21

Beitrag von kiki290976 28.02.06 - 16:03 Uhr

Hallo Jani,

nein, Du bist bestimmt keine schlechte Mutter. Ich kann es Dir nachempfinden, wie es Dir geht und verstehe auch, dass Du in dieser Situation ausgerastet bist. Klar, sollte man nicht, aber es gibt immer mal Situationen, in denen man nicht mehr klar denken kann. Ich denke, davon kann sich niemand freisprechen.

Ich bin in einer ähnlichen Situation: Mika ist 28 und Colin 10 Monate alt. Als Mika 2 geworden ist, hatte er auch so eine Phase, wo er sich nicht anziehen lassen wollte, nirgendwo hingehen, und wo er einfach nur bockig war. Und mit 2 Kindern, die noch so klein sind, ist es nunmal auch nicht immer einfach. Wenn schlechte Nächte dazu kommen, liegen die Nerven dann erstrecht blank.

Als kleinen Tipp wegen des Gebrülls nachts: Währe es für Dich so schlimm, wenn Dein Großer bei Euch im Bett mitschläft? Mika macht das auch zwischendurch immer mal wieder. Beim Mittagsschlaf lege ich ihn sowieso in mein Bett und nicht selten schlaf ich dann auch ein Ründchen. Zusammen ins Zimmer leg ich sie tagsüber nicht, weil sie halt zwar zur gleichen Zeit ins Bett gehen, aber leider nicht gleich lange schlafen.

Mika tut es sehr gut, wenn ich mich in der Zeit mit ihm hinlege und vielleicht braucht Dein Sohn das ja auch? Vielleicht entwickelt er auch gerade ein wenig Eifersucht auf seinen Bruder? Schick ihn doch nachts einfach mal nicht wieder in sein Bett, sondern lass ihn zu Dir, vielleicht findet ihr dann ein wenig mehr Schlaf?

Gibts bei Euch denn auch sogenannte Vorkindergärten? Mika besucht so einen 1x die Woche von 9-12 Uhr und das tut ihm auch super gut und ich habe Zeit für mich und Colin.

Ansonsten versuch Dir immer wieder zu sagen, dass es eine Phase ist und wir ja wußten, was es heißt, zwei Kinder in so einem doch eher geringen Altersunterschied zu bekommen. Bald kommt auch wieder der Frühling und man kann wieder mehr raus gehen.....

Wünsche Dir alles Gute und die nötige Geduld :-) #liebdrueck

Kerstin mit Mika und Colin

Beitrag von sweety03 28.02.06 - 16:55 Uhr

Hallo!

Oh ja, das kenne ich zu gut!
Meine Töchter sind 2 3/4 Jahre und 8 Monate alt. Die Grosse raubt mir seit einigen Tagen den letzten Nerv und ist chronisch unzufrieden. Die Kleine hat auch nicht gerade ihre beste Zeit momentan, und ich bin seit drei Wochen erkältet, was die Sache auch nicht besser macht.
Zudem schläft die Kleine max. 5 Stunden am Stück, so dass ich morgens auch nur müde und kaputt bin.
Da passiert es mir auch schon mal, dass ich lauter werde. Sicher ist das in dem Moment oft nicht richtig, aber ich bin keine Maschine, die auf Knopfdruck funktioniert. Wenn ich arg daneben lag mit meinem Ton, entschuldige ich mich bei der Grossen natürlich und erkläre ihr so gut es geht die Situation.
Ab morgen kommt sie in den Minikindergarten, dreimal in der Woche 2 Stunden.
Ich hoffe sehr, dass es dann einfacher wird. Sie scheint zur Zeit hier nicht richtig ausgelastet zu sein, aber mehr Programm kann ich mit 2 kleinen Kindern einfach nicht machen bzw. bieten.
Also ich fühle mit Dir!

Sweety

Beitrag von prinzessin1976 28.02.06 - 20:14 Uhr

Du bist ganz sicher keine schlechte Mutter!!! Dass Du mit Deinen Nerven blamk liegts ist jawohl nur menschlich!!!!!

Wenn der Kleine Nachts zu Dir ins Bett kommt freue Dich doch lieber dass er zu Dir kommt und nicht umgekehrt verlangt dass Du zu ihm gehst!!! Mein Kleiner kommt Morgens immer so gegen 5-6 zu mir ins Bett und meist schläft er weiter!!! Das macht mir gar nichts aus denn wenn er wach wird und sich alleine fühlt ist es mir lieber er kommt zu mir und schläft weiter als dass er das gesamte Haus aufweckt weil ich ihn in sein dunkles Zimmer zurück schleppen will!!!!
Sieh es mal aus der Perspektive deines 2,5 Jahre alten Sohnes:
(Natürlich nicht wortwörtlich gemeint!)
"Ich bin ein eigenständiges Kind und weiss was ich will und was ich nicht will!!! Mal sehen ob ich meinen Willen in allen Bereichen durchsetzen kann???!!
Ich bin der große Bruder aber meine Mama hat da immer dieses neue Baby! Das hat die viel mehr lieb wie mich! Wenn das Baby schreit wird es auf den Arm genommen und geschaukelt! Wenn ich aufwache und kuscheln will weil es mir zu dunkel ist in meinem will mama mich wegschicken!" usw

Einfach mal versuchen in die Lage zu versetzen! Bedenke dabei dass Dein kInd in der Phase der Autonomie ist das heisst in der sogenannten Trotzphase!

Ich glaube immer ganz fest daran dass mein eigener Sohn (genauso alt wie dein großer Sohn) sich eigenständig weiterentwickeln kann. Im Bezug auf Sauberkeitserziehung, Sprache, Durchschlafen, usw
Wir hatten so einige schwierige Zeiten aber ich bin mit meinem "Abwarten und Tee trinken" bisher am besten mit gefahren!!! Versuche auf seine Bedürfnisse einzugehen! Aber es gibt auch klare Regeln die leicht zu druchschauen sind! So wie z.b. wer beim essen aufsteht ist fertig und der Teller wird abgeräumt! wenn wir Morgens los müssen und ich in den Räumen das Licht ausmache gehen wir Schuhe und Jacke anziehen! Da hilft jedes Schreien und strampeln nichts!!! Ich bin stärker! Aber ich versuche immer rechtzeitig auf zu sein um jeden stress zu entgehen. So entgehe ich auch Stress mit dem Kleinen!

Also wenn Dein großer das Bedürfnis hat zu kuscheln wenn er aufwacht dann verwehre es ihm bitte nicht! Dann fragt er sich (unbewusst) warum das Baby Nachts kuscheln darf wenn es wach wird aber er nicht! Fühlt sich ungeliebt! Was Deinen Schlaf angeht: Kannst Du Dich vielleicht Nachmittags mal ein paar Stunden hinlegen wenn dein Mann da ist?! Eine Mütze Schlaf kann Wunder bewirken!

Ich wünsche Dir viel Erfolg udn schon bald schlafreichere Nächte!!

Beitrag von barbarella1971 28.02.06 - 22:41 Uhr

Laut Gordon ("Familienkonferenz", SEHR lesenswert) hast Du eine klare Ich-Botschaft durchgegeben. Was voll ok ist. Solange Du den Kleinen nicht zusätzlich herabsetzt, was Du mit dem ersten Satz getan hast ("geh mir aus den Augen").
Eine noch etwas bessere Reaktion auf sein Verhalten hätte sein können:
"Ich habe es so satt und es kostet mich so viel Kraft, Dir beim Anziehen dauernd nachzurennen! Ausserdem sorge ich mich, dass wir zu spät beim Arzt sind wegen Deinem Wegrennen. Bitte hilf jetzt mit beim Anziehen."
Also ihm sagen, was DU für ein Problem hast und wie DU Dich fühlst dabei. Den meisten Kindern ist das nämlich gar nicht bewusst.

Liebe Grüsse, Barbara mit Trotzkind Nuria Marie (eineinhalb)